Was sind die grössten Herausforderungen beim Reisen für Menschen mit einer Behinderung?

Liebe Community


Lasst uns wissen, was die grössten Herausforderungen sind beim Reisen für Menschen mit einer Behinderung.


Wir sind dankbar, auf Experten der Bahn und weiteren Unternehmen zählen zu dürfen!

Deshalb interessiert uns, ob Ihr Fragen, Anregungen und Wünsche an die Transportunternehmen habt? z.B. die SBB.


Sehr gerne beantworten die ExpertInnen Eure Fragen persönlich.

Habt Ihr Fragen an die ExpertInnen der Bahn und weiteren Unternehmen, welche sich mit der Mobilität von Menschen mit Handicaps beschäftigen?


Liebe Grüsse Pascal 

Pascal EnableMe

Antworten

  • Ich fände es toll wenn jede Treppe einen guten Kontrast bei den Stufen hätte. Vorne an der Stufe wird jeweils bei hellen Treppen ein dunkler Streifen und bei dunklen Treppenstufen ein heller Kontraststufen angebracht. Mir hilft es zuwenig wenn nur die erste und letzte Stufe markiert ist.

    ricketschalter sind sehrwertvoll. Bitte nicht auflösen.


    bei der Bau kann man auf einen knopf drücken und dann wird der nächste Bus angesagt. Das wäre auch toll bei der sbb. Mit Gleisanlage.

  • Für mich als Asperger ist es sowiso immer eine reizüberflutung. Wenn dann noch die Bahnhöfe nicht bedient sind (sbb Personal) schalte zu gemacht für immer geschlossen komme ich oft ins trudeln. Eine ansprechperson am Bahnhof wäre schon wünschenswert. Auch schon vom standpunkt sich sicher fühlen an einem Bahnhof. Wenn da personal ist fühle ich mich sicherer als wenn kein Personal vorhanden ist.

    Was ich immer als sehr störend empfinde ist das gedrendle beim ein und ausstieg. Die Leute lassen einen nicht schön aussteigen. In Bern war es bei einer Bahn so gelöst das erst nach dem aufsteigen der Fahrgäste die anderen Fahrgäste einsteigen konnten. Dies wurde geregelt über automatische Türen.

    Zügänge Rollstuhl gerecht planen und umsetzten. Es kann doch nicht sein das ich einen riesen Umweg mit dem Rollstuhl machen muss, um dann die Bahn nutzen zu können. Oder das mit dem anmelden beim sbb Handicap Telefon, wenn man Hilfe braucht. Da kann man auch ansetzen, ist nicht so kundenfreundlich orientiert. (meine bisherige Erfahrung)

  • Wo kann man sich melden wenn man beim Umsteigen der öffentlichen Verkehrsmittel Hilfe benötigt?

    Gibt es eigentlich Gleispläne ? Es wäre manchmal hilfreich wenn man vor dem Umsteigen informiert ist wie die Gleisverteilung ist .

  • Da ich die öffentlichen Verkehrsmittel täglich nutze, fallen mir immer wieder Barrieren in Bahnhöfen oder öffentlichen Verkehrsmitteln auf.

    • Mich würde als erstes einmal interessieren nach was für einer Norm in Bezug auf Barrierefreiheit Züge gestallte/gebaut werden da ich mir teilweise nicht vorstellen kann das sich an die Vorgaben gehalten wird(sofern es welche gibt)
    • Bei den Bahnhöfen gehe ich davon aus dass teilweise die Norm SIA 500 verwendet wird. Jedoch verstehe ich nicht wie man beispielsweise eine Rappe bauen kann die zu steil ist und diese dann als barrierefrei gilt, jedoch für den Nutzenden aufgrund der Steigung meist eine Barriere darstellt.
    • Es gibt etwas was ich mich täglich frage und zwar im Zusammenhang mit den Eingängen für Rollstuhlfahrer bei Zügen. Letztens hatte dich die Situation das im Verlaufe der Fahrt die Tür nicht mehr geöffnet werden konnte auch nicht nach manuellem Eingreifen des Lockführers. Wie soll ein Rollstuhlfahrer in diesem Fall den Zug verlassen? Genau geht nicht denn die Durchgänge zu der nächsten Tür sind nicht barrierefrei. Vielleicht währe es mal eine Idee diesen Gang welcher vom Rollstuhleingang zur nächsten Tür führt mit weniger Sitzen auszustatten, um einen zusätzlichen Weg für Kinderwägen oder Rollstuhlfahrer zu gewährleisten. Davon würden nicht nur Rollstuhlfahrer profitieren sondern auch jene Fahrgäste die gerne etwas für sich alleine im Zug sitzen.


