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Kann man einen Schwerbehindertenausweis nach Herzinfarkt beantragen?

MyHandicap UserMyHandicap User ✭✭✭
bearbeitet 8. April in Chronische Erkrankungen
Mein Herzinfarkt ist schon einige Jahr her. Habe nun gehört, dass ich evtl. einen Schwerbehindertenausweis beantragen kann. Ist das so?

Antworten

  • Welche Einschränkungen hast du denn Jahre nach dem Herzinfarkt?
    Gruß Hugo
  • "ergänzend zu meinem Vorredner.."

    Sicherlich kannst du einen "GdB" beantragen, sofern gesundheitliche Leistungseinschränkungen die medizinisch Nachweisbar sind als Ursache noch verblieben sind.

    Auszug aus dem SGB IX:
    SGB IX 2§ "... (1) Menschen sind behindert, wenn ihre körperliche Funktion, geistige Fähigkeit oder seelische Gesundheit mit hoher Wahrscheinlichkeit länger als sechs Monate von dem für das Lebensalter typischen Zustand abweichen und daher ihre Teilhabe am Leben in der Gesellschaft beeinträchtigt ist...."


    Gruß
    rollispeedy

  • Hallo,

    den Herzinfarkt hatte ich vor 8 Jahren. Es ist also noch keine Ewigkeit.
    Ich habe dadurch keine Einschränkungen. Ich kann mich aber daran
    erinnern, dass meine Mutter nach einer Krebs-OP einen
    Schwerbehindertenausweis bekommen hat. Einschränkungen hatte
    sie auch nicht.
    Wie ich das hier im Forum gelesen habe, sind viele voll berufstätig
    und nicht unbedingt "eingeschränkt".
    Der Ausweis würde mir auch nur besseren Kündigungsschutz bringen
    sowie zusätzliche Urlaubstage. Wenn man mit fast 60 das Arbeitstempo
    von 30 jährigen mitmachen muss, wäre eine kleine zusätzliche Erholung
    hilfreich.
  • Ich denke die meisten hier würden gerne auf Ihren Ausweis und die Behinderungen verzichten, gerne mit dir tauschen. Sei froh daß du keine Einschränkungen hast. Krebs-OP mit Herzinfarkt vergleichen zeigt deutlich wie gut es dir geht.
    Nicht neidisch sein wegen den paar Euro die wir weniger zahlen, die Kosten übersteigen dafür ein vielfaches von dem was wir an Steuern einsparen.
    Gruß Hugo 🥺
  • Hallo Hugo,
    ich glaube, dass du mich mißverstanden hast. Ich habe nicht vor, Steuern zu sparen und bin auch nicht neidisch.
    Ich habe einen recht stressigen Job und wäre froh, mehr Urlaub/Erholung zu haben.


  • Ach ja, nur du hast einen stressigen Job, wir frönen uns am Arbeitsplatz? Geht's noch?
    Ich bin jetzt 65 und würde gerne noch arbeiten, bin seit 10 Jahren zu Hause und hatte einen Job der mich 30Jahre lange 14 Std täglich in Anspruch nahm. Logisch daß es mit zunehmenden Alter etwas schwerer fällt, das ist der Gang der Zeit.
    Steig um in Altersteilzeit, dann haste weniger Stress.
    Gruß Hugo
  • Hera hat geschrieben:
    Hallo,

    den Herzinfarkt hatte ich vor 8 Jahren. Es ist also noch keine Ewigkeit.
    Ich habe dadurch keine Einschränkungen. Ich kann mich aber daran
    erinnern, dass meine Mutter nach einer Krebs-OP einen
    Schwerbehindertenausweis bekommen hat. Einschränkungen hatte
    sie auch nicht.
    Wie ich das hier im Forum gelesen habe, sind viele voll berufstätig
    und nicht unbedingt "eingeschränkt".
    Der Ausweis würde mir auch nur besseren Kündigungsschutz bringen
    sowie zusätzliche Urlaubstage. Wenn man mit fast 60 das Arbeitstempo
    von 30 jährigen mitmachen muss, wäre eine kleine zusätzliche Erholung
    hilfreich.


