E-Rollstuhl trotz Epilepsie bin ich eine Gefahr für den Straßenverkehr?

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Hallo ihr lieben,

dies ist mein erster Beitrag hier, ich hoffe ich habe die richtige Rubrik gewählt und ihr könnt mir weiterhelfen denn ehrlich gesagt kann ich meine Verzweiflung kaum in Worte fassen.Ich leide an verschiedenen Formen der Epilepsie auch Grand mal ca. 1xpro woche. Ich bin 100% schwerbehindert und habe die Merkzeichen G und B ich sitze "vollzeit" im rollstuhl was zum einen an den Spastiken in meinen Füßen liegt zum anderen hatte ich mehrere bandscheibenvorfälle und 2 spinalkanalstenosen die operiert wurden. Allerdings ist mein rechtes Bein so gut wie tot. Jedenfalls habe ich letztes Jahr so im herbst einen faltbaren leichtrollstuhl für Übergewichtige bekommen vorübergehend bis der elektrische bewilligt ist. Problem an der ganzen sache ist 1. Meine Frau wiegt 38kg bei 1,58 m und ich 90 kg vorher also im Dezember noch 140kg meine Frau kann mich hier im Ort (sehr bergig) nicht schieben. Die einzige die mich schieben kann ist meine beteuerin von der Diakonie die ich allerdings nur 1x pro Woche sehe und dann geht's auch nicht immer raus und wenn dann eh nur zu ärzten ansonsten regeln wir papiere usw.. ich verbringe also ungelogen seid ungefähr einem Jahr die zeit ausschließlich auf der Couch oder im Bett und sehe die Jahreszeiten ausschließlich durchs Fenster. Meine Hausärztin hat den Rollstuhl in Zusammenarbeit mit mönks und scheer dem Chef der rollstuhlbauabteilung so konzipiert das er komplett auf meine gesundheitlichen und sicherheitsrelevanten Bedürfnisse zugeschnitten ist. Z.B hat der Rollstuhl die Funktion das er 1.nur 6km/h fährt was eh nicht nötig wäre weil ich nur ausschließlich in Begleitung auch jetzt schon das Haus verlassen darf und die Begleitperson neben meinem rollstuhl her läuft,2. Die Begleitperson erhält einen funkstopknopf sollte ich Krampfen oder iwas anderes sollte sein kann die Begleitperson SOFORT den Knopf drücken und der Rollstuhl kommt direkt zum stehen und kann dann manuell weiter gesteuert werden sobald entriegelt wird. 3. Der Rollstuhl kann vollständig in eine liegende Position gebracht werden da ich im sitzen nicht Krampfen kann und darf, es ist zu gefährlich im sitzen zu krampfen, von daher ist es unerlässlich den Rollstuhl in eine liegende Position bringen zu können. Mir wurde von Anfang an von der aok gesagt das es wegen der Epilepsie erwünscht ist das der mdk mich einlädt um beim TÜV eine Fahrprüfung zu machen. Da ich schon bei mönks und scheer problemlos gefahren bin War ich mir sicher das alles glatt geht. Pustekuchen. Eine Woche später rief ich da wieder an und ich bekam mitgeteilt das der mdk nach Aktenlage entschieden und abgelehnt hat und jetzt haltet euch fest...erstens natürlich bin ich eine Gefahr für den Straßenverkehr wegen der Epilepsie aber 2. Wegen der leichten Depressionen die ich habe weil ich nicht raus kann und 3. Wegen der Angstzustände die ich nachts habe denn ich will hier mal gesagt haben das ich noch eine Lebenserwartung von ungefähr 10 Jahren habe..das man da mal depris hat oder in ein oder anderen Angstzustände weil man angst hat zu verrecken ist doch wohl verständlich oder nicht? Und dann habe ich angeblich ein borderline Syndrom das ich nachweislich nicht habe! Dies waren die aufgezählten Gründe weswegen ich nicht am Straßenverkehr teilnehmen dürfe..dabei will ich mit 2km/h neben jemandem her fahren. Man hat uns einen Hilfsmotor angeboten damit jessi mich schieben kann aber ich unterliege so vielen einschränkungen, ich muss mich von meiner eigenen Frau wickeln lassen ich sterbe...ich will selbst bestimmen an welchem Regal ich Wie lange stehen bleibe ohne meinem Hintermann die ganze zeit befehlsartige Anweisungen zu geben..ich will dieses Stückchen Freiheit für mich behalten ich geh hier auch nur raus wenn ich mich absolut Top fühle. Ich sitze hier auf meiner Couch und meine Uhr tickt und tickt und da draußen da wo das leben ist das bleibt mir verwehrt und ich verrotte wortwörtlich in meiner eigenen Wohnung die für mich nur noch ein luxuriöses Gefängnis ist...ich muss hier raus Bitte helft mir!?!

