Suche nach einer neuen Mitbewohnerin (Fortsetzung)

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Hallo zusammen

Ich habe schon einmal im Frühjahr geschrieben, als wir in unserer WG einen neuen Mitbewohner suchten, und ich merkte, dass es nicht so einfach ist für mich, mich trotz der grossen Herausforderungen, die ich wegen einer neuen stark beeinträchtigenden chronischen Erkranung habe, gelassen und selbstbewusst zu präsentieren. Allerdings hat das ok geklappt. Was schwierig war, waren die Reaktionen der Bewerberinnen. Denn die sind aus allen Wolken gefallen, jemanden mit einer chronischen Erkrankung, eher schlechter Prognose und ohne Erwerbsfähigkeit in einer WG anzutreffen. Man konnte ihnen beim Gespräch regelrecht zuschauen, wie ihre Traum-WG sich binnen Minuten in etwas ganz anderes verwandelt hat. Letztlich hatten wir nur einen Interessenten, der für uns aus verschiedenen Gründen nicht in Frage kam, bei dem jedoch klar war, dass es überhaupt nicht angenehm wäre mit ihm mit einer chronischen Erkrankung zu wohnen. Er verglich schon die ganze Zeit seine gesundheitlichen Probleme, die ihn im Jahr zuvor während einigen Wochen einschränkten, aber nie so, dass er weniger hätte arbeiten können.

Es gab dann eine ganz gute Wende, weil sich eine alte Freundin unserer WG meldete, die auf Zimmersuche war, die selbst in ihren zwanzigern eine lebensbedrohliche Krankheit durchgestanden hat. Das war nun eine völlig andere Situation mit ihr. Natürlich konnte sie mit mir in meiner Situation sehr gut umgehen. Sie ist eingezogen und es passt total gut. Es ist eine richtig gute Geschichte geworden.

Nun steht wieder ein Wechsel bevor. Mein langjähriger Mitbewohner möchte ausziehen und sucht sich nun eine eigene Wohnung. Meine Mitbewohnerin und ich haben nun das Zimmer ausgeschrieben. Da wir ähnliche Interessen, Werte, Bedürfnisse haben, konnten wir eine sehr prägnante Ausscchreibung machen, und haben nun viele tolle Bewerberinnen. Da wir geschrieben haben, dass wir Feministinnen sind, bekommen wir keine Bewerbungen von Männern. : )

Ich stehe jetzt wieder vor der Herausforderung, ob ich meine Erkrankung bereits in einer vorgängigen Email offenlege, so dass sich Leute auch wieder abmelden können vom Gespräch, wenn sie sich das nicht vorstellen können.

Es hätte auch den Vorteil, dass ich weniger Gespräche machen müsste. Ich habe ME/CFS (leicht-moderat betroffen), ich kann alles alltagsnotwendige selbst schaffen, jedoch nicht wieder anfangen zu arbeiten. Das habe ich probiert, und massive Verschlechterungen meiner Erkrankung provoziert leider. Und jedes Bewerbungsgespräch braucht die Energie von einem halben Tag.

Andererseits habe ich irgendwie auch Widerstände vorab zu informieren, weil ich das Gefühl habe, so reduziere ich mich sogleich auf meine Krankheit und meine Erwerbsunfähigkeit, wenn ich doch viel mehr als das bin.

Thoughts? Anyone?

Ich freue mich, über eure Gedanken!

Kommentare

  • hallo @Lina , meiner meinung nach solltest du in dem bisherigen thread weiterschreiben (siehe oben).

    viel erfolg und schöne grüße,

    anne

  • Hallo @Lina,

    schön, dass du das Forum auf dem Laufenden hälst und ein Update gibst. Schön, dass es beim letzten Mal so gut geklappt hat. Ich wünsche euch viel Erfolg bei der erneuten Suche und einen guten Austausch hier im Forum.

    Viele Grüße

    Nadine

  • Flaedi
    Flaedi unconfirmed
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    Hallo Lina

    Deine Geschichte könnte meine sein, nur mit grossen Unterschieden: Du bist schon in der WG - ich suche eine eigene kleine Wohnung und habe derzeit keine. Ich frage mich dann auch jeweils, wann und wie ich berichten soll - spätestens bei den Formularen (fehlender Lohnausweis, noch keine IV, arbeiten geht nicht, Versuche ebenfalls fehlgeschlagen mit Crashs). Ich habe es auf alle Arten schon versucht, ich kann nicht sagen, was besser ist. Ich glaube, es kommt auf die andere Person drauf an. Mal ist die eine Art besser, mal die andere. Manche können besser oder weniger gut damit umgehen. Ich würde an deiner Stelle vielleicht auch mal zwei Anzeigen ausprobieren? Und schauen, wie die Rückmeldungen sind? Oder aber einfach nur schreiben, dass du oft zuhause bist und Ruhe brauchst (kein Schlagzeuger oder so) - dann ist die wesentliche Sache eigentlich schon fast klar. Schreibst du im Voraus von der Krankheit, ziehst du vielleicht "Kümmerer" an, die dir dann auf die Nerven gehen mit gutgemeintem Weissichwas. In der Zwischenzeit bist du sicher erfolgreich gewesen. Wieder Zufall, dass es passte? Der Stress könnte sich gelohnt haben. liebe Grüsse,

  • Fussibaer
    Fussibaer unconfirmed
    bearbeitet 21. Jun 2024
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    Hallo Flaedi

    Wenn Du eine Wohnung suchst wirst Du als Ersatz des Lohnnachweises sicherlich andere Unterlagen haben. (Rente, Bescheinigung der Arge zur Mietübernahme, Sozialamt, ggf. Bürgen oder Solvenz)

    Weiteres , insbesondere eine Behinderung bei einer Wohnungsbewerbung anzugeben ist nicht sinnvoll.

    Es sei denn, es wird ausdrücklich eine behindertengerechte Wohnung angeboten.

    Spätestens bei der Erstbesichtigung wirst Du dann SELBST entscheiden ob die Wohnung für Dich geeignet ist. Ob Du dem Vermieter symphatisch bist, so er Dich in die engere Wahl ziehen würde merkst Du in der persönlichen Begegnung recht schnell. Schließlich wird er fragen warum Du keinem Job nachgehst usw. Beantworte dann Fragen auch zu Deiner Behinderung sachlich kurz, aber humorvoll und zeige damit Dein Selbstbewustsein und das Du in der Lage bist mit der Wohnung in spe umzugehen.