Gibt es jemanden, der ähnliches Problem hat?

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Hallo Zusammen,
ich (31) hatte vor über 2 Jahren einen Unfall. Die Schmerzen wurden als Wirbelsäulenproblem missgedeutet, erst ein Jahr später wurde ein durch den Unfall entstandener Labrumriss in der Hüfte festgestellt und operiert. Danach sollte alles gut sein, aber danach wurde es noch schlechter. Inzwischen kann ich nur noch 3min stehen oder sitzen, dann muss ich die Hüfte eine halbe Stunde entlasten (liegen). Ihr könnt Euch vorstellen, dass man da so gut wie gar nichts mehr machen kann. Der Operateur meint, es sei alles gut gegangen, ein anderer Arzt meint, das Problem läge an der Stelle, an der operiert wurde. Es ist ziemlich vertrackt, weil die Labrum-OP ziemlich kompliziert und rel. neu ist und sich nicht viele damit auskenne, ausserdem weil man auf dem MRI wegen der Metallanker nicht genug sieht, um sagen zu können, was da nicht stimmt. Die OP ist nun 1 Jahr her, es zieht sich alles ewig hin (nochmal Cortison spritzen, vielleicht hilft das; der Nerv müsste noch überprüft werden, ev. machen wir doch noch mal ein MRI...) Schmerzgedächtnis oder psychisch sei es wohl nicht, klar sei, dass eine mechanische Ursache vorliege, aber unklar was.
Gibt es irgedjemand, der in einer ähnlichen Lage war oder ist, also jemand, der
- nach einer Labrum-OP weiterhin Probleme hat
- nur kurze Zeit stehen und sitzen kann und sich dann hinlegen muss, weil sonst die Schmerzen immer stärker werden
- ein orthopädisches Problem hat, aber lange Zeit unklar ist/war, was es ist?
Wäre sehr froh, wenn ich mich mit jemandem austauschen könnte
Liebe Grüsse

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  • Hallo Pharma.....!

    Ich grüße Dich herzlich hier bei myhandicap.

    Ist schön,das Du uns hier gefunden hast.
    Wie ich Deinen Beitrag gelesen habe,viel mir spontan ein:"Wo wird das Enden!"

    Es gibt viele Fälle die ähnlich gelagert sind.Es werden Verantwortungen verschoben und der Patient ist mit seinen Problemen alleine.

    Das Du nun diesen Weg nicht alleine gehen mußt,wirst Du bald für Dich erkennen.
    Denn es gibt hier im Forum wunderbare Menschen,die Dich begleiten werden.
    Auch möchte ich und andere hier nicht auf Deine Erfahrungen verzichten,die bestimmt ebenfalls sehr hilfreich sein werden.

    Lieben Gruß
    SENDRINE 😺
  • Lieber pharmizumab,

    erstmal willkommen bei uns! 😀

    Zu Deiner Frage habe ich unseren Fachexperten informiert und bitte Dich um ein wenig Geduld.

    Lieben Gruß,

    Tom
    MyHandicap
  • MyHandicap User
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    Hallo pharmizumab,

    ich kenne eine ähnliche Erfahrung nach einer Knie-OP. Dabei wurde ein Metall eingesetzt. Der Patient hatte nach der OP monatelang Schmerzen, die sich keiner erklären konnte. Er war sehr in seiner Mobilität eingeschränkt, obwohl alles gut verlaufen war. Schuld waren die Metallimplantate. Als sie entfernt wurden (nach einem 1/2 Jahre statt nach 1-2 Jahren), ging es dem Betroffen wieder gut. Er hatte das Metall nicht vertragen. 😉

    Ob diese Diagnose auf Dich übertragbar ist, kann ich nicht sagen. Aber es wäre eine Option.

    Gute Besserung,
    Karin
  • MyHandicap User
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    Hallo pharmizumab

    Zuerst einige Fragen. Hat man Dir bei der Labrum-OP Titanstifte eingesetzt? Hast Du eine Nickelallergie? Bist Du sonst auf irgendetwas allergisch? Wie reagiert Dein Körper auf Verletzung? Machst Du deutliche Narben? Man könnte auch Zirkonium-Stifte gesetzt haben.

    Meist werden Titanimplantate (Titan-Chrom) verwendet. Es gibt selten Allergien auf Titan. Häufig wird eine Existenz solcher Allergien bestritten, aber es scheint trotzdem vorzukommen. Ein Implantat (Stift) ist nicht völlig inert. Es gibt Spuren des Metalles ab. Zu Metallallergien: Es gibt sehr viele Menschen, die auf Nickel allergisch sind, welches Metall bei Deinem Implantat nicht vorhanden ist. Es könnte ein Hinweis sein.

    Wann oder überhaupt werden diese Stifte entfernt?

