Zornroeschen hat geschrieben:
Missbrauch von Alkohol weit verbreitet
Quelle: VIGO – Gesundheit Plus – das Kundenmagazin der AOK
Einer geht noch? – Der Alkoholkonsum in Deutschland wird laut der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) in Köln immer noch massiv unterschätzt. Rund 9,5 Millionen Bundesbürger zwischen 18 und 64 Jahren hätten ein Alkoholproblem, etwa 1,3 Millionen von ihnen seien alkoholabhängig. Jedes Jahr sterben etwa 74000 Männer und Frauen an den Folgen ihres Alkoholkonsums.
Studien haben gezeigt, dass für einen Mann 24 Gramm und für eine Frau 12 Gramm Reinalkohol pro Tag an maximal fünf Tagen in der Woche unbedenklich sind. Alles, was darüber liegt, ist bereits riskanter Alkoholkonsum und führt auf Dauer zu GESUNDHEITLICHEN SCHÄDEN; sagt Elisabeth Pott, Direktorin der BZgA. Für Jugendliche würden niedrigere Grenzwerte gelten, da ihr Körper noch nicht vollständig entwickelt ist.
(24 Gramm entsprechen ½ l Bier, 12 Gramm etwa 1/8 l Wein)
Neulich habe ich ein interessantes Zitat gehört:
„Wir entwickeln uns erst weiter, wenn wir bereits unmittelbar am Abgrund stehen“.
Das Problem liegt darin, dass der/die Betroffene selber einsehen muss, dass er/sie bereits abhängig ist und unbedingt Hilfe braucht. Sehr viele Menschen streiten ihre Abhängigkeit erstmal ab und hinterher ist es dann (meistens) schon zu spät. Was ich sehr billig finde, ist, dass hier im Forum so abwertende Begriffe für alkoholkranke Menschen benutzt werden; man muss sich nicht sofort aus dem Wortschatz der untersten Schublade bedienen. Viel zu schnell kann man selbst in eine solche Not geraten.
freundliche Grüße
vom Zornroeschen
Liebes Zornroeschen,
das empfinde ich genauso. Auch wenn manche alkoholkranke Menschen ihr Sozialverhalten verlernt haben, so steht es uns nicht zu, sie in Schubladen zu packen und zu verurteilen. Genauso wenig gefällt mir hier die Verharmlosung eines täglichen Alkoholkonsums. Alkohol ist nicht nur ein Genußmittel, es ist auch eine Droge. Wenn jemand dauerhaft täglich eine gewisse Menge anderer Drogen zu sich nimmt und dabei das auffällige Verhaltens eines Abhängigen zeigt, würde das bestimmt niemand für möglicher Weise unbenklich halten.
Lieber einmal zu früh einen Alkoholabusus angenommen zu haben, als zu spät. Denn jeder der mehere Jahre an der Flasche hing, hat damit nicht nur sein Leben zerstört, sondern auch seine Gesundheit. Alle Organe leiden unter dem Alkohol. Aber ganz besonders Leber und Gehirn. Nicht selten ist eine Behinderung die Folge und der Betroffene sein Leben lang von anderen Menschen abhängig.
Gruß Karin