Bist du unzufrieden mit deiner Arzt Behandlung? Was kannst du tun? Diskutiere deine Erfahrungen und finde hilfreiche Ratschläge!
*Satz von der Redaktion zur besseren Auffindbarkeit eingefügt*
Liebe Community,
ich brauche seit 3,5 Jahren den Rollstuhl als Unterstützung, um den Alltag zu bewältigen. Ich kann noch ca 20 bis 100 Meter je nach Tagesform gehen und man sieht mir mit ungeschultem Blick meine Schwierigkeiten auf den ersten Metern nicht an. Meine Erkrankungsgeschichte ist komplex, vom Kleinkindalter an,teilweise ohne Diagnose und teilweise mit einer seltenen Erkrankung. Auch eine psychische Vorerkrankung habe ich, die aber gut behandelt wurde, und meine Ärzte und Therapeuten stufen mich als belastet, aber stabil ein.
Neulich war ich erstmals bei einer Neurologin wegen neuen Symptomen, die meiner seltenen Erkrankung wahrscheinlich zuzuschreiben sind, sie sollte das teilweise prüfen und mich für den Rest zu einer speziellen Untersuchung weiterleiten , auf Anraten drei anderer Ärzte, eine Überweisung mit allen Infos lag vor. Es ging dabei darum auszuschließen, dass es etwas anderes ist, behandeln kann man die Krankheit aktuell kaum.
Ich habe nun ihren Arztbrief gelesen und bin in Tränen ausgebrochen. Der Bericht beginnt damit, dass es schon verdächtig sei, dass ich noch aus dem Rollstuhl problemlos aufstehen könne. Im Folgenden stellt sie alle meine von mir umschriebenen neuen Symptome dar, als würde ich sie erfinden und von Schmerzmitteln abhängig sein (die ich nur auf Bedarf selten nehme). Am Ende stellt sie fest, dass sie bei mir nichts finden konnte und sie von einer Weiterleitung in eine KLinik für die Untersuchung, die sich meine anderen Ärzte wünschen, abrät und mich auch nicht weiterüberweisen wird. Mir hatte sie im Gespräch erklärt, dass das unnötige Anstrengung sei, wenn man es eh nicht behandeln kann, und sie mich schonen wolle.
Dieser Arztbrief geistert jetzt also in meinen Akten rum und auch der neue Neurologe, zu dem ich nächste Woche gehe, wird ihn sehen wollen. Ich habe Angst, dass er mich dann wieder nicht ernst nimmt, wenn er das liest. Ich habe den Brief etwas verzögert bekommen anlässlich des Termins nächste Woche, mein Hausarzt hatte den Brief nicht kommentiert, mich aber ohne Zögern nochmals überwiesen.
Es ist nicht meine erste Erfahrung dieser Art, ich kämpfe schon lange um Anerkennung, Versorgung und adäquate medizinische Behandlung, habe Schlimmeres erlebt als das. Aber dieses Mal hat es mich ins Mark getroffen. Wahrscheinlich, weil es mir langsam zuviel wird, und weil sie mir ihre Zweifel im Gespräch nicht mitgeteilt hat, so dass ich von vorneherein keine Chance hatte, darauf einzugehen. Aber selbst wenn: was ich ihr sonst erzählt habe, hat sie ganz anders aufgeschrieben, als ich es berichtet habe. Das macht so hilflos, wenn man einfach keine Chance hat, ernstgenommen zu werden. Ich denke, da haben auch jede Menge Vorurteile auf ihrer Seite mitgespielt.
Habt ihr Tipps wie ich damit umgehen kann und wie ich auch in Zukunft mit neuen Ärzten umgehen soll, insbesondere wenn sie diesen Brief lesen? Ich bin gerade ziemlich verunsichert, einerseits und andererseits unglaublich wütend.
Danke schonmal für Eure Unterstützung!
Laura