Nichts wissen ist besser

Es dreht sich immer nur alles um ptbs, adhs und Depressionen symtome, analysieren, hinterfragen, bekämpfen, Lösungen suchen…… Die Person die jetzt viel mehr weiss als vor 10jahren oder 5jahren, diese Person war ich mal und diese Person vermisse ich! Denn dieses scheiss mühsame wissen was ich jetzt habe im Zusammenhang mit all meinen doofen symtomen, machen mich echt wahnsinnig. Als ich noch keine Ahnung hatte das ptbs überhaupt ptbs heisst und ich das chroniviziert habe, da ging es mir irgendwie anders. Ich wusste ich war anders als viele um mich herum, doch ein teil von mir konnte immer darüber hinweg sehen und sagen, „du bist halt einfach einwenig crazier als die“ und bin mit meine Hürden im Leben trotzdem gut voran gekommen. Doch jetzt, all die Therapeuten die mir den Stempel geben, da ptbs, da adhs da depressionen, da impulsiv blah blah… bin ich gelähmt. Ich finde selber nicht mehr aus diesen betitelungen mehr raus. Mein früheres Ich mochte ich viel mehr als mein heutiges Ich. Weil all das Wissen mich verändert hat, meine selbstansicht und die Ansicht gegenüber Menschen verändert hat. Dieses gelähmt sein zeigt sich im Alltag extrem, sitze stunden lang nur da und kann nichts machen weil mein kopf mir sagt, du bist ja eh behindert, das bringt doch nichts. Und früher mag ich vielleicht auch so gedacht haben, doch ich konnte darüber lachen und heute bringts mich zum heulen und lässt mich verzweifelt da sitzen.

Kommentare

  • Hallo @Sis,

    danke, dass du deine Gedanken mit der EnableMe Community teilst. Ich habe selbst meine ADHS und Autismus Diagnose dieses Jahr bekommen. Ich kann verstehen, dass sich viele Gednaken ab dem Zeitpunkt um die Diagnosen drehen. Vielleicht hilft dir unser Artikel zum Thema Neurodiversität eine andere Perspektive auf dich zu erhalten.


  • Hallo Sis

    Ja.Manchmal ist "nicht Wissen"besser als es zu Wissen.Auch ich empfinde manchmal so. Ganz besonders im Medizinischen Bereich,Man bekommt Diagnosen und soll damit leben.Wenn man es nicht tut, heißt es sofort "Das wissen sie doch".Weiß ich es wirklich?Kann ich mit diesem "Wissen"etwas anfangen?Meistens ist die Antwort darauf "Nein".Diagnosen sind so Fremdwort lastig, das ich alleine schon damit nicht viel anfangen kann.Und diese "Wissen"soll ich jetzt in mein Leben einbauen und mich danach auch so verhalten.Zumal mit dem "Wissen"von der Gesellschaft erwartet wird, dass ich mich dann auch entsprechend so verhalte.Oder anders gesagt "Das Wissen baut mein Leben um.Hat man es nicht gewusst und sich abweichend von der Norm verhalten, war es uns egal.Man war einfach so.Und oft war es gut für mich und für andere.Aber kaum weiß man, warum man sich so verhält, versucht man dieses Verhalten ,angepasst an das Wissen,zu ändern.Kaum hat man diese Veränderung vorgenommen, fragt uns unser Umfeld, warum wir uns jetzt plötzlich so anders verhalten.Also Fröhlich/Traurig,Optimist/Pessimist oder andersherum.Und schon kommt die nächste Frage für uns auf "Wie komme ich aus diesem Verhalten wieder raus?Wie werde ich so wie ich einmal war?"Nun,um ehrlich zu sein,keine Ahnung.

    Ich bin trockener Alkoholiker.Das hat eine Verhaltensänderung mit sich gebracht.Weil ich es jetzt wusste warum ich mich so oder so verhalten habe.Eine der häufigsten Reaktionen waren "Du warst aber mal anders.Du warst mal lockerer.Du warst aber viel optimistischer.Du hast mehr Spaß gemacht.Du bist heute so ernst bei allem."

    Ich habe eine Zeitlang dann geantwortet "Ich kann ja wieder anfangen zu saufen wenn ich euch nicht gefalle so wie ich bin".Konnte keiner verstehen.

    Irgendwann habe ich einfach nicht mehr reagiert darauf,und damit konnte ich für mich wesentlich besser leben.

    Leider ist es so das man keinen allgemeingültigen Rat geben.

    Ich würde dir gerne etwas anderes sagen.Nur weiß ich selber keine Antwort darauf.

    Wünsche dir alles gut.Mit der Zeit wirst du einen Weg finden.

    Ralf

    (Antwort ist keine Rechts oder Medizinische Beratung.Für die Richtigkeit der Antwort wird keine Haftung übernommen.Einige Antworten werden mithilfe einer KI geschrieben.(Artikel wird gekennzeichnet)

  • “Du warst aber einmal anders” die Sprüche höre ich oft von Menschen die mich mein ganzes halbes Leben kennen. Es tut einem obendrein weh, weil die medizinischen Fremdwörter etwas mit uns machen. Intellektuell mögen wir die Diagnosen wohl verstehen aber alle damit verbundenen Gefühle und Emotionen, die muss man erst mal verdauen. Wie lange ich dazu noch brauche, weiss ich nicht. Die Mitmenschen die mich ständig daran erinnern das ich früher anders war, die sind schon echt anstrengend, weil auch ich mich dan verteidige.

    Bei mir war es so das ich nachdem ich die Diagnosen erhalten habe, diese für gaaaaaanz lange Zeit ignorierte. Ich hoffte sie würde verschwinden. Und dann war da plötzlich die Neugier, und ich las alles mögliche über diese Themen. Doch nun bin ich hier, in diesem Forum gelandet weil, trotz des gelesenen Wissen was ich jetzt habe, kommen einen haufen Gefühle und Emotionen hervor, die mich einfach überfordern und überwältigen. Und da es im Alltag herausfordernd ist über alles mit jemandem zu reden, bin ich oft alleine.

    Es hilft mir hier zu lesen und zu schreiben, was ich im Alltag nicht erhalte. Und es hilft mir hier zu lesen das es Menschlich ist sich so zu fühlen ohne das ich mich dabei wieder verstecken muss. Und kein ärtzebuch über Diagnosen kann mir geben was dieses Forum mir geben kann, und das ist etwas Verbundenheit zu fühlen in dem einsamen Weg.

    Danke @Ralf

    Ich wünsche dir das du dich verstanden fühlst von deinen Mitmenschen

  • "Manchmal ist "nicht Wissen"besser als es zu Wissen. Auch ich empfinde manchmal so. Ganz besonders im Medizinischen Bereich, Man bekommt Diagnosen und soll damit leben."

    @Slowrider hallo ralf,

    bei mir war es anders. ich hatte nach jahrelangen irrwegen bei ärzten*innen und in kliniken endlich eine diagnose. mir fiel ein stein vom herzen denn endlich hatte das kind einen namen. ob und es behandelbar war stand zwar in den sternen, aber ich war sooo was von froh!

    lg jenner