Darf ich bei Einnahme vonn ASS100 und einer Heparinallergie schwanger werden

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Bin seit einem halben Jahr Unterschenkelamputiert. Muß täglich ASS100 nehmen. Habe eine Heparinallergie. Sollte in der letzten Schwangerschaft Heparin Spritzen(Allergie noch nicht bekannt) Kind ist gestorben. Darf ich jetzt nochmal schwanger werden?

Antworten

  • Hallo Natascha,

    schön, dass du nach einem so schmerzvollen Erlebnis über eine weitere Schwangerschaft nachdenkst. Hast du schon mit deinen Ärzten darüber gesprochen? Frauenarzt, allgemeiner Arzt, Orthopäde,... was sagen sie? Hol soviele Fachexpertenmeinungen wie möglich ein.
    Wir werden deine Frage an unsere Ärzte-Fachexperten weiterleiten. Bitte hab mit einer Antwort noch etwas Geduld.

    Viele Grüße sendet dir
    Michaela
  • Hallo Natascha,

    warum machst Du denn eine Asprindauertherapie? Mit dem Stumpf hat das doch nichts zu tun. Hattest Du mal eine Thombose?

    Ich kann mir schon vorstellen das Du schwanger werden darfst. Aspirin 100 ist eine sehr, sehr geringe Dosis. Jede Kopfschmerztablette enthält 600mg. Ich habe lange in der Frauenklinik gearbeitet und wir hatten öfter Mütter die Medikamente brauchten oder eine Heparinallergie hatten. Die Frauenärzte in Neonatalzentren kennen sich sehr gut aus. Sie können Dir sagen ob Dein Medikament ein Risiko für den Embryo ist. Oder ob das Risiko für Dich vertretbar ist. Evtl. raten sie Dir dieses Medikament für drei Monate ab zu setzten und nach der Embryonalperiode wieder ein zu nehmen. Sie kennen die Risiken für Ungeborene und Mütter sehr gut und wissen auch was Dich bei der Entbindung erwartet (Blutungsgefahr durch Aspirin). Kann sein das sie Dein Kind lieber per Kaiserschnitt holen. Es ist unglaublich viel möglich. Es haben schon Mütter mit gefährlicheren Medikamenten gesunde Kinder zur Welt gebracht. Die beste Beratung und beste Betreuung bekommst Du in einer Uniklinik mit Neonatalzentrum. Dort kann man Dich und Dein Kind sehr engmaschig beobachten und betreuen. Die Ärzte und Schwestern in solchen Zentren sind es gewohnt Mütter wie Dich durch die Schwangerschaft zu begleiten und arbeiten mit den Kinderätzten Hand in Hand.

    Lieben Gruß Karin
  • Hallo Karin,
    erstmal danke für Deinen Tipp. Ja hatte Thrombose von dem Heparin bekommen. Hab mich im Krankenhaus "Rechts der Isar" in der Frauenstation erkundigt. Dort sagen sie, es dürfte eigentlich kein Problem sein. müßte dann aber ein anderes Medikament nehmen. Mein Frauenarzt sagt, er würde das Risiko nicht eingehen. Ich hatte vor 3 Jahren auch schon mal eine Totgeburt. Bei der letzten haben sie es per Kaiserschnitt geholt. Beide male war es im achten Monat. Nehme im Moment auch keine Pille, weil ich die ja auch laut Frauenarzt nicht nehmen darf. Wem soll ich denn jetzt glauben, wenn ich zwei verschiedene Meinungen habe.
    Lg Natascha
  • Liebe Natascha,

