Werden eigentlich sexualbegleiter von der kasse bezahlt

das hat mich ein freund gefragt, der schwerstbehindert ist. er hatte noch nie intimeren körperlichen kontakt zu einer frau und würde das gerne mal erleben. er hat mich das gefragt und ich dachte ich stell die frage mal hier ein.

Das wäre schön, aber leider ist dem nicht so. Bei unsern Nachbarn (Holland) wird sowas allerdings schon übernommen.

Hallo Dritte, bei Wikipedia hab ich dazu folgendes gefunden:

Das Recht auf sexuelle Selbstbestimmung ist im Artikel 2 GG garantiert. Hier steht dem Recht auf sexuelle Selbstbestimmung der Schutz vor Missbrauch gegenüber. Einerseits soll das Pflegepersonal den Klienten ein lebenswertes Leben ermöglichen, andererseits besteht die Gefahr, dass das Pflegepersonal missbräuchlich oder in guter Absicht Grenzen überschreitet. Ein weiteres Problem ist strukturelle Gewalt, also unerlaubte Begrenzung von Selbstbestimmung, beispielsweise durch Hausordnungen in Pflegeeinrichtungen (Besuchsverbot), durch soziale Kontrolle, oder mangelnde Intimität durch fehlende Einzelzimmer oder Ausweichräume (Liebeszimmer).

Passive Sexualassistenz ist also jederzeit möglich (solange nicht der Jugendschutz dagegen steht). § 174 StGB a und c stellt aber „Mißbrauch des Beratungs-, Behandlungs- oder Betreuungsverhältnisses“ unter Strafe. Aktive Sexualassistenz ist dem Pflegepersonal dadurch praktisch untersagt. Oft hilft Pflegepersonal den Klienten heimlich oder verschleiert (Intimwaschung, Baden, eincremen). Für Menschen, die ansonsten keine Betreuungsbeziehung mit dem Betroffenen haben, gilt diese Beschränkung nicht. Deshalb werden Sexualassistenten eingesetzt. Die Tätigkeit ist als gewerbsmäßige sexuelle Dienstleistung in § 120 OWiG geregelt. Eine Kostenübernahme ist bis jetzt (2006) nur möglich bei Menschen, die beispielsweise wegen einer Lähmung nicht zur Selbstbefriedigung in der Lage sind[1].

Soweit ich weiß, hat sich an dieser Regelung nichts geändert.

Hier noch ein Infoartikel dazu: http://www.myhandicap.de/sexualbegleitung-handicap.html

Viele Grüße, Iris, Redaktion MyHandicap

Hallo,
also ich habe mit meinem Schützling genau dieses Thema durch.
Da er auch zu dem letzt’besagtem „„Paragraphen““ :slightly_frowning_face: zählt !!
Habe von der Kasse eine GLATTE Absage bekommen !!!
Wollte auch nicht näher dran rütteln,
da ich mir vorstellen kann, daß es ihm auch unangenehm ist > dieses normale Bedürfnis öffentlich zu erfragen und zu beantragen !!!

DAMIT, aber NICHT genug !!!

Ich hab dann im Netz gesucht…
auch gefunden, aus eigener Tasche bezahlt !!!
Doch WAS, WER DA kam…?..?.. :slightly_frowning_face:
ich habe 2 Versuche gestartet !!! Sogar eine kleine Wunschbeschreibung abgegeben UND Bilder gesehen !!!
WOW…wir > mein Schützling war sehr entäuscht !!

Ich gehe davon aus,
daß man auch DORT ein Wenig anspruchsvoll sein darf…(gerade WEIL der Eine oder Andere hier und dort eingeschränkter ist)
und mit ner SCHÜRTZENMUTTI, oder BIRKENSTOCKHEIDI.. kann ein erotisches kleines Abenteuer evtl. zur Sache dienen…
doch spielt das Drumrum nicht AUCH …
oder GERADE …„eine große Rolle“ ???

Wünsche Gelingen eures Anliegens…
liebe Grüße
und schöne Feiertage,
Kerstin

Das wäre natürlich toll, wenn sowas von der Kasse bezahlt werden würde. Dann hätten wir auch mal die Chance das normalste auf der Welt zu bekommen und zu erleben.

Eine Kostenübernahme ist bis jetzt (2006) nur möglich bei Menschen, die beispielsweise wegen einer Lähmung nicht zur Selbstbefriedigung in der Lage sind[1].

