Ich will nicht immer angeglotzt werden

Hallo alle zusammen,

@LauraMarie, mir ist es auch lange Zeit so ergangen, dass ich meinte die Leute starren mich (negativ) an. Teils wegen meinem Übergewicht, Teils wegen meiner Behinderung, Teils wegen beidem zusammen.

Dann hat mir mal einer gesagt, dass diese Angucken nicht immer negative gemeint sein muss. Die Leute nehmen eben nur mein „Andersein“ wahr. Wenn es negativ gemeint ist, wirds meistens von ebensolchen Kommentaren begleitet.

Mir hat eine Vorstellung dabei geholfen, damit besser fertig zu werden:

Kleine Kinder starren oft andere Leute an. So vergleichen sie die fremden Leute mit ihren Familienangehörigen und lernen dadurch die Vielfalt der Menschen kennen. Sie erkennen zum Beispiel ihren Papa und sehen dann einen anderen, fremden Mann und müssen dann erstmal lernen, dass es da draußen ganz viele nicht-der-Papas gibt. Also quasi Papa und nicht-der-Papa. Das muss so ein Kind erstmal lernen. Und deswegen starren sie fremde Menschen an.

Und so ist es eben mit den ganzen Leuten da draußen: Die müssen halt sehen und lernen, dass es eben auch Menschen gibt, die keine linke Hand haben, oder anders laufen als sie selbst. Und weil auch diese Leute diese Information erst mal verarbeiten müssen, starren sie oft (ohne es selber zu merken). DU hilfst deinem Umfeld, dadurch, dass sie dich ansehen, dabei zu lernen und sich zu entwickeln.

Ich guck mir im Übrigen ganz gerne mal andere Menschen an. Um eben die Vielfalt der Menschen wahrzunehmen. Starren versuche ich aber zu vermeiden!

Wenn ich angeguckt werden oder blöde Bemerkungen kommen, versuche ich das zu ignorieren. Blöde Bemerkungen sind ein Zeichen dafür, dass dein Gegenüber sehr verunsichert ist und nicht weiß, wie er jetzt mit den Informationen, die er durch die zum lernen bekommen hat, umgehen soll. Um diese Schwäche zu kaschieren, haut derjenigen dann den blöden Spruch raus.

Allerdings ist das Ignorieren bei mir auch Tagesform abhängig. Wenn ich schlecht drauf bin und mir einer blöd kommt, kassiert er auch schon mal eine deftige Ansage. Da hab ich aber auch kein Problem mit, denn jeder Mensch hat seine Grenzen und ich bin auch nur ein Mensch.

LG Xandria

exakt wie xandria73 sagt - gegen anschauen oder vorsichtig hoeflich was sagen / fragen hat kein mensch was. von was ich rede sind starr-glotz-manoever WEIT jenseits jedes benimms. etwa wenn ein paar am nebentisch im restaurant sitzt und der typ waehrend der ersten halben stunde etwa 25 minuten damit verbringt auf meinen kaputten arm zu starren, da ich schraeg gegenueber sitze. ich thematisiere das thema laut deutlich verstaendlich mit meiner kollegin und wir tauschen plaetze. worauf der typ die naechsten anderthalb stunden damit verbringt davon etwa 80 minuten unablaessig auf meinen arm zu starren und, da es vom winkel jetzt schwerer ist, sich dabei den nacken ausrenkt fast. ich erfinde derartige grenzueberschreitungen keineswegs - DIESE SIND ALLTAG!

so.

und dann habe ich sehr sehr sehr vieles andere probiert.

etwa habe ich es auf mich genommen, von der sorte unablaessiger glotzer - leute die sich ueber mehrere minuten in geistigen ausnahmezustaenden befinden und NICHT mehr einrenken - kennenzulernen und diesen ach so vielbeschworenen diplomatischen weg zu gehen. kein einziges mal tat sich mir eine erspriessliche persoenlichkeit dar. jedesmal taten sich tiefe oder sehr tiefe schwarze oder ganz schwarze abgruende auf. ich habe gedacht da hat es vielleicht die eine oder andere verirrte seele darunter die sich erholen will wenn es einen konstruktiven kontakt gibt - voellige buendige und absolute fehlanzeige. bisher etwa umfasst dieses genau von mir aufs honigsuesseste beforschte testkollektiv an gigathlongaffern etwa 20 personen. mit dieser art / sorte person will ich nicht geschenkt in ein weekend geschweige denn in den urlaub. geht allerbestens ganz ohne.

die liste von mir versuchter varianten ist laenger als diese, nicht grundlos und nicht ohne fundierte eigene direkt recherche komme ich zum schluss dass direkt in den wind blasen am meisten energie spart.

