Hallo @Eleonore,
ich finde es wirklich beeindruckend, dass du trotz Pflegegrad 5 weiterhin Vollzeit beruflich aktiv bist.
Auf deine Fragen zum persönlichen Budget möchte ich wie folgt eingehen:
Wie habt ihr das aufgebaut?
Hierfür ist äußerst hilfreich, sich beim Aufbau eines Persönlichen Budgets professionelle Unterstützung zu holen. Ich habe vor einigen Jahren gute Erfahrungen mit der proroba GmbH gemacht.
Dieses spezialisierte Unternehmen begleitet dich sehr strukturiert und individuell auf dem Weg zum Persönlichen Budget. Konkret bedeutet das: Man erhält einen festen Ansprechpartner, der den gesamten Prozess betreut – von der Antragstellung bis hin zur tatsächlichen Bewilligung des Budgets.
Besonders entlastend ist, dass sämtliche notwendigen Schritte durch den zuständigen Mitarbeiter übernommen werden. Dazu gehören unter anderem die Vorbereitung der Unterlagen, die Kommunikation mit den Kostenträgern sowie die organisatorische Begleitung im gesamten Verfahren.
Ein weiterer wichtiger Punkt: Die entstehenden Kosten für diese Unterstützung werden direkt im Persönlichen Budget berücksichtigt. Für dich selbst entstehen dadurch keine zusätzlichen finanziellen Belastungen.
Mit der erfolgreichen Bewilligung des Persönlichen Budgets endet in der Regel die Zusammenarbeit. Sollte darüber hinaus Unterstützung gewünscht sein – beispielsweise bei der Suche oder Organisation von Assistenzkräften – kann dies bei Bedarf zusätzlich vereinbart werden.
Auf diese Weise kann man den komplexen Weg zum Persönlichen Budget deutlich vereinfachen und zum Ziel kommen.
Wie viel Budget bekommt ihr ungefähr?
Die genaue Höhe hängt von verschiedenen Faktoren ab, wie dem zeitlichen Umfang der benötigten Hilfe, der Art der Unterstützung sowie den regionalen Kostenträgern. Wichtig ist daher, den eigenen Bedarf möglichst realistisch und vollständig darzustellen, da dieser direkt die Budgethöhe beeinflusst.
Auch hierbei kann proroba helfen, den Bedarf korrekt zu ermitteln.
Wie viele Assistent*innen habt ihr?
Ich arbeite mit 5 Assistent*innen bei einem 12 Stunden Budget, aber:
Die benötigte Anzahl an Assistent*innen lässt sich generell nicht pauschal festlegen, da sie stark vom individuellen Unterstützungsbedarf abhängt.
Was lief gut – und was war richtig schwierig am Anfang?
Direkt „schiefgelaufen“ ist bei mir nichts – dennoch war der Einstieg durchaus herausfordernd. Die größte Umstellung bestand darin, praktisch von heute auf morgen in die Rolle des Arbeitgebers hineinzuwachsen. Ein Team zu führen will gelernt sein: Klare, verbindliche Ansagen gehören ebenso dazu wie ein respektvoller und wertschätzender Umgang mit den Assistent*innen.
Ein funktionierendes Team entsteht nicht von selbst. Es entwickelt sich mit der Zeit – durch Vertrauen, Verlässlichkeit und gemeinsame Erfahrungen. Sehr hilfreich sind dabei auch teambildende Maßnahmen, etwa ein gemeinsamer Ausflug oder ein Grillabend, um den Zusammenhalt zu stärken.
Eine weitere anfängliche Hürde war die Erstellung von Dienstplänen. Gerade zu Beginn kann das recht komplex wirken. Inzwischen gibt es jedoch zahlreiche Apps und digitale Tools, die die Planung deutlich erleichtern und für mehr Übersicht sorgen.
Ich hoffe, ich konnte dir mit meinen Antworten einen kompakten und hilfreichen Überblick zum Persönlichen Budget vermitteln.
Viele Grüße aus dem Harz 