Arbeitsmöglichkeiten für meinen Vater (MS)

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Mein Papa hat Multiple Sklerose, sitzt seit 2 Jahren im Rollstuhl, da er seine Beine nicht mehr bewegen kann. Er war bis vor 2 Jahren selbständig - hatte eine Malerfirma.
Er würde so gerne wieder arbeiten, egal in was für einen Bereich. Hauptsache ein bisschen Geld und Abwechslung. Gibt es da eine Möglichkeit oder wo bekommt man solche Informationen her, an wen kann man sich wenden? Das Arbeitsamt hat bis jetzt nichts für Ihn gefunden.
Ganz liebe Grüße!!!

[Wir haben einen entsprechenden Titel hinzugefügt. Die Redaktion]

Antworten



  • Hallo!

    Tut mir sehr leid,das Dein Vater keine Arbeit mehr finden kann.Das kenne ich sehr gut,da es mir nicht anders ging.

    Dazu müßte auch Dein Vater für sich herausfinden,wie weit er noch für den Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen kann.
    Ich selbst mußte mir selbst eingestehen,das ich dem Streß und auch dem Zeitfaktor nicht mehr gewachsen war.Vielleicht hat Dein Vater neben seinem erlernten Beruf noch andere Talente,die er im Sitzen ausführen kann und seine Hände und auch Arme noch mitmachen.
    Vielleicht würde es helfen eine Liste zu machen,was er alles kann und was nicht mehr.
    Das ich nicht der beste bin,für einen Ratschlag hier,da ich mit meiner Familie keinerlei Hilfe bekam und auch nicht erfahren konnte vor 10 Jahren,was wir tun könnten,möchte ich doch meinen Weg aufzeigen.Ich habe mir Beschäftigung gesucht,wann immer es meine Körperliche Verfaßung zugelaßen hat.Auch um mich Auszutesten,was noch möglich ist.Habe mir am Morgen für den Tag immer ein Ziel gesetzt und war Abends dankbar es erreicht zu haben.Für Deinen Vater ist es wichtig,seine Stärken neu zu Ordnen und auch anzunehmen.Das währe bestimmt auch eine Hilfe für die Leute in der ARGE,wenn die dadurch erfahren könnten,wo und wie lange Dein Vater einsetzbar ist.Wenn Ihr in alls Familie unterstützt und zusammenhaltet,wird er neue Aufgaben finden,den er trägt viel Wissen in sich,was er erst wieder erkennen muß und das wünsche ich im und auch Euch von ganzem Herzen,dazu die nötige Unterstützung und Hilfe von Amts wegen.Gruß SENDRINE 😀
  • Tomtom
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    Hallo Wurm,

    willkommen bei MH! Mir ist bei Deiner Frage als erstes der Integrationsfachdienst eingefallen. Vielleicht solltet Ihrr mal Kontakt aufnehmen. Einen Versuch ist es sicherlich wert. Die IFDs unterstützen und fördern auch Firmen, die einen Schwerbehinderten einstellen und haben auch Kontakt zu Firmen, die offen dafür sind, weil sie gute Erfahrungen mit schwerbehinderten Mitarbeitern haben.

    Ich find es toll, dass Du Dich so für Deinen Papa engagierst. Viel Erfolg!

    Grüße
    Thomas
  • Wurm schrieb:
    Mein Papa hat Multiple Sklerose, sitzt seit 2 Jahren im Rollstuhl, da er seine Beine nicht mehr bewegen kann. Er war bis vor 2 Jahren selbständig - hatte eine Malerfirma.
    Er würde so gerne wieder arbeiten, egal in was für einen Bereich. Hauptsache ein bisschen Geld und Abwechslung. Gibt es da eine Möglichkeit oder wo bekommt man solche Informationen her, an wen kann man sich wenden? Das Arbeitsamt hat bis jetzt nichts für Ihn gefunden.
    Ganz liebe Grüße!!!


    Hallo Wurm,

    ich finde es ganz toll das Du Deinem Vater helfen möchtest. Menschen die im Rollstuhl sitzen können richtige viele Dinge tun. Vor allem wenn der Oberkörper noch halbwegs gesund ist, sind die Möglichkeiten fast grenzenlos. Egal ob im Alltag, beim Sport oder im Beruf. Es geht fast alles was gesunde Fußgänger auch machen können. Man muß nur heraus finden, was alles noch geht, sich vieleicht ein Hilfsmittel besorgen und dann seinen Weg gehen (rollen). 😉 Ich weiß, daß Arbeitsamt tut sich recht schwer mit der Vermittlung von Jobs für Menschen mit Handicap. Dein Vater muß nicht unbedingt warten bis ihm das Arbeitsamt einen Job anbietet, der für Rollifahrer ausgeschrieben ist. Im Prinzip kann Dein Vater jede sitzende Tätigkeit machen, die ihm gefällt. Schau in die Zeitung oder in Internet, was es da für Jobangebote gibt. Einfach mal trauen und sich bewerben und wenn der Arbeitgeber denkt das sei nchts für Rollifahrer, dann muß er sich halt durchsetzten. Zum Beispiel in dem er anbietet einmal zum Probearbeiten zu kommen. Viele Chefs trauen sich nicht Rollifahrer ein zu stellen, obwohl das ginge. Sie wissen nicht was sie erwartet und füchten sich vor dieser unbekannten Herausvorderung. Da muß man sich als Rollifahrer durchsetzten.

