Hallo,
ich bin hier neu in der Community. Ich bin blind, 22 Jahre alt und studiere zurzeit, aber ich merke, dass es einfach nicht klappt, weil ich nicht immer hinterherkomme. Ich habe zwar schon eine Studienassistenz, aber ich kann einfach nicht alleine im Studentenwohnheim wohnen.
An den Wochenenden muss ich leider immer nach Hause zu meiner Mutter, weil ich das Studentenwohnheim nicht als Hauptwohnsitz gemeldet habe. Zu Hause läuft es auch nicht gut, weil meine Mutter mir kein selbstbestimmtes Leben bietet und mir fehlt einfach die soziale Anbindung. Deshalb fürchte ich, dass ich mein Studium abbrechen muss und stattdessen eine Berufsausbildung anstrebe. Mein Vater beteiligt sich leider auch nicht finanziell und fühlt sich nicht verpflichtet, sich am BAföG-Antrag zu beteiligen. Meine Mutter und ich beziehen zurzeit Bürgergeld.
Ich bin einfach psychisch belastet und wünsche mir, dass ich wenigstens irgendwo bei einer Gastfamilie wohnen könnte, um irgendwie Stabilität zu bekommen. Wenn ich allerdings im Internet das Thema Gastfamilien suche, wird meine Personengruppe (blinde Menschen) nicht berücksichtigt, also zumindest nicht in Nordrhein-Westfalen. Bei allen Institutionen (Landschaftsverband, Caritas, Lebenshilfe) steht, dass Gastfamilien eigentlich nur für Menschen mit geistiger, körperlicher oder psychischer Erkrankung geeignet sind. Ich habe allerdings zusätzlich zu meiner Blindheit das sogenannte Aicardi-Midas-Syndrom: Angeborene Gaumenspalte, Kleinwuchs (1,40m groß). Deshalb meine Frage: Bin ich überhaupt für eine Gastfamilie geeignet? Oder muss ich tatsächlich in eine stationäre Einrichtung, wie meine Mutter oft behauptet?
Ich habe noch viel Hilfebedarf, möchte mich aber weiterentwickeln und weitestgehend selbständig werden. In meiner Schulzeit habe ich zwar einige Schulungen zur Förderung der Selbständigkeit in Anspruch genommen, aber ich wollte erstmal einen guten Bildungsabschluss haben.
Über hilfreiche Antworten würde ich mich freuen.
Schöne Grüße
Maxima Mania