Selbständig als Schwerbehinderter doch nicht möglich?

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Bin zu 100% Schwerbehindert (Erwerbsunfähig, Rente plus Grundsicherung) habe eine reihe an Produkte/Konzepte entwickelt die gut und interessant sind.

Ich kann nicht verstehen dass für mein Anliegen als Schwerbehinderter kein Amt zuständig sein will bzw. möchte. Seit gut zwei Jahren suche ich nach einer Beratung, eine Unterstützung, leider vergebens. Es gibt viele Hilfemöglichkeiten für die Harz IV Empfänger oder für Schwerbehinderte die nicht als Erwerbsunfähig eingestuft sind.

Dies finde ich erniedrigend denn solche Menschen wie ich werden also als "nicht zu gebrauchen" gesehen und obwohl man Initiative, Energie und das Potential hat wird man als Mensch einer der niedrigsten Sorte behandelt der noch am besten als Alkoholiker, Drogenanhängiger gesehen wird und nur auf kosten des Staates lebt.

Es sollten z.B. die Integrationsämter als Anlaufstelle dienen ... nun an dem habe ich vor über einen Jahr gewandt bis dato keine Antwort erhalten obwohl ich mich ein paar mal bei dem noch telefonisch gemeldet hatte.

Habe leider keinen Freundschaftskreis dem bin wirklich allein. Hatte versucht mich an Firmen zu wenden die waren aber nur daran interessiert meine Ideen/Konzepte nachzumachen um mich natürlich umzugehen.

Einer meiner Träume war und ist dem Menschen zu helfen, eine Firma gründen,
in der fast ausschließlich die Schwerbehinderte beschäftigt sind. Das ist aber im unseren Lande wahrscheinlich nicht möglich. Ich frag mich dementsprechend welche Möglichkeiten habe ich überhaupt?

Sollte ich bis ende meines Lebens nur von der Rente leben? Ich frag mich also wo gibt es die angeblich "gute Institutionen oder Menschen" die in solchen Fall helfen können??

Antworten

  • MyHandicap User
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    Hallo,
    wo liegt das eigentliche Problem? Du bist erwerbsunfähig, beziehst dafür Rente und Grundsicherung.
    Du kannst natürlich auf Rente und Grusi verzichten und dich selbstständig machen.
    Der GdB 100 alleine sagt nichts über deine Erwerbsfähigkeit aus!
    Hopp oder Topp. 🥺
    Gruß Hippy
  • MyHandicap User
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    Ich verstehe das Problem eigentlich nicht!

    Zum einen möchtest du "Rente" beziehen wegen einer Erwerbsminderung. Zum anderen möchtest du selbstständiger Gewerbetreibender sein. Um aber ein selbstständiger Gewerbetreibender zu sein erfordert dieses jedoch "Arbeitsstunden".

    Wie viel Stunden möchtest du denn als selbstständiger Gewerbetreibender arbeiten???

    Jeder Rentenbezieher, der vor der regulären Altersrente (65 bzw. 65+) eine vorgezogene Rente bezieht, darf ab dem 1. Juli 2017, nach der Einführung des Flexi-Rentengesetze bis zu 6 300 € / Jahr hinzu verdienen. Die bisherige Regelung der Hinzuverdienstgrenze von 450€ / Monat ist somit entfallen
    Bei Renten wegen Erwerbsminderung oder Berufsunfähigkeit ist der Hinzuverdienst jedoch ebenso an die Arbeitszeit gekoppelt.
    Bei voller Erwerbsminderung liegt die Arbeitszeitbegrenzung bei 3 Stunden/Tag.
    Bei einer teilweise Verrentung, siehe eigenen Bescheid, wo die Arbeitszeitbegrenzung liegt.

    Selbstverständlich kannst du auch ein Gewerbe nachgehen, auch als Frührentner (Rentenbezug vor der regulären Altersrente). Das sind zwei verschiedene paar Schuh!
    Wie du aus der obigen Darstellung ersehen kannst, sind deine Grenzen festgelegt, die du als selbstständiger hinzu verdienen darfst. Wenn du noch Selbstständiger sein möchtest, interessiert eigentlich nur das Finanzamt wegen der Besteuerung und die Deutsche Rentenversicherung nur, wenn du mehr als 6300 €/Jahr verdienst und ob du deine Arbeitszeiten/Tag bzw pro Woche überschreitest.

