Elternassistenz / Assistenz fürs Kind?

Hallo!

Ich habe hier vor einigen Tagen einen Thread gelesen, in dem es um Elternassistenz ging. Ich habe mich etwas schlau gemacht, mich durch mehrere Seiten im Netz gelesen und Kontakt aufgenommen zu „mcourage“. Das ist eine Müttergruppe in Hamburg, wo alle ein Handicap und Kinder ohne Handicap haben. Ich erfuhr per Mail, dass es die Elternassistenz eigentlich nicht gibt, aber über die Eingliederungshilfe immer mal wieder genehmigt wird.
Die Gruppe wurde von einer Handicap-Mutter gegründet,die sich fragte, warum Mütter mit Knochenbrüchen von der KK eine Haushaltshilfe bekommen, Mütter mit chronischen oder in Schüben verlaufenden Krankheiten aber nicht. Antwort: Es ist nicht akut, sondern alltäglich.
Genau da soll die Elternassistenz ansetzen, dass man mit Hilfe von Assistenz für die Eltern trotzdem Ausflüge, Schwimmbadbesuche etc. machen kann, wovon das Kind auch profitiert.

Nun frage ich mich, ob es Assistenz auch für Eltern und Kinder gibt, wenn wie bei uns, beide ein Handicap haben. Kann ich mir (theoretisch) auch nur Assistenz ganz gezielt ins Haus holen? Z.B. immer dann, wenn meine Tochter 14tägig bei mir ist und die Hygiene durch ihre fortschreitende Erkrankung immer schwieriger wird? Oder kann das nur das Elternteil beantragen, bei dem das Kind dauerhaft lebt, also mein Ex-Mann, der aber für Neues fast nicht zu begeistern ist. Für mich selber bräuchte ich es nicht oder nur dann, wenn die Aufgaben nur per Leiter zu erledigen sind (z.B. Glühbirnenwechsel, Gardinenwaschen) und die Haushaltshilfe gerade nicht greifbar ist und meine Eltern auch keine Zeit haben, zudem werden sie auch nicht jünger.

Würde so ein „Hilfsmodell“ theoretisch möglich sein? Geht das überhaupt, wer finanziert das? Ich denke z.B. auch an Situationen, wenn unsere Tochter evtl. einen KH-Aufenthalt hinter sich hat und evtl. noch häusliche Pflege braucht, was wir als Handicap-Eltern nur begrenzt körperlich leisten können. Momentan ist eine Baclofenpumpen-Implantation im Gespräch, das Thema ist also nicht so abwägig. Könnte man so eine Assistenz auch zu gezielten Zeiten / Terminen organisieren, um z.B. mit deren Auto zum Arzt zu fahren, wenn die Pumpe neu befüllt werden muß, um Taxigeld oder den ÖPNV mit Rollstuhl zu umgehen? Wir als Eltern haben beide keinen Führerschein.


Gruß, Katrin