Wie kriege ich eine zuverlässige psychiatrische Versorgung auf die Reihe?

Optionen

Die Unzuverlässigkeit meiner psychiatrischen Versorgung frustriert mich immer wieder. Ich hatte nun ca. 6 Monate lang eine Psychiaterin, die akzeptabel schien. Leider wurde sie zufällig genau dann krank, als ich bei der Arbeit mit anstehenden Veränderungen konfrontiert wurde. Oder anders gesagt, meine psychiatrische Versorgung fällt oftmals genau dann auseinander, wenn ich sie am dringensten brauchen würde. Dies ist nicht das erste Mal, dass dies passiert.

Zuerst war unklar, ob überhaupt und wann meine Psychiaterin zurückkehrt, nun ist ein Rückkehrdatum bekannt, jedoch traue ich mich noch nicht, dem zu glauben. Dies hat mich im Vertrauensaufbau zurückgeworfen. Wie soll ich darauf vertrauen, dass sie nicht wieder genau dann krank wird, wenn es das nächste Mal Probleme bei der Arbeit gibt?

In eine Klinik möchte ich nicht mehr, denn ich war schon zu verschiedenen Zeitpunkten in verschiedenen Kliniken und kurzgesagt kam es bei sämtlichen Klinikaufenthalten zu Situationen, in denen ich meine körperliche Unversehrtheit gefährdet sah. Details dazu finden sich in meinen früheren Beiträgen in diesem Forum.

Wie erreiche ich eine zuverlässige psychiatrische Versorgung ausserhalb einer Klinik? Oder ist das schlicht und einfach unmöglich?

Antworten

  • Karlinchen
    Optionen

    hi,

    Du hast ja nichts genaueres gesagt, d.h. Du hast offenbar auch keinen Medikamentenplan.

    Einen Psychiater zu finden, ist in der Tat sehr schwierig.

    Aber das Krankenhaus, indem Du warst, hat ja eine Ambulanz. die sind wohl verpflichtet, Dich weiter zu behandeln

    (Antwort ist keine Rechts oder Medizinische Beratung.Für die Richtigkeit der Antwort wird keine Haftung übernommen)

  • OK
    OK ✭✭✭
    Optionen

    Medikamente habe ich schon fünf verschiedene durch, die Ergebnisse reichten von paradoxen Wirkungen - das Gegenteil vom Gewünschten - bis hin zu kaum spürbarer Verbesserung in einem Bereich zusammen mit einer Verschlechterung eines anderen Bereichs. Wenn es sich vermeiden lässt, möchte ich keine Medikamente mehr.

    Die Klinik, in der ich zuletzt war, möchte ich aufgrund der dortigen Ereignisse eher nicht aufsuchen. Wenn es gar nicht mehr anders geht, werde ich mein Glück bei der mir standortmässig nächstgelegenen Klinik einmal versuchen.

    Mit meiner Hausärztin stehe ich in regelmässigem Kontakt, vorübergehend ersetzt sie gewissermassen die Psychiaterin, dies kann sie jedoch erstens nur begrenzt und zweitens ist dies keine akzeptable Dauerlösung.

    Vielleicht ist eine zuverlässige psychiatrische Versorgung ausserhalb einer Klinik hierzulande tatsächlich unmöglich. Dann werde ich wohl ohne leben müssen, bis zu dem Tag, an dem ich es nicht mehr kann.

  • Team_Cavere
    Optionen

    Hallo OK

    wir vermuten, dass du ausserhalb der Schweiz wohnst. In der Schweiz gibt es z.B. nebst Domizilbehandlungen im Bereich Ergotherapie oder Physiotherapie auch im psychiatrischen Bereich eine entsprechende Versorgung. Bei uns nennt man diese Angebote i.d.R. psychiatrische Spitex. Psychiatrisch ausgebildete Fachkräfte besuchen Betroffene regelmässig zuhause, z.B. 1x wöchentlich. Die Kosten werden in der Schweiz, mit einer ärztlichen Verordnung, zu einem grossen Teil von der Krankenkasse übernommen.
    Wir haben gegoogelt und in Deutschland z.B. diese Seite gefunden https://www.asb.de/unsere-angebote/angebote-fuer-menschen-mit-beeintraechtigung/angebote-fuer-menschen-mit-psychischer-beeintraechtigung/ambulant-psychiatrische-pflege
    Vielleicht kann dir da jemand weiterhelfen? Oder versuche sonst selbst mit dem Begriff "Ambulant psychiatrische Pflege" im Internet zu recherchieren.
    Wir hoffen, dir mit unserem Input etwas geholfen zu haben.
    Beste Grüsse - Team Cavere

  • Karlinchen
    Optionen

    Das ist wirklich schwierig.