    Heparin spritzt man um Thrombosen zu verhindern, es lößt keine Thrombosen aus. Die Thrombenbildung hat was mit der Blutgerinnung zu tun. Heparin hemmt die Blutgerinnung, es fördert sie nicht. Eine Schwangerschaft und auch die Pille birgt ein erhöhtes Thromboserisiko. Das wird der Grund sein warum Dein Frauenarzt das Risiko nicht mittragen möchte. Wenn Deine Thrombosebereitschaft auch die Plazentafunktion des Babys stört (schlechtere Durchblutung), ist das ein nicht zu unterschätzendes Risiko fürs werdende Kind. Das sich da ein bei Risikoschwangerschaften unerfahrener Frauenarzt nicht ran traut, kann ich gut verstehen. Das Mutter und Kind Zentrum im Klinikum rechts der Isar kann Dich da besser beraten und gut Unterstützung. Sie haben große Erfahrung mit Problemmüttern. Wenn Sie sagen Du kannst schwanger werden, wird das auch stimmen. Trotzdem, das Risiko bleibt, die Entscheidung bleibt letztendlich bei Dir und Deinem Mann. Wenn Du Dich dort gut betreut und aufgehoben fühlst und bereit bist, die oft zeitraubende Schwangerschaftsbetreuung mit ihren engmaschigen Kontrollen und der hohen Erwartungshaltung an Deine Mitarbeit, in Kauf zu nehmen, dann mach das. Die Ärzte können zwar keine Garantie für eine unkomplizierte Schwangerschaft abgeben, aber sie werden sehr gut auf Dich und Dein Baby aufpassen. Übrigens, anders als in Beipackzetteln beschrieben, können viele Medikamente auch bei Schwangerschaft weiter eingenommen werden. Die Frauenärzte und Hebammen verfügen über spezielle Listen, nach denen sie arbeiten und so das Risiko einschätzen können.


    Lieben Gruß
    Karin
  • Hallo Karin,
    da hast Du Recht, daß Heparin das Blut eigentlich flüssiger machen soll, aber nicht wenn man allergisch darauf reagiert, haben die Ärzte gesagt. Meine 3 Schwestern haben sich testen lassen, und sie haben alle ein erhötes Thrombose Risiko. Mein Mann und ich wünschen uns so sehr ein Kind, haben aber auch wahnsinnige Angst davor, das es wieder stirbt. Ein drittes Mal schaffen wir das nicht mehr. Wissen ja auch nicht, an was es liegt, das es jedesmal im achten Monat stirbt. Die Ärzte wollten einen Gentest machen, haben aber zu wenig Blut von der kleinen abgenommen, und dann ist sie gestorben. Kann man das auch anhand von unserem Blut prüfen lassen, ob wir überhaupt Kinder zusammen bekommen können?
  • Hallo Natascha,

    Du solltest auf jeden Fall all diese Probleme mit den Frauenärzten der Klinik besprechen. Je besser sie informiert sind, desto besser können sie etwas gegen das bekannte (unbekannte) Problem tun. Ich habe schon öfter erlebt das Eltern, wie Du, aus welchen Gründen auch immer, mehere Fehlgeburten hatten. Mit der richtigen Betreuung in der richtigen Klinik hat es dann doch noch geklappt Eltern zu werden.

    Ein Gentest wäre bestimmt nicht schlecht. Dafür hätte man von Deinem Baby auch eine Gewebeprobe nehmen können. Es muß nicht immer Blut sein. Leider ist es dafür jetzt zu spät. Sind beide Kinder im Mutterleib verstorben oder erst nach der Geburt? Weißt Du, es muß nicht unbedingt am Kind liegen, es kann auch an Dir liegen. Es gibt tausend Gründe warum eine Schwangerschaft schief läuft. Ein Gendefekt beim Kind ist nur ein Grund. Es könnte genauso gut sein das etwas mit der Plazenta nicht stimmte. Tragisch ist es immer. Für alle beteiligten.

    Ein Gentest von Dir und Deinem Mann macht nur Sinn, wenn Eure genetische Konstellation beim Kinderwunsch zu einem Erbdefekt führen kann. Das zu Testen würde zu mindest diese Möglichkeit ausschließen (oder bestätigen). Es gibt aber auch bei Kindern genetische Veränderung, die sie nicht von Mama und Papa haben. Sie entstehen ganz spontan. Trotzdem begrüße ich es sehr, wenn Du mit Deinem Mann einen Gentest machst. Es würde Euch beiden mehr Sicherheit geben.

    Waren das beide male Mädchen oder Jungen? Das zu wissen könnte (nicht muß) Dir eine winzige Sicherheit geben, wenn Du wieder schwanger wirst. Waren beide verstorbenen Kinder Jungs, könntest Du bei einer Mädchenschwangerschaft Glück haben. Umgekehrt natürlich auch. Ich habe in meinem Beruf öfter erlebt, daß Leid geplagte Eltern wie Du, auf einmal ein gesundes Kind in den rmen hielten, weil dies ein anderes Geschlecht hatte als die verstorbenen Kinder. Für dieses Glück gab es keine Begründung. Die Ärzte sagten das liegt nicht daran das die verstorbenen Kinder Mädels waren und das lebende Kind ein Junge. Die Eltern waren sich dessen aber sicher.

