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Arbeitsamt sieht keine Chance auf Vermittlung augrund Krankheit und Schwerbehinderung

Hallo zusammen,
ich bin neu hier und hoffe auf euren Rat.
Zu meiner Person:
59 Jahre
seit 25 Jahren an Colitis ulcerosa erkrankt
Grad der Behinderung 50
ALG 1 bis 04.11.2012
Am 27.12.2013 wurde rückwirkend per 01.11.2012 von der DRV teilweise EM-Rente wegen Berufsunfähigkeit anerkannt. Klage auf volle EM-Rente habe ich eingereicht.
Antrag auf Teilhabe am Arbeitsleben wurde dem Grunde nach im August 2013 durch DRV genehmigt, jedoch Leistungen oder Förderungen habe ich bis heute nicht erhalten.
Heute habe ich mich aufgrund meines durch die DRV erstellten positiven Leistungsprofils mit > als 6 Std/tgl. bei der Reha-Abteilung der Bundesagentur gemeldet. Die Rehaberaterin sieht aufgrund des verbliebenen Restleistungsvermögen und wahrscheinlich auch aufgrund meines Alters keine Chance auf auf dem allg. Arbeitsmarkt und wollte mich mit ALG II vertrösten. Auf ALG II habe ich aufgrund des Einkommnes meiner Ehefrau keine Ansprüche.
Ich habe eigentlich gedacht, dass mir als Schwerbehinderter und erwerbsgeminderter Mensch selbstbestimmende Hilfe zusteht. Schließlich bin ich krank und nicht faul. Wie schaffe ich es als Schwerbehinderter trotzdem gleichgestellt zu werden und den gleichen finanzellen Ausgleich wie gesunde Menschen zu erlangen? Reha vor Rente scheint auch nicht gelebt zu werden. Denn ich wurde von der Rehaberaterin der DRV als rehaunfähig beurteilt und dennoch wurde die volle EM-Rente verweigert! Selbst der Integrationfachdienst hat mich aufgrund meiner chronischen Erkrankung als nicht vermittelbar auf dem ersten Arbeitsmarkt beurteilt. Was für Chancen habe ich noch? Was kann und sollte ich unbedingt noch tun? Irgendwie fühle ich mich hilflos, denn bis die Klage beim Sozialgericht entschieden ist, kann es evtl. noch 2 Jahre dauern. Vielen Dank für hoffentlich viele Antworten und Tipp´s vorab. 😃
Viele Grüße
G.

Antworten

  • Hallo,
    winter68 hat geschrieben:

    Ich habe eigentlich gedacht, dass mir als Schwerbehinderter und erwerbsgeminderter Mensch selbstbestimmende Hilfe zusteht. Wie schaffe ich es als Schwerbehinderter trotzdem gleichgestellt zu werden und den gleichen finanzellen Ausgleich wie gesunde Menschen zu erlangen? Reha vor Rente scheint auch nicht gelebt zu werde


    Was meinst Du denn damit? Jemand ohne Behinderung, der/die möglicherweise mit knapp 60 Jahren auch nicht mehr so schnell einen Job findet, kriegt ja auch nur ALG II bzw. bei Ehe mit einer besserverdienenden Person dann eben auch nicht.

    Es ist wahrscheinlich nicht das, was Du hören willst, aber ich schreibe es trotzdem:

    Der Arbeitsmarkt ist leider ein Biest und realistisch betrachtet haben die Leute, mit denen Du da sprachst, wahrscheinlich recht (obwohl Du jetzt natürlich nicht geschrieben hast, was Du von Beruf bist. Wenn Du ein hochspezialisierter IT-Experte oder erfahrener Ingenieur bist, dann solltest Du wohl was finden).

    Versuch' Dein Leben ohne bezahlte Lohnarbeit so schön und sinnvoll wie möglich zu gestalten. Wenn die volle Erwerbsminderung anerkannt würde, würdest Du ja auch nicht mehr arbeiten. Wenn Du etwas zu tun suchst, gibt es sicherlich sehr viele Möglichkeiten sich ehrenamtlich zu engagieren oder vielleicht auch eine Tätigkeit zu finden, bei der es eine Aufwandsentschädigung gibt oder Du auf 450 Euro Basis wenigstens eine bisschen was verdienen kannst. Immerhin sitzt Dir wohl das Jobcenter nicht im Nacken, dass Du x Bewerbungen pro Monat schreiben musst.

    Alles Gute, ananim


  • Hallo winter68,

    zunächst einmal herzlich willkommen in der Community! Schön, dass Du MyHandicap gefunden hast 😀
    Eine Übersicht, wie das bei uns funktioniert, bietet dieses kurze Video (selbstverständlich auch mit Untertiteln): http://www.myhandicap.de/guided-tour.html

    anamin hat schon einige gute Hinweise gegeben (vielen Dank dafür 😀 ).

