Spastik

Hallo,

bei meinem Neffen ist in der Linken Hand bzw. linken Körperhälfte eine Spastik festgestellt worden.

Bin ein wenig verunsichert, was das jetzt bedeutet. Kann mir jemand Informationen geben?

Lg
bianca
«13

Antworten

  • Liebe Bianca,

    eine halbseitige spastische Lähmung kommt bei Kindern recht häufig vor. Der Grund sind meist Frühgeburtskomplikationen oder Komplikationen wärend der Geburt, bei denen es zu einem Sauerstoffmangel im Gehirn kam. Der Grund, warum diese Lähmung einseitig auf tritt, liegt daran das der durch den Sauerstoffmangel entstandene Hirndefekt nur auf einer Seite des Gehirns gewesen ist.

    Kinder mit einer spastischen Hemiparese können sich fast völlig normal entwickeln. Wichtig hierfür ist aber, daß die Eltern das Kind ständig animieren, die betroffene Körperseite genauso viel zu benutzen, wie die gesunde Körperseite. Betroffene Kinder neigen gerne dazu nur eine Hand zum Spielen und Greifen zu bnutzen. Die spastische Seite wäre dann total untrainert.

    Ich hatte viele Jahre eine Hausärtzin die seit ihrer Geburt eine halbseitige Lähmungt. Weil sie von klein auf ihre betroffene Körperseite gut trainiert hat, vor allem das Greifen, kann sie heute fast uneingeschränkt als Ärtin arbeiten und bei der Basketballgruppe in der ich seit kurzem trainiere, ist auch ein junger Mann mit halbseitiger spastischer Lähmung. Den Ball mit beiden Händen fangen und werfen kann er trotzdem. 😉

    Lieben Gruß
    Karin
  • Hallo Bianca,

    Ich bin auch von Geburt an "Spasti" und wie Karin schon gesagt hat entsteht das meistens durch Sauerstoffmangel bei der Geburt.
    Wie ausgeprägt die Spastik ist hängt davon ab, welche und wieviele Gehirnzellen durch den Sauerstoffmangel abgestorben sind.
    Vereinzelt gibt es Spasti mit Ventil im Kopf weil Gehirnwasser abgesaugt werden muß.

    Es gibt Spatiker, die dauerhaft auf den Rollstuhl angewiesen sind, solche wie mich dauerhaft mit 2 Unterarmstützen und teilweise Rolli und Gleichgewichtsstörungen, aber auch solche die fast ganz normal ohne Hilfsmittel laufen. Auch bei den Einschränkungen in den Händen ist es total unterschiedlich, da gibt es solche die ihre Hände gar nicht nutzen können, welche bei denen eine Hand stärker eingeschränkt ist, solche wie mich die beide Hände mit leichten bis mittleren Einschränkungen nutzen können und solche die keine Einschränkungen an Armem und händen haben.
    Auch beim Sprechen können Unterschiede sein, da gibt es vereinzelt solche die gar nicht sprechen können, einige die mehr oder weniger nicht deutlich sprechen können und solche die wie ich flüssig sprechen und schreiben.

    Beim späteren schulischen und beruflichen Erfolg ist es auch sehr unterschiedlich, manche erreichen nur einen Sonderschulabschluß und haben zusätzlich Lernbehinderung und sind später in der Behindertenwerkstatt, wieder andere haben beim Lernen eine Teilleistungsstörung wie Lese - und Rechtschreibschwäche oder Rechenschwäche (ca.20%, Überschneidungen möglich) oder SLI, eine Sprachschwäche die vorwiegend Grammatik und Schriftsprache betrifft (ca.5%)
    Allerdings gibt es auch Spasti, wie mich mit Studium (Soz.Päd.) und abgebrochenes Studium Sonderpäd. M.A. und/oder Berufsausbildung.

    SEHR WICHTIG:

    Unbedingt sofort mit Frühförderung beginnen!!!!!!!!!!!!!

    Das menchliche Gehirn ist platisch, d.h. teilweise übernehmen meist benachbarte Gehirnzellen teilweise die Aufgaben der beschädigten Gehirnregionen.
    Am besten funktioniert diese Kompensation des Organismus im jungen Alter.
    Auch bei Sprachfehlern können sich die Fehlermuster nicht so stark im Gehirn manifestieren, wenn rechtzeitig durch Sprachtherapie gegengesteuert wird.
    Für das Körperliche gibt es krankengymnasische Bewegungstherapien wie Bobat und Voijta, die heute zum Teil sogar OPs unnötig machen können.
    Später gibt es im schulischen Bereich Möglichkeiten zur Therapie von LRS und auch Rechenstörung und bei den Leistungen gibt es Förderung und Zeitverlängerungen.

