Roman Hilfe - Arm Amputation

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Hallo liebe Forenmitglieder!

Momentan schreibe ich an einem Fantasy Roman (befindet sich im Testlesestatus) in dem 3 Charaktere vorkommen die Handicaps haben.

Meine dringlichste Frage wäre: Ist es möglich das man einige Tage nach der Amputation noch das Gefühl hat der Arm wäre da? Also quasi auf die Amputation vergisst?

Die Amputation erfolgt auf einer fast mittelalterlichen Methode (so etwas wie eine Knochensäge). (Es gibt Mittel um sich vor einer Infektion zu schützen aber nicht um die Amputation einfacher zu machen.) Sie überlebt also diese Grausamkeit und ein paar Tage später kümmert sie sich wieder um das Kochen, dabei vergisst sie für einen Moment die Amputation und bricht psychisch zusammen.
Ich habe das irgendwo einmal aufgeschnappt, aber ich bin mir nicht mehr sicher wo und deswegen würde ich gerne wissen ob es tatsächlich möglich ist oder ob das blödsinnig ist.

Ich habe den letzten Beitrag gelesen in dem ein User versuchte so eine ähnliche Frage zu stellen und verstehe eure Vorbehalte. Deswegen lade ich euch ein mich alles möglich zu fragen und auch meine Website zu besuchen. www.ckmoises.at
(Falls ihr möchtet würde ich mich freuen, wenn ihr auch Testleser werdet.)

Falls ihr wollt könnt ihr mir auch gerne schreiben: ck@ckmoises.at

Mit freundlichen Grüßen
CK Moises

Antworten

  • Hi
    wird das ein Thriller?

    das Buch: Die Würfel Gottes von Mark Klapert ein echter Knochenbrecher! Nur für starke Nerven.
    Nach den ersten paar Seiten wollte ich das Buch nie mehr anfassen. Habs dann doch wieder hervorgeholt - und siehe da -
    es wurde spannend und nicht nur grausam.

    Was hat dich dazu bewogen über Amputationen und eventuelle VorWährendundNacherinnerungen zu texten?

    Vielleicht mal einen Verfasser dieser Literatur kontaktieren und viel Pantasie hinzufügen. Viel Erfolg.

  • swisswuff1
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    Ich weiss nicht, ob Deine Frage wichtig ist.

    Ich arbeite in einem Fach, das sehr oft in Krimis vorkommt (Rechtsmedizin). Mir ist es dabei dort auch eher egal, wie "realistisch" diese Darstellungen sind - ich will einfach gut unterhalten werden, wenn ich einen Krimi anschaue. Gutes Story-Telling benötigt Realismus daher nur zu einem gewissen Grad. Umgekehrt gibt es Mediziner, die bei uns ein Praktikum machen und uns dann sagen, das (etwa an einem Unfallort) vorhandene Blut "sehe künstlich" aus. Und es gibt umgekehrt wahre oder echte Begebenheiten, die würde man nie in Roman- oder Krimiform darstellen können, es würde keiner glauben.

    Wie realistisch, oder wie verbreitet, die von Deiner Romanfigur erfahrene Situation ist, ist nicht wichtig. Wichtig ist, ob Du sie glaubhaft schildern kannst, ob sie vor Lesern gut ankommt, und ob die Geschichte spannend und gut ist. Das ist alles was zählt. Du schreibst ja Fiction, Erfundenes, Ausgedachtes - und das soll so sein, ist gut so.

    Insbesondere darf es vielleicht auf seine eigene schräge Art auch lustig sein, und Spass machen, den Text zu lesen - bei aller Tragik, wohlverstanden.

    Nun gebe ich Dir aber einige Varianten, mit denen Du herumspielen kannst, um zu sehen, was Dir vielleicht besser passt.

