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Monatsthema Juli: Sport, Freizeit und Reisen (mit Behinderungen)

Hallo liebe Community,

der Sommer ist da und damit die Zeit für Spaß im Freien, Ausflüge und Reisen. Ihr und wir stellen uns dabei die Frage: Wie sieht es eigentlich mit barrierefreien Zielen aus? 


Ein User fragt: Wie wäre es mit einer weiteren Rubrik hier im Forum in Bezug auf "Barrierefreie Ausflugsziele"? Hier könnten sich Mitglieder der Community über Erlebtes, egal ob positiv oder negativ, während des Urlaubes oder eines Ausfluges austauschen und in diesem Zusammenhang barrierefreie Ziele vorstellen. (Quelle: https://community.enableme.org/de/discussion/55663/euer-engagement-ist-gefragt-tauschen-notfalldose-gegen-ideen#latest)


Wir finden diese Anregung super und möchten sie gerne aufgreifen. Auf unserer Webseite findet ihr Infos zu barrierefreien Urlaubszielen, Verkehrsmitteln, die mit und ohne Mobilitätseinschränkungen genutzt werden können.

Auch zu Sport, Workshops und anderen Freizeitvergnügungen haben wir interessante Fachartikel für euch.


Was sind eure Pläne und Aktivitäten in den kommenden Wochen? Oder kennt ihr lohnende barrierefreie Ausflugsziele? Wir waren z.B. letzte Woche in Lindau und haben uns dort mit dem deutschen und schweizer Team getroffen, inklusive Bootsfahrt. Barrieren gab es auch, aber großteils sind wir gut zurecht gekommen. Teilt sie gerne hier mit den anderen Mitgliedern.


Viele Grüße

Annemarie

Kommentare

  • OKOK ✭✭✭

    Ich möchte hierzu einige Erfahrungen teilen:


    Neurodiversität in Grossbritannien:

    Ich bin Autistin und habe auf meinen Reisen nach Grossbritannien und Irland bemerkt, dass dort die Akzeptanz für Menschen, die "anders ticken" viel grösser ist als in der Schweiz. Grossbritannien und Irland könnten also ein Reiseziel für neurodiverse Menschen sein, allerdings könnten Betroffene bei der Rückkehr traurig werden, dass die Akzeptanz in ihrem Heimatland nicht oder nur unzureichend gegeben ist. Mir ging es so. Falls ich länger lebe, würde ich gerne nach Irland oder Grossbritannien auswandern, aber im Moment habe ich bezüglich meiner Lebensdauer resigniert. Obwohl meine Lebensdauer aus medizinischer Sicht nicht eingeschränkt ist, erlaube ich mir derzeit das Leben nur noch bis maximal Juli 2024, aber das ist eine Thematik für einen anderen Thread.


    Barriere(un)freiheit in Glasgow:

    Letzten Herbst bin ich mit meiner Mutter, die am Rollator geht, nach Glasgow gereist. Glasgow selbst ist mit Rollator oder Rollstuhl nicht zu empfehlen, wie wir feststellen mussten. Da die Bahnstationen nur zu 50% barrierefrei sind, ist man auf Bus, Taxi oder Mietauto angewiesen. Wir haben beide keinen Führerschein und sind für ein Musikfestival nach Glasgow gereist. Während solchen Anlässen sind die Taxis meist überlastet, da es zu wenige hat. Für treppensteigende Fussgänger gibt es jedoch tolle Bars, in denen auch regelmässig Konzerte stattfinden. Es kann allerdings sehr voll werden.


    Flughafenassistenzen:

    Die Assistenz am Flughafen Glasgow ist sehr kompetent und kann sich auch an spezielle Fälle gut anpassen. Durch Rufsäulen bei den Parkplätzen und Taxihaltestellen kann (und soll) die Assistenz bereits vor dem Check-In herbeigerufen werden und begleitet von da an.


    Am Flughafen London Heathrow ist die Infrastruktur gut ausgebaut, das Assistenzpersonal ist jedoch aufgrund des enormen Passagieraufkommens oft gestresst und vergisst manchmal Dinge. Man muss also regelmässig auf seine Bedürfnisse hinweisen, damit diese wahrgenommen werden.


