Desorientierung zeitlich und örtlich: Welches Verhalten empfiehlt sich? Könnten Medikamente helfen?

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Meine Mutter hatte unfallbedingt eine Hirnblutung. Die zeitliche und örtliche Desorientierung wurde diagnostiziert, auch im Austrittsbericht nach der Reha. Die zeitliche Desorientierung zeigt sich unterschiedlich und zeitweise expliziter. Wenige Fixpunkte kann sie praktisch immer zuordnen: Dienstag=Physio, Donnerstag=Coiffeur. Jede Orientierung in Bezug auf den aktuellen Wochentag gelingt selten. Manchmal meint sie, dass gewisse Tage ausfallen. Sie fragt mehrmals täglich, welchen Wochentag wir haben. Manchmal gelingt es mir, sie mit einem Hinweis heranzuführen: Was hast du gestern gemacht? - Ich war beim Coiffeur. Etc.

Problematischer noch ist die Desorientierung in Bezug auf die Uhrzeit. ZB: Wann kommt die Pflege zum Waschen und Anziehen? Wann holst Du mich ab? Diese Fragen wiederholt sie nicht selten in kurzen Zeitabständen. Wie zum Vergewissern. Und speichert die Info nicht. Regelmässige Termine zu immer derselben Zeit klappen besser. Nur bringt sie das Ganze selbst durcheinander, weil sie noch nicht aufstehen mag.

Die örtliche Desorientierung zeigt sich weniger häufig. Manchmal weiss sie nicht, dass sie in ihrem Zimmer im Pflegeheim ist. Obwohl das Zimmer mit vielen persönlichen Gegenständen eingerichtet ist. Oder: Wenn sie bei mir ist und wir am Aufbrechen, um ins Pflegeheim zurückzukehren, helfen zeitweise alle Hinweise nichts. Sie regt sich nur noch auf. Ich vermute: Sie ist müde und gestresst, welche sie ungern im Pflegeheim ist.

Am schlimmsten Fall äussert sich die zeitliche Desorientierung, wenn das Gehirn Schlaufen dreht. Dann klingelt sie in kurzen Zeitabständen für Pflegehilfe und registriert nicht, dass eben jemand da war. Dasselbe wenn sie mich anruft und mit mir etwas abmacht. In diesen Fällen kann sie (selten) auch Tag und Nacht nicht ausmachen.

Empfiehlt sich ein gewisses Verhalten in den geschilderten Situationen? Ich habe alles Mögliche ausprobiert und bin nicht schlauer geworden. Eines weiss ich: Wenn sich meine Mutter beruhigt hat, braucht sie Ruhe. Meistens funktioniert alles besser nach 1-2 Stunden. Oder am nächsten Morgen.

Könnte ein Medikament helfen? Am Morgen bekommt meine Mutter Cipralex (14 Tropfen). Abends Pantoprazol 20mg.

Antworten

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  • Hallo Eggi,

    was sagen denn die behandelnden Ärzte?

    Jegliche Aussagen über eine Medikamentierung, auch von Experten, ohne die genauen Einzelheiten zu kennen, wäre unprofessionell.
  • Hallo Justin

    Während der Reha haben die Ärzte die beschriebene Desorientierung diagnostiziert und mit Therapien zu behandeln versucht.

    Demnächst stehen neue Abklärungen an. Mit meinem Beitrag wollte ich eigentlich nur schauen, ob jemand die geschilderten Probleme aus eigener Erfahrung kennt. Und ob/wie geholfen werden konnte.

    Ich habe mich etwas missverständlich ausgedrückt: Ich habe sicher keine Ferndiagnose erwartet und noch weniger konkrete Hinweise auf Medikamente. Ich möchte meiner Mutter anstrengende Abklärungen ersparen, falls sowieso kaum etwas gemacht werden kann.

    Beste Grüsse, Eggi
  • MyHandicap User
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    Hallo Eggi,

    vielen Dank für Deine Rückmeldung.

    In unserer Community sind natürlich nicht alle jeden Tag online. Daher kann es unter Umständen eine Weile dauern, bis jmd. seine/ihre Erfahrungen mit Dir teilen kann.

    Ich hoffe, es meldet sich bald jmd..

    Wenn wir sonst noch irgendwie helfen können, wende Dich gern jederzeit wieder an die Community, meine Kollegen oder mich. Wir alle hier freuen uns, wenn wir helfen dürfen 😀
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