Pkv lehnt Klinik ab

Hallo ihr lieben,


Ich bin total verzweifelt und dachte ich frage hier mal nach ob jemand schon mal Erfahrungen mit sowas gemacht hat.


Mein Mann ist momentan in einer schweren depressiven Phase und hat sich endlich dazu entschlossen, sich in einer Klinik helfen zu lassen. Diese Klinik hat eine unglaublich geringe Wartezeit von 2 Wochen. Jedoch will die private Krankenversicherung dies nicht bezahlen. Wir haben eine dringliche Verordnung von Krankenhausbehandlung und alle Berichte usw eingereicht. Die Krankenkasse ist aber der Meinung, er soll es doch bitte erst einmal ambulant versuchen.

Kann man da was machen? Wie lief es bei euch?

Vielen Dank

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Antworten

  • Hallo Mackarena,


    vllt gibt es die Möglichkeit, dass dein Mann sich in eine Akutstation einweisen lässt und von dort aus der Stationsarzt ihn auf eure Wunschklinik weiterleitet.

    Eventuell ist das behördlich für die PKV machbar.


    Viele Grüße

    Tinchen

  • hallo, behörden spielen in diesem fall gar keine rolle. eine priv. kv wird privat abgeschlossen. man muss sich nach deren bestimmungen richten, es sei denn man geht auf irgendeine geeignete weise dagegen vor. welche es da gibt, weiß ich leider auch nicht.


    gruß

    anne

  • @Mackarena

    Ich vermute, die Ablehnung erfolgte aus Wirtschaftlichkeitsüberlegungen. Das ist auch leider ok so, weil für die Kasse in eurem Fall noch nicht alle nichtstationären Möglichkeiten ausgeschöpft wurden? Denn es gilt die Prämisse: Ambulant vor Stationär! Was wäre denn mit einer Überweisung in eine ortsnahe Tagesklinik? Ist dein Mann suizidgefährdet, dann läge ein akuter Notfall vor und ihr könntet ohne Überweisung ins Krankenhaus gehen. Aber am Besten rufst du die Kasse an und fragst sie, was die euch raten würden, denn da liegen auch die Vertragsverhältnisse deines Mannes vor, die die Kasse ja kennt. Das ist der beste Weg.

    Alles Gute!

    Sorgen sind wie Nudeln, man macht sich immer zuviel

    Gib Alles, bloß nicht auf!

  • hallo @Mackarena, ich wollte mal fragen ob du weitergekommen bist.


    lg

  • [Gelöschter Benutzer]
    bearbeitet 4. Nov 2022, 09:42

    ist erl.

  • Hallo ihr lieben,

    Danke für die ganzen hilfreichen Tipps.

    Ich wollte mich erst melden wenn wir ein bisschen was erreicht haben, bzw wenn wir mehr wissen. Aber da hier schon was gefordert wird, gebe ich mal ein Update.


    Also wir den Brief mit der genauen Begründung letzte Woche erhalten, zusammengefasst hieß es

    "nicht genug erklärt, erstmal bitte ambulant und wenn es was werden soll, dann bitte auch einen sehr ausführlichen Bericht eines Arztes der sie sehr lange kennt, z.b Hausarzt"


    Wir haben uns dann sehr viele Informationen geholt, so wie hier, Psychologen aus unserem Umfeld und den eigentlich einweisenden Psychiater. Alle haben uns empfohlen dem zu widersprechen und nun bauen wir den Bericht genauer aus. Es wurde begründet warum ambulant zu diesem Zeitpunkt nicht ausreicht

    -schon etwas beim Psychiater in Behandlung, dass reicht nicht, keine Besserung in Sicht

    -belastendes Umfeld, er hat gerade seine Firma geschlossen, die Umgebung erinnert ihn an sein "Versagen", Fluchtgefühle von Zuhause, weil keine Gefühle vorhanden, Schuldgefühle, lieber Trennung weil besser für alle usw.

    -nicht stabil genug für ambulant

    -zur Erhaltung der Familie, da Situation alle belastet plus seine Fluchtgefühle usw.

    -Verweis darauf das Klinik eine Akutklinik ist und sie ihn angenommen haben


    Dieser Bericht wurde zusätzlich zum alten vom Psychiater verfasst, es folgt einer vom Hausarzt und dann zusätzlich die Ersteinschätzung der Psychologin bei der er nächste Woche sein Erstgespräch hat. Und wir fragen die Klinik ob die nicht noch was aufsetzen können. Das ganze wird aber wahrscheinlich etwas mehr bürokratisch, da wir auch informiert wurden, dass die Krankenkasse auch noch mal prüfen möchte ob alle Angaben aus dem Erstgespräch bei dem Abschluss der Pkv auch so stimmen, da die nun sehen wollen, ob er vorher wirklich noch nie was psychisches hatte und es verschwiegen hat usw.

    So sieht es momentan aus. Ob wir so was erreichen, weiß ich nicht, aber die Empfehlungen der Ärzte zumindest waren nahezu deckungsgleich.


    Wenn ihr Fragen habt, könnt ihr aber gerne noch welche stellen, Tipps nehmen wir auch sehr gerne an :)


    LG

  • hallo @Mackarena, danke für die info.


    viel erfolg und schöne grüße 😉

  • @Mackarena

    Ganz spontan denke ich: Die spinnen.