Danke fürs zuhören und vielen dank im voraus für eure mühen
Ivonne giesen

Ps:Ich bin übrigens in pflegestufe 3 und habe eine eingeschränkte alltagskompetenz was die Sache nicht wirklich einfacher macht. Aber wie ihr lesen könnt habe ich sehr wohl klare momente, sicherlich Tanze ich nicht unbedingt Samba auf dem Tisch wenn der mdk kommt um die pflegestufe zu bestimmen. Wenn ich schon sterbe dann bitte nicht arm wie ne kirchenmaus, am tag der Begutachtung War ich gott sei dank verwirrt nach Anfall deswegen die eingeschränkte alltagskompetenz...für den Rollstuhl 10 zu 0 für die aok gegen mich 😡

Antworten

  • MyHandicap User
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    Ich kann dich sehr gut verstehen, das Du raus willst. Nur kann ich den MDK, nach Deiner Schilderung, sehr gut verstehen, wenn sie Dir den E-Rollstuhl verweigern. Es ist zu gefährlich. Stelle Dir einfach mal vor, du bist am überqueren einer Straße und bekommst einen Anfall. Da ist ein Unfall vorprogrammiert. Des weiteren mit 2 km schaffst Du keine Überquerung einer Straße geschweige Kreuzung. Oft reicht noch nicht mal die 6 km, die ein Standardrollstuhl hat.

    Und stelle dir bitte nicht vor, das fahren mit einem E-Rollstuhl ist einfach. Das ist es gewiß nicht. Ich habe das Glück, das ich eine sehr gute Auffassungsgabe habe und gut mit einem E-Rollstuhl umgehen kann. So das die meisten Fußgänger wenig oder kein Problem haben, wenn ich an ihnen vorbeifahre. Einige Fußgänger übertreiben es sehr gerne und müssen ihr Kommentar abgeben. Die kann man aber getrost ignorieren, was ich auch tue.

    Das Problem sind die Rollstuhlfahrer die unsicher, langsam fahren. Da kommt es sehr schnell zu Konflikten mit anderen Verkehrsteilnehmer, die ich aber auch nachvollziehen kann.
  • Zunächst mal möchte ich dir für deine ehrliche Meinung danken obwohl ich absolut nicht deiner Meinung bin. Ich habe in den letzten tagen ohne ende recherchiert und herausgefunden das die Tatsache das mein rollstuhl den ich beantragt habe nur 6km/h Spitze fährt, laut Gesetz ist das schrittgeschwindigkeit mit der es mir eh nur erlaubt ist auf dem Bürgersteig oder überall da zu fahren wo sich auch Fußgänger bewegen. Ich darf weder auf dem fahrradweg noch auf der Straße fahren dementsprechend nehme ich nicht aktiv am Straßenverkehr teil und kann somit wie die Krankenkasse mir vorwirft gar keine Gefahr für den Straßenverkehr darstellen! Ich falle somit unter Paragraph 24 und bin eine Art erweiterter Fußgänger mit dem Unterschied das ich die Hilfe eines rollstuhls benötige. Das Argument der aok ist somit entkräftet. Dasselbe habe ich auch mit meinem Anwalt besprochen er lachte nur und fragte mich ob ich ihm seinen Job wegnehmen will..er sagt mit den gegengutachten all meiner behandelnen Ärzte die ich bereits habe und das von mönks und scheer bei denen ich perfekt mit dem Rollstuhl gefahren bin sowohl drinnen als auch draußen, habe ich sowas von gute Chancen den für mich ausgerüsteten E-Rollstuhl zu bekommen. Und zu deinem Argument mit der Überquerung der straße, stell dir mal vor ich überquere mit diesem klapprigen, nicht verstellbaren faltrollstuhl den ich zur zeit habe und meine Frau die gerade mal 37,5kg wiegt und ich 90plus15kg rollstuhl und ich kriege mitten auf einer großen Kreuzung mitten bei grün beim überqueren einen krampfanfall meine Frau muss mich dann ganz schnell iwie an den Füßen vom rollstuhl runterziehen, während mein rücken und mein Kopf über Sitz und Fußstützen knallt, dann knallt mein Kopf auf dem Boden auf die Ampel springt indessen auf rot meine Frau muss gucken das wir von allen Seiten nicht überfahren werden, während dessen soll sie noch mein notfallmedikament raussuchen und verabreichen und einen rtw rufen...hätte ich den E-Rollstuhl würde meine Frau erkennen das ich Krampfe dann den notstopknopf drücken, mein Rolli bleibt sofort stehen und meine Frau bringt meinen Rollstuhl manuell aus der gefahrenzone. Dann kann sie den Rollstuhl komplett in eine liegeposition bringen mich zudecken und mir meine medis geben und ich kann in ruhe und Sicherheit zu ende krampfen! Danach schlafe ich 5-10 Minuten und dann bin ich wieder voll da und weiter geht's. Welche Variante findest du jetzt besser und sicherer für mich?

