einbein hat geschrieben:
Dusche, mit Rollstuhl befahrbar, 1,2 x 1,4 m.
Ganzglas-Falz-Duschabtrennung oder Duschvorhang?
Rutschfeste Mosaik-Fließen am Boden.
Es soll so sein, dass eine Pflegeperson mit in die Dusche kann.
Haltegriffe ums Eck.
Waschbecken mit Haltegriffe erscheinen mir auch sehr praktisch, solange man noch wackelig stehen kann. Aber stört das vielleicht an anderer Stelle? Ist ein höhenverstellbares Waschbecken sinnvoll oder nur Geldverschwendung?
Kontrastreiche Gestaltung erscheint mir auch sehr gut. Also, alles an dem man sich festhalten kann z.B. im Gelb oder einer anderen Farbe. Waschbecken, Toilette in Weiß. Klodeckel vielleicht anders, um zu erkennen, dass er zu oder offen ist.
Gibt es sonst noch Ideen / Dinge, die man beachten soll?
Hallo Einbein,
herzlichen Glückwunsch zu einem Badezimmer mit Patz. Da kann man eine Menge machen, was auch ohne Behinderung schön aussieht und komfortabel ist. Bei kleinen Badezimmern kann man dagegen an jeder Ecke einen praktischen Haltegriff montieren.
Es hängt ein bisschen von den Wänden und dem Boden ab. Wenn die Wände aus Rigips sind und Haltegriffe montiert werden soll, müssen sie stabil genug sein, bzw. verstärkt werden, es entehen große Kräfte durch die langen Hebel der Hilfsgriffe. Das geht am besten, wenn man das schon von vornherein auf der Rückseite der Wandplatten macht. Man kann z.B. großflächig Multiplex Platten in dem Bereich aufkleben, wo später die Dübel sitzen. Für Waschbecken gibt es auch fertig vorbereitete Elemente in dem System.
Für eine bodengleiche Dusche, sollte der Boden ausreichend Auftrag haben, damit man noch ein Rohr darin unterbringen kann. Von Schlüter-Systems gibt es fertige Elemente, welche das erleichtern. Ein geschickter Fliesenleger bekommt das auch so hin. Unbedingt auf das Gefälle achten!
Wenn nicht ausreichend Platz im Estrich ist, kann man eine Etage tiefer ein Kasten anbringen und das Rohr darin verstecken und den Schall schlucken, wenn das Wasser durchrauscht. Anonsten gibt es recht flach auftragende Entwässerungssysteme aber 5-7cm werden es allemal. Was mit dem Rolli so eine Sache ist.
Wenn eine Person zur Körperpflege benötigt wird, ist m.E. ein Duschvorhang einer festen Kabine vorzuziehen. Wir haben schon Kabinen rausgerissen, weil sie zu unpraktisch und schwer sauberzuhalten sind. Die Ablauffläche sollte großzügig bemessen sein. Wenn Du 120x140cm planst, verwende eine Duschvorhangstange von 115x135cm, damit das Wasser innerhalb der Ablauffläche aufgefangen wird. Besonders wenn eine zweite Person dabei ist, hängt der Duschvorhang nicht immer ideal. Eventuell ist später auch ein zweiter, niedrig angebrachter Spritzschutz zu montieren.
Rutschfeste Fliesen sind Pflicht. EIne Fußbodenheizung ist auch ganz nett. Es gibt auch Heizkörper, welche als Handtuchwärmer funktionieren. Ein Bad sollte immer gut belüftet und trocken sein. An die Kacheln an den Wänden sollten die notwendigen Löcher für Haltegriffe, Brausestange, etc. gebohrt werden können. Es gibt da Kacheln, da braucht man pro Loch einen Bohrer (€).
Bei den Badaccessoires für barrierefreie Bäder gibt es eine fantastische und inzwischen auch schöne Auswahl von der einhändig zu bedienenden Brausestange, Haltegriffe ergonomisch, gerade oder in verschiedenen Winkeln, Boden-Wandstützen, Kippspiegel, Klappgriffe (sehr praktisch), Duschhocker (must have), Duschvorhangstangen und Duschvorhänge (wichtig ist die richtige Größe) etc. Teilweise als Kombination mit Griff oder zum kleben in Nie-wieder-Bohren-Technik.
Wenn es passen und chic (z.B. in Edelstahl) aussehen soll, haben wir mit www.Duschvorhang.de gute Erfahrungen gemacht
Bei sämtlichen Sanitätshäusern gibt es Standard Größen und Standard Aussehen. Leider oft im Krankenhaus Look, leider nicht wirklich günstig. Im besten Fall bekommt man einen Zuschuß von diversen Trägern.
Wenn Sonderanfertigungen benötigt werden, weil z.B. eine Wand fehlt, ein Fenster die Anbringung unmöglich macht oder eine kontrastreiche Farbe für Sehbehinderte die Orientierung erleichtert, dann ist es hilfreich, wenn man alles auch als Sonderanfertigung nach eigenem Maß bekommt.
Ach ja und ein guter Handwerker ist immer von Vorteil. Du brauchst je nach Schwere des Umbaus einen Gas/Wasser Installateur, Elektriker, Fliesenleger, Maler.