    Am Flughafen Zürich ist die Assistenz etwas unsinnig organisiert. Die Erwartung ist, dass unterstützungsbedürftige Menschen sich erst nach dem Check-In bei der Assistenz melden. Für alleinreisende mobilitätseingeschränkte Personen ist dieses Vorgehen teilweise ungeeignet. Für diese Personen ist zu empfehlen, dass Angehörige bis dorthin begleiten, wo die Assistenz übernimmt. Das Assistenzpersonal selbst ist freundlich und kompetent, sie sind aber teilweise durch unsinnige Vorgaben seitens der Chefetage in ihrem Handlungsspielraum eingeschränkt.


    Bahnfahren:

    In Grossbritannien haben viele Bahnhöfe noch Passagierüberführungen mit Treppen. Lifte wurden und werden nachgerüstet, sind jedoch noch nicht überall vorhanden und fallen des Öfteren aus. Die neueren Nahverkehrszüge verfügen über einen flachen Einstieg, der jedoch an älteren Bahnhöfen nicht niveaugleich mit dem Bahnsteig ist. Fernverkehrszüge haben oft noch Treppen bei den Einstiegen und können somit von vielen mobilitätseingeschränkten Personen nicht selbstständig bestiegen werden. In den Zügen werden alle Durchsagen zeitgleich schriftlich auf Bildschirmen abgebildet.


    In der Schweiz verfügen alle neuen Züge, sowohl im Nah- als auch im Fernverkehr, über einen flachen Einstieg. Bei kleineren und älteren Bahnhöfen kann ein Niveauunterschied zwischen Bahnsteig und Zug entstehen. Ob ein Zug mit dem Rollstuhl selbstständig bestiegen werden kann (können sollte), kann im Online-Fahrplan der SBB einfach überprüft werden.


    Die neuen FV-Dosto Züge der SBB weisen Mängel sowohl für Reisende mit als auch ohne Behinderung auf. So sind die Rampen beim Aussteigen zu steil, die Handläufe für Sehbehinderte ungünstig platziert und wenn der Zug über eine Weiche oder in eine Kurve fährt, schüttelt er unangenehm. Die FV-Dosto fallen auch oft aus, denn wenn die Elektronik spinnt, fährt er nicht. Meiner Meinung nach war der FV-Dosto ein Fehlkauf.

  • Das ist ein großes Thema, das aber auch viel Lebensfreude bringen kann. Wenn man Frust vermeidet. Einige Überlegungen dazu:

    Reisen

    Vor einer längeren Reise am besten sehr gründlich überlegen, was Sie sich noch zutrauen können und was Ihnen (hoffentlich) bekömmlich ist. Passende Portion? Besser vielleicht zweimal vier Stunden unterwegs zu sein, als acht Stunden am Stück?

    Eine individuell geplante und durchgeführte Reise kann selbstverständlich toll und äußerst reizvoll sein. Verbunden damit sind aber jetzt Herausforderungen, die schneller als früher zu Überforderungen oder schlimmstenfalls Gefährdungen werden könnten. Unabhängig vom bevorzugten Verkehrsmittel sollten Sie vor allem eine Pauschalreise als gute Wahl heranziehen und detailliert vergleichen. Nicht erst seit Corona sind die reiserechtlichen Vorteile in den Fokus geraten. Zwar zeigen etliche Vergleichstests, dass Individualreisen, bei denen Anreise und Unterkunft getrennt gewählt und gebucht werden, 10 bis 25 Prozent günstiger sein können. Es gibt aber natürlich auch andere Beispiele.

    Reisen mit der Bahn

    Informieren Sie sich im Vorfeld Ihrer Reise zu den Ein-, Um- und Ausstiegshilfen an den jeweiligen Bahnhöfen. Denken Sie daran, falls Sie auch beim Tragen eines Gepäckstückes Hilfe brauchen.

    Nutzen Sie den Gepäcktransport von Haus zu Haus, falls ein solcher angeboten wird. Buchen Sie ggf. direkt über die Mobilitätsservice-Zentrale der Bahn geeignete Sitzplätze oder Stellflächen.

    Informieren Sie sich über behindertengerechte Toiletten auf Ihrer Reiseroute (Züge, Bahnhöfe).