    Adressen:

    Integrationzentrum für Cerebralparesen (ICP)- München. Es ist ganz auf Spastik spezialisiert und berät auch wenn man nicht aus Bayern ist.
    Auch der frühere Name Spastiker - Zentrum München e.V ist noch zu finden.

    ICP- München Integrationszentrum für Cerebralparesen
    Garmischerstr. 241
    81377 München
    www.icp-muenchen.de

    Stiftung - Pfennigparade München
    Rehabilitationszentrum für Körperbehinderte (alle Körperbehinderungen)
    Barlachstr. 26-38
    80804 München
    www.stiftung- pfennigparade.de

    Bayerische Landesschule für Körperbehinderte München e.V (alle Körperbehinderungen)
    Kurzstr. 2
    81541 München
    www.bayerische landesschule für körperbehinderte.de

    Sicher kann auch das Sonderpädagogische Institut der Universität in der Heimatregion Deines Neffen weiterhelfen.

    Und frag doch per Mail auch mal die Redaktion und die Fachexperten im Forum. Sicher haben die Adressen in der Heimatregion.
    Im Internet gibt es auch ein Therapeutenverzeichnis.

    LG

    Surfer



  • Hallo Bianca

    auch ich bin Spastiker von Geburt an. Bei einer halbseitigen Lähmung spricht man auch von einer Hemiparese. Unser Bewegungszentrum im Gehirn besteht aus 2 Hälften. Ist die rechte Hälfte geschädgt, ist die linke Körperhäfte gelähmt und umgekehrt. Die Schädigung im Gehirn entsteht durch Sauerstoffmangel vor, während und nach der Geburt. Bei Erwachsenen entsteht Sauerstoffmangel durch eine Gehirnblutung oder durch eine Aterien/Venenverstopfung. Man spricht dann von einem Schlaganfall. Die Auswirkungen sind fast identisch und selbst Ärzte müssen häufig beim Patienten entsprechend nachfragen. Die Stärke der Bewegungseinschränkungen hängt maßgeblich von der Schädigung des Bewegungszrntrums ab. Wichtig ist eine lebenslange Physiotherapie, um die gelähmte Seite beweglich zu erhalten. Da die Diagnose recht eindeutig ist, kann jeder Arzt die Physiotherape als Ausnahme vom Regelfall verordnenm. Hier ist noch ein Link, der infantile Cerebralparese auch für Laien ganz verständlich beschreibt.

    http://www.sonderpaed-online.de/

    LG Nobby
  • Hallo,

    meine Neffen sind in der 24 Schwangerschaftswoche zur Welt gekommen. Der älteste hatte Hirnblutungen 4 Grades. Daher die Spastik.

    Beide bekommt Frühförderung und sind in einem Kindergarten der Heilpädagogischen Hilfe.

    Lg
    Bianca
  • Liebe Bianca,

    24. Schwangerschaftswoche? Das ist ganz schön früh! Da hatten Deine Neffen sehr viel Glück und eine sehr gute Frühgeborenenbetreuung. So junge Frühchen sind sehr unreif und reagieren auf ihre Umwelt sehr empfindlich. Hirnblutungen sind auf einer Frühchenstation fast schon an der Tagesordnung. Leider! Trotzdem wirkt sich so etwas selten so schlimm aus, wie bei älteren Kindern oder bei Erwachsenen. Durch die noch offene Fontanelle ist es möglich, den durch eine Blutung entstanden Hirndruck zu kontrollieren. Deshalb besteht die Chance, daß dieser eine Neffe nicht mehr davon getragen hat als diese spastische Halbseitenlähmung. Er wird lernen mit dieser Behinderung zurecht zu kommen und lernen, das was seine kranke Seite nicht kann, mit der gesunden Seite zu kompensieren.

