Assistenzkosten während eigener Krankheit

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Hallo,

ich erhalte seit kurzem ein persönliches Budget. Diese Woche war ich leider schon wieder mal krank. Zu meinen Eltern asweichen konnte ich diesmal nicht. Deshalb sind bereits jetzt erkennbar höhere Assistenzkosten entstanden, u.a. mehr Nachtwachen, Versorgung am Tage (Ausgaben pro Krankheitstag 3x höher als normal, Ausgaben bis heute ca Monatsmitte kommen an das sonstige Monatsbudget bereits heran)

Meine Frage: Wie handhaben andere Betroffene die Finanzierung der höheren Assistenzkosten während der eigenen Krankheit?
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Antworten

  • Hallo Daniel,

    zunächst einmal herzlich willkommen in der Community! Schön, dass Du MyHandicap gefunden hast 😀
    Eine Übersicht, wie das bei uns funktioniert, bietet dieses kurze Video (selbstverständlich auch mit Untertiteln): http://www.myhandicap.de/guided-tour.html

    Nun, Du schreibst, Du bist "wieder mal krank". Also ist das bei Dir offenbar mehr oder weniger regelmäßig der Fall. Du hättest so etwas also von vorn herein mit einkalkulieren müssen bei Deinem Budget.

    Nun gilt es schnellstmöglich mit dem Budgetbeauftragten Kontakt aufzunehmen und eine Lösung zu finden.

    Wenn wir Dich noch in irgendeiner Art unterstützen können, lass es uns bitte wissen.

    Gern kannst Du an dieser Stelle auch berichten, wie es weiter geht.
  • Hallo,

    danke für die Antwort. Die Wortgruppe "wieder mal krank" bezog siuch mehr auf das laufende Jahr. D.h. ich war dieses Jahr öfter krank als sonst, wusste es also zum Zeitpunkt der Antragstellung 2013 nicht. Im Übrigen versuche ich jetzt trotzdem eine Lösung außerhalb des vereinbarten Budgets zu finden.
  • Hallo Daniel,

    ich verstehe. Danke für diesen Nachtrag.

    Ich würde mir gerne noch ein genaueres Bild von Dir und Deiner Situation machen, um Dir besser helfen zu können. Magst Du vielleicht ein wenig mehr von Dir erzählen?
  • Hallo Justin,

    gern erzähle ich dir etwas mehr. Was möchtest du denn wissen?
  • Hallo Daniel,

    zum Beispiel wäre interessant:

    - Mit welcher Krankheit/Behinderung lebst Du?
    - Welche Einschränkungen ergeben sich für Dich daraus?
    - Wie ist Deine Wohnsituation?
    - Wie viele Stunden Assistenz hast Du täglich, wenn Du gesund bist?
    - Wie viele Stunden Assistenz benötigst Du täglich, wenn Du krank bist?
    - Wie ist die Assistenz bei Dir organisiert? Selbst angestellte Mitarbeitende oder über einen Dienstleister?
    - Welche Kostenträger sind an Deinem PB beteiligt?

    Und mich auch interessieren, welche Lösung Du nun derzeit anstrebst.
  • Hallo Justin

    ich habe zwar eine ICP in Form einer Tetraplegie, gehe aber in Vollzeit arbeiten und habe auch eine eigene Wohnung. Auf Arbeit habe ich eine Arbeitsassistenz, werktags macht mich der Pflegedienst fertig, bis mich ein Taxi abholt (ab/an Arbeit).

    Ich brauche mind. 9,0 h direkte Assistenz an einem Wochenendtag, oder auch bei AU. Die restliche Assistenzzeit ist jedoch als Anwesenheitsassistenz aufgrund der im Gutachten festgestellten Harninkontinenz (dadurch sind auch häufigere Toilettengänge bedingt) und zur Verringerung der ebenfalls festgestellten Panikattacken erforderlich.
    Bei Arbeitstagen verringert sich das auf die Feierabendzeit und beträgt so 3-4h.

    Die Finanzierung der Arbeitsassistenz läuft ohne mich (autonom), die restliche über mich ohne AG-Modell und nur mit dem Sozialamt als Kostenträger. Ich erhalte daneben Kombi-Leistung der Pflegekasse (PS II), weitere regelmäßige Zahlungen sind hier ja auch nicht möglich. Ersatzpflege ist nicht regelmäßig, wird aber ausgeschöpft.

    Derzeit strebe ich lediglich an, ggf. als Lösung außerhalb des pers. Budgets, sozusagen auf "Zuruf", an Zuhause-Tagen mit mehr Assistenzbedarfen (nicht die Wochenenden, die sind ja schon berücksichtigt, aber Zeiten des Urlaubs/AU) ein erhöhtes Budget zu erhalten.
  • Hallo Daniel,

    vielen Dank für Deine Ergänzungen.

    Tetraplegie bzw. Assistenz und Arbeit schließen sich keineswegs aus. Ich lebe selbst mit 24stündiger Assistenz und bin Vollzeit berufstätig. Zusätzlich mache ich gerade noch einen Bachelor.

    Zu Deiner Schilderung noch eine Frage:

    daniel99085 hat geschrieben:
    (…) Die restliche Assistenzzeit ist jedoch als Anwesenheitsassistenz aufgrund der im Gutachten festgestellten Harninkontinenz (dadurch sind auch häufigere Toilettengänge bedingt) und zur Verringerung der ebenfalls festgestellten Panikattacken erforderlich.
    (…)


    Bedeutet das, dass immer jemand bei Dir ist, wenn Du zuhause bist?

