Meine 15-jährige Tochter leidet an Multiple Sklerose und wird momentan mit Schüben in die Knie gezwungen.
Das Sozialleben leidet stark und es gibt viele Konflikte.
Eigentlich geht Sie gerne zur Schule. Durch die Krankheit gibt es momentan grosse Leistungsschwankungen und Absenzen auf Grund vieler Untersuchungen bei Neurologen.
Nun hat sich die Schulleitung gemeldet und in einem Gespräch darauf hingewiesen, dass ein Wechsel in die Sonderschule das richtige wäre…
Im Gespräch haben wir auch über die Lehrstellensuche gesprochen und es wurde erwähnt, dass nur geschützte Werkstätte in Frage kommen…
Wir sind empört über diese Verurteilung von unserer Tochter! Deshalb möchten wir wissen, was Ihr uns empfehlt und wie man erkennt, dass der normale Bildungsweg nicht möglich ist? Viele Grüsse
Die wichtigste Frage ist: Wie geht es deiner Tochter in der Schule? Wie stellt sie sich zu einem Wechsel in die Sonderschule?
Vielleicht ist es sinnvoll, dass sie sich die Schulen anschaut, und dann eine Entscheidung fällt.
Versuch', die Aussage der Schulleitung nicht als Verurteilung deiner Tochter zu sehen. Vielleicht steht ja einfach der Wunsch dahinter, Fachleute beizuziehen, die deine Tochter besser unterstützen können.
Bzgl. Lehrstellensuche gibt es die Möglichkeit von Coaching oder supported Education. Oft ist so eine EFZ-Ausbildung trotz gesundheitlicher Einschränkungen möglich.
Der Bedarf für eine Sonderschulung und ein möglicher Wechsel an eine externe Sonderschule wird normalerweise durch den schulpsychologischen Dienst geprüft. Das entscheidet kein Schulleiter... dazu muss ganz genau hingeschaut werden. Ich weiss nicht in welcher Klasse deine Tochter jetzt ist und ob bereits eine Anmeldung bei der IV stattgefunden hat. Dort gibt es zusätzliche Unterstützung durch Job-Coaches, um ein geeignetes Lern-/Ausbildungsumfeld für nach der Schulzeit zu finden.
Je nach Kanton ist der schulpsychologische Dienst anders organisiert - meist können sich aber Eltern für eine Beratung direkt melden. Ich würde empfehlen, dass du direkt beim zuständigen Dienst nachfragst und dich dort zum weiteren Vorgehen beraten lässt.