Wie definiert Ihr Behinderung?

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Liebe User

Wie definiert Ihr Behinderung? Unsere Michaela hat den Versuch gewagt und bietet Euch in unserem neuesten Artikel einen Überblick über die gängisten Definitionen.

http://www.myhandicap.de/soziales-behinderung-definition.html

Aber wir wollen auch wissen, was IHR denkt. Wir sind gespannt auf eure Antworten.

Liebe Grüsse

Antworten

  • marry1
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    Es steht ja viel geschrieben, aber ich bin auch der festen Meinung, das es an jedem selbst liegt, bzw. an seiner eigenen Einstellung zu den Dingen. Erst wenn man sich selbst behindert fühlt, erst dann ist man behindert.

    Ich denke man sollte immer an sich selbst glauben und nicht an die Gesellschaft, die meint schlauer zu sein.

    Liebe Grüße Marry
  • HI marry

    das trifft es sehr gut finde ich!

    Für mich ist behinderung nicht etwas was ich habe sondern etwas dass in der umwelt vorkommt. also eine treppe ist eine behinderung für rollstuhlfahrer.

    Grüsse
  • Was ist behindert und was normal, hat nicht jeder ein Handicap und wenn es nur die Schranke im Kopf gegenüber Behinderung ist.😡
    Gruss Randy
  • surfer
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    Hallo Leute,

    Behinderung ist eine Abweichung von der Norm entweder in organischen,körperlichen geistigen oder seelischen Merkmalen(Vermischungen möglich), daß davon Betroffene in allen Bereichen des Lebens( häusliche Umgebung,Bildung, Beruf, Teilnahme am Gemeinschaftsleben in der Gesellschaft usw.)gegenüber gleichaltrigen Nichtbehinderten in erheblichem Ausmaß benachteiligt sind.

    LG

    Surfer
  • Behinderung ist für mich zumindest, körperlich und Geistig an Barierren zu stossen oder an Wertvorstellungen zu stossen , die Menschen Mit Einschränkungen als nicht lebenswwürdig ansehen. 😺
    Was leider viel zu oft der Fall ist.

  • Eine, wie auch immer geartete, Behinderung existiert wohl für fast jeden Menschen. Also hab auch ich "nur" ein Handicap.

    Jeder beurteilt seine Behinderung subjektiv und kann aufgrund dessen meinen, er ist ein "Behinderter". Also existiert nicht nur schwarz, weiß und grau, sondern eine Vielzahl an Farbnuancen.

    Verwaltungsfachangestellte entscheiden dann, ob man rechtlich behindert ist. Viele "Behinderte" brauchen Unterstützung - nicht Hilfe! Handicapler nehmen durch ihre Integration niemandem etwas weg - im Gegenteil, sie bereichern ihr Umfeld!

    Also sollte man nur noch von Menschen mit gewissen Einschränkungen reden. Der Begriff des "Behinderten" ist veraltet, unangemessen und oftmals verletzend. Deshalb muss er abgeschafft werden!
  • Ich sehe mich jetzt nicht als behindert, will auch keinen Behindertenausweis.
    Ich meine jetzt nicht behindert in dem Sinne, dass ich keine Pflege brauche und alleine leben kann.
    Ich gelte offiziell als chronisch krank, wegen der Befreiung von Zuzahlungen.
    Dass man wirtschaftlich eingeschränkt sein kann durch eine Krankheit, ist aber auch wahr..

    🥺
  • Ich bezeichne mich als behindert, schwerbehindert, querschnittgelähmt. Im direkten Vergleich rede ich auch mal von mir als Behinderten und den Normalmenschen. Ich finde da überhaupt nichts verletzendes dabei und dass ich mich mit Krücken/Rollstuhl bewege ist ja alles andere als normal. Darin eine Wertung zu sehen ist mir fremd. Ob ich jetzt meine Behinderung Handicap nenne macht wirklich keinen Unterschied. Im amerikanischen Sprachraum habe ich auch schon den Begriff "different able" gelesen, also da hört es bei mir auf. Da setze ich mich doch lieber ordentlich in den Rollstuhl und sage selbstbewußt "Behindert - na und".
    Mag vielleicht auch daran liegen, dass ich mich nicht über meine Behinderung definiere.

    Klaus
  • Hallo!