aber es ist wirklich toll wenn es damen gibt, die bei der vermuteten begegnungssituation „nackt in herrengarderobe - du wirst als nackte(r) behinderte 4 minuten starr still stocksteif mit weit aufgerissenen augen angeglotzt“ erstmal aeh dings aeh freundlich laecheln. da wuensche ich doch ganz viel freude und super spass bei dem weiteren entwickeln dieser sorte begegnung. meine sehr umfangreiche sehr praktische erfahrung - ich bin pro woche etwa 10 x schwimmen habe also pro woche 20 gardereobeaufenthalte, alleine in den letzten zwei jahren ueberblicke ich also ueber zwei tausend derartiger kurzer besuche mitsamt entbloessung, prothese an/ausziehen etc - deutet sehr eindeutig darauf hin, dass man hier mit technischem vorteil die aggressive komponente des glotzens in den vordergrund rueckt und auf diese reagiert.

your mileage may vary.

also ich gebe mirandaa, karin und zornroeschen absolut recht! wie schon gesagt wurde hass erzeugt immer nur gegen hass und so ein verhalten:

swisswuff1 hat geschrieben:
Folgende Reaktionen habe ich bereits erfolgreich umgesetzt, wenn jemand etwa in einer Herrengarderobe geglotzt hat:
- nach soeben getrunkenem Coca Cola nahe zum anderen hin und ihm einen 15 Sekunden Ruelpser ins Gesicht blasen
- wenn ein Kollege dabei ist der das Problem kennt, mit dem Finger auf den anderen zeigen und laut sagen „schau mal da glotzt einer“
- als mal so ein aelterer Junge anfing rumzubruellen „schau mal dem sein Arm“ und das recht unablaessig ueber einige Minuten tat in so einer Hallenbaddusche, und als der nebenstehende Vater nicht dergleichen tat, habe ich dem Vater freundlich mitgeteilt, dass es in 10 Sekunden knallt, wenn da nicht SOFORT RUHE IST - und dann waren die nach 2 Sekunden weg und nicht mehr gesehen.


ist echt das letzte und assi nicht zu vergessen geschmacklos hoch drei, das arme kind eh. kinder sind einfach ehrlich und neugierig. sie meinen es doch nicht böse wenn sie „starren´´ das macht doch jedes kind. (und sagt nicht, dass ihr als kinder anders wart – das wart ihr nicht! ) heute zb, hat eine kleiner junge beim müller meinen rollstühl gesehen und fragend seine mutter angeschaut, die seine hand hielt und gefragt was das ist und drauf gezeigt. ( kinder zeigen nun mal auf dinge, wenn sie sich nicht artikulieren können. was sollten sie auch sonst machen. ) meine güte ich muss dann immer lachen und erkläre es einigen sogar, weil die art wie sie fragen einfach so süss ist, so zum knuddeln. auch die mutter lächelte, als sie meine reaktion sah. meine güte, wenn mein ein kind zusammen schreit, ist das wirklich das aller letzte! es ist mal so was von charakterarm und es regt mich echt auf. -.-

kein wunder, wenn man dann gemieden wird. ( und das hat aber mal sowas von nichts mit der behinderung zu tun! ) ( boar, ich hör´ auf dieses wort zu schreiben -.- wie ich es hasse! )

akina hat geschrieben:
also ich gebe mirandaa, karin und zornroeschen absolut recht! wie schon gesagt wurde hass erzeugt immer nur gegen hass und so ein verhalten:

swisswuff1 hat geschrieben:
Folgende Reaktionen habe ich bereits erfolgreich umgesetzt, wenn jemand etwa in einer Herrengarderobe geglotzt hat:
- nach soeben getrunkenem Coca Cola nahe zum anderen hin und ihm einen 15 Sekunden Ruelpser ins Gesicht blasen
- wenn ein Kollege dabei ist der das Problem kennt, mit dem Finger auf den anderen zeigen und laut sagen "schau mal da glotzt einer"
- als mal so ein aelterer Junge anfing rumzubruellen "schau mal dem sein Arm" und das recht unablaessig ueber einige Minuten tat in so einer Hallenbaddusche, und als der nebenstehende Vater nicht dergleichen tat, habe ich dem Vater freundlich mitgeteilt, dass es in 10 Sekunden knallt, wenn da nicht SOFORT RUHE IST - und dann waren die nach 2 Sekunden weg und nicht mehr gesehen.


ist echt das letzte und assi nicht zu vergessen geschmacklos hoch drei, das arme kind eh. kinder sind einfach ehrlich und neugierig. sie meinen es doch nicht böse wenn sie „starren´´ das macht doch jedes kind. (und sagt nicht, dass ihr als kinder anders wart – das wart ihr nicht! ) heute zb, hat eine kleiner junge beim müller meinen rollstühl gesehen und fragend seine mutter angeschaut, die seine hand hielt und gefragt was das ist und drauf gezeigt. ( kinder zeigen nun mal auf dinge, wenn sie sich nicht artikulieren können. was sollten sie auch sonst machen. ) meine güte ich muss dann immer lachen und erkläre es einigen sogar, weil die art wie sie fragen einfach so süss ist, so zum knuddeln. auch die mutter lächelte, als sie meine reaktion sah. meine güte, wenn mein ein kind zusammen schreit, ist das wirklich das aller letzte! es ist mal so was von charakterarm und es regt mich echt auf. -.-


wer lesen kann ist (wie immer) klar im vorteil.