    Hol Dir alle Informationen die Du kriegen kannst und rede mit möglichst vielen Menschen. Wenn Du Dich für ein weiteres Kind entscheidest kannst Du auf jeden Fall mit meiner Unterstützung rechnen. Das ich für Dich bete natürlich auch.
    😉
    Lieben Gruß
    Karin
  • hey,
    bei der ersten Schwangerschaft war es ein Junge. Er ist im Mutteleib gestorben. War viel zu klein und zu leicht. Bei der zweiten war es ein Mädchen, die mit Kaiserschnitt geholt worden ist. Sie war auch zu leicht, und die Ärzte haben auch noch einen schlimmen Herzfehle entdeckt. Irgendeine Aterie zum Herz hat gefehlt. Der Arzt, der den 3D Ultraschall gemacht hat, hat es halt einfach mal übersehen. Das darf nicht passieren. 2 Wochen bevor das passiert ist, war ich beim Frauenarzt zum CTG und da haben die Herztöne nicht gestimmt. Sie sagte nur, trink einen Kaffee und dann machen wir noch ein CTG. Dasw waren doch wohl schon Anzeichen dafür, das was nicht stimmt.
  • Liebe Natascha,

    ein angeborener Herzfehler kann, aber muß er nicht, eine genetische Ursache haben. Kinder mit schweren Herzfehlern können auch untergewichtig sein. Aber meistens nur leicht. So ein extremes Untergewicht wie Du beschreibst, hat eigentlich immer seine Ursache in der Unterversorung eines Feten und das liegt meistens an einer schlecht durchbluteten Platenta. Wenn Du mit den Ärtzen rechts der Isar zusammen arbeitest, wirst Du merken das sie sehr viel Erfahrung mit diesem Problem haben und werden Dich und Dein ungeborenes Baby gut im Auge behalten und ganz schnell eingreifen wenn es nötig ist. Wenn sie wissen auf was sie achten müssen, können sie oft Situationen verhindern, die in früheren Schwangerschafen zum sterben des Kindes geführt haben. Dafür mußt Dich vor einer Schwangerschaft sehr intensiv mit den Ärzten unterhalten und Dich mit allem, auch mit den schmerzhaften Dingen, auseinander setzten. Wenn die Ärzte dann sagen Du hast eine reale Chance ein Kind gut durch eine Schwangerschaft zu bringen, dann kannst Du ruhig diesen Schritt wagen. Trotzdem, eine hundertprozentige Sicherheit gibt es nie. Leider!

    Mit dem Ultraschall ist das so eine Sache. Das Kind liegt ja nicht bewegungslos im Bauch und die Bilder die man sieht sind nicht direkt vom Kind. Der Schallkopf muß seine Signale durch Deinen Bauch ins Kind senden und zurück. Liegt das Kind dann einmal so, daß ein Teil des Herzens oder der Gefäße verdeckt sind, sind sie auch auf dem Monitor nicht sichtbar. Dann hilft auch ein 3-D Ultraschall nicht. Das Kinder ungegelmäßige Herztöne im CTG haben kommt übrigens sehr oft vor und meistens steckt keine Krankheit dahinter. Sehr oft wurden bei uns in der Klinik Kaiserschnitte angekündigt, bei denen auch Kinderäzte und Kinderkrankenschwestern alarmbereit im OP standen, weil das Kind unregelmäßige Herztöne hatte und dann kam ein völlig gesundes Kind zur Welt. Der Rat mit der Tasse Kaffe war demnach von der Hebamme nur gut gemeint. Was meinst Du wenn man bei jedem Fehlalarm erst mal von einem Notfall aus ginge und jedes mal total verzweifelte Mütter und Väter beruhigen müßte obwohl ihre Kinder völlig gesund sind. Hätte Dein Kind beim nächsten CTG wieder uauffällige Herztöne gehabt, wäre man damit bestimmt ganz anders umgegangen. Für Dich in Deiner Situation mit Deiner Vorgeschichte ist die Angst natürlich immer dabei. Aber normaler Weise verlaufen Schwangerschaften nun mal anders und davon geht das medizinische Personal erst mal aus. In einem Perinatalzentrum bei Deiner dritten Schwangerschaft wird das aber anders sein. Auf Grund Deiner Vorgeschichte und der Erfahrung die die Leute rechts der Isar haben, wird man ganz bestimmt auch die kleinsten Unregelmäßigkeiten ernst nehmen.