    Man braucht auch die geeignete Klinik. Und wenn das bei Dir schwierig ist, auch längere Zeit.

    Es gibt dinge, die lassen sich nebenwirkungsfrei realisieren. andere haben so viele Nebenwirkungen, dass man es besser ohne versucht. rotzdem braucht man eine Behandlung, die wieder nur über einen Psychiater kommt

    Versuchst doch mal beim sozial-psychiatrischen Dienst Deiner Stadt. die beraten auch und machen auch Hausbesuche

    Der Hausarzt kann Dir nicht weiterhelfen, weil der nur das weiter verschreiben darf, was der Psychiater/Krankenhaus angefangen hat.

    du brauchst eine Klinik, die Dir am besten helfen kann. Da such Dir bei obigem Dienst Hilfe.

    Hier kann man Dir sicher nicht helfen.

    Es sei den, ein Administrator hat eine bessere Idee.

    (Antwort ist keine Rechts oder Medizinische Beratung.Für die Richtigkeit der Antwort wird keine Haftung übernommen)

  • corinna
    Optionen

    Soweit wie ich alles von @OK las, kommt sie aus der Schweiz.

  • OK
    OK ✭✭✭
    Optionen

    Ich wohne in der Schweiz. Genauer gesagt in der Region Zürich. Ich bin dorthin gezogen in der Hoffnung, eben eine bessere medizinische und psychiatrische Versorgung auf die Reihe zu kriegen. Vorher wohnte ich an einem anderen Ort in der Schweiz, und da war meine ärztliche Versorgung generell grenzwertig, ungeachtet der Fachrichtung. Jetzt ist es insofern besser, als dass die körperlich orientierten Ärzte ihren Job gut machen und mir mit meinen körperlichen Beschwerden tatsächlich weiterhelfen können. Die psychiatrische Seite funktioniert leider immer noch nicht. Man muss dazu wohl erwähnen, dass ich Autistin bin, wodurch alles irgendwie schwierig ist. Auch bei körperlichen Ärzten ist es ja so, dass man mit denen kommunizieren muss, sodass sie das Problem verstehen. Dies gelingt mir nicht immer. Aber mit den Ärzten, die ich aktuell habe, klappt es. Die haben sich auch die Mühe gemacht, sich über Autismus zu informieren. Nur bei Psychiatern hatte ich dieses Glück bisher nicht.

  • Hallo @OK

    Danke, dass du deine aktuelle Situation hier schilderst. Ich kann gut verstehen, dass die vielen Wechsel in letzter Zeit dem Vertrauensaufbau geschadet haben und die Versorgung im Moment von dir nicht als zuverlässige Konstante wahrgenommen wird.

    Möglicherweise wäre das EnableMe Peer-Programm etwas für dich. Im Rahmen des Peer-Programms könnten wir dich mit jemandem vernetzen, der/die ähnliches erlebt hat und dich unterstützen und beraten kann – auf Augenhöhe und losgelöst von der (zurzeit schwankenden) medizinischen/psychiatrischen Versorgung. Der Kontakt könnte telefonisch, digital oder auch persönlich vor Ort stattfinden. Idealerweise findet sich jemand in deiner Umgebung. Falls du Interesse hast, kontaktiere gerne unsere Peer-Beraterin @Julie_EnableMe.

    Herzlich

    Florence von EnableMe

  • Hallo @OK ☺️

    Ich freue mich, dich kennen zu lernen. Herzlichen Dank für die Vernetzung @Florence_EnableMe !
    Es freut mich sehr, dass du den Mut gefunden hast, uns zu schreiben und von deiner Situation zu erzählen. Ich weiss aus eigener Erfahrung, wie unangenehm es sein kann, wenn man sich über längere Zeit mit Depressionen auseinandersetzen darf und wie schwierig es sein kann, eine passende psychiatrische Versorgung zu finden, vor allem wenn man sich schon in einer schwierigen Situation befindet.
    Gerne können wir uns per Direktnachricht austauschen und gemeinsam schauen, ob wir etwas für dich tun können, um deine Situation zu verbessern.

    Herzliche Grüsse
    Julie