Erfahrung mit das persönliche Budget?

Hey zusammen :blush:

ich suche gezielt Menschen, die wirklich Erfahrung mit dem Persönlichen Budget und eigener Assistenz haben.

Kurz zu mir:
Ich habe Zerebralparese, Pflegegrad 5 und GdB 100. Ich arbeite Vollzeit und möchte selbstständig in meiner eigenen Wohnung leben – mit einem Team aus ca. 4–6 Assistent*innen.

Jetzt meine wichtigste Frage:
Wer von euch lebt schon so (mit Persönlichem Budget und eigenen Assistent*innen)?

Und wenn ja:

  • Wie habt ihr das aufgebaut?

  • Wie viel Budget bekommt ihr ungefähr?

  • Wie viele Assistent*innen habt ihr?

  • Was lief gut – und was war richtig schwierig am Anfang?

Mir ist wichtig, echte Erfahrungen zu hören – gerne auch ehrlich, wenn etwas nicht so gut läuft.

Ich würde mich mega freuen, von euch zu hören :folded_hands::orange_heart:

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Hallo @Eleonore,
ich hoffe, dass sich hier bald einige Erfahrungen finden.
Viele Grüße

Hallo @Eleonore,

ich finde es wirklich beeindruckend, dass du trotz Pflegegrad 5 weiterhin Vollzeit beruflich aktiv bist.

Auf deine Fragen zum persönlichen Budget möchte ich wie folgt eingehen:

Wie habt ihr das aufgebaut?

Hierfür ist äußerst hilfreich, sich beim Aufbau eines Persönlichen Budgets professionelle Unterstützung zu holen. Ich habe vor einigen Jahren gute Erfahrungen mit der proroba GmbH gemacht.

Dieses spezialisierte Unternehmen begleitet dich sehr strukturiert und individuell auf dem Weg zum Persönlichen Budget. Konkret bedeutet das: Man erhält einen festen Ansprechpartner, der den gesamten Prozess betreut – von der Antragstellung bis hin zur tatsächlichen Bewilligung des Budgets.
Besonders entlastend ist, dass sämtliche notwendigen Schritte durch den zuständigen Mitarbeiter übernommen werden. Dazu gehören unter anderem die Vorbereitung der Unterlagen, die Kommunikation mit den Kostenträgern sowie die organisatorische Begleitung im gesamten Verfahren.
Ein weiterer wichtiger Punkt: Die entstehenden Kosten für diese Unterstützung werden direkt im Persönlichen Budget berücksichtigt. Für dich selbst entstehen dadurch keine zusätzlichen finanziellen Belastungen.

Mit der erfolgreichen Bewilligung des Persönlichen Budgets endet in der Regel die Zusammenarbeit. Sollte darüber hinaus Unterstützung gewünscht sein – beispielsweise bei der Suche oder Organisation von Assistenzkräften – kann dies bei Bedarf zusätzlich vereinbart werden.

Auf diese Weise kann man den komplexen Weg zum Persönlichen Budget deutlich vereinfachen und zum Ziel kommen.

Wie viel Budget bekommt ihr ungefähr?

Die genaue Höhe hängt von verschiedenen Faktoren ab, wie dem zeitlichen Umfang der benötigten Hilfe, der Art der Unterstützung sowie den regionalen Kostenträgern. Wichtig ist daher, den eigenen Bedarf möglichst realistisch und vollständig darzustellen, da dieser direkt die Budgethöhe beeinflusst.

Auch hierbei kann proroba helfen, den Bedarf korrekt zu ermitteln.

Wie viele Assistent*innen habt ihr?

Ich arbeite mit 5 Assistent*innen bei einem 12 Stunden Budget, aber:

Die benötigte Anzahl an Assistent*innen lässt sich generell nicht pauschal festlegen, da sie stark vom individuellen Unterstützungsbedarf abhängt.

Was lief gut – und was war richtig schwierig am Anfang?

Direkt „schiefgelaufen“ ist bei mir nichts – dennoch war der Einstieg durchaus herausfordernd. Die größte Umstellung bestand darin, praktisch von heute auf morgen in die Rolle des Arbeitgebers hineinzuwachsen. Ein Team zu führen will gelernt sein: Klare, verbindliche Ansagen gehören ebenso dazu wie ein respektvoller und wertschätzender Umgang mit den Assistent*innen.

Ein funktionierendes Team entsteht nicht von selbst. Es entwickelt sich mit der Zeit – durch Vertrauen, Verlässlichkeit und gemeinsame Erfahrungen. Sehr hilfreich sind dabei auch teambildende Maßnahmen, etwa ein gemeinsamer Ausflug oder ein Grillabend, um den Zusammenhalt zu stärken.

Eine weitere anfängliche Hürde war die Erstellung von Dienstplänen. Gerade zu Beginn kann das recht komplex wirken. Inzwischen gibt es jedoch zahlreiche Apps und digitale Tools, die die Planung deutlich erleichtern und für mehr Übersicht sorgen.

Ich hoffe, ich konnte dir mit meinen Antworten einen kompakten und hilfreichen Überblick zum Persönlichen Budget vermitteln.

Viele Grüße aus dem Harz :wink:

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Hallo @domino

vielen Dank dir nochmal für deine Einblicke, das hilft mir wirklich sehr weiter!