    Viele neue Nahverkehrszüge verfügen über Ein­stiegshilfen (z.B. Rollstuhlrampen), die aber vorbe­stellt sein müssen. Bis heute ist das ein regelmäßi­ger Kritikpunkt! Beachten Sie, dass orthopädische Hilfsmittel wie Rollstühle oder Gehwagen unentgeltlich befördert werden.

    Reisen mit dem Flugzeug

    Weisen Sie das Reisebüro bzw. die Fluggesell­schaft auf Ihre Mobilitätseinschränkungen und vor allem notwendige Hilfen hin. Organisieren Sie frühzeitig bei Bedarf einen zuverlässigen Transfer zum Flughafen.

    Klären Sie ebenso den Transfer vom Zielflughafen zum Hotel. Planen Sie für alle Ihre Reisestationen bis zum Ziel genug Zeit ein.

    Besprechen Sie an Ihrem Zielort frühzeitig alle Rückflug­modalitäten – am besten schon gleich nach der Ankunft.

    Eine Seefahrt, ist die lustig?

    Denken Sie jetzt an eine Kreuzfahrt? Warum ei­gentlich nicht! Ein großer Vorteil gerade für Men­schen mit Behinderung im Vergleich zu anderen Rundreisen: Sie haben für die Dauer Ihrer Reise auf dem Schiff Ihr festes Zimmer oder gar Apartment. Einmal auspacken, einräumen und am Ende wieder einpacken. Sie lassen bei Ausflügen alles im Zimmer und wählen nur die zum Wetter passende Kleidung aus. Der Service ist meist gut bis ausgezeichnet und die Preisspanne schwankt natürlich stärker als jedes moderne Schiff.

    Fluss-Kreuzfahrt oder See-Kreuzfahrt?

    Die Strecken sind genauso unterschiedlich wie die Schiffsgrößen. Gehört ein Flusskreuzer mit 200 Passagieren schon zu den Großen, so reiht sich ein Hochseekreuzer mit 2.000 Passagieren noch bei den Kleinen ein. Moderne Hochseeschiffe über­schreiten spielend die 3.000er Marke.

    Obwohl ich gerne kleine Portionen empfehle, sollten Sie hier die Vor- und Nachteile abwägen. Die großen Pötte haben ja auch große Verkehrsflächen, viele Decks, viele Aufzüge, mehrere Restaurants usw. Von der Krankenstation bis zum Hubschrauberlandeplatz für alle Fälle – alles vorhanden.

    Es sind aber ge­nauso etliche Inseln der Ruhe wie Bibliothek und Andachtsraum meist mit an Bord. Es ist wie im All­tag.

    Ein 200-Seelenort kann Ihnen nach kurzer Zeit auf die Nerven gehen, wogegen eine 3.000-Seelen­gemeinde Anregung und Entspannung gleicherma­ßen bietet.

    Und Sie hätten sogar die Möglichkeit, die gesamte Dauer der Reise an Bord und so­gar in der Kabine (mit Balkon?) zu bleiben.

    Lieber kürzer und dafür komfortabler?

    Eine Flusskreuzfahrt dagegen kann Sie direkt in Metropolen und ganz nah durch viele Landschaften führen. Deutschlandweit, europaweit und nach Anreise auch weltweit. Allerdings sind die Platzverhältnisse bei den Flussschiffen meist deutlich enger.

    Unterwegs mit dem PKW

    Wenn Ihnen diese Reiseform zusagt und möglich ist, kann das komfortabel sein. Der Pkw kann ja auch bei Anreise mit Bahn oder Flugzeug erst am Urlaubsort eine Rolle spielen. Allerdings sind auch etliche Planungen empfehlenswert. Ganz allein unterwegs wäre vermutlich ein zu hohes Risiko. Eine längere Reise im PKW mit zwei oder mehr Personen hat Vorteile. Vor allem wenn zwei davon einen Führerschein haben und fahrfähig sind. So macht das z.B. unterwegs eine Abwechslung möglich.

    Halten Sie nur an Raststätten, die über einen stu­fenlosen Eingang und ein behindertengerechtes WC verfügen.

    Achten Sie bei einem Mietwagen auf Ihre Bedürf­nisse (Automatik, Kofferraum) und organisieren Sie ihn frühzeitig.

    Unterkunft

    Klären Sie, ob der Zugang stufenlos erreichbar ist und die Aufzüge ggf. auch Rollstuhlfahrer transportieren können.