    Wie meine Vorredner schon schrieben, die anscheinend eine viel schwerere spastische Behinderung als Dein Neffe haben, eine geisitige Beeinträchtigung oder Lernbehinderung muß nicht sein und was die körperliche und psychosoziale Entwicklung an geht, hilft eine frühstmögliche und konsequente Frühförderung und Therapie sich fast normal zu entwickeln. Ihr habt ja einen ständigen Vergleich durch den gesunden Bruder und könnt gut beobachten, wie gut dieser Junge mit seinem Bruder mithalten kann. Ich bin auch ein Zwilling und war ein sehr kleines Frühchen. Ich habe eine gesunde Zwillingschwester. Für mich war es immer sehr motivierend sie neben mir zu haben. Ich wollte nicht das schwächere Mädchen sein und habe stets danach gestrebt, mit ihr mit halten zu können. Ich denke, daß ist mir auch ganz gut gelungen. 😉

    So kleine Frühchen wie Deine Neffen, benötigen sehr lange eine Frühförderung. Auch dann, wenn sie keine Behinderung davon getragen haben. Bis die durch die frühzeitige Geburt entstandene Entwicklungsverzögerung aufgeholt ist, vergehen viele Jahre. Erst wenn sie im Schulalter sind, kann man wirklich einschätzen wie groß oder gering die Folgen der Frühgeburt sind. Aber selbst wenn, daß kindliche Gehirn wächst und entwickelt sich noch bis weit in das Schulkindalter hinein. Die Behinderung des einen Bruders wird bleiben, aber beide haben noch sehr viel Zeit all ihre Defizite hinter sich zu bringen und der Bruder mit der spastischen Lähmung wird ganz bestimmt sehr viel Geschicklichkeit entwickeln, trotz seiner Behinderung zu Laufen, zu Rennen und das Klettern und Fußballspielen zu lernen.

    Lieben Gruß
    Karin
  • Hi,

    ja er hat sich schon sehr viel von seinem Bruder abgeschaut (auch das negative 😆 ).

    Leider sind noch andere Handicap´s dazugekommen. Er hat nur noch 20 Zentimeter Dünndarm und hatte deshalb schon 9 OP´s. Dadurch wurde er immer über eine Sonde durch die Nase ernährt (und wegen Zeitmangel) und hat das essen nicht gelernt. Der Brechreiz war soweit nach vorne gewandert, dass teilweise nicht mal was an den Mund durfte ohne zu würgen.

    Er hat eine Magensonde und einen Prowiak. Er fängt, dank Logopädin, aber schon an kleine Sachen zu essen. Er hat ein gerinsel im Gehirn wo er Aconcen (oder so ähnlich) hat.

    Er sitzt im Rollstuhl, hat aber kräfte in den Beinen und daher kommt er in den Stehtrainer.

    Jetzt steht erstmal eine Mutter-Kind-Kur an.

    Im Gespräch sind noch: Kiel wegen dem Darm (Magensonde - Prowiak)

    Bielefeld: wegen dem Gerinsel im Gehirn. Wird erst mit Medikamenten versucht.

    Köln: wegen dem Laufen. Wobei das schon ganz gut läuft

    Darmstadt oder so: wegen dem Essen.

    Lg
    Bianca
  • Liebe Bianca,

    bei so unreif geborenen Frühchen ist der Darm noch gar nicht bereit, Muttermilch oder Frühchenmilch zu verdauen. Obwohl die Muttermilch von Müttern mit Frühchen anders zusammengesetzt ist und eigentlich dadurch besser verdaulich für einen unreifen Darm sein sollte, entwickeln vor allem sehr früh geborene Frühchen schnell eine Darmentzündung die bis zur Zerstörung des Darmgewebes führt. Das Kind wäre gestorben, hätte man den zerstörten Darmabschnitt nicht entfernen. Wenn Dein Neffe nur noch so weing Darm hat,wie Du sagst, hatte er dieses Problem warscheinlich mehrmals.

    Ich glaube übrigens nicht, daß Dein Neffe die Magen Sonde und den Broviak Katheter wegen des Zeitmangels beim Füttern hat. Es ist vielmehr so, daß das Essen bzw. Trinken für so schwache Babys oft zu anstrendend ist, als das sie sich so ausreichend ernähren können. Sie dürfen immer so viel Trinken oder Essen wie sie schaffen, doch wenn sie zum guten Gedeien mehr brauchen als sie selber schaffen, wird die übrig gebliebene Nahrung über eine Sonde gegeben.

