Wie erkläre ich einem Angehörigen, dass die Gliedmaßen amputiert werden müssen

Katharina
Katharina
bearbeitet 25. Aug 2022, 12:12 in Körperliche Behinderungen

Hallo Liebe Leute,

Ich hoffe ich bin hier richtig und jemand kann mir helfen.

Zur Situation: Meine Mutter lag die letzten 2 Wochen im künstlichem Koma. Sie hatte Multiorganversagen und eine Sepsis. Der Kreislauf war nicht stabil und sie musste starke Medikamente dafür bekommen. Durch den Katheter und Durchblutungsstörungen sind die beiden Füße und die Linke Hand Nekrotisiert. Die Ärzte meinen es muss alles dringens amputiert werden, sonst wird meine Mutter sterben.

Ich habe die gerichtliche Betreuung im Eilverfahren bekommen, und muss somit bestimmen.

Ich will aber nicht einfach unterschreiben bevor ich mit meiner Mutter gesprochen habe.


Gestern haben die Ärzte das Narkosemittel soweit runter gestellt, das sie halbwegs wach und ansprechbar ist.


Sie kann noch nicht sprechen, da sie einen Luftröhrenschnitt hat und noch beatmet werden muss.

Sie versteht aber was man zu ihr sagt.


Ich muss ihr heute erklären, das die Füße und die Hand amputiert werden muss...

Es ist wirklich schwer weil ich nicht weiß, wie ich ihr das beibringen soll.


Vielleicht hat hier jemand Erfahrungen und kann mir helfen.


Vielen Dank und viele Grüße

Antworten

  • domino
    domino ✭✭✭✭
    bearbeitet 11. Jun 2021, 10:21

    Hallo Katharina,

    da bist Du in einer wirklich schlimmen Situation.

    Also wenn ich in Deiner Situation wäre, würde ich mich mit dieser Thematik an den behandelnden Arzt wenden. Dieser weiß am besten um den psychischen Zustand Deiner lieben Mutter, welcher je nach Medikamentengabe auch mal vom Normalen abweichen kann.

    Ich wüsche Dir die nötige Kraft für das Finden der richtigen Worte.

    Bleibt schön gesund...

    Viele Grüße aus dem wunderschönen Harz

    vom Frank alias domino! 😎

  • EnableMe
    EnableMe mod
    bearbeitet 11. Jun 2021, 10:54

    Katharina, 

    vielen Dank, dass Du dein Anliegen mit uns teilst! 

    Es gibt in jeder Klinik Psychologische Unterstützung (Konsiliare Beratung), die in solchen Momenten unterstützen können. Frag das Stationsteam um Hilfe zur Kontaktherstellung. 

    Für eine so schwierige Situation gibt es sicher nicht die perfekte Lösung. Es könnte hilfreich sein, dass Du Dir vorher aufschreibst, was Du deiner Mutter sagen möchtest. Dabei ist es wichtig klare und einfache Worte zu finden und nicht zu umschreiben oder zu beschönigen. Du kannst sicher auch sagen, wie schwer Dir diese Entscheidung fällt und wie ungern Du sie triffst, aber das es eben auch keine Alternative dazu gibt. 

    Wir wünschen Dir alles Gute für dein Gespräch und die weitere Begleitung deiner Mutter!

    Für später gibt es hier auch noch ein paar weiterführende Informationen, die Dir vielleicht helfen: www.enableme.de/de/themen/amputation-und-prothese-1202 

    Viele Grüße

    Annemarie und das Team von EnableMe powered by MyHandicap

    A collective EnableMe profile for former moderators' posts

    Ein kollektives EnableMe-Profil für die Beiträge ehemaliger Moderatoren

    Un profil collectif EnableMe pour les messages des anciens modérateurs

    Колективний профіль EnableMe для дописів колишніх модераторів

  • Viele Dank für eure lieben Worte.

    Ich werde dort gleich mal nachfragen.

  • Liebe Katharina,

    Als erstes kann ich Annemarie nur zustimmen.

    Zusätzlich könntest du deine Mutter fragen, falls sie geistig klar genug dafür ist, was sie in deiner Situation tun würde. Was sie für sich entscheiden würde.

    Wichtig auch, dass du ihr sagst das sie nach den Amputationen weiterhin Unterstützung erhält. Von dir und von anderen.

    Lieben Gruß Ilonka

    Busicap - Business mit Handicap

    Ilonka Lütjen

    Zaberner Straße 11

    65203 Wiesbaden

    +49 611 691795

    +49 171 5288326

    www.busicap.de

    [email protected]

  • Ich wünsche dir und besonders deiner Mutter viel Kraft! Falls du gläubig bist, kannst du ja auch mal mit dem Seelsorge - Team des Krankenhauses sprechen.

  • Liebe Katharina,

    Dein Post ist ja schon 3 Wochen her... ich frage mich , wie es dir Unterdessen ergangen ist.