testfragen zum von dir zitierten / mir geschriebenen text:

1. gebruellt und geschrien hat hier
a) ich
b) das kind

2. das kind war
a) juenger
b) aelter

3. ich habe dem vater etwas
a) ins gesicht geschrien
b) freundlich mitgeteilt

4. das kind bruellte
a) nur kurz
b) sehr lange

5. der vater bemuehte sich um eine korrekte verhaltensweise seines kinds
a) richtig
b) falsch

korrekte antworten sind 1b, 2b, 3b, 4b, 5c.

korrektes lesen der fallbeispiele hilft etwas bei der interpretation meiner reaktionen.
akina hat geschrieben:meine güte, wenn mein ein kind zusammen schreit, ist das wirklich das aller letzte! es ist mal so was von charakterarm und es regt mich echt auf. -.-

kein wunder, wenn man dann gemieden wird. ( und das hat aber mal sowas von nichts mit der behinderung zu tun! ) ( boar, ich hör´ auf dieses wort zu schreiben -.- wie ich es hasse! )


ich habe das kind nicht zusammengeschrien. stand auch nicht da : ) kein wunder aber dass leute meinen behinderte seien analphabeten... ; )

nein wenn jemand nett fragt kriegt der auch nett eine antwort.

wenn dir ein 14 jaehriger junge laut ins ohr schreit etwa 50 cm neben deinem rollstuhl, das ueber laengere zeit ohne auch nur eine pause tut, die mutter daneben steht und zusieht, dann hat das mit knuddelige kinder nicht mehr viel zu tun. also wo du herkommst mag das anders sein klar - aber meine definition von knuddeligkeit hoert da doch weit vorher auf. noch dazu der erziehungsverantwortliche der sich das happening als entertainment reinzieht, auch nicht arg knuddelig aus meiner sicht.

etschuldige, das wird mir jetzt hier zu kindisch und nebenbei sei erwähnt, dass du dich du mit der aussage: behinderte seinen analphabeten - gerad selbst disst. ich finde einfach, dass man irgendwann über der sache stehen muss und es ist egal, ob ein kind älter oder jünger ist denn DU bist der erwachse, verhalte dich auch so: du bist in einer vorbildfunktion.

und ausserdem wir das ganze OT und führt zu nichts.
( sorry dafür. )

akina hat geschrieben:
etschuldige, das ist mir zu kindisch. dein verhalten ist inkorrekt punkt! 2. habe ich abi, was man von dir wohl nicht behaupten kann, weil man irgendwann über der sache stehen muss und 3, disst du dich mit der aussage: behinderte seinen analphabeten gerad selbst lol schon gemert! und 4 ist es ja wohl total egal , ob ein kind älter oder jünger ist; denn DU bist erwachsen, verhalte dich auch so: du bist in einer vorbildfunktion.

und ausserdem wir es ot, da ein mädchen ja ihre situation schildern wollte, sodass wir ihr helfen und ihr mut machen


ich habe den vater in freundlichem ton unmissverstaendlich auf seine vaterpflichten so aufmerksam gemacht, wie es laengeres wirklich lautes voellig unangebrachtes gebruell seines sohnes es nicht vermochte. braucht man kein abi fuer um zu verstehen dass das von mir (a) vorbildlich selbstbewusst und sehr wohl kontrolliert, und (b) punkto initialer frage keineswegs o.t. ist.

jedenfalls finde ich es nervig wenn es leute mit ihrem wirklich fehlenden anstand uebertreiben und lasse es diese auch wissen, wann der punkt erreicht ist. das ist mein ratschlag auch an andere, das zu tun. dann - nur dann - hoert das auch irgendwann auf. ueber sowas kann man gar nicht stehen. irgendwann ist einfach fertig sich daneben benommen.

ich sollte dazu sagen, dass ich da sehr oft wirklich dort unterwegs bin, wo sehr viele normale leute und dabei sicher viele ohne besondere ausbildung oder erziehung unterwegs sind. in den oeffentlichen sportbereichen wo ich auch immer hingehe da tobt das leben, das sind oeffentliche staedtische schwimmhallen. da sind die leute auch mal genauso direkt, ungehobelt, unhoeflich, stinkfrech, vorlaut, bloed, boese, gemein, gefuehllos und sonstwas wie es eben ist. und man zieht solche probleme mit so einer behinderung eben ganz einfach an. ich bin dort unterwegs auch um ausgang oder sonst, wo es einfach fegt - aber haue ich mir da nicht meinen eigenen freiraum von respekt frei - andere machen es fuer mich sicher nicht. es gibt hier leute die leben in ihrer eigenen schoengeistigen welt und ja bitte - aber wenn aufs traefste gestiert, aufs unertraeglichste gebruellt, aufs behaemmertste kommentiert wird - dann kommen auch schraege antworten, damit ist stets zu rechnen bei mir.