    Du schreibst weiter, dass Du derzeit eine Lösung anstrebst. D.h. Du bist bereits mit dem Sozialamt in Kontakt stehst?
  • Hallo Justin,

    danke für die Nachfragen. Natürlich bin ich ach mal alleine - und das ist auch gut so. Eine 24h-Assistenz bekomme ich bei der Pflegestufe ja nicht.

    Ich habe bereits Kontakt mit dem Sozialamt, was mich erstmal zur Pflegekasse geschickt hat (angebliche "vorrangige Zuständigkeit"). Wenn ein Ablehnungsbescheid vorliegt, dass keine weiteren Kosten übers SGB XI gezahlt werden, prüfen Sie weiter...
  • Hallo Daniel, Hallo Justin,

    vielen Dank für Euren sehr interessanten Dialog! Ich bin spastisch gelähmt, lebe in einer eigenen Wohnung und habe täglich 8 Assistenz, die durch einen Pflegedienst organisiert wird, der ausschließlich Assistenz anbietet.
    Im letzten und auch in diesem Jahr war ich im Urlaub, in dem ich von einem Assistenten aus dem eigenen Team begleitet wurde. Für diese Urlaubszeit hat mir der Kostenträger, das Sozialamt, 2 Stunden mehr am Tag bewilligt.
    Damit will ich sagen und auch jeden, der auf Assistenz angewiesen ist, ermutigen, immer mit dem Kostenträger zu sprechen, wenn aufgrund unvorhersehbarer Lebenssituationen kurzfristig oder auch längerfristig ein Mehrbedarf an Assitenz entsteht als er im aktuellen Bewilligungsbescheid angegeben ist.

    Ich wünsche Dir viel Erfolg, lieber Daniel und ich werde diesen Theard aufmerksam weiterverfolgen.

    michael, als reinhildbzarr angemeldet
  • Hallo Michael,

    danke für den Zuspruch.

    Zum Thema:

    reinhildbizarr hat geschrieben:
    Damit will ich sagen und auch jeden, der auf Assistenz angewiesen ist, ermutigen, immer mit dem Kostenträger zu sprechen, wenn aufgrund unvorhersehbarer Lebenssituationen kurzfristig oder auch längerfristig ein Mehrbedarf an Assitenz entsteht als er im aktuellen Bewilligungsbescheid angegeben ist.


    Dazu kann ich sagen, dass sprechen und/oder Antragstellung und Entscheidung 2 verschiedene Paar Schuhe sind. Dies merke ich ganz deutlich. Aufgrund meiner Tätigkeit erziele ich ein Einkommen, der sich daraus berechnende Eigenanteil ist mit ca. 300,00 € nicht gerade gering. Und dann noch überzeugend zu argumentieren, dass eine Budgeterhöhung aufgrund unvorhersehbarer Krankheit nötig ist, ist nochmal schwerer. Im Gegenteil: Das Argument "Sie können die Kosten ja im nächsten Monat wieder einsparen - ihre Eltern stehen ja auch noch mit im Pflegegutachten für die Pflegestufe II" ist dafür erstmal zu entkräften. Noch weiß ich allerdings nicht, ob meinem Argument, dass meine Eltern beide berufstätig sind, solche Beachtung geschenkt wird, wie ich sie mir wünsche.

    Es bleibt also abzuwarten...
  • Hallo Daniel,

    nun, für die Zukunft solltest Du solche Zeiten mitteln und bei den monatlichen Kosten mit einkalkulieren.

    Ich weiß, für jetzt nützt Dir das auch nichts. Aber Du bist ja schon in Kontakt mit den Kostenträgern. Ich drücke Dir die Daumen, dass eine Lösung gefunden wird.

    Gern kannst Du an dieser Stelle berichten, wie es weiter geht.

    Wenn wir Dich noch in irgendeiner Form unterstützen können, zögere bitte nicht, uns anzusprechen. Wir alle hier freuen uns, wenn wir helfen dürfen 😀
  • Hallo Justin und danke für die Antwort.

    Zu
    Justin_MyHandicap hat geschrieben:
    Hallo Daniel,

    nun, für die Zukunft solltest Du solche Zeiten mitteln und bei den monatlichen Kosten mit einkalkulieren.


    kann ich sagen, dass ich zwar für solche Fälle eine Schwankungsrerve beantragt habe, deren Höhe ich ins Ermessen des Kostenträgers stellte. Im Bescheid steht aber nix davon, also wurde es nicht berücksichtigt.

    Und weil ichs Budget erst seit nem Jahr habe, bisher mit der kalkulierten Höhe zufrieden war und nichts passierte, muss ich jetzt umso mehr kämpfen. Vielleicht ja auch mit höheren Nachweischancen, da die höheren Kosten ja tatsächlich entstehen und die AU-Zeiten belegbar sind.
  • Hallo,

    heute hat mir das Sozialamt geschrieben, sich mit meiner KK in Verbindung setzen zu wollen. Zwecks Suche alternativer Kostenübernahme-Möglichkeiten. Klingt ja an sich ganz gut. Das kuriose ist: Ich habe gestern ein Schreiben der PV hingemailt, aus dem hervorgeht, dass ich sowohl Sach- als auch Geldleistung (eben Kombi) sowie Ersatzpflege erhalte. Mehr gibts doch im SGB XI nicht oder? Hat jemand eine Idee, welche Lösung gefunden werden könnte?
  • Vielleicht hofft das SA auf Behandlungspflege im Krankheitsfall.
  • Ich habe Erfolg gehabt - Details folgen noch
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