Mich würde total interessieren:
Wie sieht dein Alltag mit Assistenz ganz konkret aus? Also zum Beispiel, wann deine Assistent*innen bei dir sind (morgens/abends/wochenends) und wie du das insgesamt organisiert hast.

Gerade das Praktische im Alltag finde ich super spannend, weil ich mir das für mich selbst besser vorstellen möchte :blush:

Liebe Grüße
Elli

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Hallo Elli,

bitte entschuldige meine verspätete Rückmeldung. Aktuell bin ich stark eingebunden, sodass ich insgesamt weniger Zeit am Computer verbringe.

Die Assistenzdienste sind bei mir grundsätzlich in 6-Stunden-Schichten organisiert. Der Frühdienst findet von 7:00 bis 13:00 Uhr statt, der Spätdienst von 15:00 bis 21:00 Uhr. Die Zeit zwischen 13:00 und 15:00 Uhr nutze ich bewusst zur Entlastung – ein wichtiger Ausgleich, da ich täglich rund 12 Stunden im Rollstuhl verbringe. Mit dieser klaren Struktur komme ich im Alltag sehr gut zurecht.

Abweichungen ergeben sich lediglich an Tagen, an denen Termine über die regulären Zeiten hinausgehen. Da solche Anlässe in der Regel frühzeitig planbar sind, lassen sich angepasste Dienstzeiten gut integrieren. Für kurzfristige Bedarfe greife ich auf das anteilige Pflegegeld zurück, um Freunde einzubinden und deren Unterstützung entsprechend zu vergüten.

Zur Erstellung der Dienstpläne verwende ich zudem eine spezialisierte Software, die mich bei der übersichtlichen und bedarfsgerechten Organisation maßgeblich unterstützt.

Vielleicht ergeben sich ja auch noch weitere Rückmeldungen aus der Community, sodass du einen noch umfassenderen Einblick in unterschiedliche Modelle der Alltagsgestaltung im Rahmen des persönlichen Budgets erhältst.

Viele Grüße
Frank

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Hallo @domino

Vielen Dank für deine ausführliche Rückmeldung und den Einblick in deinen Alltag. Deine klare Struktur mit den 6-Stunden-Schichten finde ich sehr spannend, besonders auch die bewusste Pause zwischen Früh- und Spätdienst. Das zeigt mir nochmal, wie wichtig es ist, sich selbst dabei nicht zu vergessen und feste Entlastungszeiten einzuplanen. Auch die Lösung mit dem anteiligen Pflegegeld für kurzfristige Unterstützung finde ich sehr hilfreich, weil genau solche spontanen Situationen ja oft im Alltag entstehen. Danke auch für den Hinweis mit der Dienstplan-Software – das finde ich ebenfalls interessant. Ich freue mich sehr über deinen Einblick und wünsche dir weiterhin alles Gute. Viele Grüße

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Hallo @Eleonore,

ein Dank ist hier wirklich nicht erforderlich. Es ist doch eine schöne Sache, wenn man sich gegenseitig unterstützen kann – genau dafür sind wir schließlich hier: als Gemeinschaft, die voneinander profitiert.

Gerade bei der Planung und Organisation des Einsatzes von Assistent*innen sollte man sich selbst keinesfalls aus dem Blick verlieren. Dieser Aspekt hat eine besonders hohe Priorität. Insbesondere in meiner Situation als Rollstuhlfahrer sind regelmäßige Pausen sowie gezielte Entlastungsphasen von entscheidender Bedeutung.

Wenn du dich bereits im Vorfeld mit einer geeigneten Dienstplan-Software beschäftigen möchtest, kann ich dir ein von mir genutztes Tool empfehlen: den „Schichtplaner“. Dieses Programm lässt sich zunächst drei Monate kostenfrei testen und kann anschließend als Vollversion zu einem vergleichsweise geringen Preis von etwa 3 Euro pro Monat lizenziert werden.

Ich würde mich freuen, wenn du im weiteren Verlauf deines Weges in Richtung Persönliches Budget gelegentlich berichtest. Für deinen weiteren Weg wünsche ich dir bis dahin viel Erfolg und alles Gute.

Viele Grüße :smiling_face_with_sunglasses:

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Hallo @domino,

danke dir für die liebe Rückmeldung und die Tipps :blush:

Du hast da echt recht – man darf sich selbst bei der ganzen Organisation nicht vergessen. Gerade das mit den festen Pausen finde ich wichtig.

Den „Schichtplaner“ schaue ich mir mal an, danke für die Empfehlung. Klingt auf jeden Fall hilfreich.

Und klar, ich berichte gerne irgendwann mal, wie es bei mir weitergeht. Im Moment informiere ich mich noch viel und sammle Erfahrungen von anderen.

Ich wünsche dir auch weiterhin alles Gute :blush:

Viele Grüße
Eleonore

Immer wieder gern, @Eleonore :wink:

Einen kleinen, aber durchaus hilfreichen Tipp hatte ich dir noch unterschlagen:

Du musst auch keine Sorge vor den später anfallenden Lohnabrechnungen und den damit verbundenen Formalitäten haben. In nahezu jeder Region gibt es Steuerbüros, die diese Aufgaben unkompliziert und oft schon für unter 10 Euro pro angestellte Assistenten und Assistentinnen übernehmen. :money_with_wings: :+1:

Herr Google wird dir bei der Suche nach einem passenden Anbieter ganz sicher schnell weiterhelfen können. :smiling_face_with_sunglasses:

Viele Grüße

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