Durch Beinamputation plözlich hilflos

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Hallo,
kann mir eventuell hier jemand helfen,oder Tips geben?
Wegen Verschluss meines Bypasses ging ich anfang Oktober2014 ins KH,weil am nächsten Tag die OP sein sollte um den Verschluss zu öffnen,was auch gelungen ist.Nach der OP stellte ich aber fest,das ich mein Fuß nicht mehr spürte und mein Unterschenkel um das doppelte angeschwollen war,also wieder OP ,so hatte ich 3 OP`s an einen Tag.Fast 3 Wochen versuchten die Ärtzte die Entzündung in den Griff zubekommen,aber dann die bittere Wahrheit, mir wurde gesagt,das mein Bein amputiert werden muss,was dann auch geschah.
So lag ich dann 12 Wochen im KH, weil die Wundheilung ziemlich lange dauerte.
Nun bin ich seit Weihnachten zu Hause und bin eigentlich traurig,weil ich mich im Stich gelassen fühle,denn ich habe auch von der Sozialarbeiterin keine Hilfe erhalten,zu Hause,ich wohne im 5.Stock bekomme ich auch keine Wohnung, die weiter unten ist,so stehe ich auf der Warteliste, zur Reha war ich bis heute nicht,deshalb meine Frage,wess jemand an dem ich mich wenden kann,jemand der mir erklärt,was mir alles zusteht,wo ich Anträge stellen kann,denn ich komme nirgends mehr hin sitze nur noch in der Wohnung und finanziell geht es mir auch schlecht.
Ich bin allerdings 53 Jahre und für jede Antwort und Hilfe dankbar.

LG Koboldfee

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  • Guten Abend Koboldfee,

    sei uns herzlich willkommen im Forum. 😉

    Zuerst beantragst du einen Schwerbehindertenausweis bei deinem dir zuständigen Versorgungsamt.

    http://www.myhandicap.de/schwerbehindertenausweis.html

    Antrag für den Ausweis findest du im Internet es sind PdF Dateien, öffnen ausfüllen, ausdrucken unterschreiben und beim VS = Versorgungsamt einreichen. Arztbericht in Kopie mit einreichen dann geht es schneller.

    Hast du einen Rolli ? Wenn nicht zum behandelnden Arzt und ein Rezept ausstellen lassen und bei der KK= Krankenkasse anrufen und fragen an welches Sanitätshaus du dich wenden musst. Lasse dir einen zu deiner Situation anpassen im Sanihaus und keinen Standartrolli nehmen.

    Bist du versorgt mit einer Beinprothese oder steht dies noch aus ? Hast du eine Gehschule besucht ? Leider hast du nicht viel geschrieben.

    Was hast du an Hilfsmitteln bereits? Bist du Beruflich tätig ? Es sind so viele Fragen offen, Mfg Lyn


  • Hallo Lyn!
    Ersteinmal möcht ich mich für die Antwort bedanken,das einzigste was ich bisher habe sind der Schwerbehindertenausweis 60 G,einen Rollstuhl und Krücken, die Prothese ist noch in arbeit,weil seit letzter Woche die Wunde erst verheilt ist.
    In Arbeit stehe ich seit 2 Jahren nicht, da wurde meine linke Niere wegen einer Sepsis entfernt,deswegen bekomme ich auch keine Erwerbsunfähigkeitsrente.da ich die Anwartzeit nicht erfülle.
    Eine Gehschule habe ich auch nicht besucht,ich wußte nicht mal das es soetwas giebt.
    Ich habe nich eine 13 Jährige Tochter,sie hilft mir auch sehr viel,aber ich möchte auch mal rausgehen,aber ich traue mich nicht,da ich immer Angst habe,das ich nicht mehr nach oben komme.
    Habe ich ein Recht auf eine Wohnung weiter unten,giebt es irgendwie mehrbedarf wo beantrage ich es?

    LG Koboldfee
  • bili
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    Hallo Koboldfee,

    es tut mir sehr Leid deine Zeilen zu lesen und ich fühle mit dir mit,weil
    ich ganz genau weis was es bedeutet so unerwartet von heute auf morgen
    aus dem alltäglichen Leben herausgerissen zu sein und dann noch plötzlich
    auf einem Bein zu stehen und davor noch nicht mal eine Krücke in
    der Hand jemals halten müssen.
    Ich möchte dich aber ermuntern, den ich bin auch amputiert am linken Unterschenkel,
    mein Ehemann auch.
    Jeder Anfang ist sehr schwer aber eins darfst du nicht zulassen:Angst vor den
    Herausforderungen zu haben.Den die Angst blockt dich darin Lösungen zu sehen.
    Die Tatsache dass du dich allein gelassen fühlst und im 5.Stock wohnst ist
    für einen amputierten Menschen schon sehr belastend.Am besten ein Blatt Papier
    nehmen und mal auf eine Seite deine Probleme drauf schreiben und auf die andere
    Seite was du selber denkst wie du das Lösen kannst und wenn nicht,wer dir
    helfen kann.Zum Beispiel mit der Wohnung kannst du dich ja selber im Internet
    umschauen auf den Wohnungsmarkt , ob du eine Wohnung im Erdgeschoss findest
    für den Preis den du dir monatlich leisten kannst.Ich weiss nicht woher erhältst du
    Geld zur Zeit da du ja nicht arbeitest?
    Hast du verwandte die dir helfen können bei dem Umzug?wenn nicht:gebe mir mal
    durch wo in Deutschland du wohnst, dann schaue ich ob ich da jemanden kenne
    von meinen Bekannten,der dir helfen könnte dabei.
    Wo wird deine erste Prothese angefertigt?wie heisst das Sanitätshaus ?in welcher
    Stadt?
    Wurde schon ein Reha-Antrag durch deinen Hausarzt gestellt?wenn nicht und die
    Wunde verheilt ist, dann kann es ja los gehen.
    Es spricht überhaupt nichts dagegen dass du eine Reha genehmigt bekommst, wichtig
    ist nur dass dir eine Klinik empfohlen wird, die sich auch mit amputierten auskennt.Du hast
    die Möglichkeit zu wählen in welche Klinik du gehst zu Reha.Die Rentenkasse wird
    dir welche vorschlagen.Ich habe das so gemacht, dass ich dort angerufen hatte und die
    Sekräterin fragte, wieviele amputierte Patienten die so im Jahr haben und ob
    es da geschultes Personal gibt für Gehschule usw... Dort in der Reha bekommst du
    auch einen Sozialarbeiter zu Seite gestellt der dich in allen weiteren Fragen berät welche
    Rechte du als amputierter hast.
    Mach dir mal eine Prioritäten Liste.Zum Beispiel würde meine
    Liste so aussehen: 1. die erste Prothesenherstellung abwarten
    2.Antrag auf Reha stellen
    3.Dich um Wohnungen im EG umschauen
    4.Beim Arbeitsamt vorsprechen, da gibt es extra Abteilung für Schwerbehinderte, du gehst da nicht
    zu den Beratern wie andere Arbeitslose
    5.Selbsthilfegruppe an deinem Wohnort suchen- die auch amputiert sind und mit ihnen Erfahrung austauschen
    (wenn du mir sagst wo du wohnst, kann ich da auch schauen für dich)

    Es ist so wichtig sich mit andern auszutauschen die das alles bereits hinter sich haben was
    du hier durch gehst.Mir hat es sehr geholfen.
    Deshalb ist es super das du hier geschrieben hast und wir helfen dir gerne bei
    allen deinen Fragen, die in unserer Macht stehen zu beantworten oder
    praktischer Hilfeleistung.

    Meine Amputation liegt jetzt 9.5 Jahre her.Mein Ehemann seine 5 Jahre
    Wir haben einen kleinen Jungen Emmanuel 1.Jahr alt und
    warten auf unser zweites Kind gerade.
    Alles was für mich eine Einschränkung ist, ist für ihn auch aber
    Gott gibt uns Kraft täglich alles Schritt für Schritt zu meistern, dafür
    sind wir sehr dankbar.
    Wohnen im Bungalow alles ohne Treppen und im Bad
    haben wir auch einen Duschstuhl (den müsstest du von der Krankenkassen bekommen)lass
    dir sowas verschreiben vom Hausarzt.
    Es gibt Krücken mit sog.anatomischen Griffen die nicht so schmerzhaft sind an den Händen
    wenn du ganze Zeit am Krücken laufen musst.
    Und wenn du sog.Phantomschmerzen haben solltest, da gibt es für nachts
    einen Strumpf, der heisst RELAX NIGHT CARE Strumpf von Firma Medi, bekomsmt
    du auch auf Rezept.Kannst ja mal ausprobieren, mir tut es gut über Nacht.


    Gern kannst du uns auch per PrivatNachricht hier schreiben und
    details erfragen, wo du noch Beratung brauchst.


    Schönen Tag und denk dran, du bist nicht allein, viele hier
    von uns haben genau dies hinter uns was du grad durch gehst und
    wir sind froh unsere Erfahrung weiter geben zu können und einander
    zu helfen.


    Viele Grüsse,
    Bili
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