    Was genau wünscht Du dir denn? Mehr Geld, eine Umschulung, eine Beschäftigung?

    Wenn man Deine Erwartungen nachvollziehen kann, kann man Dir sicherlich besser helfen 😀
  • Hallo ananim,
    hallo Justin,

    vielen Dank für eure Antworten.
    Auf deine Frage Justin:
    "Was genau wünschst Du dir denn? Mehr Geld, eine Umschulung, eine Beschäftigung?"
    Dies alles!!
    Im Gesetz heißt es:
    § 1 Selbstbestimmung und Teilhabe am Leben in der GesellschaftBehinderte oder von Behinderung bedrohte Menschen erhalten Leistungen nach diesem Buch und den für die
    Rehabilitationsträger geltenden Leistungsgesetzen, um ihre Selbstbestimmung und gleichberechtigte Teilhabe am Leben in der Gesellschaft zu fördern, Benachteiligungen zu vermeiden oder ihnen entgegenzuwirken.
    Die Agentur für Arbeit sieht jedoch keinen Handlungsbedarf, da ich kein ALG I Anspruch habe. Ich bin dort nur als Karteileiche geführt!! Für eine Umschulung zu alt, für eine Vermittlung auf dem Arbeitsmarkt zu krank und eine mediz. Reha bringt keine gesundheitliche Besserung. Wie und von wem kann ich Hilfe bzw. Unterstützung erwarten? Wie soll ich argumentieren? Ich kann doch nicht den Kopf einfach nur in den Sand stecken, denn ohne zusätzliche finanzielle Mittel, kann ich den Lebensunterhalt auf Dauer nicht mehr bestreiten. Hartz IV kommt für mich aus eigener Überzeugung nicht in Frage!
    Viele Grüße
    G.
  • Hallo G.,

    vielen Dank für Deine Antwort.

    Es ist in der Tat eine unschöne Situation. Und ich kann verstehen, dass dies frustrierend ist.

    Wie Du selbst bereits erfasst hast, kannst Du von der Agentur für Arbeit keine Hilfe erwarten. Dies kannst Du nun gut finden oder nicht. Fakt ist, es ist leider so. Daran werden leider auch viel Zeit, Geld, Nerven und ein guter Anwalt nicht viel ändern können. Die Gegenseite wird immer mit Deinem Alter und Deinem Gesundheitszustand argumentieren. Dem kann man leider nicht wirklich etwas entgegen setzen.

    Da Du ALG II kategorisch ausschließt, hast Du entweder die Möglichkeit einen eigenen Weg zu finden (was einige Menschen gemacht haben) oder Dich mit Unterstützung Deiner behandelnden Ärzte um Erwerbsminderungsrente zu bemühen.

    Dass dies nicht unbedingt die wünschenswerten Optionen sind, ist klar. Aber es sind die möglichen Optionen.

    Tut mir leid, Dir nicht die Antwort geben zu können, die Du dir wünscht. Meine Antwort war aber hoffentlich trotzdem ein klein wenig hilfreich für Dich.

    Bei weiteren Fragen wende Dich gern jederzeit wieder an mich oder meine Kollegen oder die Community. Wir alle hier freuen uns, wenn wir helfen dürfen 😀
  • Hallo Justin,

    vielen Dank für deine Mühe und deine Zeit die du dir nimmst, um mein Anliegen zu beantworten und dich damit auseinanderzusetzten. Meinen vollen Respekt dafür!!

    Du hast Recht ich sollte lieber meine Nerven schonen, zumal ich zur Zeit einen schweren akuten Schub meiner Erkrankung habe und in 8 Tagen 6 kg abgenommen habe. Es wird wohl darauf hinauslaufen das die volle EM eingetreten ist.

    Ich wünsche allen bei MyHandicap alles Gute und melde mich wieder wenn ich hilfreiche Erfahrungen in Bezug auf Recht & Soziales gesammelt habe, um auch andere Betroffene zu informieren.

    Dir Justin weiterhin viel Spaß beim helfen und ein schönes sonniges Wochenende 😆

    Beste Grüße
    G.
  • Hallo G.,

    vielen Dank für Deine Rückmeldung.

    Wir wünschen Dir viel Erfolg für Deinen weiteren Weg. Gern kannst Du an dieser Stelle berichten, wie es weiter geht. Auch wenn wir Dich noch in irgendeiner Form unterstützen können, wende dich gern jederzeit wieder an uns.

    Immer dran denken: Das Leben macht niemals einen Punkt. Es macht immer drei Punkte … 😉
    In diesem Sinne: Alles Gute für Dich!
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