    Beachten Sie die Ausstattung des Badezimmers. Gibt es ein WC mit Haltegriffen, eine ebenerdige Dusche etc.?

    Buchen Sie eine Unterkunft, in dem zentrale Orte wie Aufenthaltsraum, Restaurant oder Terrasse stufenlos erreichbar sind. Informieren Sie sich, wie die Außenanlagen des Hotels beschaffen sind.

    Stellen Sie sicher, dass Freizeitmöglichkeiten und Ausflugsziele in der Nähe des Ferienortes stufenlos erreichbar sind.

    Erfragen Sie, welche Restaurants in der Umgebung des Ferienortes behindertengerecht ausgestattet sind.

    Sicher ist sicher!

    Klären Sie vor einer Entscheidung, die Sie mehr als eine Tagesreise von zuhause weg führt, ob ggf. eine medizinische Notversorgung vor Ort gewährleistet ist. Gibt es dazu auch Hinweise auf die Qualität und wie sieht notfalls die Anbindung an ein Krankenhaus aus?

    Nehmen Sie ins fremdsprachige Ausland auf jeden Fall einen Sprachführer mit, der nicht nur im Restaurant oder beim Einkaufen hilft, sondern auch bei diffizilen medizinischen Problemen.

    Reisegepäck

    Jetzt aber: Bei der Wahl der Gepäckstücke sollten Sie – unabhängig womit und wohin die Reise geht – unbedingt wieder auf kleine Portionen achten. Also besser zwei kleine als ein großer Koffer oder gar Überseekoffer. Und davon am besten einen Koffer für mögliche Zwischenfälle vorsehen (Waschzeug, Schlafanzug, Handtuch, zweiter Satz Wäsche zum Wechseln, Medikamente).

    Denken Sie dabei auch an Helferinnen und Helfer, die Sie unterwegs oder vor Ort brauchen, oder die Ihnen gerne helfen wollen, aber einen 20 kg schweren Koffer weder die Treppe hoch schlep­pen noch in den Kofferraum wuchten können.

    Rollkoffer sind dabei meist eine große Hilfe. Probieren Sie aber die Teile auch mal aus. Und überlegen Sie, ob beispielsweise ein Dreier-Set für Sie passend ist. Denn das bedeutet ja in der Regel groß-mittel-klein. Ist zwar ideal zum Aufbewahren im leeren Zustand. Ideal zum Verreisen könnte aber eher die mittlere Größe in zweifacher oder dreifacher Ausfertigung sein. Denn den großen Koffer hebt keiner mehr und der kleine Koffer – na ja, der ist halt wirklich klein. Weit verbreitet sind Koffer, die sich nur öff­nen lassen, indem man die beiden Hälften aufklappt. Praktischer könnte ein Koffer mit einem Reißverschluss und einer Klappe bzw. einem Deckel sein. So lässt sich vor allem unterwegs leicht etwas entnehmen oder noch schnell hineinlegen.

    Und überlegen Sie sich auch einen kräftigen Koffergurt, der nicht nur ein Aufplatzen des Koffers verhindern kann, sondern das schwere Teil auch leichter handhaben lässt.

    www.kleine-portionen.de

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    Hallo zusammen Hier was für den Guten Zweck

    Um denn Geiz ist Geil Wahn der Kassen eins aus tu wischen

    ich fände es super wenn ihr dieses Unterstüzen würdet LG Ricolino

  • Reisen sollte man einfach gut planen!!!


    In der heutigen Zeit ist das Reisen viel einfacher als vor Jahren.

    Ich sitze im Rollstuhl und habe positive Erfahrungen gemacht beim Bahn fahren.

    Beim Fliegen war bisher auch alles sehr gut, man muss vor den Flug alles abklären.

    Wenn man Hilfe benötigt bekommt man diese auch.

    Kreuzfahren gingen auch immer sehr gut, es hat Kabinen die Behinderten und Rollstuhlgerecht sind. man hat mir auf dem Schiff und runter geholfen, wann immer ich Hilfe benötigte.


    Alles vor dem Verreisen klären wie man Reist welches Hotel, was für Ausflüge möchte man machen.

    Und ja es gibt auch mal Dinge die nicht klappen, das kommt vor, und das finde ich auch ok.

    Es gibt immer Lösungen für Probleme.


    LG Dextro

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