einmal verbrachte ein 11 jaehriges kind etwa 2 stunden an einer party damit, meinen kaputten arm anzustieren. seine mutter beobachtete es dabei und unternahm nicht den leisesten versuch, einfluss zu nehmen. es war eindeutig klar, dass das kind sehr wohl spuerte dass es etwas inakzeptables tat da es jedesmal wenn ich es ansah, sich irgendwo hinter einem tischbein versteckte und sich unsichtbar zu machen versuchte. zu sagen, da sei ein kind nett dabei sich fragen zu ueberlegen, verkennt die realitaet des schuldhaften glotzenden stier starrenden voyeurismus. und als es soweit war, dass dieses kind dann mir direkt gegenueber stand wie angewurzelt quer durch den raum auf meinen arm glotzte und nicht wegsehen konnte, begann ich GANZ langsam den arm zu bewegen. von links nach rechts und rechts nach links. es folgte mit dem blick. langsam stand ich auf und begann eine immer groesser werdende koerperwelle zu machen und als ich dabei war, schlackerte dem kind sein gesicht in exakt demselben wellenrhythmus meinen bewegungen nach. es war zum umwerfen komisch, das kind war nicht mehr herr seiner sinne, und da ich das ganz langsam begonnen hatte (nicht abrupt) und sanft steigerte fand es keinen ausweg aus dem banne des behinderung anglotzens. es folgte der wellenfoermigen bewegung meines kaputten arms wie ein hypnotisiertes haeschen - in voller oeffentlichkeit der gesamten partygemeinschaft, die dem schauspiel zunehmend gespannte aufmerksamkeit schenkte bis ein kollege loszuprusten begann. dann fingen die anderen leute auch an zu lachen. das erste mal begriffen meine kollegen selbst, was ich damit meine, wenn ich sagte dass es leute gibt die haargenau wissen, dass sie weit jenseits des guten anstands eine (hier mit 2 stunden dauer! ) voellig inakzeptable verletzung auch der lockersten benimmregel begehen, dass da die mutter tochter gemeinschaft von der sorte menschen sind die festwachsen am boden um amputierte anzuglotzen. das maedchen selbst fuehlte sich ertappt, fing zu weinen an und rannte zu mami. widerwillig kam das mami dann zu mir und sagte etwas von aeh dings aeh ent dings aeh schuldigung, aber ich erklaerte ihr dass wenn sie ihrem kind zwei stunden zuschauen kann bei so etwas und nicht den elterlichen mumm aufbringt vorher zu reagieren sie sich nicht wundern muss dass ich sie selbst als anschauungsobjekt der partygemeinschaft wie dasselbe zootier vorfuehre als sie und ihre tochter mich vorher begafften, tit for tat. im folgejahr am selben anlass wiederholte sich der vorfall, wieder folgte das kleine kind bewegungen meines kaputten arms mit gesicht, augen, offenem mund und das mami schaute einfach zu. dieses mal stand ein kollege von mir auf, erklaerte den eltern sehr kurz etwas, worauf diese mitsamt kind den anlass verliessen. es ist nicht so, dass ich mich nicht um extrem differenzierte und subtile rueckmeldungen bemuehe. gar nicht. aber man macht sich keine vorstellung vom ausmass der reaktionen, die ich da erlebe.

immerhin bist du auch bestens in der lage, andere leute herabzuwuerdigen, und nimmst dabei mit deinem abi, zu dem ich dir an dieser stelle ganz herzlich gratuliere, auch kein blatt vor den mund (da oben bezeichnest du ohne jetzt direkt verstanden zu haben um was es hier ging mich als "kindisch") - und wenn dir das gelingt, dann machst du das sicher auch wenn eine andere person mit abitur sich hinstellt und dich absichtlich wie dreck behandelt und das mit fleiss und ueber laenge. und wenn du dich da nicht wehrst, was ich dir nicht glaube, dann bist du selbst schuld.

Liebe User

Ich möchte euch bitten beim Thema zu bleiben. LauraMarié12 sucht nach Möglichkeiten, wie sie damit umgehen soll, wenn sie angeglotzt wird. Wenn ihr Tipps für sie habt, gebt ihr die bitte weiter.

Wie jemand mit einer solchen Situation umgeht, ist grundsätzlich jedem selbst überlassen. Ich möchte euch aber darauf aufmerksam machen, dass hier im Forum gewisse Umgangsregeln gelten.

Danke, dass ihr euch daran haltet.

Liebe Grüsse

Hallo Leute,

Mir ist das auch manchmal passiert.
Einmal hab ich einen angesprochen und höflich gesagt Is was? Warum schaust Du mich die ganze Zeit an?

Dann hat sich herausgestellt, daß der Junge wissen wollte warum ich im Rolli sitze und überhaupt was ich habe und warum.
Er hatte sich nur nicht getraut.
Leider kam dann die Mutter des Jungen dazu und sagte „Sowas macht man doch nicht“!
Ich hab gesagt lassen sie ihn ruhig fragen, es ist besser wenn Nichtbehinderte mehr über sowas wissen.