    (A) Beim Kochen war die Person gerade dabei, die Zwiebeln zu schneiden und die Kartoffeln zu schälen. Das fehlen ihres Arms hatte sie vergessen, wie dies gerade kurz nach Amputation vorkommen kann, und so schälte und schnitt sie unbekümmert vor sich hin. Als sie fast fertig war, und die geschälten und geschnittenen Kartoffeln bereits lustig im Kochwasser brodelten, fiel ihr wieder ein, dass ja der eine Arm fehlte, und brach zusammen.

    (B) Die Person war gerade fertig damit, ein paar Pfannen und Kochtöpfe abzuwaschen und hatte diese hingestellt, um nun das Essen zuzubereiten. Sie hatte wie so oft vergessen, dass ihr der eine Arm fehlte, und wie immer, wenn man um Ablenkung froh ist, tut man das, was man am liebsten tut auch etwas gedankenlos. Plötzlich bemerkte sie aber die Amputation und brach zusammen.

    (C) Die Person war nun bereits einige Tage nach der Amputation sehr hungrig geworden, und da sonst niemand des Kochens mächtig war, nahm sie sich dieser Arbeit an, zumal ein Festmahl bevorstand. Zunächst galt es, ein halbes Lamm pfannengerecht zurecht zu machen. Die Person hatte mittlerweile, wie es auch einmal passieren kann, die Amputation vergessen, und hatte das Fleisch für das Festmahl in mundgerechte Stücke geschnitten, als sie plötzlich der Behinderung gewahr wurde, und zusammenbrach.

    Ich denke so, oder in der Art, könnte das ganz lesenswert und unterhaltsam sein?
  • @Kohlrabi: Hat Elemente von einem Thriller, aber Fantasy ist das Hauptgenre. Die Amputation ist einfach eine logische Reaktion. Sie bekommt einen Pfeil ab von dem alle wissen, das er vergiftet ist und um die Ausbreitung zu verhindern schneiden sie ihr den Arm ab. Das ist einfach im Laufe der Geschichte entstanden. ich habe es nicht geplant.
    Vielen Dank für die Buchempfehlung!

    @swisswuff1: Danke für die ausführliche Antwort.
    So habe ich das um ehrlich zu sein noch nicht betrachtet. Ich habe nur daran gedacht ich habe die Möglichkeit etwas realitätsnah darzustellen also sollte ich das versuchen. Dein Ansatz dürfte um einiges passender sein.
    Nochmal Danke!
  • Guten morgen Moises

    Jetzt verstehe ich deine Frage deines ersten Beitrages.

    Herr der Ringe
    - ein Klassiker der Fanfiktion - habe um den Streifen und das Buch gerossen Abstand gehalten.

    Bin nicht amputiert, doch kann ich meine Hände nur bei Tageslicht oder anderen Lichtquellen mehr schlecht als recht benutzen. Diese Sensibilitätsstörungen sind in einigen Situationen der Horror. Meine Augen führen die Hände an, das zu tun was sie sollen. Nun kommen wir der Sache schon näher.

    Dem Kochlöffel gebe ich Anweisung die Nudeln im kochenden Salzwasser zu rühren. Dem Becher gefüllt mit heissem Kaffee ihn an meinen Mund zu führen. Den brennenden Glimmstengel zwischen den Fingern zu halten. usw. Aber wehe, meine Augen sind abgelenkt. Dann erfahre ich schmerzhafte Sekunden.

    Viel Erfolg bei deinen Recherchen.

    Grüsse
  • CKMoises hat geschrieben:Meine dringlichste Frage wäre: Ist es möglich das man einige Tage nach der Amputation noch das Gefühl hat der Arm wäre da? Also quasi auf die Amputation vergisst?[/quote

    Hallo,

    JA, dass ist möglich und sogar häufig der Fall. Das geht sogar auch mal länger als nur "einige Tage".
    Deswegen spricht man auch von sogenannten Phantomschmerzen 😢
    Und deswegen bin ich mir auch bei meiner Entscheidung uneins ... ich hab das als "Mittel der Wahl" genannt bekommen. Viel Erfolg mit dem Buch.

    Katzenauge
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