Müssen Fluggesellschaften Flüssigsauerstoff zur Verfüging stellen?

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Fliegen mit COPD

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  • einbein
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    Da du keinen eigenen Sauerstoff mit an Bord nehmen darfst, muss dir die Fluggesellschaft Sauerstoff bereit stellen. Die Kosten musst du mit der Fluggesellschaft klären.

    Je nach Flugroute und Schwere der Krankheit, bedeutet das aber zusätzliche Risiken für dich und du musst dir überlegen, ob das für dich akzeptabel ist.

    Ein Druckabfall ind er Kabine ist zwar recht unwahrscheinlich, ist aber eine geplante und berücksichtigte Komplikation auf Flügen. Ich bin kein Fachmann für COPD. Aber ich stelle mir folgende Frage:
    Der "Sauerstoffgehalt" der Atemluft ist normal 20,9 %, Also ist der pO2 (Sauerstoff-Partialdruck) auf der Erde rund 210 mbar. Dies reicht für den O2-pflichtgen COPD-kranken nicht mehr ausrechend und er reichert die Atemluft mit O2 an. Braucht also einen höheren pO2 als 210 mbar.
    In der Druckkabine beim Fliegen wird eine Höhe von höchstens 2500 m simuliert. Das ist ein Luftdruck von 744 mbar. Um auf einen pO2 von 210 mbar zu kommen, müsstest du die Atemluft auf 28 % O2 anreichern. Da hast du aber erst die Verhältnisse auf der Erde ohne zusätzlichen Sauerstoff.
    Bei einem Druckabfall in der Kabine fällt der Luftdruck in 10.000 m Höhe auf 277 mbar. Dann würde dir selbst 100% O2nicht mehr ausreichen! Der gesunde Mensch kommt problemlos mit 150 mbar pO2 aus. Der Not-Sauerstoff für die Passagiere reicht für 30 Minuten. Damit wird die Atemluft dann in den Masken angereichert. In den 10 Minuten muss der Flieger auf 3000 m absteigen (können), weshalb mache Strecken von Pasagierflugzeigen nicht gerne geflogen werden. Überfliegt man aber z.B die Anden oder Himalya, muss der Flieger noch für eine gewisse Zeit auf über 9000 m bleiben, bevor der Abstieg beginnen kann. Auch auf Langstrecken wird und kann der Flieger nicht sofort landen. Ein Druckabfall über dem Atlantik bedeutet:
    - Abstieg auf 3000 m Höhe. 10 Minute
    - reduzierte Fluggeschwindigkeit wegen dem höhren Luftwiderstand bis zur nächsten Landemöglichkeit.
    - Flug in 3000 m Höhe für mehrere Stunden wegen verringerter Geschwindigkeit.
    Kommst du damit zurecht?
  • Nein das muss die Fluggesellschaft nicht, der Sauerstoff der an Bord ist, ist für Passagiere die während des Fluges Probleme mit dem atmen haben.

    Nach den Gefahrgutvorschriften ist die Mitnahme von Flaschen (Zylindern) mit gasförmigem Sauerstoff für medizinische Zwecke als Handgepäck oder als aufgegebenes Gepäck gestattet. Die Flasche darf höchstens 5 kg Brutto wiegen. Zur Mitnahme einer Sauerstoffflasche ist eine ärztliche Bescheinigung und die schriftliche Genehmigung der Luftverkehrsgesellschaft erforderlich.
    Klären Sie daher im Vorfeld mit Ihrer Fluggesellschaft, ob das Mitbringen einer Sauerstoffflasche an Bord und im Reisegepäck erlaubt ist, am besten schon vor der Buchung der Reise.

    Gruß Rollimann
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