    Eventuell solltest du mal mit deinem Hausarzt oder deinem zuständigen Arbeitsmediziner über deine Beschwerden sprechen.
    Es kann ja sein, das du dich persönlich zu viel am Arbeitsplatz einbringst was gut oder auch schlecht sein mag.
    Kommt immer auf die Sichtweise an, aus welcher Perspektive und Bewertung man die zu verrichtende Arbeit sieht.
    Quantität ist nicht gleich Qualität!
    Aber es erwartet keiner, das eine 60 jährige Person gleich halten muss an der Arbeit mit einem Turnschuh-Teenie-Arbeitnehmer!
    Vielleicht solltest du mal Abstand von der Arbeit nehmen und einfach mal eine Reha über deinen Hausarzt beantragen.

    Gruß
    rollispeedy


    PS: mit deiner Vorgeschichte hast du gute Chancen eine REHA bewilligt zu bekommen!
  • Hallo,

    also... ich bin schwerbehindert, voll erwerbsunfähig und gehe Vollzeit arbeiten, weil ich es möchte und einen Arbeitsplatz habe, der behindertengerecht für mich umgestaltet werden konnte. Meinem Chef bedeutet dies, dass eine Planstelle, die ein gesunder machen könnte, nicht besetzt werden kann, weil ich meinen Hintern dort platt sitze. Ich kann aber im Vergleich zu der Zeit, als ich gesund war, noch ca. 10 % der Leistung von früher bringen. Ich bin aber auch erst 38!

    Bekommt jemand HEUTE einen Schwerbehindertenausweis, obwohl er vielleicht eine Krankheit hat/gehabt hat, aber hat keinerlei Einschränkungen, dann hat er verdammt gut gelogen und geschauspielert! Entweder bei der Begutachtung oder seinen behandelnden Ärzten.

    Der zusätzliche Erholungsurlaub bei Schwerbehinderung ist NICHT dazu da einen stressigen Job auszugleichen, um dann mit den jungen Leuten mitzuhalten. Der ist dazu da, weil Schwerbehinderte einen erheblichen Mehraufwand leisten müssen, um überhaupt arbeiten zu gehen, weil sie eben zum größten Teil MASSIV eingeschränkt sind im Arbeitsalltag und im generellen täglichen Leben! Damit notwendige Arztbesuche in die Freizeit gelegt werden können, damit Autoumrüster für die jährliche Überprüfung aufgesucht werden müssen usw. Behinderungsbedingter Mehraufwand schimpft sich sowas. Meine 5 Urlaubstage sind für behinderungsbedingten Mehraufwand spätestens OSTERN aufgebraucht!!!

    Mache den Vorschlag mit der Altersteilzeit, dafür braucht man keinen Schwerbehindertenausweis und kann seinen stressigen Job entlasten. Ach.. und Hut ab, dass dein Herz den stressigen Job so gut verträgt nach dem Infarkt. Wenn Altersteilzeit nicht geht, dann eben einen normale Teilzeit z. B. auf 80 %. Können Frauen z. B. für die Kindererziehung doch auch.

    Ein Infarkt ist echt schlimm.. gönne ich keinem... ABER so wie du schreibst bist du wieder GESUND und damit kein Anspruch auf Schwerbehinderung gegeben!

    Jumanji
  • Hallo zusammen,

    die Gemüter haben sich inzwischen hoffentlich wieder ein wenig beruhigt. Schließlich geht es hier nicht darum, wem es schlechter geht und wer mehr Vorteile bekommt.
    Wir alle leben in einer individuellen Situation und schauen natürlich, dass wir diese für uns bestmöglich gestalten. Dabei entstehen Fragen und - manchmal - auch Unklarheiten und Missverständnisse. Diese sollten aber nun beseitigt sein.

    Hera, für deine Situation hast du auch einige gute Hinweise erhalten. Bei weiteren Fragen wende Dich gern jederzeit wieder an die Community, meine Kollegen oder mich. Wir alle hier freuen uns, wenn wir helfen dürfen 😀
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