Hallo an alle,
Ich beobachte bei meinem Mann (mit fortschreitender Muskelerkrankung und Heimbeatmung) bei jedem gesundheitlichen Rückschritt, sei es seine fortschreitende Muskelerkrankung (also bei wirklich großen Rückschlägen, wie jetzt dauerhafter Bettlägrigkeit, die er sich momentan aber nicht eingestehen will), oder auch nur eine Erkältung (also ein kleiner Rückschritt), leider einen großen Zuwachs an Aggressionen.
In dieser Zeit ist er nahezu unerträglich. Da wir in zwei Wohnungen leben (direkt untereinander), kann ich dem noch einigermaßen aus dem Wege gehen, aber es ist wirklich schwierig in dieser Zeit mit ihm umzugehen.
Von offenen Aggressionen inklusive Beschimpfungen, hin zu passiver Aggression und Gaslighting ist eigentlich alles mit dabei. Und natürlich bin ich immer für all das verantwortlich, da ich ihn "dazu bringe". (Auch wenn ich nur anrufe um zu fragen, wie es ihm geht).
Ich weiß, dass er immens unter der fortschreitenden Muskelerkrankung leidet. Ich weiß, dass er Angst hat, vor diesem körperlichen Verfall und ich weiß auch, dass er traurig darüber ist, dass sein Leben nicht so verläuft wie erhofft.
Dennoch bin ich der Ansicht, dass sein Verhalten nicht in Ordnung ist.
Ich hatte ihn vor ein paar Monaten gebeten eine Verhaltenstherapie zu machen, um seine Ängste und seine aufkochenden Emotionen mit dem Psychologen zu besprechen und dort einige Methoden erlernt, mit denen er künftig mit solch starken Emotionen umgehen kann. Er fand das auch sinnvoll, hat sich aber bis heute nicht dazu angemeldet.
Ich bin ratlos.
Hat jemand von euch ähnliche Erfahrungen mit Angehörigen gemacht, oder vielleicht selbst durchgemacht und kann mir dazu ein paar Tipps geben? Darüber wäre ich wirklich dankbar.
Liebe Grüße
Laurafragtnach