    Trotzdem vielen Dank für deinen Beitrag für andere Meinungen wäre ich ebenfalls sehr dankbar! 😀
  • Die Begründung der Krankenkasse ist nur Augenwischerei. Ihr geht es darum kein Cent mehr als nötig ausgeben zu müssen. Dazu spielt sie nur zu gern mit der Zeit, welche man als Betroffener nicht hat. Da hat seit Jahren Methode und es wird zukünftig eher schlimmer als besser. Was den MDK angeht, bin ich und wahrscheinlich auch viele andere der Meinung, dass er so überflüssig ist wie ein Tumor. Er ist halt ein gezüchtetes Bürokratiemomster besetzt mit Ärzten die von der Wirklichkeit keine Ahnung haben und jährlich Milliarden kosten. Allein aus diesem Grund gehört der Medizineische dienst abgeschafft. Zumindest sollte die Machtstellung stark eingeschränkt werden Aber das ist wohl von keinem Gesundheitsminister zu erwarten. Ganz gleich welcher Partei er angehört. 🙁
  • Ac ja! Das habe ichvergessen zu erwähnen. Stelle einen Antrag für das persönliche Budget! So kannst Du Dir einen Assitenten auswählen, der Dich im Alltag unterstützen kann. Frage Deine Betreuerin. Sie wird Dir mit Sicherheit helfen.
  • ivonnegiesen hat geschrieben:
    Zunächst mal möchte ich dir für deine ehrliche Meinung danken obwohl ich absolut nicht deiner Meinung bin. Ich habe in den letzten tagen ohne ende recherchiert und herausgefunden das die Tatsache das mein rollstuhl den ich beantragt habe nur 6km/h Spitze fährt, laut Gesetz ist das schrittgeschwindigkeit ...

    ...hätte ich den E-Rollstuhl würde meine Frau erkennen das ich Krampfe dann den notstopknopf drücken, mein Rolli bleibt sofort stehen und meine Frau bringt meinen Rollstuhl manuell aus der gefahrenzone. Dann kann sie den Rollstuhl komplett in eine liegeposition bringen mich zudecken und mir meine medis geben und ich kann in ruhe und Sicherheit zu ende krampfen! Danach schlafe ich 5-10 Minuten und dann bin ich wieder voll da und weiter geht's. Welche Variante findest du jetzt besser und sicherer für mich?

    Trotzdem vielen Dank für deinen Beitrag für andere Meinungen wäre ich ebenfalls sehr dankbar! 😀


    Du schilderst im letzten Absatz genau das Problem, worauf ich hinaus will. Die Gefahr das Du mit auf der Straße den Anfall bekommst ist nicht von der Hand zu weisen und begibst dich somit massiv in Gefahr. Denn es gibt kein Autofahrer der damit rechnet, das Du einen Anfall bekommst und Deine Frau dadurch den Rollstuhl abrupt stoppen muß.

    Ich selber hatte erst vor 2 Wochen einen Verkehrsunfall, weil ein Fahrer wegen eines Falschparkers abgelenkt war. Er hat mich voll von der Seite erwischt. Mein Glück war, das er mit Schrittgeschwindigkeit gefahren ist, wobei er langsam Gas geben hat. Er hat es noch nicht mal mitbekommen, das ich an seiner Motorhaube hing. Die Reifen fingen schon an zu arbeiten. Erst durch mein schreien und auf die Motorhaube hauend reagierte er.

    Ich drücke dir die Daumen, das du Erfolg hast. Aber denke immer daran, las es mit den 2 km/h Geschwindigkeit, wenn Du die Straße überquerst. Da bist Du in diesem Fall ein Hindernis. Fällst du zu oft auf, kann du ganz schnell die Erlaubnis verlieren, den Rollstuhl zu nutzen. Denn nicht nur die Krankenkasse kann dir die Nutzungserlaubnis entziehen.

