Hallo zusammen,
ich beginne im Herbst meine Ausbildung zur Primar-Lehrerin und überlege gerade ob ich mir da einen Nachteils-Ausgleich beantragen kann - und wenn ja, inwiefern.
Am meisten Probleme habe ich aufgrund des Ehlers Danlos Syndroms und der Hypersomnie (beide ärztlich diagnostiziert). Einerseits kann ich nicht gut lange von Hand schreiben (auf dem Tablet geht es aber) und andererseits fällt es mir aufgrund der "Müdigkeit/Erschöpfung" manchmal schwer, nachzudenken und dadurch habe ich etwas länger.
Bis jetzt habe ich Psychologie und Erziehungswissenschaften studiert und konnte meine Prüfungen - dank Corona - immer am PC schreiben. So ging es immer gerade so mit den Prüfungen (ausser in Psychologie wo ich zu wenig Zeit hatte). Ich habe nie einen Nachteilsausgleich beantragt weil ich nicht wusste wie, es mir zu mühsam vorkam und ich der Meinung war, dass ich mich schon irgendwie durchschlagen kann...
Hat irgendwer konktrete Tipps/Ideen, weiss was möglich ist oder irgendwelche "Guidlines"?
Liebe Grüsse
Mit dem gesetzlich verankerten Anspruch auf Massnahmen des Nachteilsausgleichs haben auch behinderte Jugendliche die Möglichkeit, eine berufliche Grundausbildung zu absolvieren.
Da die Ausbidlung zur Lehrerin an einer Hochschule sattfindet bist du warhscheinlich zurzeit im Studium, richtig? Nachteilsausgleiche können immer individuell gestellt werden. Abgeleitet von dem was du bereits geschrieben hat, wäre eine Zeitverlängerung und das Schreiben am Laptop/PC eine Variante, die beantragt werden kann. Setze dich dafür mit deinem Prüfungsausschuss in Verbindung oder Besuche auf die Seite Studieren mit Behinderung. @Wölfchen Ich hoffe, dass du noch einige hilfreiche Antworten bekommst und wünsche dir viel Erfolg bei deiner Ausbildung.
Da die Ausbidlung zur Lehrerin an einer Hochschule sattfindet bist du warhscheinlich zurzeit im Studium, richtig? Nachteilsausgleiche können immer individuell gestellt werden. Abgeleitet von dem was du bereits geschrieben hat, wäre eine Zeitverlängerung und das Schreiben am Laptop/PC eine Variante, die beantragt werden kann. Setze dich dafür mit deinem Prüfungsausschuss in Verbindung oder Besuche auf die Seite Studieren mit Behinderung. @Wölfchen Ich hoffe, dass du noch einige hilfreiche Antworten bekommst und wünsche dir viel Erfolg bei deiner Ausbildung.
Hallo Wölfchen,
es sind schon die wesentlichen Gedanken zum Nachteilsausgleich geschrieben. Ich will aber einen ganz anderen Aspekt zu deinen Einschränkungen und deinem Berufswunsch einbringen. Über 40 Jahre war ich selbst Lehrer und Schulleiter an Grundschulen und Förderschulen. Ein wunderschöner Beruf - aber auch fordernd. Wenn man da vor der Klasse steht, gibt es keinen Nachteilsausgleich, eher das Gegenteil. Außerdem kann man kaum Einfluss darauf nehmen, an welche Schule man kommt oder in welchen Klassen der Einsatz erfolgt. Außerdem solltest du den weiteren Krankheitsverlauf berücksichtigen, auch im Hinblick auf die zunehmenden Lebensjahre. Der Lehrerinnenberuf ist zudem auf Schule begrenzt und kennt wenig andere Arbeitsfelder.
Auf jeden Fall wünsche ich alles Gute und Freude in einem langen Berufsleben
Franz Rumpler www.kleine-portionen.de
Hallo @Wölfchen
Schön, dass du dich an die Community im Forum wendest. Willkommen!
An den meisten Hochschulen gibt es inzwischen eigene Beratungsstellen und Ansprechpersonen für den Nachteilsausgleich. Am Besten du wendest dich an deiner Hochschule an diese Personen und besprichst die möglichen Optionen und das weitere Vorgehen mit ihnen.
liebe Grüsse und alles Gute für dein Studium,
Annette
Danke für eure Hinweise.
Ich habe demnächst einen Termin an der Hochsuchule um das zu besprechen und konnte mich so mal etwas darauf vorbereiten 😊
Liebe Grüsse
Wow, 1 Jahr ist bereits vergangen…
… ich schreibe hier nochmals für die, die auf eigener Suche nach Informationen sind…
Vor gut einem Jahr habe ich zusammen mit meinem Hausarzt, der mich seit meiner Kindheit betreut, den Brief für den Nachteilsausgleich geschrieben. Gefordert haben wir eine Zeitverlängerung und wenn möglich das Schreiben am Laptop; bekommen habe ich eine Zeitverlängerung von 25%.
Ich habe jetzt 2 Semester in Teilzeit (75% - 22 ECTS/Semester) studiert und es funktioniert. Schwierigkeiten bereiten mir etwas die langen Tage - ich bin Mo-Mi oft über 12 Stunden ausser Haus - und wenn es mehrere Prüfungen an einem Tag gibt. Die Praktikas (Unterrichten) in der Schule sind dagegen um einiges weniger (bzw. anders) belastend…
Heute kann ich mit vollster Überzeugung sagen, dass es die richtige Entscheidung war 
Hallo @Wölfchen,
Vielen Dank, dass du uns ein Update gegeben hast. Und dass du nach einem Jahr ein so positives Fazit für dich ziehen kann, freut mich sehr.
Viele Grüße
Ich empfehle dir einen Antrag auf Feststellung des Grades deiner Behinderung (GdB) bei dem für dich zuständigen Versorgungsamt zu stellen. Dies könnte im Hinblick auf dein Referendariat und deine anschließende Tätigkeit als Lehrerin von großer Bedeutung und hilfreich sein.