LG

Surfer

Sorry, aber ich muss noch mal „off topic“ was loswerden.

akina hat ursprünglich geschrieben (wie es im Beitrag von swiffwuff noch zu lesen ist):

„etschuldige, das ist mir zu kindisch. dein verhalten ist inkorrekt punkt!
2. HABE ICH ABI, WAS MAN VON DIR WOHL NICHT BEHAUPTEN KANN, weil man irgendwann über der sache stehen muss und 3, disst du dich mit der aussage: behinderte seinen analphabeten gerad selbst lol schon gemert! und 4 ist es ja wohl total egal , ob ein kind älter oder jünger ist; denn DU bist erwachsen, verhalte dich auch so: du bist in einer vorbildfunktion…“


@ akina
Du hast Deinen Beitrag nachträglich korrigiert, was man ja durchaus machen kann, wenn noch niemand geantwortet hat.

Doch ich möchte doch dazu anmerken, dass (D)ein Abitur (den Passus hast Du gelöscht) nicht automatisch auf Intelligenz schließen muss (damit meine ich nicht Dich, sondern ganz allgemein).

Ich persönlich empfinde derartige Anmerkungen, als ziemlich arrogant.

Tut mir leid, aber das musste ich noch loswerden. :grinning_cat:

Auch deshalb, weil sonst die Antwort von swisswuff nicht ganz schlüssig ist (nicht jeder liest sich alles durch).

Zum eigentlichen Thema:
Ich stimme u.a. dem Beitrag von Surfer zu.

Ähnlich verhalte ich mich auch.

Auch ich werde im Rollstuhl sitzend, sehr oft angestarrt, bzw. wenn ich mal in der Lage zu Laufen bin, dann torkle ich mehr oder weniger.
Da habe ich auch schon Bemerkungen gehört, wie z.B. „die ist ja schon vormittags besoffen“. :cry:

Mir hilft dann nur eines, einfach ingnorieren. Mit der Zeit habe ich es gelernt, nicht mehr auf solche Dinge zu achten.


Hallo zusammen,
auch ich werde unteranderm angestarrt,wenn ich mal bei der Essens ausgabe dabei bin.
Habe aber auch gehört,wo man mir gesagt hat:So einer wie ich gehöre nicht in der Küche
erst recht nicht am herd.Ich muss mich jeden tag auf´s neue mich durchsätzen bei den Kollegen und in der Schule,sie sehn das ich behindert bin und helfen mir ohne zu fragen und das find ich gar nicht gut.
Ich sage immer:Ich fühle mich nicht als behindert nur weil ich probleme hab mit dem laufen :pleading_face: .
Das schönste ist,das sich bis jetzt noch keiner Beschwert hat über mein Essen wo ich gekocht hab.Und das zählt für mich.

lg Dominic

Dominic01 hat geschrieben:
Hallo zusammen,
auch ich werde unteranderm angestarrt,wenn ich mal bei der Essens ausgabe dabei bin.
Habe aber auch gehört,wo man mir gesagt hat:So einer wie ich gehöre nicht in der Küche
erst recht nicht am herd.
Ich muss mich jeden tag auf´s neue mich durchsätzen bei den Kollegen und in der Schule,sie sehn das ich behindert bin und helfen mir ohne zu fragen und das find ich gar nicht gut.
Ich sage immer:Ich fühle mich nicht als behindert nur weil ich probleme hab mit dem laufen 🥺 .
Das schönste ist,das sich bis jetzt noch keiner Beschwert hat über mein Essen wo ich gekocht hab.Und das zählt für mich.

lg Dominic


Solche Bemerkungen gibt es leider viel zu oft. Das erinnert mich an eine Wanderungen in den Hochalpen, als ich einmal einen Weg durchlaufen mußte, der im eigentlichen Sinne kein Weg mehr war. Man mußte über eine lange Strecke über Geröll mehr klettern als laufen. Auf diesem Weg begegnete mir ein Schweizer Ehepaar. Der Mann hatte eine starke Spastik in beiden Beinen und konnte nur mit Hilfe seiner Wanderstöcke laufen. Es strengte ihn sichtlich an seine Füße gezielt auf die richtigen Stellen zu setzten um über diese Steine zu laufen. Aber er und seine Frau waren ein eingespieltes Team. Sie schafften diesen schweren Wanderweg gut. Ich kannte dieses Ehepaar schon länger. Habe sie in den Deutschen und Schweizer Alpen schon mehrfach angetroffen. Sie wußten was sie konnten und wanderten gerne. Sie brauchten nur etwas länger und mehr Konzentration als andere. Statt diesen Mann zu bewundern, beschimpften die Wanderer ihn beim vorbei gehen pausenlos. So etwas gehört nicht auf den Berg. Das er hier oben ist, ist eine Zumutung für andere Wanderer. u.s.w. Ich fand die Reaktionen dieser Leute sehr schlimm. Gerne hätte ich mir gewünscht das die Wanderer, die ihren Weg kreuzten, ihnen Wertschätzung und Bewunderung entgegen bringen, statt Unverständnis und Verachtung.