    Lieben Gruß Karin
  • Liebe Natascha,
    wir haben Dr. Ferger-Horn auf deine Anfrage aufmerksam gemacht. Sie wird sicher bald antworten.

    Viele Grüße, Iris, Redaktion MyHandicap
  • Hallo Natascha,

    ist bei dir evtl. mal das Blut auf Antikardioliopin Antikörper und SS-A-Ro Antikörper getestet worden?
    Ist jetzt einfach mal ein völliger Blindschuss, aber bei Thrombosen, Unterversorgung des Kindes und Herzfehler werde ich da ein bisschen hellhörig.

    LG
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  • Hallo,
    bei mir wurde nichts getestet. Sie haben nur festgestellt, daß ich Hit2 hab. Was das genau ist, weiß ich selber nicht so genau
  • Ok, ich hole etwas aus- wenn es langweilt einfach überlesen.
    Hit Typ 2 oder ausgeschrieben Heparininduzierte Thrombozytopenie bedeutet, dass der Körper Antikörper gegen Heparin bildet, welche an die Thrombozyten (=Blutplättchen, zuständig für die Blutgerinnung) binden und diese dann dadurch verklumpen- daher auch die "irgendwie paradoxen" Thrombosen unter Heparintherapie. Gleichzeitig stehen die verklumpten Blutplättchen damit nicht mehr für ihre normale Aufgabe zur Verfügung, weshalb ein erhöhtes Blutungsrisiko (bei HIT 2 recht hoch, da hoher Blutplättchenabfall besteht). Eine HIT vom Typ 2 ist also streng genommen keine Allergie gegen Heparin (auch die gibt es), sondern eine andere Form der Abwehrreaktion des Körpers.
    Wie bereits erwähnt würde ich mich an deiner Stelle vor der Planung einer erneuten Schwangerschaft an eine Immunologie wenden und die erwähnten Antikörper testen lassen. Das Vorhandensein beider geht mitunter mit den von dir genannten Schwangerschaftskomplikationen einher, lässt sich aber, so es bekannt ist und rechtzeitig Maßnahmen ergriffen werden auch durch eine Schwangerschaft recht gut beherrschen.
    Wie gesagt, nur so ein Gedanke von mir.
  • Liebe Natascha,

    zwei Kinder zu so einem späten Zeitpunkt der Schwangerschaft zu verlieren, ist wirklich schlimm. Es tut mir sehr leid! Und ich wünsche Ihnen wirklich, dass Sie diese traumatischen Erlebnisse zu verarbeiten lernen und ein gesundes Kind bekommen können!

    Prinzipiell ist die Dauereinnahme von Aspirin kein Grund gegen eine Schwangerschaft. In bestimmten Fällen (z.B. bei vorausgegangener Präeklampsie) wird es sogar gerade in der Schwangerschaft gegeben, um Komplikationen zu vermeiden.

    Bei Ihnen ist der Fall aber ein wenig komplexer, da Sie, wenn ich Sie richtig verstanden habe, eine Blutgerinnungsstörung/ HIT 2 haben und schon zwei Kinder aus unbekannter Ursache verloren haben. Wie hängt die Unterschenkelamputation damit zusammen und weswegen müssen Sie das Aspirin als Dauermedikament nehmen?

    Ich denke, dass in diesem Fall wirklich nur hilft, sich in einem Perinatalzentrum vorzustellen und die Schwangerschaft zusammen mit den Experten für Risikoschwangerschaften zu planen. Ich würde Ihnen auch auf alle Fälle vorher noch eine Gerinnungsbklärung und eine humangenetische Beratung empfehlen. Kann Ihr Frauenarzt Sie nicht in ein entsprechendes Zentrum überweisen? Er kennt Ihre ganze Geschichte und weiss doch sicher geeignete Adressen.

    Natürlich muss man realistisch sagen, dass in Ihrem Falle ein gewisses Wiederholungsrisiko für eine erneute Schwangerschaftskomplikation besteht. Nur mit ausreichender Abklärung, kann man dann genauer abschätzen, wie gut die Chancen stehen, doch ein gesundes Kind zu bekommen und Sie dann entsprechend beraten. Und nur so ist dann im Fall einer eingetretenen Schwangerschaft eine optimalen Überwachung und Betreuung möglich.

    Ich wünsche Ihnen alles Gute!

    Christina Ferger-Horn
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