Hallo liebe Community,
ich habe aktuell eine Diskussion mit meinem Arbeitgeber bezüglich des Zusatzurlaubes der mir als schwerbehinderter Arbeitnehmer mit einem GdB von 50 zusteht. Ich hoffe auf den einen oder anderen Tipp & auch die Meinung von euch zu meinem Thema.
Vielleicht ist meine Ansicht falsch - ich weiß es nicht.
Ich habe vor knapp 5 Jahren eine Arbeitsstelle angetreten. Meine Schwerbehinderung habe ich von Anfang an offen gelegt. Mit mir wurden vertraglich 30 Urlaubstage pro Jahr vereinbart.
Mir wurde damals bei Abschluss des Arbeitsvertrages erklärt, dass der Zusatzurlaub der mir als schwerbehinderter Arbeitnehmer zusteht in den arbeitsvertraglich vereinbarten 30 Urlaubstagen enthalten sei. Da ich es nicht besser wusste habe ich es damals nicht hinterfragt.
Nun wurde ich von jemandem darauf gestoßen dass diese Aussage nicht korrekt sei. Das konnte ich wiederum über Umwege durch einen Anwalt der Gewerkschaft eines Verwandten für mich bestätigen.
Ich habe meinen Arbeitgeber entsprechend kontaktiert. Dieser argumentiert nun so dass er der Meinung sei, dass ich 30 Urlaubstage erhalten sollte & mir klar gewesen wäre, dass ich unter diesen Bedingungen das Arbeitsverhältnis eingehen würde.
Allerdings hatte ich es damals vielmehr so verstanden, dass ich unabhängig von meiner Schwerbehinderung 30 Urlaubstage bekommen hätte & ich lediglich, weil es schon 30 Tage sind keinen Anspruch mehr auf Zusatzurlaub hätte.
Wörtlich meint mein Arbeitgeber letztendlich, Zitat:
"Hättest du das damals hinterfragt, hätten wir den vertraglichen Urlaubsanspruch entsprechend reduziert, dass in summe die 30 Tage stehen."
Alle Kollegen von denen ich weiß wieviele Urlaubstage sie haben, sagen dass sie auch 30 Urlaubstage haben & diese Kollegen haben alle keine Schwerbehinderung. Darüber hinaus sind meine Kollegen der Meinung dass 30 Tage in der Firma üblich sind.
Sehe ich es zu unrecht so dass ich ungleich behandelt wurde, beziehungsweise werde?
Ich meine, hätte man mit mir damals 25 Urlaubstage vereinbart & meine Kollegen hätten mich darauf aufmerksam gemacht dass jeder andere in der Firma 30 Urlaubstage hat, hätte dass nicht bloß zu einer anderen Diskussion geführt?
Klar kann man es auch so sehen dass ich "auf hohem Niveau jammere" weil ich mit 30 Urlaubstagen ohnehin 10 Tage mehr habe als das gesetzliche minimum, aber ist das die richtige Sichtweise?
Leider gibt es bei mir in der Firma keinen Betriebsrat & keine Schwerbehindertenvertretung; ich habe auch keine Rechtsschutzversicherung oder ähnliches (ich traue diesen Vereinen einfach nicht). Bislang habe ich mich an 3 Stellen gewendet die Menschen mit Behinderung unterstützen, allerdings konnten diese mir nicht einmal mit einer groben Einschätzung oder Meinung irgendwie helfen. Ich bekam lediglich die Antwort dass ich mich doch an einen Sozialverband, eine Gewerkschaft oder einen Anwalt wenden solle, wobei wie ich nun weiß dass der Anwalt bereits für das Erstgespräch knapp 225 EUR kostet. Es kann doch nicht sein dass man zur Klärung solcher Fragen gleich einen Haufen Geld ausgeben muss, oder sehe ich auch das falsch?
Es würde mir denke ich sehr helfen wenn der eine oder andere seine Sicht dazu mit mir teilen könnte.
Vielen Dank & liebe Grüße.