Als Erklärung für solche, besonders auch medikamenten-resistente Schmerzen eignet sich die Verletzung (oder „Reizung“) eines Intercostal-Nerven durchaus. Ein einmal stark beschädigter Nerv kann sehr lange Fehlsignale melden ans Hirn, wobei auch neuropathische („Phantom“) Schmerzen dazu zählen, was dann möglicherweise als Fehler ans Hirn gemeldet wird.
Was macht man?
Also, ich: nichts. Ich habe starke, langsam über die Jahre zunehmende Phantomschmerzen und ich tue gar nichts besonderes dagegen. Sicher, Ablenkung ist das beste, genug trinken, nicht massiv zu viel Salz hiess es, und den Armstumpf etwas komprimieren hilft auch, aber nur in engem Rahmen. Im Grunde hilft nichts. Wenn man nachts aufwacht weil es so stark weh tut, es geht vorbei, bald schläft man auch wieder ein. Den Schmerz als absolut unnötig, harmlos, und unwichtig einstufen ist das wichtigste, was man erreichen kann. Man kann es dem Hirn erlauben, diese Schmerzen „schleifen zu lassen“, also, sie beiseite zu lassen, zu ignorieren. Sie sind immer noch da, aber sie sind einem nicht andauernd bewusst.
Eine Zeit lang versuchte ich es, mit Medikamenten behandeln zu lassen. Das war dann so, alle Tage achtete man drauf ob es besser oder schlechter ist. Das darauf achten, überhaupt sich um diese Unnötigkeit zu kümmern, war unangenehm genug. Nimmt man keine Schmerzmedikamente, hat man auch keine Nebenwirkungen, es kostet nichts, und man kann sich auf ganz anderes konzentrieren.