Für Menschen, die körperlich schwer erkrankt sind, finde ich das auch völlig korrekt so.

LG Kerstin

Ich würde in diesem Zusammenhang auch gern mal mehr darüber wissen wollen, warum das Bedürfnis nach Sexualbegleitung bei Männern erheblich größer ist als bei frauen. Jedenfalls behaupten das sowohl die wenigen Ausbilder für eine solche Tätigkeit, wie auch die mir vorliegenden Infos von Betreuern. Ist das wirklich so, oder werden vorsichtige Anfragen von Frauen nur mehr unter den Tisch gekehrt?

Peter

Es sollte aber ganz klar sein, das die Selbstbefriedigung in keinerlei Weise die Zärtlichkeit ersätzen kann. Daher sollte eine finanzierung nicht nur für Menschen gelten, die nicht in der Lage sind, sich selbst zu befriedigen.

Hallo!

Stelle mir gerade vor,es werden die hübschesten Frauen zur Sexualbegleiterinen ausgebildet und kommen in einen Katalog.
Der liegt dann bei den jeweiligen Krankenkassen auf und jeder der ein Verlangen spührt und anderweitig nicht zum zuge kommt,kann sich mit Rezept seine lieblingsbraut schicken laßen.

Natürlich ist sie zärtlich und einfühlsam und sie liebt Dich sogar.
Man könnte Protistuierte zu Sozialarbeiterinen machen.Ist es das was Du willst-Quantum???
Jedoch so funktioniert das Leben eben nicht.Ich glaube,das provisionel ausgebildete Sexualbegleiterinen,mangelware sind und nicht oder kaum dem Schönheitsideal von wenigen entsprechen.
Den dieses Handwerk ist mehr als eine Körperliche hingabe oder Optisches Wunschdenken und daher ein äußerst sensibles Thema.Das sich Krankenkassen meist sträuben kann ich verstehen.Jedoch sich selbst oder ein Freund sich in gewissen Gefilden umzusehen und eine geeignete Dame evtl.zufinden,die sich auf so ein anliegen einläßt,diesen Job zu übernehmen,kann sehr teuer werden.
Liebe zu wollen,Zärtlichkeit zu kriegen,Sexualität zu spüren,sollte immer eine gegenseitige Achtung beinhalten,ob sich sowas zusammenfaßen läßt für wenige auf Rezept basis bezweifle ich sehr.Gruß SENDRINE :grinning_face:

Sehnix schrieb:
Ich würde in diesem Zusammenhang auch gern mal mehr darüber wissen wollen, warum das Bedürfnis nach Sexualbegleitung bei Männern erheblich größer ist als bei frauen. Jedenfalls behaupten das sowohl die wenigen Ausbilder für eine solche Tätigkeit, wie auch die mir vorliegenden Infos von Betreuern. Ist das wirklich so, oder werden vorsichtige Anfragen von Frauen nur mehr unter den Tisch gekehrt?

Peter

Interessante Frage, die du da aufwirfst Peter.
Ich denke, dass das Problem an der Sache zum Einen in unserer Erziehung begründet liegt, die Frauen eher dazu anhält ihre Wünsche und Bedürfnisse, auch und gerade im sexuellen Bereich eher zu verschweigen und nicht nach Außen zu tragen. Widersetzt frau sich dieser Anforderung läuft sie schnell Gefahr als „billig“ zu gelten.
Zum Anderen kann ich mir gut vorstellen, dass auch das unterschiedliche Erleben von Erotik und Sexualität bei Männern und Frauen für die geringere Nachfrage von Sexualbegleitung von Fraun verantwortlich ist. Frauen erleben Sexualität komplexer als Männer und haben mehr das Bedürfnis nach echter Nähe und Vertrauen um sich in der Situation fallen lassen zu können und einen wirklich befriedigenden Kontakt erleben zu können, was durch einen fremden Sexualbegleiter, zu dem logischerweise keine wirklich enge Beziehung aufgebaut werden kann (und sollte) nicht geleistet werden kann.
Auch denke ich, dass bei Frauen evtl. auch eine größere Angstschwelle bzgl. Grenzüberschreitungen in einer solchen Situation vorhanden sein könnte.
Und nicht zuletzt kann ich mit gut vorstellen, dass gerade durch das komplexere Sexualerleben, das oft auch als „kopflastiger“ als das männliche bezeichnet wird vllt. Frauen auch einfach mehr Möglichkeiten haben (oder ideenreicher sind), ihre diesbezüglichen Bedürfnisse in irgendeiner Weise selbst auszuleben.