    Was Deinen Vater wirklich weiter bringen würde, wäre eine Umschulung. Seinen Job als Maler kann er im sitzen ja nicht mehr machen. Deshalb würde er vom Arbeitsamt eine Umschulung bezalt bekommen und einen Beruf erlernen, den man auch im Sitzen machen kann. Mit einem geeigneten Beruf ist es etwas leichter auf dem Arbeitsmarkt einen Job zu finden.

    Ich sitze auch im Rollstuhl, aber ich arbeite noch ein kleines bischen. Ich verdiene mir etwas zu meiner Rente hinzu. Ich bin Tagesmutter und betreue Schulkinder oder Kindergartenkinder, deren Eltern arbeiten müssen oder noch zur Schule gehen. Das Jugendamt in meiner Stadt hat kein Problem damit mir Kinder zu vermitteln und die Diakonie, bei der ich meine Fortbildungen gemacht habe auch nicht. Schließlich gibt es auch Eltern die im Rolli sitzen. Wir haben in Düsseldorf auch Männer (Tagesväter) die Kinder anderer Leute betreuen. Der Vorteil ist, diesen Job kann man zuhause machen und bleibt in seinem gewohnten, barrierefreien Umfeld. Mir tut diese Beschäftigung sehr gut. Ich kann mir gut vorstellen wie es Deinem Vater so ganz ohne eine Aufgabe geht. Übrigens, ein Jahr lang machte ich Pause mit der Kinderbetreuung, weil ich umgezogen bin. In dieser Zeit habe ich als Gästefüher Touristen durch die Altstadt geführt. Du siehst also, Rollifahrer müssen nicht unbedingt im Büro sitzen. Es gibt viele Jobmöglichkeiten, wenn man einfach mal fragt ob man es mal versuchen darf. 😉

    Gruß Karin




  • Hallo Wurm!

    Karin hat recht.Es gibt sehr viel Möglichkeiten.Was einem oft ausbremst ist der Schock über das schwere Erkrankt sein und die damit verbundenen Handicaps.

    Für mich war es sehr schwer das anzunehmen,das vieles nicht mehr machbar war für mich,was mir auch Spaß gemacht hatte.Von einem Integrationsamt wie Thom es genannt hat,habe ich nie gehört gehabt.Bin nur gegen Wände gelaufen.
    Anfangs konnte ich noch meine oberen Körperteile voll einsetzen und das hat auch immer mehr nachgelaßen.Habe aber für mich eine Aufgabe gefunden,die mir bis heute Freude macht,auch wenn es schwer war,es weiter zu führen,da mir lange geeignete Mobilität gefehlt hat.Ich kümmere mich um einsame alte Menschen und manchmal ergeben 4 und 6 Hände zwei.
    Dein Vater hat durch seine Selbstständigkeit enormes Wissen angesammelt,währe doch schade,wenn er es nicht nutzen würde.Vielleicht kann daraus auch etwas Neues Entstehen.
    Würde mich für Ihn freuen.Denke gerade daran,wie ich das erste Mal vom Stuhl aus,eine Wand verschönert habe,mit Lavendelranken.
    Gruß
    SENDRINE 😀
  • Hallo Wurm,

    wenn Dein Vater mal als Malermeister selbständig war, vielleicht gibts ja die Möglichkeit für eine andere Malerfirma die Telefonzentrale zu machen? Dein Vater hat Ahnung vom Malen, Tapezieren etc..., warum nicht mal versuchen, ob eine Malerfirma jemanden für das Telefon benötigt. Dein Vater hat doch die nötigen Fachkenntnisse? Fragen kostet nix, und Telefonieren kann man auch vom Rollstuhl aus. Ruf doch einfach mal Malerfirmen in Eurer Umgebung an, vielleicht klappts ja. Ich drücke Euch ganz fest die Daumen.
  • Vielen vielen Dank Euch allen,
    ich bin jetzt ein ganzes Stück weiter.
    Jetzt haben wir wieder neuen Mut gefasst und versuchen Eure
    Ratschläge zu befolgen.
    Vielleicht klappt es ja.

    Euch wünsche ich von ganzen Herzen viel Glück, Mut, Hoffnung in eurem Leben und auch so viel Unterstützung wie ich es bekommen habe.

    Bleibt so wie ihr seid! Vielen Dank nocheinmal.

    Liebe Grüße Wurm 😀