    Eine lokale Reizung sollte auf die Cortisoninjektion gut ansprechen. Wenn es nicht hilft, käme eine übermässige Narbenbildung in Frage, welche eine lokale Reizung verursacht. Deshalb die eingehende Frage.

    Eine letzte Möglichkeit. Es könnte sich auch um neuropathische Schmerzen handeln. Deshalb die Neurographie. Man könnte zur Abklärung das Medikament Lyrica versuchen. Hilft das, ist die Diagnose "ex juvantibus" bestätigt (durch den Heilerfolg bestätigt).

    Zu Deinem Namen: pharmizumab erinnert mich vom Namensende her an ein Immunsupressivum-Medikament (Natalizumab). Hast Du ein Transplantat? Wenn Du magst, kannst Du mir dies ja auf meine Box beantworten.

    Alles Gute und hoffentlich hören Deine Schmerzen bald auf.

    Herzliche Grüsse

    Heinz Süsstrunk
  • MyHandicap User
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    Dr.Süsstrunk schrieb:
    Meist werden Titanimplantate (Titan-Chrom) verwendet. Es gibt selten Allergien auf Titan. Häufig wird eine Existenz solcher Allergien bestritten, aber es scheint trotzdem vorzukommen. Ein Implantat (Stift) ist nicht völlig inert. Es gibt Spuren des Metalles ab. Zu Metallallergien: Es gibt sehr viele Menschen, die auf Nickel allergisch sind, welches Metall bei Deinem Implantat nicht vorhanden ist. Es könnte ein Hinweis sein.


    Hallo Heinz,

    das man mit solchen Beschwerden oft nicht ernst genommen wird, weil die behandelnden Ärzte nicht an eine "allergische" Reaktion glauben, kann ich bestätigen. Deshalb lieber Pharmizulab, laß nicht locker und vor allem laß Dich mit Deinen Beschwerden nicht abweisen.

    Gruß Karin
  • Hallo Zusammen,
    vielen Dank für Eure Willkommensgrüsse und Eure Antworten!
    Es ist leider inzwischen alles etwas kompliziert und unübersichtlich, aber ich versuche die Fragen einigermassen übersichtlich zu beantworten.

    Es wurden 4 Titananker eingesetzt. Ausserdem Schrauben, die wurden allerdings schon nach wenigen Monaten entfernt, da man sich dadurch eine Verbesserung erhoffte. Die nach der OP stark eingeschränkte Beweglichkeit wurde besser, die Schmerzen blieben unverändert. Die Anker können eigentlich nicht entfernt werden, da daran das Labrum befestigt wurde. Metallallergien habe ich keine (nur Pflaster, Fisch). Ich habe keine überschiessende Narbenbildung.

    Das Problem ist, dass nicht 100% klar ist, ob die Schmerzen, die ich jetzt habe von der OP kommen oder ob bei dem Unfall ausser dem Labrumriss noch eine andere Verletzung gab, die nicht entdeckt wurde. Es wurde zwar nach der OP schlimmer, allerdings ist es der gleiche Schmerz/-ort/-verhalten wie vor der OP. Aufgrund der manuellen Untersuchungen meinen zwei Ärzte, es komme vom vorderen Pfannenrand, also dort wo operiert wurde, der Operateuer selbst teilt diese Meinung nicht, er meint, es sei irgedwas anderes. Ein Arzt meint, dass ein Anker so sitzen könne, dass mein Gewicht drauf ist.

    Zusätzlich bin ich Überbeweglich, was möglicherweise auch irgendwie zu dem Problem beitragen könnte.

    Auf die Cortisoninfiltration habe ich überhaupt nicht angesprochen, ich hatte schon mehrere, ins Gelenk, in die Rectussehne (die ist verdickt und schmerzt beim draufdrücken), hat aber alles nicht geholfen.
    Ich wurde schon von mehreren Neurologen untersucht, sie meinen, es seien keine neuropathischen Schmerzen. Trotzdem wurde verschiedene Nerven mittels Lokalanästhetikum getestet, dabei kam heraus: die Betäubung des Femoralisnervs kann den Schmerz vermindern, allerdings nur für die Wirkdauer des LAs, danach kommt es zu einer Verschlechterung (genau o, wie wenn ich ohne LA zu lange stehen würde).

    Was die meisten Ärzte seltsam finden, ist das Schmerzverhalten: wenn ich Gewicht auf der Hüfte habe (stehen, sitzen) oder anwinkle (im Liegen Bein aufstellen, hocke), dann fängt nach einer bestimmten Zeit* (momentan leider nur 3min) der Schmerz an und wird immer stärker. Ausserdem sinkt die Zeit*. Dieses Verhalten ist immer absolut gleich. Besser wird es nur, wenn ich längere Zeit die Zeit* einhalte, was bei 3min sehr schwierig. Und auch dann wird es nur sehr langsam besser.

    Liebe Grüsse von Mona