Ich bin wahrscheinlich Bipolar und mache mir das Leben selber schwer.

Guten Morgen an die Community hier.

Ich hoffe das ich hier richtig bin mit meinem problem und vielleicht Leute finde die mir Tips geben könnten oder sogar Betroffene von einer Bipolaren störung mit den man sich austauschen kann.

Aber jetzt zu meinem Problem, vor gut einem Monat war ich in einem sehr tiefen Loch, typische depressive Phase eben. Eine Freundin hat mich dazu gedrängt mich wieder an die Psychstrie zu wenden in denen ich vor paar Jahren war (Dort habe ich mit 16 Borderline diagnostiziert bekommen, ich habe immer an dieser Diagnose gezweifelt), ich fand es eine gute Idee von ihr, mir ging es ja elendig und ich hatte schon lange vor mich neu diagnostizieren zu lassen.

Bei meinem Glück bekam ich von der klinik nach einer Woche einen Anruf, ich könnte in 2 Tagen stationär kommen, das hab ich natürlich dankend angenommen. Ich habe sehr intensive unf lange Gespräche mit den Psychologen und Ärzten gehabt. Mein depressives Loch ging dann auch nach einer Woche klinikaufentahlt weg, mir ging es plötzlich super.. vielleicht etwas zu gut.

Ich habe viel mit anderen mit patienten geredet, obwohl ich davor nie aus meinem Zimmer gegangen bin, aus dem den ganzen tag nur im bett liegen wurde total produktiv sein, die Ärzte konnten mich kaum wiedererkennen.

Ich hab daraufhin bei den Gesprächen gedrängt mich entlassen zu lassen, was ich mit 19 ja auch kann auf einer offenen Station, aber die Ärzte haben viel mit mir rum diskutiert das ich noch ein wenig bleiben soll, da der starke Verdacht auf eine bipolare störung herrscht.

Wenige tage bin ich noch geblieben, wieder hab ich auf die Entlassung gedrängt, die mir auch gewährt wurde mit dem Kompromiss das ich ab morgen teilstationär kommen solle, ich hab es angenommen. Am nächsten tag kam ich wie versprochen früh in die klinik, es war ziemlich langweilig, weil es keine Therapien oder so gab, ich hab mich gefragt wieso ich überhaupt da bin, mir geht es doch super und es gibt hier kein programm, das ist Zeitverschwendung, ich geh mal lieber, ich weiß es besser als die Ärzte. So dachte ich.

Das ist jetzt 4 tage her das ich wieder ohne Behandlung bin, mir geht es nicht mehr super, mir geht es relativ.. normal?

Ich war kurz vor einer diagnostik, vielleicht hätte man mir mit therapie oder sogar Medikamenten meinen Leistungsdruck nehmen können, die Ärztin die ich dort hatte, hat sich so ins Zeug für mich gelegt und wollte mir wirklich helfen, und ich voll hobk brech die therapie aus dem nichts ab.

Das erinnert mich an früher als ich für meine falsche borderline Diagnose ein Neuroleptika bekam um meine Stimmung im Schacht zu halten, diese hab ich auch einfach ohne ärztliche Abklärung abgesetzt, weil ich dachte das es mir für immer wieder gut geht, und ich es doch viel besser als die ärzte weiß.

Entschuldigt den langen Text, ich “heul” mich ein wenig aus xD.

Ich möchte unbedingt das ich richtig diagnostiziert werde, lerne wie ich mein Leben in den Griff kriege und die richtige Behandlung erhalte, aber jedesmal (ich habe schon viele klinikazfentahlte hinter mir) breche ich die Behandlungen ab. Ich kann mir nicht erklären wieso, wenn es mir gut geht vergesse ich wie schlecht es mir ging, ich fühle mich dann eher unantastbar und als wäre nichts mit mir falsch.

Erkennt sich hier jemand der an dieser Krankheit leidet wieder?

Hallo @DatAlyy,
vielen Dank für deine Offenheit.
Vielleicht kann es helfen sich selbst ein paar Zeilen zu schreiben in der Zeit in der es dir nicht so gut geht, um dich daran zu erinnern warum du die Diagnostik durchziehen möchtest?
ich musste direkt an einen ähnlichen Aufruf hier in der Community denken. Vielleicht ist hier ein Austausch möglich:
https://community.enableme.org/t/gibt-es-hier-auch-bipolar-betroffene-in-der-community/402294

Viele Grüße

Hi @DatAlyy

Als erstes möchte ich dir sagen, es ist absolut ok wenn du dich hier in dieser Community “auskotzt”. Genau für das ist sie da.

Nun, ich selbst habe keine Bipolare Störung, aber eine KPTBS/pDIS mit Rezidivierende Depressionen. Ich war schon oft stationär und kann dir sagen; du bist definitv nicht alleine. Ich hab schon sehr oft miterlebt wie Betroffene Therapien und Aufenthalte abgebrochen haben.

Ich kann verstehen dass das eine schwierige Situation für dich ist. Und ne ordentliche Diagnostik ist definitv wichtig. So wie ich dich verstanden habe ist die Bipolare Störung erst eine Verdachtsdiagnose?

Hast du dir mal überlegt die Diagnostik auf ambulantem Wege weiter zu machen?:thinking: Das wäre eventuell ne Lösung. Du brauchst ja so oder so eine ambulante Therapeutin (falls du no niemanden hast). Dann könnte diese ja die Diagnostik zu Ende bringen.

Falls du ne Bipolare Störung hast, kann man diese mit Medikamenten (zb. Lithium) relativ gut behandeln und diese extremen Schwankungen ein wenig stabilisieren.

Deine Klinik und/dein Therapeut kennt dich mittlerweile ein wenig, und weiss von deinen “Stimmungswechseln”. Wie wäre es, wenn du da nochmals anrufst und nachfragst ob du die Diagnostik zu ende bringen dürftest? Und aber auch gleich erwähnst, dass sie dich dabei unterstützen sollen, dass du es durchziehst.

Vielleicht hilft es auch, wenn du mit der Klinik oder der ambulanten Therapeutin einen Vertrag aufsetzt? Dort vereinbarst du, dass du mindestens die Diagnostik zu ende machen willst, und schreibst auch drauf, aus welchen Gründen. Und falls du dann wieder abbrechen möchtest könnte die Klinik oder die Therapeutin dir diesen Vertrag vor die Nase halten.

Wichtig ist, dass du mit denen redest. Sie kennen dieses Verhaltensmuster und wissen bestimmt noch andere Tipps/Vorgehensweisen.

Und auch in guten Momenten mal hinterfragen, was denn ne Diagnostik oder Therapie für dich so schlimm macht? Klar, Klinik ist mühsam. Aber ambulant? :woman_shrugging:

Ich drück dir die Daumen! :flexed_biceps:t4:

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