Ich fühle mich auch nicht behindert. Warm auch. Mein Rollstuhl gleicht ja meine Behinderung aus. Wenn ein Sehbehinderter eine Brille bekommt und dadurch seine Sehbehinderung so ausgeglichen wird das er sich nicht wie ein Sehbehinderter fühlt, dürfen wir Rollifahrer das auch. 😉

Gruß Karin

Hallo alle,

ich möchte einfach einmal als nichtbehinderter Mensch etwas dazu sagen:

Vorab für die, die es noch nicht Wissen :laughing: Ich leite seit 10 Jahren einen Verein der sich um die Verbesserung der Freizeitgestaltung für Menschen mit Handicaps bemüht,
das Klientel das wir zur Zeit in unserem Verein haben besteht aus allen Behinderungen bis hin zu schwehr Mehrfachbehinderten Menschen.

Ich erwische mich selber auch immer wieder dabei, das ich Menschen ansehe (ich möchte es nicht Glotzen nennen) die im Rollstuhl sitzen, nur einen Arm, oder ein Bein haben und habe aus diesem Grund auch den Glauben das es nicht böse gemeint ist wenn jemand schaut. Ich glaube einfach das anderst sein lenkz den Blick auf einem.

Bei einer Fragerunde in meinem Verein haben auch viele Mitglieder mit Handicap die nicht damit geboren wurden gesagt --Ich habe mich früher auch umgedreht und diese Menschen angesehen–. Ich denke auch nicht das dieses böse gedacht ist sonder ein Teil Scharm, Unglauben, nicht Wissen wie gehe ich damit um ist.

Dumme Sprüche Drücken das kenne ich sogar, wenn ich mit unseren Mitgliedern auf Achse bin, wir haben dafür in unserem Verein einen Kurs gemacht um solche Situationen besser in den Griff zu bekommen.

Dumme Sprüche mit Dummen Sprüchen beantworten kann nicht die Lösung sein, ich glaube Du solltest versuchen über der Sache zu stehen (Das brauch seine Zeit) und solche Menschen einfach links liegen lassen. Diese Menschen sind den Stress nicht wert, der aus dieser Situation entstehen kann.

Bei Menschen die einem Ansehen haben wir mit folgender Frage viele schöne Dinge erlebt:

–Haben Sie eine Frage zu meiner Behinderung, ich gebe Ihnen gerne Antworten–

Von der Flucht des bis hin zu einem schönen Kaffeenachmitag haben wir da schon alles erlebt und festgestellt das nichts schlimmes hinter den Gaffern steckte!

!! Mache Dir mal Gedanken wie Du reagieren würdest !!

Ich hoffe ich konnte Dir etwas weiterhelfen.

Gruß
Gunder

Muss mich noch mal melden,

Genau das hab ich gesagt.
Habe aber auch gehört,wo man mir gesagt hat:So einer wie ich gehöre nicht in der Küche
erst recht nicht am herd

Und genau das lerne ich " Koch "
Und bin recht gut dabei.
lg Dominic

behiro hat geschrieben:
Hallo alle.....
....Mache Dir mal Gedanken wie Du reagieren würdest !!
Ich hoffe ich konnte Dir etwas weiterhelfen.

behiro, ich versteh den beitrag nicht!

Zunächst: "Hallo alle", dann sprichst Du von "Dir"?

Wen meinst Du denn nun eigentlich mit der Antwort? 😺
LauraMarié12 hat geschrieben:
Mich schauen viele Leute an, auf der Straße, in der Schule, überall. Ich weiß einfach nicht wie ich damit umgehen soll. Manche sagen: iiii, andere schauen mich nur blöd an. Ich will das nicht. Es geht bestimmt vielen wie mir, aber ich will nicht immer angestarrt werden, hat jemand einen Rat für mich?

Hallo mach dir da Keine Gedanken auf deinem Profil Bild siehst du sehr Hübsch aus!
Baffy hat geschrieben:Hallo mach dir da Keine Gedanken auf deinem Profil Bild siehst du sehr Hübsch aus!

Baffy, das haben auch andere oben in diesem Thread bereits geschrieben.

Doch, wie Du auch dort lesen kannst, hat Laura Marié dennoch so ihre Probleme. 😺
Dominic01 hat geschrieben:
Muss mich noch mal melden,

Genau das hab ich gesagt.
Habe aber auch gehört,wo man mir gesagt hat:So einer wie ich gehöre nicht in der Küche
erst recht nicht am herd

Und genau das lerne ich " Koch "
Und bin recht gut dabei.
lg Dominic


Hallo Dominic,

das Du trotz solcher Vorurteile Deinen Weg gehst, sorry rollst, finde ich super! Wir hatten hier im Forum mal eine gelernte Köchin, die schon lange im Beruf war, als ich sich ihre Querschnittlähmung zu zog. Sie hat einen Stehrollstuhl bekommen und arbeitet weiterhin mit großer Freude als Köchin.

Solche Beispiele gibt es viele. Ich kenne eine Kinderkrankenschwester die durch eine Querschnittlähmung im Rollstuhl sitzt und trotzdem in ihrem Beruf geblieben ist. Von einer Ärtzin die ohne Beine geboren wurde und trotzdem Medizin studierte und sogar mit Ärzte ohne Grenzen in Afrika war, habe ich auch schon gelesen.