    Gruß
    rollispeedy

    PS: bei einer Gewerbe muss natürlich ein Gewerbebescheinigung vorliegen. Die Rentenversicherung erwartet natürlich, das man den jährlichen Einkommensnachweis (Einkommensteuerbescheid) als Beleg zur DRV einsendet. Sollte man das bei einem zusätzlichem Einkommen nicht machen, macht man sich eventuell strafbar (Das nennt man dann ggf. Sozialversicherungsbetrug). Bei der Begrenzung der 6300 € Einkommen kann dir ein Steuerfachmann beratend zur Seite stehen.

  • Hallo,

    es gibt in Berlin die Firma Enterability. Wenn diese nicht in Ihrer Wohnortnähe ist, können diese aber vielleicht jemand in Ihrer Wohnortnähe benennen.

    Wenn ich Ihren Beitrag richtig interpretiert habe, geht es Ihnen ausschließlich um die Selbständigkeit oder um den Traum an sich ..... weniger um das was dann mit der Rente sein wird ... Darüber hat man Sie ja schon umfassend augeklärt.

    Schön wenn man Träume und Ziele hat .... die geben einen Kraft! Also nicht aufgeben!

    Katzenauge
  • MyHandicap User
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    konosa hat geschrieben:
    Bin zu 100% Schwerbehindert (Erwerbsunfähig, Rente plus Grundsicherung) habe eine reihe an Produkte/Konzepte entwickelt die gut und interessant sind.

    Ich kann nicht verstehen dass für mein Anliegen als Schwerbehinderter kein Amt zuständig sein will bzw. möchte. Seit gut zwei Jahren suche ich nach einer Beratung, eine Unterstützung, leider vergebens. Es gibt viele Hilfemöglichkeiten für die Harz IV Empfänger oder für Schwerbehinderte die nicht als Erwerbsunfähig eingestuft sind.

    Dies finde ich erniedrigend denn solche Menschen wie ich werden also als "nicht zu gebrauchen" gesehen und obwohl man Initiative, Energie und das Potential hat wird man als Mensch einer der niedrigsten Sorte behandelt der noch am besten als Alkoholiker, Drogenanhängiger gesehen wird und nur auf kosten des Staates lebt.

    Es sollten z.B. die Integrationsämter als Anlaufstelle dienen ... nun an dem habe ich vor über einen Jahr gewandt bis dato keine Antwort erhalten obwohl ich mich ein paar mal bei dem noch telefonisch gemeldet hatte.

    Habe leider keinen Freundschaftskreis dem bin wirklich allein. Hatte versucht mich an Firmen zu wenden die waren aber nur daran interessiert meine Ideen/Konzepte nachzumachen um mich natürlich umzugehen.

    Einer meiner Träume war und ist dem Menschen zu helfen, eine Firma gründen,
    in der fast ausschließlich die Schwerbehinderte beschäftigt sind. Das ist aber im unseren Lande wahrscheinlich nicht möglich. Ich frag mich dementsprechend welche Möglichkeiten habe ich überhaupt?

    Sollte ich bis ende meines Lebens nur von der Rente leben? Ich frag mich also wo gibt es die angeblich "gute Institutionen oder Menschen" die in solchen Fall helfen können??


    Also du kannst bestimmt irgendwie am Arbeitsleben teilnehmen, geht es darum, wie du Assistent bekommst? Da kann ich dir das persönliche Budget empfehlen, da kannst du deine eigene Pflege Leute einstellen, die dann auch auf der Arbeit unterstützen können. Somit kannst du die Einstufung als erwerbsunfähiger bestimmt irgendwie rückgängig machen und deinen Träumen und Wünschen nachgehen. Da du ja in jedem Lebensbereich Unterstützung hast. Ein Pflegedienst kann bei der Arbeit glaube ich nicht unterstützen. Das gehört nicht zu den ihren Aufgaben, ich gehe davon aus, dass es schon alleine daran scheitern könnte. Du kannst bestimmt irgendwie deine Träume in Umsetzung bringen, hier wird bestimmt niemand gehindert, ein gemeinnützige Organisation aufzubauen. Wenn du ein gutes Konzept vorzuweisen hast und tue entsprechend Unterstützung hast, die du brauchst glaube ich nicht, dass dir jemand Steine in den Weg stellt. Klar mahlen die Mühlen der Bürokratie immer sehr langsam, aber häufig endet es dann doch damit, dass du bekommst was du brauchst und möchtest.
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