    Wenn eine Amputation ansteht, oder sonst ein Eingriff, würde ich diese Botschaft nicht alleine rüberbringen. Ich würde zusammen mit jemandem von der Pflege und einem Arzt deine Mutter darüber aufklären, dass die Gliedmaßen amputiert werden müssen.

    In dem Zusammenhang wäre dann auch die Diskussion, ob eine Patientenverfügung besteht, und was in welchem Fall von deiner Mutter gewünscht wird.

    Es kann auch gut sein, dass deine Mutter das schon weiss, oder ahnt, irgendwie, dass eine Amputation ansteht. Und es für sie erleichtern sein kann, wenn du es ansprichst.

    🐞🦋🐸🐰🐹🦒😎

  • Hallo Ihr lieben.

    Ich wollte euch berichten.

    Die Amputationen sind jetzt passiert. Letzte Woche freitag die linke Hand und am Montag die Beine Vorderfüße.

    Meine Mutter hat es gut verkraftet, sie sagt es ist besser so als wenn sie gestorben wäre.

    Die Ärzte wollen sie nächste Woche aus dem Krankenhaus entlassen.


    Eine Reha wird es wohl erstmal nicht geben, da sie sich den MRSA Keim beim emtwöhnen des Atemschlauches eingefangen hat. Die Dame vom sozialen entlassmanagement meinte die Krankenkasse würde eine Reha erstmal ablehnen.

    Wir stehen jetzt vor der Entscheidung wie geht es erstmal weiter.

    Entweder zwischenzeitlich in ein Pflegeheim oder sie soll nach hause und ich muss mich in der zeit kümmern. Sie ist ja im Moment bettlägerich weil sie seit 3 Monaten im Krankenhaus bett lag im koma und danach dann mit beatmung.

    Es stehen mir wohl 10 Tage Urlaub für pflegende Angehörige zu wo wo einen pflegedienst und so weiter organisieren kann.

  • @Katharina

    Mir fällt die Tagesklinik ein: sie wird abgeholt, ist professionell versorgt, nicht alleine!, wird verpflegt, u. V. m.

    So könnt ihr jenseits der Sachzwänge Pläne machen, den Kontakt zu den Ämtern, Ärzten v. Ort, Krankenkasse, Pflegekasse, Pflegedienste, ....

    Du kannst in Ruhe zur Arbeit fahren, es läuft ja alles, und ihr könnt in Ruhe in der Situation ankommen.

    Pitjes

    Sorgen sind wie Nudeln, man macht sich immer zuviel

    Gib Alles, bloß nicht auf!

  • Hallo Katharina,

    das positive ist, Dass Deine Mutter leben will.

    Zu versorgen ist auch alles, nur einen normalen rolli kann sie mit einer hand nicht fahren, also E-Rolli.

    aktuell solltest du die Pflegekasse kontaktieren, die kommen auch nach hause, der Pflegegrad muss beantragt werden

    Ich wünsche dir viel Erfogl, ist schon alles schwer, besonders, wenn man noch arbeiten muss

    Karin

    (Antwort ist keine Rechts oder Medizinische Beratung.Für die Richtigkeit der Antwort wird keine Haftung übernommen)

  • Hallo zusammen

    Euch ist klar das der Post über 1 Jahr alt ist?

    Könnte man mal bitte die ganzen "Post Leichen"entfernen??

    Gruß

    Ralf

    (Antwort ist keine Rechts oder Medizinische Beratung.Für die Richtigkeit der Antwort wird keine Haftung übernommen.Einige Antworten werden mithilfe einer KI geschrieben.(Artikel wird gekennzeichnet)

  • Hallo ihr lieben.

    Ich wollte mich nochmal zurück melden.

    Vielen Dank für die ganzen Infos.

    Wir haben Pflegegrad bekommen, einen Rollstuhl und die endgültigen Prothesen sind in arbeit.

    Es ist alles tatsächlich besser geworden. Sie kann sich jetzt eige ständig in der Wohnung bewegen, wobei nur im Rollstuhl. Eine Reha hatte sie damals nicht bekommen, da sie an verschiedenen Stellen schlimmen Dekubitus im Krankenhaus bekommen hat.

    Diese sind zum Glück auch verheilt.

    Ich habe sie in eine barrierefreie Wohnung in meinem Haus einquartiert, so klappt die Pflege trotz meiner Kinder und meiner Arbeit sehr gut. Einen Pflegedienst hatten wir, aber waren nicht zufrieden, nun Dusche ich sie, mache den Haushalt und bereite Essen.

    Das einzig lästige ist der große Rollstuhl der nur mit Not in meinen Kofferraum passt, dabei habe ich kein kleines Auto. (Für Tipps hierzu wäre ich noch sehr dankbar:-))

    Viele liebe Grüße