🔊 Sei dabei: Online Erfahrungsaustausch zur psychische Gesundheit am 08.Dez: https://community.enableme.org/de/event/12-erfahrungsaustausch-wirkungsgeschichten-psychische-gesundheit

Wie komme ich zu einem Assistenzhund?

Wegen chronischer Depressionen erhalte ich seit mehr als 25 Jahren eine IV. Jetzt bin ich an einem Punkt angelangt, wo mir Medikamente nicht weiter helfen. Zur weiteren Lebensbewältigung und zur Hilfe im Alltag möchte ich einen Assistenzhund an meiner Seite.

Fragen: Wer hat bereits Erfahrungen? Welche Organisation hilft mir bei der Suche nach einem geeigneten Tier und dessen Ausbildung? Wie sieht es finanziell aus? Zahlt eventuell die IV?

Ich bin froh um jeden Rat, jede Adresse usw.

Antworten

  • Hallo Ricola

    Unter Mehr als «nur» ein Assistenzhund (enableme.ch) findest du alles zu Assistenzhunden. Aber ich glaube bei chronischen Depressionen werden da keine Hunde zugewiesen. Die IV wird hier vermutlich auch nichts übernehmen.

    Was genau erhoffst du dir von einem Assistenzhund? Wenn es einfach um psychische Unterstützung durch ein Tier geht, dann kannst du dir doch einfach bei einem Tierheim oder Züchter beraten lassen. Auch kann ich mir durchaus gut vorstellen, dass auch Katzen eine gute Option sind. Weil die sind genau so sozial, jedoch etwas unabhängiger in der Haltung und können sich, wenn sie zu 2 gehalten werden, auch mal selber beschäftigen. Denn gerade bei Depressionen, ist es nicht immer möglich sich aufzuraffen und mit dem Hund nach draussen zu gehen. Es stellt sich dann die Frage: fühlst du dich in der Lage einen Hund oder auch Katze mehrere Jahre Artgerecht zu pflegen und zu halten?

    Tiere sollten gut überlegt sein!

    Lieben Gruss

    Priska

    Dipl. Naturheilpraktikerin TEN und Neurofeedback-Therapeutin


    Naturpraxis Hitz - Heilkunde | Neurofeedback | Biofeedback

    Flühstrasse 5, 5415 Rieden AG, www.naturpraxis-hitz.ch

    • EMR Zulassung: Von Krankenkassen anerkannt
  • Hallo Priska,

    gerade, weil ich sehr bedacht bin, habe ich bisher für kein Tier die Verantwortung übernehmen wollen. Es ist schwer vorauszusagen, ob ein Hund mehr Belastung oder mehr Hilfe ist. Aber ich denke, gerade das - die Verantwortung und die Pflicht könnten mir helfen, dem Leben Sinn und Struktur zu geben. Ich bin sehr gern in der Natur, nur kann ich mich oft nicht aufraffen, wenn ich es besonders nötig hätte. Und ich neige sehr zum sozialen Rückzug. Wenn sich Kontakte ergäben, in der Hundeschule oder beim gassigehen, wäre das auch gut.

    und in das Fell heulen wäre auch nützlich….

    soll ich nun also sogleich aufgeben, weil ich nicht zu Hundert Prozent garantieren kann, ob ich für Jahre stabil und zuverlässig bin?

    Schenk mir bitte etwas Mut!

  • Priska_HitzPriska_Hitz expert
    bearbeitet 21. September

    Hallo Ricola

    Ich wollte dich nicht entmutigen. Versuche es doch einfach bei der IV oder gehe beim Schweizerischen Zentrum für Assistenzhunde vorbei. Die können dich dort am besten beraten.

    Die gleichen Fragen zur möglichen Haltung, werden dir jedoch auch durch die entsprechenden Stellen gestellt. Auch wird ein Hund nur dann abgegeben, wenn die "Chemie" zwischen Hund und Halter stimmen. Es hat also nichts mit dir oder deinem Krankheitsbild zu tun. Sondern schlicht mit Verantwortung dem Tierwohl gegenüber. Diese Fragen müssen auch Sehbehinderte, Autisten oder Diabetiker beantworten, welche ein Assistenzhund wünschen. Deshalb nicht gleich alles persönlich nehmen.

    Dazu kommt, dass ein Assistenzhund ausgebildet übergeben wird. Also eine Hundeschule besuchen, so wie es andere Hundehalter mit ihren Hunden machen. Gibt es bei einem Assistenzhund nicht. Der hat eine komplett andere Ausbildung und auch viel länger hinter sich und auch andere Hundeaufgaben, wie "nur" Gassi gehen.

    Alternativ gibt es sonst noch tiergestützte Therapie mit Therapiehunden. Da kannst du zumindest Stundenweise mit einem Hund kuscheln. Ausserdem verkürzt es die Wartefrist auf einen eigenen Assistenzhund.

    Vielleicht noch etwas zu mir: ich bin Autistin, mit Depressionen, Angstzuständen, Sozialphobie und PTBS. Ich weiss also sehr gut wie sich psychische Schwierigkeiten anfühlen und kann durchaus mit dir fühlen.

    Lieben Gruss

    Priska

    Dipl. Naturheilpraktikerin TEN und Neurofeedback-Therapeutin


    Naturpraxis Hitz - Heilkunde | Neurofeedback | Biofeedback

    Flühstrasse 5, 5415 Rieden AG, www.naturpraxis-hitz.ch

    • EMR Zulassung: Von Krankenkassen anerkannt
  • @ricola Hallo ricola,

    willkommen in unserer Community. Schön, dass du dabei bist. Auch toll, dass bereits auf deinen Post geantwortet wurde. Viel Spaß beim weiteren Antworten erhalten und austauschen.

    Viele Grüße

    Annemarie

  • Hallo @ricola

    Ich bin von CléA, wo es um das Leben mit Assistenz geht. Dabei steht die persönliche Assistenz im Vordergrund. Nichts desto trotz haben sehr viele Betroffene auch einen Assistenzhund, der ihnen bei vielen Handgriffen behilflich ist. Ein Assistenzhund ist nicht nur ein toller Helfer, auch ein treuer Begleiter und viele Menschen berichten, wie sehr der Hund ihr Leben bereichert und positiv verändert hat.

    Zu deiner Fragen, wie man zu einem Assistenzhund kommt, habe ich leider wenig Erfahrung. Unser Präsident, Severin, hat für EnableMe ein Interview zum Leben mit einer Assistenzhündin gegeben. Hier findest du den Artikel:

    Bei Swisshelpdogs.ch habe ich einen Artikel zur Finanzierung gefunden:

    https://www.swisshelpdogs.ch/finanzierung/

    Allenfalls lohnt es sich, dass du mal mit denen in Kontakt trittst. Die können sicher etwas detaillierter Auskunft geben.

    Ich habe übrigens vor einiger Zeit angefangen, mit einem Hund meines Nachbar spazieren zu gehen. Habe die Nachbarin gefragt, ob ich einmal die Woche ihren Hund mit auf einen Spaziergang nehmen darf. Mir hilft das zur Stressbewältigung, mal weg vom Schreibtisch und Laptop, in die Natur. Und der Hund, sie heisst "Rosie", bringt mich auch den stressigsten Tagen immer zum Lachen. Und wir gehen bei jedem Wind und Wetter raus. Vielleicht findest du auch jemand, der dir sein Hund für einen Spaziergang anvertraut, um es mal etwas auszuprobieren.

    Ich wünsche dir auf jeden Fall viel Erfolg und gute Gesundheit. Bleib optimistisch.

    Beste Grüsse - Fabienne

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