Hallo zusammen,
nachdem ich in den klassischen Inkontinenz-Foren leider die Erfahrung machen musste, dass man dort oft mit dogmatischen „Heilungskatalogen“ und ungefragten Ratschlägen überhäuft wird, versuche ich hier mein Glück. Ich suche einen unverkrampften Austausch auf Augenhöhe – ohne Missionierungsdruck.
Kurz zu meiner Geschichte: Mein Leidensweg begann vor rund vier Jahren mit einem handfesten Gleitwirbel. Nach Operationen und einem anschließenden Reha-Aufenthalt stehe ich nun vor den dauerhaften Folgen dieser Behandlung. Durch einen massiven Fehler bei den Eingriffen wurden Nerven irreversibel geschädigt – die offizielle Diagnose einer Paraspastik habe ich nun erst vor wenigen Tagen schwarz auf weiß erhalten.
Für mich ist das Thema Hilfsmittel allerdings überhaupt nichts Ungewöhnliches oder Schambehaftetes: Ich war früher selbst auf einer Schule für Körperbehinderte und habe daher von klein auf einen völlig natürlichen, tabulosen Umgang damit miterlebt.
Ich habe auch nicht auf eine Diagnose gewartet, um pragmatisch zu handeln: Bis September letzten Jahres habe ich noch im Schichtdienst als Revierfahrer gearbeitet. Als im Auto und während der Arbeit die ersten paraspastischen Schübe auftraten, habe ich bei Schichten von mehr als 6 Stunden völlig konsequent auf Windeln zurückgegriffen, um mobil und einsatzfähig zu bleiben.
Für mich ist die Windel kein persönliches Versagen oder ein „Trainingsmangel“ – Beckenbodentraining habe ich nie gemacht und habe es bei einem nachgewiesenen Nervenschaden auch gar nicht erst vor. Das Hilfsmittel ist schlicht das Werkzeug, das mir meine persönliche Freiheit, Mobilität und Lebensqualität sichert.
Ich suche hier einfach den pragmatischen Austausch mit Gleichgesinnten, die in einer ähnlichen Situation stecken (gerade auch im Bereich Spastik / neurogene Blase) und das Thema genauso unverkrampft sehen wie ich. Wie managt ihr den Alltag? Welche Produkte halten nachts oder bei längeren Autofahrten wirklich, was sie versprechen, und wie setzt man eine vernünftige Versorgung am besten gegen die bürokratischen Hürden der Krankenkassen durch?
Ich freue mich auf einen ehrlichen, offenen und vor allem entspannten Austausch mit euch!
Viele Grüße