Hochwasser in Deutschland

Hallo liebe Forenuser*innen,

die extreme Wetterlage in NRW Rheinland Pfalz und Bayern die letzten Tage, über die in vielen Medien unter dem Begriff Flutkatastrophe berichtet wurde hat in den Sozialen Medien ebenso für gut recherchierte Informationen wie für Spekulationen und Falschmeldungen gesorgt.

Natürlich waren und sind behinderte genauso wie nicht behinderte Bürger*innen davon betroffen. Aus aktuellem Anlass möchten wir, das Team von EnableMe auf ein tragisches Unglück hinweisen. Vor fünf Tagen sind in einer Wohneinrichtung für behinderte in der Nähe von Köln 12 Menschen mit kognitiven Beeinträchtigungen ertrunken, wie der folgende Zeitungsartikel berichtet.

 

https://www.ksta.de/politik/zwoelf-menschen-in-wohnheim-fuer-behinderte-ertrunken-38913330

 

Was dort passiert ist, ist erschütternd und wir sollten diesen Opfern und ihrer Angehörigen gedenken. Jedoch sollten wir uns davor hüten, hier einen Fall von politischem Versagen oder gar Ableismus zu vermuten.

Laut dem Nachrichtendienst Tag24 sind „präzise Warnungen bei Unwettern mit Extremregen in der Regel ausgesprochen schwierig.“ Quelle: https://www.tag24.de/nachrichten/regionales/wetter/wann-kam-die-erste-unwetter-warnung-wirklich-wetterdienst-gab-200-liter-prognose-ab-2049530

 

Und laut einer Meldung der Internetseite der Tagesschau vom 19.07.2021 gibt es insgesamt mehr als 160 Todesopfer.

Außerdem steht laut einem öffentlichen Übereinkommen der Vereinten Nationen über Rechte von Menschen mit Behinderungen der gleiche Schutz zu, wie nicht Behinderten.

„Artikel 11 – Gefahrensituationen und humanitäre Notlagen

Die Regelungen über den Schutz der Bevölkerung im Zivilschutzfall erfassen ohne Unterscheidung Menschen mit als auch ohne Behinderung. Gleiches gilt für den Bereich des Schutzes der Bevölkerung im Katastrophenfall oder bei sonstigen schweren Unglücksfällen, der im Zuständigkeitsbereich der Länder liegt. In den Ländern und Gemeinden werden teilweise schon besondere Meldewege für Notrufe für gehörlose Menschen vorgehalten (u. a.: Gehörlosentelefon – Fernschreibtelefon, das einen schriftlichen Dialog ermöglicht).

Deutschland stellt sich auch international den besonderen Herausforderungen der Notfallhilfe.

Die Belange von Bevölkerungsgruppen mit besonderen Bedürfnissen werden sowohl in Förderkonzepten und Förderanträgen für entwicklungsorientierte Nothilfe-Interventionen als auch in der Umsetzung explizit berücksichtigt.“

Quelle: Bundesministerium für Arbeit und Soziales „Übereinkommen der Vereinten Nationen über Rechte von Menschen mit Behinderungen - Erster Staatenbericht der Bundesrepublik Deutschland - Vom Bundeskabinett beschlossen am 3. August 2011. https://www.bmas.de/SharedDocs/Downloads/DE/staatenbericht-2011.pdf%3F__blob%3DpublicationFile S. 31-32

 

Interessant ist in diesem Zusammenhang auch eine Rede von Joseph Neumann, heute und 2014 Mitglied des Landtags NRW, die er auf der Europaratskonferenz zum Empowerment von Menschen mit Behinderungen in Krisensituationen 2014 in Brüssel gehalten hat.

http://www.josef-neumann.de/katastrophenschutz-inklusiv-denken-josef-neumann-auf-europaratskonferenz-zum-empowerment-von-menschen-mit-behinderungen-in-krisensituationen/

 

Deshalb unsere Frage an euch:

Was würdet ihr euch von der Politik, von Behörden, Vereinen etc. wünschen, welche Maßnahmen, welche Veränderungen, usw. um zukünftig besser gewappnet zu sein gegen solche extremen Wetterlagen?

Wir sind schon gespannt auf eure Ideen und Vorschläge.

 

Viele Grüße

Euer Team von EnableMe

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