Was kostet hindernisfreies Bauen?

Vielfach werden die angeblich hohen Kosten als Argument benutzt, warum nicht behindertengerecht gebaut wird. Wurde das jemals untersucht?

Antworten

  • Erstmal: Die Vorgaben sind heute im Behinderten-Gleichstellungsgesetz verankert, allerdings stimmt es, dass die Angst vor zu hohen Kosten oftmals dazu führt, dass diese nicht eingehalten werden. Diese Angst ist unbegründet, wie eine Nationalfonds-Studie der ETH Zürich aufzeigt.

    Zusammengefasst belegt die Studie, dass je früher man die Hindernisfreiheit einplant, desto billiger wird sie. Am günstigsten ist es, Gebäude von Anfang an hindernisfrei zu planen, damit sie für alle Nutzerinnen und Nutzer zugänglich sind. Dies ist nicht teuer: Es macht im Mittel nur 1.8 Prozent der Bausumme aus. Lediglich ein Drittel davon ist für Massnahmen, die ausschliesslich Menschen mit einer Behinderung dienen. Vom Rest profitieren alle. Diese Zahlen drücken jedoch nur einen Mittelwert aus und können stark variieren: Während die Mehrkosten bei kleinen öffentlich zugänglichen Bauten (Bausumme unter 2 Mio. Franken) bis 3.5 Prozent betragen können, fallen sie bei grösseren Projekten (Bausumme über 5 Mio. Franken) unter ein halbes Prozent. Und ab einer Bausumme von 15 Mio. Franken fallen die Mehrkosten sogar unter 0.15 Prozent der Baukosten.
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