Hallo,
ich habe aufmerksam bei MyHandicap die Beiträge und Meinungen gelesen.
Es gibt hier schon schwere Fälle und Schiksale, die mich immer wieder fragen lassen, bin ich Behindert, den mein Leiden das mich immer wieder zurückwirft ist eine Chronische Weichteil-Artritis.
Ich habe schon viel getan, mein Leben umgestellt, die Ernährung angepasst und sogar einen Operativen Eingrif durchführen lassen.
Aber davon wurde ich mein Leiden auch nicht los.
Laut den Ärzten kann man nur die Symtohme behandeln.
Dann hatte ich einen Test- zum Grad meiner Behinderung/Einschränkung gemacht und wurde mit 30% Eingestuft.
Trotzdem Stelle ich mir immer wieder die Frage „Hab ich eine Behinderung?“
Es wäre schön, wenn meine Frage beantwortet würde.
Vielen Dank
DW
Hallo DW,
zunächst einmal herzlich willkommen in der Community! Auch wenn Du ja schon eine ganze Weile hier bist. Schön, dass Du MyHandicap gefunden hast ![]()
„Behindert sein“ ist zum einen Definitionssache nach harten Fakten. Beantwortet kann diese am besten ein Fachmann nach Vorlage Deiner Krankenakten. Ein solcher Fachmann können Dein behandelner Arzt oder auch das Versorgungsamt sein, bei dem Du einen Antrag auf Anerkennung Deiner Behinderung stellst. Wenn dieser besagte Test solide und fachlich korrekt war, wirst Du am Ende eine Anerkennung mit einem GdB (Grad der Behinderung) von 30 erhalten. Das stünde dann auch in Deinem (neuen) Schwerbehindertenausweis. Wobei man formal erst ab einem GdB von 50 schwerbehinderten Menschen gleichgestellt ist.
Soweit also zu der objektiven Beurteilung, ob Du behindert bist.
Zum anderen - und das finde ich persönlich sehr wichtig - gibt es da noch die subjektive Selbsteinschätzung. Findest Du, du bist behindert?
Ich selbst habe einen amtlich festgestellten GdB von 100. Bin also laut Gesetz schwerbehindert. Und ich gebe zu, ich fühle mich auch behindert (wobei ich selbst das Wort „eingeschränkt“ bevorzuge). Denn ich kann viele Dinge (okay, eigentlich fast alles) nur mit Hilfe machen. Deshalb würde ich über mich selbst sagen: „Ja, ich habe eine Behinderung.“
Dies führt mich zu einem weiteren Aspekt der Betrachtung, ob man behindert ist: Dem Gefühl.
Denn auch wenn ich zu obiger Aussage stehe und diese auch objektiv bestätigt ist, fühle mich keineswegs behindert. Vielmehr vertrete ich die Einstellung „Behindert ist man nicht, sondern man wird es von der Gesellschaft“. Denn auch wenn ich in meinem Alltag sehr viel Hilfe brauche und viele Einschränkungen habe, so habe ich doch auch Mittel und Wege gefunden, meinen Alltag ungehindert zu leben. Vielleicht nicht unbedingt „normal“, aber eben doch ungehindert.
Ich weiß, dass dieser Beitrag Deine Frage nicht eindeutig beantwortet. Aber je nach Betrachtungsweise kann Dir diese Frage auch nur eine einzige Person auf der Welt beantworten: DU SELBST
Bei weiteren Fragen wende Dich gern jederzeit wieder an mich oder meine Kollegen oder die Community! Wir alle hier freuen uns, wenn wir helfen dürfen
In unserem Info-Bereich findest Du übrigens noch weitere Informationen zum Thema Schwerbehindertenausweis: http://www.myhandicap.de/schwerbehindertenaus_info.html
hi,
vom gesellschaftlichen sinne her fühl ich mich nicht sonderlich behindert, obwohl 100 gdb habe. aber daher ich nicht weiß, wie es ohne behinderung ist, kann ich nicht sagen ich bin im gesellschaftlichen sinne behindert.
es ist also ne betrachtungssache.
lg