@Quantum: Sendrine hat eigentlich schon sehr treffend geschrieben, aber ich finde, du solltest dich ehe du solche Kommentare abgibst erstmal wirklich mit dem Unterschied zwischen Sexualbegleitung und Prostitution auseinandersetzen, mir zumindest erscheint es so, als schriebst du eher von Letzterem. Egal welche Vorstellungen genau du hast, eines sollte dir klar sein: Zärtlichkeit, in dem Sinne wie du sie in einer Beziehung erlebst, wirst du weder von der Einen noch von der Anderen bekommen- und finanziert durch die Krankenkasse? Sorry, aber wenn jeder (unfreiwillige) Single den Anspruch erheben würde seine sexuellen Bedürfnisse auf Kosten der Allgemeinheit befiredigt zu bekommen- armes Solidarsystem.

ich bezweifele, dass frauen sexualität komplexer wahrnehmen (möchten) als männer.
aber ansonsten klingt deine these plausibel.
dass männer risikofreudiger sind und vllt. eher offen über sex reden (und sei es nur prahlerei), erscheint mir auch so.
allerdings finde ich persönlich, dass die unterschiede bei jüngeren leuten (jahrgang '80 und aufwärts) geringer geworden sind. es gibt bspw. auch immer mehr, v.a. junge, frauen, die mit ihren bettgeschichten prahlen.

Schlimm geug, das man das Grunbedürfnis nur auf so eine Art und Weis bekommen kann.

@ondata

wie erklärst du dir dann, daß es Hunderte ja Tausende gibt, die eine Freundin haben

Die meisten haben ja auch kein Handicap. Ich würde mal sagen, das es bei mir zum einen daran liegt, dass ich nie gelernt habe, mir eine sexuelle Beziehung auf zu bauen und zum Anderen, das ich halt vor Ort nicht die Möglichkeiten habe, mir einen soziales Netzwerk(Freundeskreis) auf zu bauen.

auch wenn’s sehr banal klingt: hol dir doch einen runter, ist besser als nichts :wink:

Da Kakkfrosch es so schön auf den Punkt gebracht hat,gibt es nichts mehr hinzuzufügen.

Gruß
SENDRINE :grinning_face:

Leider ersätzt es nicht die Liebe und die Zärlichkeit. Man(n) will nicht nur das eine.

Hallo!

Das ist sehr gut erkannt worden.Jedoch auf Rezept,wird es die Liebe nicht zu bekommen sein.Was Zärtlichkeit anbelangt,könnte man über das wie und wann und wie lange oder weshalb,auch Tage lang diskutieren.

Ich könnte mir vorstellen,das es auf diesem Planeten Menschen gibt,die auch noch nie Sex mit einem anderen Menschen gehabt haben und trotzdem ein erfülltes Leben leben.

Es liegt wohl in unserer Natur,das wir meist das möchten,was nicht zu kriegen ist,ohne einen gewissen eigen Einsatz.

Wenn jemand wie Quantum jedoch in Selbstmittleid eingebetet ist und diesen Zustand nährt,anstatt zu durch brechen,muß er lernen sich mit dem Zufrieden zu geben,was ihm zur Verfügung steht,so wie wir alle hier.

Wünsche jedem einen Hauch Zärtlichkeit auf freiwilligkeit und von wem auch immer!
Gruß
SENDRINE :grinning_face:

Also sendrine, was sollte Quantum(ondata) den deiner Meinung nach machen, um eine Beziehung trotz seines Handicap´s zu erreichen?

Quantum usw. sollte wie andere auch mit Handicap,endlich sein Leben

in die Hand nehmen und was draus machen und nicht immer vor sich hinjammern.

Der Anfang währe dabei,vielleicht mal das Positive zu sehen,was er um sich und an sich hat.

Häßlich haben wir bereits von Billi gehört,ist Quantum schon mal gar nicht,gehen kann er auch,sehen auch,Hörgerät hat er wahrscheinlich immer noch nicht,wegen seiner Eitelkeit.Roller hat er auch,essen auch,Freunde auch,den das hat er selbst schon geschrieben.Er ist ja auch in 2 Vereinen.Was Quantum wirklich will,weiß Quantum selbst nicht so genau.Auf alle Fälle ein Wunder!!!Ohne selbst Anstrengung!

Wie währe es mit ein wenig dankbarkeit anzufangen.
Gruß
SENDRINE :grinning_face: