Gibt es einen Test für Depressionen?

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Zahlreiche Symptome können auf eine Depression hinweisen: Antriebslosigkeit, körperliche Unruhe und vieles mehr deuten möglicherweise auf eine depressive Störung. Doch wie genau erkennt man denn nun, ob das nur eine vorübergehende Verstimmung ist, einem das schlechte Wetter aufs Gemüt schlägt oder eine "echte" Depression vorliegt? Wichtig ist vor allem, das schnelle Erkennen und Behandeln dieser überaus ernstzunehmenden Krankheit!

Unter dem folgenden Link erfahrt ihr mehr zum Thema und bekommt auch einen Hinweis, wo es einen hilfreichen Selbsttest im Netz gibt: http://www.myhandicap.de/depression-test-selbsttest-symptome.html

Schöne Grüße
eure Kerstin (MyHandicap)

Antworten

  • Hallo Kerstin!

    Danke für den Hinweis mit dem Test. Das "Problem" bei Depressionen ist ja aber, dass man sich selber eingestehen muß, Probleme zu haben. Wer diese Erkenntnis nicht hat, wird wohl kaum einen Selbsttest machen.
    Bei äußerlich sichtbaren Krankheiten wie Knochenbrüche sucht sich jeder Hilfe, seelische Krankheiten verstecken sich in einem drin. Sie werden vom Betroffenen oft nicht akzeptiert und leider noch viel weniger von der Gesellschaft.
    Wenn Betroffene z.B. zu einer Familienfeier nicht kommen, weil es ihnen nicht gut geht, müssen sie sich dafür rechtfertigen, da sie ja äußerlich nicht sichtbar krank sind wie z.B. Fieber oder Gipsbein.

    Gruß, Katrin
  • Hallo Kerstin,

    ich finde diesen Test alles andere als "hilfreich".

    Laut diesem Test sollte ich einen Arzt konsultieren, denn ich leide scheinbar (wieder) an einer behandlungsbedürftigen Depression. Ich habe 5 Fragen mit ja und 5 Fragen mit nein beantwortet. Ich habe tatsächlich jahrelang (sogar jahrzehntelang) an schweren Depressionen gelitten aber die Symptome sahen damals "anders" aus, glaub mir.

    Wer sich die Fragen mal genauer ansieht, erkennt doch recht schnell, dass diese sehr allgemein gehalten sind und viele davon gar nicht klar mit ja oder nein zu beantworten sind.

    Außerdem hat beispielsweise meine "Schwunglosigkeit" einen krankheitsbedingten körperlichen Ursprung, der nicht unbedingt als psychisch einzustufen ist. Ich kann nun mal nicht mehr über Büsche und Hecken springen, wie ich es gerne möchte.

    Meiner Meinung nach gibt es keinen Test, mit dessen Hilfe man feststellen kann, ob jemand depressiv ist; dazu bedarf es mit Sicherheit mehrerer Gespräche mit einer Person vom Fach.

    Diese sog. Selbsttests sind nicht nur unsinnig sondern können auch gefährlich sein, hilfreich wohl kaum.

    Das ist meine Meinung zu Deiner Frage.

    Liebe Grüße
    vom Zornröschen



  • MyHandicap User
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    Hallo,

    mein Vater(75) und ich (45) selbst bin auch betroffen.

    In meinem Wohnort gibt es eine Fachklinik dafür und auch eine große Gemeinschaftspraxis mit mehreren Ärzten.

    Diese hat eine Zweigstelle 30 km weiter entfernt, dort fahren sehr viele aus meinen Wohnort hin um nicht gesehen zu werden. Es könnte ja gerede geben und keiner will krank sein!

    Die Ärzte haben ihre Sprechstunden an verschiedenen Tagen an beiden Standorten.

    Die Patienten von dem anderen Standort fahren hier in die Praxis um dort nicht gesehen zu werden.

    Mein Vater und ich fahren hier zum Arzt, weil uns macht es nichts aus dort gesehen zu werden. Wichtig ist es Hilfe zu bekommen.

    Außerdem ist der Sprit schon teuer genug, für das Geld trinke ich lieber dort einen Kaffee aleine oder mit meinen Vater. Der freut sich wenn er mal von Zuhause rauskommt, und Zeit mit mir verbringt.

    Euch ein schönes Wochenende

    Gruß

    Gastone http://www.cosgan.de/images/midi/tiere/g075.gif


  • MyHandicap User
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    Hallo ihr Lieben,

    ich möchte gerne auf all eure Anmerkungen eingehen, weil ich jede davon zu schätzen weiß und entsprechend behandeln möchte.

    Zunächst zu dir, liebe Kathrin, du hast recht, das Eingestehen ist oftmals das größte Problem. Da hilft so ein Test natürlich erst mal noch nichts. Aber der Test ist dann vielleicht für den nächsten Schritt hilfreich, wenn man merkt, dass irgendwas anders ist als sonst. Und man möchte vielleicht erst mal nur für sich "Gewissheit" haben, bevor man wiederum den nächsten Schritt tut. Den man dann aber unbedingt tun sollte. Auch wenn es bestimmt nicht einfach ist, damit nach außen zu gehen.

    Darum finde ich es auch toll, wie du, liebe Gastone, damit umgehst. Dich eben nicht versteckst, sondern zu dem Arzt in eurem Ort gehst - auch wenn das alle mitbekommen. Depressionen sind an sich schon schwer in den Griff zu bekommen, wenn man dann noch solch ein Versteckspiel spielen muss, hat man ja keine Kraft mehr, sich dem Eigentlichen zu stellen. PS: und genießt den nächsten Kaffe vor Ort - ich schlürfe in Gedanken mit. 😃

    Entschuldige bitte, liebes Zornröschen, nicht böse sein! Ich denke mir nur, irgendwo sollte man beginnen und wenn dem einen oder anderen dieser kleine Test weiterhelfen kann, dann wäre doch schon viel gewonnen, oder?! So gaaanz falsch ist er sicherlich auch nicht, immerhin hat ihn die Stiftung Deutsche Depressionshilfe auf ihrer Website. Aber es wird wie immer sein, dass man eben nicht alle Spielarten einer Krankheit über einen Kamm scheren kann. Und ich gebe dir auf jeden Fall recht damit, dass du sagst, nur ein Arzt kann letztendlich definitive Klarheit bringen.

    Darum möchte ich auch noch mal mein Hauptanliegen des Textes unterstreichen: Im Zweifel unbedingt einen Arzt aufsuchen, wenn man das Gefühl hat, man kommt alleine nicht mehr klar.

    Ich danke euch dreien für diesen regen Austausch und wünsche euch eine gute Zeit.

    Eure Kerstin (MyHandicap)
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