Oberschenkelprothese - Saugschaft oder Liner?

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Hallo,
ich bin seit 20 Jahren Oberschenkelamputiert und schon immer mit einem Saugschaft versorgt. Nun habe ich immer öfters das Problem, dass meine Haut in der Leistengegend einreisst, da diese mittlerweile sehr dünn ist. Durch dieses Problem ist es mir auch nicht mehr möglich weite Strecken zu gehen da ich immer wieder wund werde.
Nun hab ich jemanden kennen gelernt der mit einem neuartigen Liner versorgt ist. Früher hieß es ja immer das Liner bei Oberschenkelschäften nicht optimal seien da man keinen guten Endkontakt hat und das führen der Prothese schwieriger sei.

Nun gibt es aber neuere Liner (Icecross oder 4Seal Liner) die wirklich gut sein sollen und ich erhoffe mir dadurch weniger Probleme mit meiner stark belasteten Haut .

Meine Frage: Hat jemand Erfahrung mit genannten Linern oder kann mir ein Orthopädiemechaniker genauere Auskunft geben welche Vor- oder Nachteile es gibt bei einer Versorgung mit einem Liner.

Vielen Dank im Voraus

Antworten

  • einbein
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    Am besten berät dich dein Orthopädietechniker, weil er am besten alle Aspekte beurteilen kann. Hier kann man nur auf eine Frage antworten.

    Dein Problemhatte ich auch. Vor allem, wenn ich auf einem haten Stuhl saß. Die Haut an der Oberschenkel-Innenseite wurde so stark geschert, dass es immer wieder zu kleinen verletzungen kam, die schmerzten. Vor allem wenn kleine Beschädigungen oder Kratzer am Schaft waren. da reichte schon der Abdruck vom Fingernagel.

    Es hibt aber Schaftbauweisen mit hartem Köcher und weichem Innenschaft. Hinten wird dann die Außenschale ausgeschnitten und die Innenschale kann sich beim Sitzen zusammendrücken. Den Innenschaft kann man auch aus sehr weichem Silikom (HTV) machen.

    Bei Volumenschwankungen kann man ein BOA-System einbauen. Das kennt man von Sportschuhen. Mit einem Drehverschluss wird ein dünnes Drahtseil gespannt, dass kunstvoll in den Schaft in Kanäle eingearbeitet ist. Damit werden "Deckel" mehr oder weniger in den weichen Innenschaft gedrückt, um das Volumen anzupassen.

    Beim Liner hat man den weichen Linder ("Socken" aus Silikon mit oder ohen Gewebeverstärkung), der aber eine standard-Form hat. Dieser wird über den Stumpf gerollt und die Haut wird so wenig geschert. Dann gibt es einen harten außenaschft, in den man den Stumpf samt Liner steckt. Verbunden wird das über einen Pin oder einer Schnur, die unten in das Gewinde am Liner geschraubt wird. Vorteil: man kann es leicht im Sitzen anziehen. Nachteil: Die Prothese hat einen Hub, da sich die Weichteile in der Schwungphase in die Länge ziehen.
    Vorteil: man kann das Volumen durch Strümpfe aungleichen und auch während des Tages ggf. anpassen.

    Beim Lippen-Liner erfolgt die Verbindung von Liner und Schaft durch Vakuum. Es gibt keinen Hub mehr.
    Beim Seal-In-Liner (Seal heißt Dichtung) ist eine Dichtlippe recht weit unten. Das Vakuum besteht also nur im unteren Ende des Liners und die tragende Fläche ist kleiner. Der 4Seal-Lindr (4 Dichtlippen) hat eine bessere Abdichtung und die Vakuumfläche ist größer. Dafür kann man keine Socken einlegen. Der Liner lässt sich auch besser überrollen.
    Jetzt gibt es noch den X TF-Liner. Hier ist die Dichtlippe lose und kann individuell auf dem Liner posiotioniert werden. So kann man die Vakuumfläche individuell anpassen.

    Es gibt auch Systeme, die anstelle eines Schnürchens eine Gurt haben. Damit kann man die Prothese recht gut am Liner verspannen, Hat keinen Hub und kann mit Socken das Volumen verändern.

    Die Standard-Liner sind aber meist recht schwer, dickwandig und haben eben eine Standard-Form.

    Für Vakuum-Linersysteme gibt es auch aktive elektrishce pumpen, die das Vakuum regeln oder passive Pumpen im Fuß. Das führt hier zu weit, das alles aufzschreiben.

    Bei Fragen am einfachsten Tel-Nr. per PN schicken...


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