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Ausbildung trotz Behinderung / Absagen etc.

Ich suche seit 4 Jahren eine Ausbildungsstelle.
Ich bin 70% Schwerbehindert und habe nur ein Auge.
Es gibt immer nur Absagen.
Nun bin ich auf diese Seite gestoßen und hoffe, dass mir hier weitergeholfen werden kann.
Ich würde gerne eine Ausbildung im kaufmännischen Bereich absolvieren. Hilfen und Unterstützung gibt es in Deutschland gar keine. Was man noch machen kann, um eine Ausbildungsstelle zu erringen weiß ich nicht. Es sind einfach alle Plätze an die gesunden, unkompetenten vergeben worden, sodass die durchaus kompetenten, behinderten Menschen einfach keine Chance haben. Was kann man tun? Man wird einfach in Werkstätten zum Arbeiten als lebenslanger Hilfsarbeiter abgeschoben und das wars dann mit Ausbildung.

Antworten

  • surfersurfer de ✭✭✭
    Hallo Kingofstar,

    Beim Arbeitsamt gibt es eine Abteilung, die für Behinderte zuständig ist, die Reha - Teams.
    Die testen erst mal was für Fähigkeiten Du hast.

    Dann können verschiedene Sachen in Frage kommen

    1. Ausbildung im Normalbetrieb mit Sonderpäd. Förderung, d.h. Stützunterricht, Ausbildungsbegleitende Hilfen, Zeitverlängerungen bei Prüfungen.

    2. Ausbildung in einem Berufsbildungswerk für Behinderte zur Erstausbildung.
    Spezialisiert auf Behinderte, lernen in Kleingruppen, Außenpraktikum, Abschluß überwacht von der IHK.

    3. Falls Du Abitur oder Fachhochschulreife hast ein Studium, wobei ab 50% Härtefallregel ist, d.h. Du kommst ohne Durchschnitt und Wartezeit ins Studium, Befreiung von Studiengebühren und Zeitverlängerungen bei Leistungen bei der Hochschule.

    4. Integrationsbetriebe innerhalb der WFB, d.h. die Leute verbleiben nicht dauerhaft in der WFB, sondern werden angelernt (keine Vollausbildung) für eine Tätigkeit auf dem Regelarbeitsmarkt.

    LG

    Surfer

  • Ich würde auch Berufsbildungswerk sagen, weil dort habe ich auch meine Ausbildung abgeschlossen und man ist im Ausbildung und in der Berufsschule zusammen mit andere Azubis mit Handicap ! 😃
  • Lieber kingofstar,

    herzlich willkommen bei uns!

    Ich habe unseren Fachexperten gebeten, sich um Deine Frage zu kümmern. Bitte habe noch ein wenig Geduld.

    Lieben Gruß,

    Tom
    MyHandicap
  • Hallo!
    Ich hab mich in der 10. Klasse beim Arbeitsamt gemeldet wegen Ausbildung, weil mir klar war, dass ich keine "normale" Ausbildung schaffen würde.
    Mein Reha-Berater hat dann erstmal gemeint, dass die Plätze in den Berufsbildungswerken immer schnell vergeben sind und oft Wartelisten stehen.

    Ich hab dann mein Glück alleine versucht und geschätzte 150 Absagen zu Hause liegen, hab dann nach der Schule mein FSJ gemacht und wurde 2009 für eine Berufsvorbereitende Bildungsmaßnahme angemeldet, 2010 habe ich meine Ausbildung zur Bürokauffrau angefangen. Ich bin im Berufsbildungswerk und sehr glücklich drüber, hier bekomm ich die Hilfen, die ich brauch und kann trotzdem selbst entscheiden.

    Geh einfach mal zum Arbeitsamt und erkundige dich mal!
  • Hallo,

    ich kann immer wieder die virtuelle Ausbildung empfehlen. Sie ist einfach toll! Hatte ja schon mal hier im Forum darüber geschrieben.

    http://www.myhandicap.de/forum.html?frage=berufsausbildung-zuhause&tx_mmforum_pi1[action]=list_post&tx_mmforum_pi1[tid]=8544

    Liebe Grüße
    Tanni
  • Hallo,

    hast du in den Bewerbungsschreiben erwähnt das du Schwerbehindert bist?
    Falls ja und du von deinen Noten her genau so qualifiziert bist wie ein "Normalo",
    dann müssen die deine Bewerbung besonders berücksichtigen!

    Du kannst dich auch auf den Seiten des Integrationamtes und der Agentur für Arbeit erkundigen.
  • Ach die Beiträge, soweit war ich auch schon.
    Auf Arbeitsamt, und die erstellen jahrelang ein Gutachten nach dem anderen.
    😃 😃 😡 😡

    Sprich kurz: Wenn man mit Menschen nicht so gut kommunizieren kann, und dies das tatsächliche Handicap ist, auch bei 70% Schwerbehinderung, man fast Abitur hat, so bekommt man keine Ausbildung, weil man mit Menschen nicht kommunizieren/umgehen, denen seine Meinung sagen, etc.

    Weder eine geförderte, noch eine auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt.
    An sich kommt immer raus, von der Intelligenz zu gut = Allgemeiner Arbeitsmarkt/Bewerbungweg = Absagen 500 mal .

    Dann klappt's nicht, aber da Kommunikationsfähigkeit nicht so gut, und der Umgang mit Menschen, sowie soziale Komponente, die man beim Arbeiten braucht nicht so gut.

    Keine Ausbildungschancen.

    Hilfsjobs / Ausbeuterjobs 5€ abwärts, auch keine Aussicht, medizinische Gutachten schließen aufgrund der Behinderung viele Tätigkeitsfelder, wie auch Nachtschicht aus.

    Nun soll es eine Arbeitserprobung evtl. geben, die 2,5 Jahre in einer Werkstatt stattfinden soll, und dann hat man immer noch Nix.

    So ischs halt, und das bereits die letzten 5 Jahre, oder so, bereits rund 5 Gutachten beim Ärztlichen Dienst und 2 Psychologische Gutachten.

    Immerhin, das ist auch schon Zeitvertreib, denn bis die ausgewertet sind, vergehen Monate.

  • surfersurfer de ✭✭✭
    Hallo Kingofstar,

    Du bist primär sprachbehindert.

    Schönen Gruß ans Arbeitsamt:

    Auch für diese Behinderten gibt es Einrichtungen zur Erstausbildung. Dort sind die Ausbilder und das berufliche Angebot auf Sprachbehinderungen spezialisiert.
    Es gibt sie in Leipzig, Hamburg, Nürnberg, München, und in Winnenden bei Stuttgart.

    Du hast ein Recht auf eine Berufsausbildung und der Vorrang des Regelarbeitsmarktes gilt nur solange wie das Bestehen bzw. die Chance dort einen Ausbildungsplatz zu kriegen trotz Behinderung realistisch besteht. Das ist bei 500 Absagen nicht mehr der Fall.
    Außerdem dürfen nichtallein die Kosten über die Genehmigung der Ausbildung entscheiden.
    Wenn in der Nähe Deines Heimatortes eine Universität mit der Fachrichtung Sprachbehindertenpädagogik ist, beraten auch die Dich über das weitere Vorgehen und können auch Gegengutachten zu denen des Arbeitsamtes erstellen.

    LG

    Surfer
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