ZDF-Doku: Die Geschichte von Menschen mit Behinderungen: Geliebt, geduldet, getötet

Trotz aller Bemühungen um Inklusion erleben Menschen mit Behinderungen in Deutschland immer noch täglich Ablehnung und Ausgrenzung. Warum ist das so? Und war das schon immer so?
Die Dokumentation spannt den zeitgeschichtlichen Bogen vom Beginn der Menschheitsgeschichte bis heute und zeigt: Inklusion ist möglich, wenn wir als Gesellschaft beginnen, Menschen ganz selbstverständlich so anzunehmen, wie sie sind. Die Neandertaler haben es uns vorgemacht.

https://www.zdf.de/video/dokus/zdf-info-100/geliebt-geduldet-getoetet-die-geschichte-von-menschen-mit-behinderungen-100

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Hallo @Rolliboy007,
danke fürs Teilen der spannenden Dokumentation.
Viele Grüße

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Sehr gerne geschehen liebe Nadine :star_struck: :+1:

Hallo Rolliboy,

Wichtiges und sicher auch interessantes Thema. Und deine Frage, warum das so ist: Hier meine Antwort. Solange wir Menschen mit Handicap als behindert ansehen, ändert sich nichts. Alleine das Wort „behindert“ sorgt bei den Mitmenschen schon für ein gewisses Bild.

Und natürlich alle anderen Worte, die damit verbunden sind. Behindertenwerkstatt zum Beispiel.

Die Frage, die ich dir stelle, dürfte das Problem klarer machen. Bist du behindert, weil du im Rolli sitzt, oder hast du ein Handicap?

Also, ich habe ein Handicap. Ein Handicap, das ich so klein wie möglich halte. Nur ganz selten benötige ich Hilfe, um etwas zu ändern. Die würde ich aber auch benötigen, wenn ich Beine hätte.

Also. Hast du eine Behinderung oder ein Handicap?

Gruß

Ralf

Hallo @Slowrider,

auf deine Frage, ob man „behindert ist“ oder „ein Handicap hat“, möchte ich aus meiner persönlichen Erfahrung antworten:
Ich selbst bin seit über 40 Jahren auf einen Elektrorollstuhl angewiesen und sehe mich dennoch nicht über solche Begriffe definiert. Ich bin weder „der Behinderte“ noch jemand, der einfach nur ein „Handicap“ hat – ich bin ein Mensch mit einer körperlichen Beeinträchtigung. Denn im Mittelpunkt sollte immer der Mensch stehen, nicht das, was ihn möglicherweise einschränkt.

Der Begriff „Behinderte“ wirkt auf mich nach wie vor stigmatisierend, weil er die Einschränkung in den Vordergrund stellt. Die Entwicklung hin zu „Menschen mit Behinderung“ war deshalb ein wichtiger Schritt hin zu mehr Würde und Respekt. Auch der Begriff „Handicap“ erscheint auf den ersten Blick moderner, bleibt aber unscharf, da er ursprünglich aus dem Sport stammt und dort lediglich einen Nachteil beschreibt – nicht jedoch eine Lebensrealität wie eine anerkannte Beeinträchtigung.

Ein sehr konkretes Beispiel für die Wirkung von Sprache erleben wir als Verein bei der Mitgliedergewinnung:
Als wir uns damals für den Domain-Namen „Behindertenverband-Blankenburg“ entschieden haben, war das selbstverständlich und zeitgemäß. Heute zeigt sich jedoch, dass dieser Name oft missverstanden wird und den Eindruck erweckt, der Verein richte sich ausschließlich an Menschen mit einer Beeinträchtigung – was nicht zutrifft. Unser Verein steht ausdrücklich für Offenheit und Vielfalt, unabhängig von einer körperlichen oder sonstigen Beeinträchtigung. Genau hier zeigt sich, wie stark Sprache wirkt und wie sehr ein einzelner Begriff darüber entscheiden kann, ob sich Menschen angesprochen fühlen oder nicht.

Am Ende geht es nicht um Wortklauberei, sondern um Haltung. Sprache prägt unser Denken, unser Miteinander und letztlich auch unseren Umgang mit Menschen. Sie kann verbinden oder trennen, einladen oder ausgrenzen. Deshalb lohnt es sich, bewusst hinzuschauen und gewohnte Begriffe zu hinterfragen – nicht aus Pflichtgefühl, sondern aus Respekt. Denn jeder Mensch sollte zuerst als Mensch wahrgenommen werden und nicht über eine Eigenschaft definiert werden, die ihn angeblich „anders“ macht.

Mir geht es nicht um Begriffe allein - mir geht es um Haltung, Wahrnehmung und Respekt.

Viele Grüße von
Frank alias domino :wink:

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