    Meine eigentliche, im SBA nachweisbare, Behinderung schränkt mich im Alltag kaum ein. Es sei denn, es geht darum, auf Leitern zu steigen (Gardinen, Fenster, Glühbirnen) oder steile schmale Treppen, die mich verunsichern, Rolltreppen nutze ich seit einem Sturz mit Kopfplatzwunde 2003 auch nicht mehr, sie machen mir Angst.
    Dagegen "behindert" mich meine momentan geprellte Schulter um vieles mehr in der Beweglichkeit - es wird langsam besser und tut weniger weh, aber zu Beginn Oberteile anziehen - AUA!

    Was ich gar nicht mag ist, als "krank" bezeichnet zu werden von der Gesellschaft. Krank bin ich, wenn ich Fieber habe, mir irgendwas gebrochen habe o.ä.
    Manchmal frage ich mich, WER einen SBA in der Tasche haben sollte: ich oder der große Teil der Öffentlichkeit? Manchmal kann man nur den Kopf schütteln über das Verhalten anderer mir oder anderen mit Behinderung gegenüber.

    Vor vielen Jahren war ein Rollifahrer mit im ÖPNV-Bus und ein Enkel fragte die Oma, ob der junge Mann nicht laufen könne. Antwort: "Guck da nicht hin." Ich saß schräg gegenüber und konnte mir gerade noch verkneifen zu sagen: "Ich bin auch behindert, vorsicht, dass meine Bazillen Sie nicht anstecken." Wie gesagt, lange her, etwa 20 Jahre.

    Gestern war ich mit Jacqueline (Kinderrolli) auf einem Stadtfest, auf dem Rückweg waren die Busse überfüllt. Jeder denkt nur an sich, nicht an andere. Der Bus war schon voll, wir konnten gerade noch querstehend Platz finden. Aber auch nur auf meine etwas lautere Bemerkung: "Hauptsache alle haben Platz, nur der Rollstuhl nicht." Plötzlich reagierte ein Fahrgast und es ging irgendwie.
    Die Gesellschaft behindert einen oft mehr als die eigene Behinderung.

    Gruß, Katrin

  • Meine Frau und ich können eigentlich nur noch zwischen "sichtbar" und "unsichtbarer" Behinderung unterscheiden.

    Wie kommt ein sogenannter "normaler" Mensch dazu andere zu klassifizieren? Seht Euch einmal die Masse der Gesellschaft an ... sind sie nicht alle behindert (ich denke da an geistige Grenzen, Fettleibigkeit, Starrheit in der Geisteshaltung, Unflexibilität, etc.)?

    Hier auf Teneriffa erleben wir das "Unglaubliche" Tag für Tag ... ein guter Teil der "Gesunden" bzw. "Normalen" sind weit mehr behindert als so mancher Behinderter.

    Unser gesamtes Rechtssystem ist an seinen Grenzen angelangt ... die bisherigen Normen beginnen langsam zu brechen. Zum Glück gibt es mittlerweile eine Bewegung, die, langsam aber sicher, wieder Humanität in die Gehirne der Geldgierigen und Klassifizierungswütigen einbläst 😀
  • Hallo!

    Der letzte Eintrag des Threads ist zwar schon älter, aber noch immer brandaktuell.
    Gestern war ich mit der U-Bahn unterwegs. Ich ging linksseitig am Geländer wie immer die Treppe runter, weil durch meine Tetraspastik die linke Hand die bessere ist, mit der ich sichereren Halt empfinde als rechts.
    Mir ist das "Gegen-den-Strom-Laufen" sehr bewußt und warte bewußt auch mal länger, bis die Fußgänger zum großen Teil weg sind, um dann auf der "falschen" Seite runterzugehen.
    Gestern kam mir auf halber Strecke eine etwa 70jährige Frau entgegen, die zu mir sagte, ich solle rechts gehen. Ich sagte, ich hätte einen SBA, der sogar teilweise sichtbar unter der halbgeöffneten Jacke steckte, um ihn als Fahrkarte im Bus nicht in der Hand haben zu müssen.
    Sie sagte, auch mit SBA könne man rechts gegen, ich antwortete "aber nicht, wenn rechts die schlechtere Seite ist wegen Spastik". Sie schaute mich stumm an, ich ging weiter...

    Gruß, Katrin
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