    Dein Neffe hat bestimmt eine sehr kräftezehrende Zeit hinter sich, die ihn immer wieder zurück warf. Er brauchte die Sonde zum überleben, hat aber dadurch nie gelernt selber zu essen. Es ist für Mutter und Kind harte Arbeit das Essen zu so einem späten Zeitpunkt zu erlernen. Es kann sein, daß er erst mit fünf oder sechs Jahren lernt ganz ohne Magen Sonde aus zu kommen. Wenn Dein Neffe so weit ist, daß seine Gesundheit ihn nicht mehr zurück wirft, wird er ganz bestimmt in so einer Therapie die Freude am selbständigen Essen und Trinken schnell erlernen.

    Das Dein Neffe einen Browiak Katheter trägt, ist ein Zeichen dafür, daß er immer noch regelmäßig schwere Darmperationen vor sich hat. Dieser venöse Dauerzugang erleichtert ihm und den Ärzten, ihn für die Zeit der Genesung nach der OP mit Medikamenten zu versorgen und künstlich zu ernähren. Die peripheren Venen von so kleinen Patienten sind zu klein und zu empfindlich um eine künstliche Ernährung vertragen zu können. Erst wenn alle Operationen ausgestanden sind, werden die Ärtze den Browiak Katheter entfernen.

    Absencen sind für einige Sekunden anhaltende Bewußtseinstörungen und eine Form der Epilepsie. Warscheinlich wird er deswegen nach Bethel kommen, was in der Nähe von Bielefeld ist. Bethel ist auf Hirnverletzungen und Epilepsie spezialisiert.

    Ich denke, erst wenn Dein Neffe gesundheitlich nicht mehr zurück geworfen wird, wird er unbeschwert seinen Entwicklungsrückstand aufholen können. Aber Kinder sind in sowas unheimlich gut. Sie machen dann oft statt Entwicklungsschritte, regelrechte Entwicklungsprünge. Die Mutter-Kind Kur und all die Maßnahmen die diese Familie ergreifen will, sind bestimmt gut und werden ihre Wirkung zeigen. Trotzdem, gib diesen Jungens Zeit. Sie hatten einen sehr frühen und schweren Start ins Leben. Es ist völlig normal, daß es mehere Jahre und viele Therapiestunden braucht, bis sie ihren Rückstand aufgeholt haben und das eine Behinderung zurück bleibt, kann man nicht immer verhindern.

    Lieben Gruß
    Karin
  • Hi Karin

    Du weisst ja echt alles! 😳
    Unser wandelndes Lecikon KarinM! 😆 😆
    Bist du Krankenschwester?

    Gruss
  • Liebe bianca78,

    ich habe unseren Fachexperten gebeten, ergänzend zu den vielen hilfreichen Antworten bisher noch seine Einschätzung abzugeben. Demnächst wird er hier antworten.

    Lieben Gruß,

    Tom
    MyHandicap
  • Hallo Leute,

    Ich habe 1966 auch mit 24 Wochen überlebt und die ärzte haben damals gesagt das sei wenn dann nur bei Mädchen möglich.
    Daß heute Früchen beider Geschlechter zum Teil mit noch weniger Wochen überleben zeigt den medizinischen Fortschritt.

    LG

    Surfer
  • Haagen hat geschrieben:
    Hi Karin

    Du weisst ja echt alles! 😳
    Unser wandelndes Lecikon KarinM! 😆 😆
    Bist du Krankenschwester?

    Gruss


    Lieber Haagen,

    danke schön! Dieses Thema wurde mir quasi in die Wiege gelegt. 😉 Ich bin von Beruf Kinderkrankenschwester und habe auf der Frühchenstation, auf der ich selber als 1100g kleines Mädchen lag, wärend meiner Ausbildung gearbeitet und anschließend auch mein Staatsexamen gemacht. Später sammelte ich Erfahrungen mit ehemalige Frühchen in einer Körperbehindertenschule. Ich denke jeder ist in seinem Beruf ein kleiner Experte.

    Übrigens, die Stationsschwester die zur Zeit meiner Ausbildung auf dieser Frühchenstation war, arbeitete auch schon 1962 dort. Sie konnte sich sogar noch an meine Zeit als Frühchen erinnern, weil es bei mir eine kleine Besonderheit gab. Es war eine sehr spannende Zeit.

    Gruß Karin
  • Hi,

    meine Schwester ist Kinderpflegerin und hat in 2 Behindertenschulen gearbeitet. Als der Arzt fragte, ob Sie wüsste was auf sie zukäme, wusste Sie es genau.

    Es ist klar das er Zeit braucht, aber so wie er uns bisher schon überrascht hat, trauen wir Ihm alles zu 😳 .