  • Guten Tag @Amelle

    Danke für die Anfrage. Die SBB hält sich an die Vorgaben des BAV «Taktil-visuelle Markierungen von Bahnperrons». Unabhängig der Kontrastwerte markieren wir bei Perrons, Treppen und Zugängen immer die erste und die letzte Stufe taktil und visuell. Bei anderen Treppen markieren wir je nach Kontrastwerten auch alle Stufen.

    LG


    Anna

  • Hallo @Art-Shooting

    Wir wissen dass Kunden im Autismus Spektrum in den Bahnhöfen oft unter Reizüberflutung leiden. Mit bedienten Schalter ist aus unser Sicht dieses Problem nicht gelöst.

    Die Bahn ist ein Massentransportmittel, da kommt es vor allem in den Stosszeiten zu Gedränge beim Ein- und Aussteigen. Die RBS in Bern hat das mit diesen automatischen Türen gelöst. Diese Lösung ist bei der SBB nicht so einfach umsetzbar und nicht zielführend.

    Wir sind uns bewusst, dass das Angebot der SBB für Personen mit eingeschränkter Mobilität noch verbesserungswürdig ist. Bis heute können sich an den SBB Bahnhöfen 68 Prozent der Reisenden dank Rampen und Lifte hindernisfrei bewegen und durch erhöhte Perrons ebenerdig in die Züge ein- oder aussteigen. Bis Ende 2023 können die Reisenden an 549 Bahnhöfen autonom ein- und aussteigen. Dies entspricht 86 Prozent der Reisenden. Bei den anderen Bahnhöfen werden die Umbaumassnahmen nach 2023 umgesetzt. Damit sollen langfristig 99 Prozent der Reisenden barrierefrei umsteigen können. Dies löst aber nicht immer alle Probleme von Menschen mit Behinderungen, die in die Gesellschaft inkludiert werden müssen. Es braucht auch eine Sensibiliesierung der nicht behinderten Reisenden für die Anliegen der Kunden mit eingeschränkter Mobilität.

    Ich wünsche dir einen schönen Tag

    lg Anna

  • Hallo @Monika

    Danke für deine Anfrage. Du kannst alle Informationen über Zugsverbindungen und Gleisbenutzungen auf dem Online Fahrplan finden unter sbb.ch

    Das SBB Call Center Handicap unter der Gratisnummer 0800 007 102 hilft Personen mit eingeschränkter Mobilität beim Ein- und Aussteigen in den Zügen. Das Umsteigen kann je nach Verbindung nicht immer garantiert werden. In 7 Bahnhöfen helfen zusätzlich die SOS Bahnhofhilfe beim Ein-, Aus- und Umsteigen.

    Ich wünsche dir einen schönen Tag

    lg

    Anna

  • Für mich ist es als Rollstuhlfahrer besonders schwierig, dass viele Länder noch nicht so Rollstuhlgängig sind. Zum Beispiel das Heimatland meiner Eltern Portugal, ist im Thema Rollstuhlgängigkeit noch nicht so weit. Sehr hohe Trottoir, Treppen in viele Hotels sind einige der Hindernisse.


    LG

    Fabio Rosa


  • Hallo @1_sarina_0

    Danke für die Anfrage. Gerne geben wir dir ein paar Informationen zu diesem Thema.

    • Die Züge werden gemäss der Norm TSI PRM gebaut. Die Details werden zusammen mit den Verbänden behinderter Menschen festgelegt und besprochen.
    • Die Bahnhöfe sind gemäss der Norm SIA 500 ausgebaut worden. Jedoch die Rampen in unseren Bahnhöfen sind bis maximal 12% steil. Das ist eine spezielle Regelung die zusammen mit den Behindertenverbänden vereinbart worden ist. In vielen Bahnhöfen hat es kein Platz für Rampe die 6% sind. Die Alternative wäre es gewesen statt Rampen Lifte zu bauen. Die Verfügbarkeit von Rampen ist bedeutend höher als die von Liften. Das war einer der Gründe dass der Entscheid zu Gunsten der Rampen fiel.
    • Defekte und nicht gekennzeichnete Türen sind ein offenes Problem. Wenn der Zugbegleiter oder der Lockführer weiss dass eine Tür defekt ist, wird diese Tür gekennzeichnet. In diesem Fall muss der Reisende zur nächsten Türe oder zum nächsten Wagen gehen. Hingegen wenn eine Tür während der Reise ausser Betrieb fällt, ist es für die Kunden im Rollstuhl meistens nicht möglich zur nächsten Türe oder zum nächsten Wagen zu gehen. Zum Glück sind dies nur seltene Einzelfälle. Weniger Sitze einzubauen macht zwar einen Durchgang möglich, ist aber aus Kostengründen nichts praktikabel.

    lg

    Anna

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