    Und wunder dich nicht, wenn ab und zu dein Arzt fragt, ob du mit dem Rollstuhl und dem Verkehr klar kommst. Bei mir hat es meine Ärztin gemacht, weil die Krankenkasse nachgefragt hat.
  • speedster70 hat geschrieben:
    Die Begründung der Krankenkasse ist nur Augenwischerei. Ihr geht es darum kein Cent mehr als nötig ausgeben zu müssen. Dazu spielt sie nur zu gern mit der Zeit, welche man als Betroffener nicht hat. Da hat seit Jahren Methode und es wird zukünftig eher schlimmer als besser. Was den MDK angeht, bin ich und wahrscheinlich auch viele andere der Meinung, dass er so überflüssig ist wie ein Tumor. Er ist halt ein gezüchtetes Bürokratiemomster besetzt mit Ärzten die von der Wirklichkeit keine Ahnung haben und jährlich Milliarden kosten. Allein aus diesem Grund gehört der Medizineische dienst abgeschafft. Zumindest sollte die Machtstellung stark eingeschränkt werden Aber das ist wohl von keinem Gesundheitsminister zu erwarten. Ganz gleich welcher Partei er angehört. 🙁


    Du sprichst bzw schreibst mir hier aus vollem Herzen ,du hast absolutes Recht gleiche Erfahrungen habe ich auch gemacht !Ich will hier mal ein Beispiel schreiben , ich selber habe Gleichgewichtsstörungen und fahre immer noch Auto auf welches ich angewiesen bin zwar nicht viel aber immerhin 2000 km im Jahr kommen zusammen , so wenn man das nicht wollte soll man mir ne Hilfe zur Seite stellen , aber das wollen die auch nicht also weiterhin Auto fahren !!!

    Gr.Meikel
  • GOTT SEI DANK ENDLICH MAL ZUSPRUCH! 😆
    Danke schön echt ich freue mich! Ich verstehe z.B. nicht warum in einem oder sogar zwei Kommentaren sich so daran festgebissen wird, dass ich nur mit 2km/h neben meiner Begleitperson her fahre.Das War nur ein Beispiel für den bürgersteig oder so wenn ich über eine Kreuzung fahre kann ich ja bis zu 6km/h fahren sprich immer noch normale schrittgeschwindigkeit. Nichts desto trotz nehme ich auch als fußgänger am Straßenverkehr laut stvo teil. Nur kann mir niemand erzählen das die Nutzung des Straßenverkehrs so erheblich und vor allem vergleichbar wäre wie bei einem fahrrad, mofa, roller, Motorrad oder autofahrer. Ich Bitte euch ich fahre neben meiner Begleitperson die immer mein notfallmedikament dabei hat das innerhalb von 3-4 Minuten wirkt der Rollstuhl ist eine maßanfertigung, zudem hat die Begleitperson einen funkstopknopf sobald was ist stoppt der Rollstuhl und kann von der Begleitperson weitergefahren werden. Heute musste ich in meinem klapprigen faltrollstuhl fahren 2 std. Lang danach lag ich mit einem Hexenschuss im Krankenhaus weil die Rückenlehne einfach nicht verstellbar ist und mein rücken eh im Eimer ist. Außerdem da der Rollstuhl keine wirkliche Polsterung hat War ich bei dem warmen Wetter trotz kurzer Hose und t-shirt so nass von hinten als hätte ich mich eingenässt!!! Das ist MENSCHENUNWÜRDIG! Ich musste die Sachen danach in den Trockner stecken! Der Rollstuhl kostet knapp 20.000 Euro noch fragen? Die normalen e-rollis kosten vielleicht 6-8000 Euro ist doch klar warum die gründe suchen nicht zu bezahlen oder nicht! Ich habe 7 Atteste von allen meinen behandelnen ärzten sogar von mönks und scheer und meinem neurologen, alle bescheinigen mir ausnahmslos das ich absolut keine Gefahr für den Straßenverkehr bin! Und ich habe einen guten Anwalt und zur Not gehe ich damit ins Fernsehen ganz einfach..es gibt so viele die unterm mdk leiden!

    Viele liebe grüße
    Ivi
  • MyHandicap User
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    Hallo Ivi,

    wie ist denn der aktuelle Stand? Hast Du mit Deinen Anwälten bereits juristische Schritte eingeleitet?
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