    Schönen Abend noch.

    lg
    Bianca
  • bianca78 hat geschrieben:
    Hi,

    meine Schwester ist Kinderpflegerin und hat in 2 Behindertenschulen gearbeitet. Als der Arzt fragte, ob Sie wüsste was auf sie zukäme, wusste Sie es genau.

    Es ist klar das er Zeit braucht, aber so wie er uns bisher schon überrascht hat, trauen wir Ihm alles zu 😳 .

    Schönen Abend noch.

    lg
    Bianca


    Bianca, daß glaube ich Dir auf's Wort! 😉

    http://www.ev-kirche-schriesheim.de/images/krabbelkind-klein_01.gif
  • Hallo Bianca

    Leider kann Ich den Optimismus der Forumsteilnehmer nicht ganz teilen. Wie Du schilderst ist eine doch heftige Blutung aufgetreten was nicht selten ist bei Frühgeburten in der 29. Woche und natürlich ist es unglaublich wie ein Kind mit Entwicklungsverzögerung später aufholen kann und es ist auch unglaublich wie plastisch das Hirn im frühkindlichen Stadium ist und benachbarte Zellen im Hirn die Funktion betroffener Hirnzellen übernehmen können. Aber bei einer so massiven Blutung mit Zerstörung von Zellen in der linken Hirnhälfte muss schon damit gerechnet werden das es bleibende intellektuelle Behinderungen geben wird. Intensivste Therapie braucht Deine Neffe so oder so und muss er auch bekommen um ihm eine weitestgehend normale Entwicklung zu ermöglichen und er muss sie auch aus ethischen Gründen haben. Es kommt zum Beispiel darauf an in wieweit auch Hirnnerven betroffen sind um versuchen zu können das Ausmass bleibender Behinderungen abzuschätzen.

    Die Spastik entwickelt sich übrigens erst nach einer Phase mit schlaffer Lähmung und die Therapie mit Aconcen zeigt gute Erfolge in Bezug auf die Spastik, bzw. auf die neuropsychologischen Schäden die natürlich erst später genauer beurteilt werden können. Der Bub muss eine Blutung im Bereich der motorischen Rinde erlitten haben. Das bedeutet das daselbst und damit auf der gegenüberliegenden Köroerhälfte die sich entwickelnde Motorik die Kontrolle über unsere "Primitiv"/Primärreflexe nicht übernehmen können. Du kennst die Reaktion von Kleinkinder wenn Du einen Finger in Ihre Handfläche drückst und sofort der Greifreflex ausgelöst wird. Das scheint für alle Besucher so ungemein lustig zu sein das sie es sogleich auch prüfen müssen. Ein solcher Reflex besteht auch an den Füssen. Stell Dir vor das Kind möchte lernen zu gehen und der eine Fuss krümmt sich immer zusammen. Es dauert einige Zeit bis das Kind gelernt hat solche Schwierigkeiten zu überwinden. Daher auch der Rückstand in der psychomotorischen Entwicklung. Wie Dir alle Forumsteilnehmer schon geschrieben haben kann viel erreicht werden mit korrekter Behandlung/Schulung. Nur sollte das Kind dann auch nicht ständig an der Leistungsgrenze sein.

    Wie gut sich der Bub später in seine Umgebung integriert hängt sehr stark vom Verhalten, den Reaktionen in der Familie ab. Auch das kann und muss geschult werden.

    Du hast im Forum schon derart viel Gescheites gelesen das es sich erübrigt noch mehr dazu schreiben zu wollen. Ich wünsche Deinem Neffen von Herzen alles Gute.

    Beste Grüsse

    Heinz Süsstrunk
  • KarinM hat geschrieben:
    bianca78 hat geschrieben:
    Hi,

    meine Schwester ist Kinderpflegerin und hat in 2 Behindertenschulen gearbeitet. Als der Arzt fragte, ob Sie wüsste was auf sie zukäme, wusste Sie es genau.

    Es ist klar das er Zeit braucht, aber so wie er uns bisher schon überrascht hat, trauen wir Ihm alles zu 😳 .

    Schönen Abend noch.

    lg
    Bianca


    Bianca, daß glaube ich Dir auf's Wort! 😉

    http://www.ev-kirche-schriesheim.de/images/krabbelkind-klein_01.gif


    Er gönnt seinem Bruder nix und ist ständig hinter Ihm her.

    Und nicht nur wir sind überrascht auch die Ärzte. Sie sind halt nicht davon ausgegangen, das er so weit kommt.
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