Du siehst, wir Rollifahrer sind nicht nur für sitzende Berufe geeignet. Wenn unsere Behinderung es zu läßt und wir es wollen, können wir alle Berufe lerne die uns Spaß machen. Laß die doofen Fußgänger reden. Wenn es sie auch einmal eine Behinderung trifft, werden sie ihre Meinung schon ändern. 😉

Schönen Gruß
Karin
behiro hat geschrieben:
Ich erwische mich selber auch immer wieder dabei, das ich Menschen ansehe (ich möchte es nicht Glotzen nennen) die im Rollstuhl sitzen, nur einen Arm, oder ein Bein haben und habe aus diesem Grund auch den Glauben das es nicht böse gemeint ist wenn jemand schaut. Ich glaube einfach das anderst sein lenkz den Blick auf einem.


Ich tendiere nicht dazu, mich selbst zu fragen, was andere fuer Ausreden fuer ihr unanstaendiges Verhalten daher bringen. Ich tendiere eher dahin, zu fragen, was ist anstaendig? (glotzen ist niemals, jemals, anstaendig) und danach, wenn dann geglotzt wird (wir haben also den Bereich des guten Anstands bereits verlassen, was es nicht besser macht wenn der Betreffende behauptet sowas selbst bereits 10 Jahre als Behindertenbetreuer zu tun) frage ich mich, kann ich es tolerieren dass da einer glotzt / gafft / stiert?

Bis zu einem gewissen Grad bringe ich durchaus die Nachsicht und Energie (es ist anstrengend, sich von Leuten, denen ganz offenbar ja der Anstand fehlt) auf, mich anstarren / glotzen / stieren / gaffen zu lassen - aber diese Nachsicht ist keineswegs endlos.

Wenn dieser fehlende Anstand mit aufgerissenen Augen dann an Intensitaet, Ausmass, Laenge und Umfang derart weit jenseits ist, dass es nicht mehr geht (nur dann - wann, ist aber tagesform-abhaengig) werde ich durchaus einen Weg finden, zu reagieren, wie erwaehnt auf spielerische, direkte, aggressive, unmittelbare, oder hinterhaeltige, listige, oder auch sanfte Weise so einfach dass es mir auch etwas Spass macht hier drauf einzusteigen denn es ist auch immer ein drauf Einsteigen. Unter den vielen Glotzern in Zuerich die es auf sich nahmen, mir zu lang konstant ein angewurzeltes Gaffen / Stieren / Glotzen teil werden zu lassen ist u.a. auch ein namhafter Rechtsanwalt; unter den mir bekannt gewordenen Grenzueberschreitungen bei Amputierten sind namhafte Aerzte - also von Dummen zu sprechen, bei Gaffern oder anderen inakzeptablen Respektlosigkeiten, das verkennt die effektive Realitaet des Gaffens, das meiner Einschaetzung nach nicht mit Ausbildung oder Intelligenz sondern ausschliesslich mit Anstand und Hoeflichkeit zu tun hat.

Der Erwartung entsprechend - wer glotzt KANN gar keinen eigentlichen Anstand besitzen - hat sich bei mir noch gar nie jemand fuer Geglotze entschuldigt. Auch Gunder schreibt allerlei Dinge, kein Wort der Entschuldigung aber, nein, das fehlt in seinen Situationsbeschreibungen vollumfaenglich und gaenzlich. Ich habe es noch nirgends, jemals, auch nur ansatzweise gesehen, dass irgendeine Person - auch gerade hier im Forum - weder seitens Redaktion noch Fachexperten - darauf hinweist, dass der Akt der Aggression das Starren ist, und dass dies etwas ist, was nicht hinzunehmen ist, und, dass dies unanstaendig ist. Das steht nirgends. Fuer diesen Umstand setzt sich hier ausser mir jetzt keiner ein. Dabei ist das Leiden je nach dem gross, es zwingt Behinderte, sich zu verstecken. Ich verstehe daher nicht, und zwar aus der Sache heraus, woher dann irgendeine soziale oder emotionelle Kompetenz herkommen soll, Behindertenbelange aus deren Sicht zu verstehen, die Leute hier bei sich vermuten.

Sicher waere es wichtig, wenn sich so viel Leute wie moeglich damit auseinandersetzen, was Anstand im oeffentlichen Raum generell denn bedeutet. Wie man respektvoll umgeht mit Leuten mit Behinderung. Gibt es ein paar Grundregeln, wenn ja, kann man die auch als redaktionellen Artikel hinschreiben und sehr prominent platzieren. Dass gewisse Leute sich gerne anschauen lassen schiebt nicht beseite dass die absolute Mehrheit aller Leute die ich kenne - mit Behinderung aber auch ohne - Angestarrtwerden absolut und vollkommen hassen, es nicht moegen, und bei kleinsten Anzeichen von Unansehnlichkeit den Makel bedecken, verstecken und daheimbleiben. Dass so ein Thema jetzt irgendwie doch gar nicht Prioritaet hat, hat aber auch seine Aussage - ganz nach Paul Watzlawick - "man kann nicht nicht kommunizieren" ; )