    Zitat: Das ganze wird aber wahrscheinlich etwas mehr bürokratisch, da wir auch informiert wurden, dass die Krankenkasse auch noch mal prüfen möchte ob alle Angaben aus dem Erstgespräch bei dem Abschluss der Pkv auch so stimmen, da die nun sehen wollen, ob er vorher wirklich noch nie was psychisches hatte und es verschwiegen hat usw. Zitatende

    Das habe ich noch nie erlebt. Sieht deutlich nach vorsätzlicher Verschleppung aus.

    Da sitzt wohl ein richtiger Erbsenzähler bei der Kasse. http://www.patientenberatung.de/de

    Vielleicht versteht die obige "unabhängige Patientenberatung" eure Nöte, und weiß weiter. Letztlich bleibt euch nur der Weg zum Sozialgericht, um eine Eilentscheidung zu erwirken, ihr könnt ja jetzt nicht ewig warten. Außerdem liegt hier deutlich eine Behinderung einer NOTWENDIGEN BEHANDLUNG vor. Die Behandlung muss ja zeitgleich erfolgen, um mögliche nachfolgende Nachteile zu vermeiden. Die Wirtschafflichkeit ist wohl gegeben, ihr wollt ja bestimmt nicht im Sanatorium in den schweizer Alpen einchecken -

    Halt uns aber unbedingt auf dem Laufenden.

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  • Sorgen sind wie Nudeln, man macht sich immer zuviel

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  • Vielen vielen Dank! Das hat sehr geholfen, da hängen wir uns später mal direkt dran!


    Danke :)

  • hallo, das ist doch alles nach deiner schilderung so dringend. was meinst du damit, dass ihr euch SPÄTER "daran hängt"? ich finde die vorschläge von @Pitjes sehr, sehr gut.

  • "Später" in Form von, wenn ich von der Arbeit nach Hause komme. Natürlich ist es sehr dringend und eigentlich würde man liebend gerne seine komplette Zeit investieren und sich nur darum kümmern, aber das geht leider nicht, würde einen wahrscheinlich auch verrückt machen.


    Und es war Freitag, also haben wir leider nicht so viel neues heraus gefunden. Montag geht's dann erstmal weiter.


    Ich halte euch auf dem laufenden!

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  • Montag steht an:


    Nochmals die Patientenberatung anrufen und denen die Sachlage erklären und fragen.


    Mit einem Anwalt über den Fragebogen der PKV über die richtigen Angaben zum Erstgespräch sprechen. Wir wollen dort keinen Fehler machen. Man hört ja das die einen dann auch die Versicherung kündigen können. Das wäre jetzt eine ziemliche Katastrophe.


    Gleichzeitig hat er Montag sein Erstgespräch bei der Psychologin und einen Termin beim Hausarzt. Da ergeben sich ja wahrscheinlich auch wieder einige Dinge.


    Es gibt ja leider nie den einen richtigen Weg und nun sind es ja irgendwie zwei Kämpfe geworden.

    Endlich in die Klinik zu können und nicht aus der Versicherung zu fliegen, anscheinend. Während man parallel aber zu sieht, dass einem der Partner nicht entgleist, denn für ihn ist das eine unglaubliche Belastung und durch seine Verfassung hat er schon häufiger das Handtuch schmeißen wollen und "halt so weiter leben wenn keiner helfen möchte". Es ist leider in so einer schweren depressiven Phase sowieso schon schwer. Alleine würde man das alles nicht schaffen.

    Dann zusätzlich den Alltag und die Arbeit und das Kind unterzubringen. Das raubt mir auch langsam wirklich jeden letzten nerv. Die Angst jetzt was falsch zu machen ist immens und es gibt ja leider nicht diesen einen Satz oder diesen einen Weg der jetzt alles klären kann. Bei manchen läufts mit dem ersten Antrag, die anderen müssen vor Gericht und dazwischen gibt es ja auch noch einige "Lösungen".

  • @Mackarena

    Zitat: Bei manchen läufts mit dem ersten Antrag, die anderen müssen vor Gericht und dazwischen gibt es ja auch noch einige "Lösungen". Zitatende

    Den Vergleich eurer mit der Situation von Manchen ist nicht zielführend. Eure Situation ist nunmal so, wie die sich darstellt, und nur darum geht es. Langfristig erscheint mir ohnehin der Wechsel in die GKV unumgänglich. Das Thema betrifft viele ehemalige Selbständige. Könnt ihr gleich mit mit dem Anwalt besprechen, wenn ihr dort seid. Und keine Scheu vor einem Verfahren gg. die Kasse, die Beiträge sind nicht umsonst so hoch, weil die Kosten der Rechtsstreitigkeiten gg. so manche Entscheidung von denen jährlich in die Millionen gehen, und auch noch höher ausfallen könnten, wenn sich mehr Patienten und Angehörige trauen würden, den Weg einer Klage zu wagen.

    Gesagt werden muss aber auch, dass sich die Sachbearbeiterinnen und Sachbearbeiter ganz viel Wissen und Erfahrung anarbeiten müssen, um immer die salomonischste Lösung zu erkennen. Den Job möchte ich nicht machen, immer das individuell Richtige zu wissen. Da kann dann das Problem ganz einfach per Gericht geklärt werden, und alle Beteiligten können noch was dazu lernen.

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