Ich bin gerade in einem Dilemma. Deswegen wollte ich fragen, ob jemand vielleicht einen Rat hat oder vielleicht sogar selbst schon solche Erfahrungen hatte. Wann ist der richtige Zeitpunkt etwas zusagen oder darf ich in meiner Position überhaupt etwas sagen? Ich kriege nur schon ein schlechtes Gewissen, das hier zu posten.
Ich bin Katzensitterin eines älteren Mannes. Er hat zwei Rassenkatzen. Eine Rasse die bekannt dafür ist, sehr aktiv zusein und sehr viel Bewegung brauchen. Die Katzen waren schon in der alten Wohnung, mit gesicherten Balkonen Verhaltenausfällig. Die neue Wohnung ist nun noch kleiner und gar keine Möglichkeit mehr nach draussen zugehen. Alles in allem, denke ich die Wohnung ist nicht geeignet - besonders wegen der Rasse.
Dem Besitzer geht es psychisch nicht gut und kann auch gerade nicht selbst in der Wohnung sein. Seine Bekannten haben Angst, das Thema Katzen abgeben bei ihm aufzubringen, da sie Angst haben - dass sich der Zustand sonst weiter verschlechtert. Eine Sorge, die ich teile.
Ich stehe nun also zwischen:
Es sagen und riskieren, dass ich den psychischen Zustand des Besitzers weiter verschlechtere (was ich auf keinen Fall will)
Eine Grenze überschreiten, da ich auch nicht nahe stehe
Auf der anderen Seite:
Bin ich wirklich überzeugt, dass die Situation für die Katzen gerade sehr schwierig ist
Denke ich auch, dass es für den Besitzer vielleicht entlastend sein könnte - nicht mehr ständig jemanden zufinden und sich Sorgen zumachen wegen den Katzen und den Verhaltensauffälligkeiten.
danke für deine Offenheitt und deinen Mut das hier zu telen. Deine Sorgen sind berechtigt. Ich hoffe, dass du hier ein paar hilfreiche Antworten erhälst.
Kannst du das Thema Katzen mit den Bekannten besprechen und dann besprechen es die Bekannten mit dem Mann und/oder allenfalls seinem Therapeut, Beistand oder ähnlichem? Ich denke beim Mann wäre es wichtig, dass jemand Nahestehendes die Sache mit ihm klärt. Also zum Beispiel ein Familienmitglied, zu dem der Mann ein gutes Verhältnis hat, oder ein Therapeut, oder ein Beistand, falls vorhanden. Ich denke, wenn du als Katzensitterin das direkt mit dem Mann ansprichst, überschreitest du möglicherweise tatsächlich eine Grenze. Aber wenn du schon Kontakt mit Menschen hast, die dem Mann nahestehen, könnten dieses Menschen eventuell aus deren Vertrauensverhältnis heraus die Sache besser ansprechen.
Danke @OK für deine Einschätzung. Ab und zu hilft es auch einfach von jemand unbeteiligtem eine Einschätzung zuhören. Ich denke auch immer mehr, dass es das beste ist - nicht direkt mit dem Besitzer zusprechen. Gerade hat sich auch der Zustand der Katzen, zum Glück etwas stabilisiert und hoffe, dass ich vielleicht auch einfach unrecht mit meiner ersten Einschätzung hatte, was die neue Wohnung & Situation betrifft. Ich bin aber im Austausch und denke, wenn ich merke dass es wieder schlimmer wird, dass ich es erwähne.
Liebe Clara, danke für diesen Beitrag. Ich bin mit einer narzisstischen Mutter aufgewachsen und das war mir bis vor kurzem gar nicht klar. Ich wusste, dass sie ein “schwieriger” Mensch ist, aber mit dem Narzissmus beschäftige ich mich erst, seit mich meine Psychiaterin darauf angesprochen hat. Obwohl ich zwei Stunden entfernt von ihr wohne, fällt es mir schwer, Grenzen zu setzen und mir von ihr kein schlechtes Gewissen dabei machen zu lassen. Als Kind und Jungendliche habe ich oft ihre Laufnen aufgefangen und mich überangepasst, damit sie bloss nicht ausflippt. Auch heute noch geht mein Puls in die Höhe und ich werde total angespannt, wenn ich in ihrer Nähe bin. Was hat dir bei der Abgrenzung geholfen? Liebe Grüsse