Ich denke aber, dass es entscheidend fuer diese Diskussion ist, klar festzuhalten, und klar sagen zu duerfen, dass Anstarren eine Reaktionsweise ist, die NICHT ANSTAENDIG ist - voellig egal wie damit dann umgegangen wird. Es ist eine EINDEUTIGE UNHOEFLICHKEIT. Falls dies fuer Experten hier als unerwartete Neuigkeit daherkommt, bitte ich Sie hoeflichst, dies in Ihren Notizbuechern zu vermerken. Gerne lade ich Gegner dieser Ansicht dazu ein, z.B. in einem anderen Thread die Anstandsfrage von Grund auf zu diskutieren - aber ich denke, dass sich der Standpunkt, dass Glotzen anstaendig (und somit zu akzeptieren) sei, auf doch wahnsinnig duennem Eis bewegen duerfte. Auf entsprechende gute Argumente - wieso Sattsehen / rohes Stieren gute Sitten markieren soll und deren Anwender zu beglueckwuenschen anstatt davon zu jagen - waere ich aber umsomehr sehr gespannt.

Ich selbst habe wie bereits erwaehnt bisher auch bei sehr vorsichtiger Naeherung an derartige Individuen niemals die Erfahrung gemacht, dass die Starrer / Glotzer / Gaffer - die sich wie bereits erwaehnt in ihrem Glotzen / Stieren / Gaffen im Recht vermuten, auch nur ansatzweise erspriessliche / konstruktive / besonders interessante / sozial vertraegliche / einfuehlsame Persoenlichkeiten mitgebracht haetten. Dies wiederum macht das ganze Thema doch eher wieder unwichtig - wer Glotzt, oder wer Glotzen passiv oder aktiv unterstuetzt, wird Respekt und Anstand allgemein schwierige Themen finden. Da ist vorsichtiger Erziehungsaufwand eh verschwendete Zeit.

Im Grunde waere es daher vermutlich wurst, was man mit Gaffern tut - in den Senkel stellen oder nicht. Es lohnt sich eh nicht, sich mit derlei Personen laengere Zeit abzugeben. Da Anstandslosigkeit aber nicht in grenzenloser Weise hinnehmbar ist, empfiehlt sich schon, wie eingangs gefragt, konkrete Gegenstrategien zu entwickeln. Mir waere es auch sehr neu, dass man den fehlenden Anstand bei anderen Leuten als direkter Leidtragender auch noch selbst verteidigen sollte - solche Phantasien finde ich aeusserst eigenartig.

Hallo

Da ich im allg. nur von dem rede wovon ich Ahnung habe, beschränke ich mich hier auf Rollstuhlfahrer
Auch unter den Rollis gibt es zwei Gruppen, die einen für die das Thema Gaffer nicht einmal ansatzweise ein Problem ist, und die anderen die sich gestört fühlen oder sich deshalb nicht einmal ins Schwimmbad trauen. Das ist zweifellos auch eine Frage der eigenen Einstellung bzw. wie steht man zu seiner Behinderung.

Bsp. 1979 wurde ich als frischer Querschnitt aus der Reha entlaßen und war zwei Monate später mit Schulfreunden (ausschließlich Nichtehinderten) camping. Vor 30 Jahren war ein Rolli auf einem Campingplatz ein Wesen vom anderen Stern. Meine Schulfreunde fragten mich, ob mir auffällt wie die Leute schauen. Antwort „Nö, aber dann fahren ich jetzt eine Runde, mein Komplex pflegen“ Ich habe es dann gemacht und ja die Leute haben geschaut. Hätte mich niemand darauf aufmerksam gemacht, wäre es mir gar nicht aufgefallen. Gestört hat es mich eh nicht, warum auch.

Anderes Beispiel: Schwimmbad. Natürlich falle ich dort im Rolli auf und die Leute schauen auch. 1. Haben Sie noch nie gesehen, wie sich ein Rolli an und auszieht. 2. Ist ihnen neu, dass so jemand vom Rollstuhl sich auf die Wiese legen kann und auch wieder zurück in Rollstuhl kommt. Wo ist da das Problem. Meine Behinderung ist doch kein Makel, das ist für mich Normalität. Uns selbst wenn die sog. Gaffer
absolut keine Ahnung haben, eines fällt ihnen auf: Der Typ im Rolli stellt sich verdammt geschickt an. Also mir kann jeder zuschauen wie ich Schuhe zubinde, ich habe schließlich 1 1/2 Jahre mit der Stoppuht trainiert. Oder anderst gesagt. Würde ein Nichtbehinderter einen einarmigen Handstand machen und sich mit der anderen Hand die Socken anziehen würden die Leute auch schauen.

Wirklich in denn 33 Jahren die ich jetzt behindert bin, das Thema Gaffer war noch nie eines für mich - kein einziges Mal. Es ist wohl, wie ich eingangs schrieb sehr viel eine Frage der eigene Einstellung bzw. wie stehe ich zu meiner Behinderung.

Klaus-Uwe