Keine Wohnung für Familie mit behindertem Sohn?!

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Guten Tag,
Ich weiß nicht, ob es ein ähnliches Thema schon gab, deshalb fange ich jetzt einfach mal an:
Wir sind eine 4-köpfige familie aus dem Kreis Gütersloh. Mein Bruder ist von Geburt an behindert und kann nichts selbstständig tun. Nun müssen wir im Juni nächsten Jahres aus der Wohnung ausziehen, da sie zum einen zu teuer für meine Eltern ist, da beide dann in Rente sind und zum anderen weil die Wohnung erhebliche Baumängel aufweist. Wir suchen schon seit fast 2 Jahren eine Wohnung, aber immer wenn man kurz davor war, eine Zusage zu bekommen, hieß es plötzlich, die Wohnung sei nicht mehr verfügbar oder man wolle keine Behinderten. Ich selbst bin schon so gut wie ausgezogen in eine eigene Wohnung und wenn meine Eltern nichts finden was ebenerdig ist (wegen dem Rollstuhl) und auch noch bezahlbar ist (1200€Miete für eine 3ZKB-Wohnung mit 64m2 finde ich sehr überteuert), müssen sie meinen Bruder ins Heim geben und das wollen sie verständlicherweise nicht.
Ein weiteres Problem ist, dass wir nicht aus dem Kreis Gütersloh wegziehen können, da mein Bruder(3😎 sonst nicht mehr in die Behindertenwerkstatt gehen kann.


Kann es wirklich in Deutschland so sein, dass man vom Amt abgespeist wird mit den Worten: Tja dann müssen sie Ihren sohn eben ins heim geben. ??
Oder gibt es irgendwelche Anlaufstellen die einem bei diesem Problem helfen können?

Um Antworten wäre ich mehr als dankbar!

Mfg,
Sodamak

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  • MyHandicap User
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    Hallo,

    es ist ja sehr gut, dass Ihr so langfristig schon sucht, aber zwei Jahre sind schon eine lange Zeit ...

    Erst einmal: rechtlich gesehen ist es grundsätzlich so, dass jemand nicht wegen einer Behinderung als Mieter/in abgelehnt werden darf, wenn der Vermieter mehr als 50 Wohnungen vermietet. Das ergibt sich aus dem Allgemeinen Gleichstellungsgesetz. Insofern wäre eine Frage, ob es in Gütersloh entsprechende Wohnbaugesellschaften/Hausvermietungen gibt. Wenn Ihr bei solchen Gesellschaften trotzdem die Erfahrung macht, dass unter Verweis auf "keine Leute mit Behinderung" eine Vermietung abgelehnt wird, bietet es sich aus meiner Sicht an, die Ablehnung und ihre Begründung zum einen so gut wie möglich zu dokumentieren und zweitens, wenn es das bei Euch gibt, einen staatlichen Antidiskrminierungsbeauftragten oder entsprechende Beratungsstellen einzuschalten.

    Zweitens wäre die Frage, ob Ihr schon die einschlägigen Stellen "abgeklappert" habt. Hier einige Links, die vielleicht nützlich sind ( gegoogelt, kann also keine Empfehlung dafür abgeben):

    Behindertenbeauftragte der Stadt Gütersloh: http://www.guetersloh.de/Z3VldGVyc2xvaGQ0Y21zOjE4NDk4.x4s?eCid=1309

    Wohnberatung der AWO für Senioren und Menschen mit Behinderungen http://www.awo-guetersloh.de/index.php?seite=wohnraumberatung&kat=senior

    Ein dritter Gedanke wäre, dass es ja neben "Heim" auch noch andere Wohnformen für Deinen Bruder geben könnten, je nachdem, was er für eine Behinderung hat - es gibt z. B. auch so etwas wie ambulant betreutes Wohnen ( siehe z. b. http://www.wertkreis-gt.de/wohnen/in-der-eigenen-wohnung.html ).

    Dann wünsche ich noch gute Nerven bei der Suche!
  • Hallo Sodamak,

    ich habe die Bewertung des Threads auf 100% gesetzt, damit andere User eine bessere Übersicht haben, welche Anliegen bereits geklärt sind.

    Dies ist vor allem für neue User wichtig, die Rat suchen. Aber auch für unser Kollegium, damit wir sehen, wo noch Hilfe benötigt wird.

    Da es seit über vier Wochen keine Beiträge mehr zu dieser Diskussion gab, gehe ich davon aus, dass kein weiterer Diskussionsbedarf mehr besteht.

    Natürlich besteht weiterhin die Möglichkeit, in diesem Thread zu posten. Themenersteller können – bei Bedarf – die Bewertung auch wieder zurücksetzen.

    Bei neuen Fragen oder Anliegen, bitten wir darum, einfach einen neuen Thread im entsprechenden Forum zu eröffnen.

    Wir alle hier freuen uns, wenn wir helfen dürfen und wünschen weiterhin viel Spaß und eine interessante Zeit in der Community von MyHandicap!
  • Hallo Sodamak!

    Es wurden schon andere Wohnformen als ein Heim erwähnt. Es gibt dort z.B. die Wohngruppe für 8 - 10 Bewohner, wo immer Betreuungspersonen sind. Oder eine eigene Wohnung mit Assistenz, die nach Schichtplan arbeitet. Es gibt sicher noch andere Möglichkeiten, es muss das Optimum für deinen Bruder gefunden werden.

    Du schreibst, deine Eltern sind nächstes Jahr Rentner - vor diesem Hintergrund solltet ihr den Auszug aus dem Elternhaus besonders in Erwägung ziehen. Die Eltern und der Bruder werden nicht jünger, es können Krankheiten auftreten und irgendwann kommt der Tag, den keiner will. Was ist dann?
    Ich denke, es ist besser, die Ablösung geplant und in Ruhe durchzuziehen und mit ihm zusammen, als wenn es plötzlich hopplahopp passieren muss, weil er dann alleine in der Wohnung ist und über seinen Kopf hinweg schnell entschieden werden muss.

    Ich denke, es ist einfacher, die Zeit bis zum Auszug zu nutzen, wenn man zwei Unterkünfte sucht. Eine für die Eltern, die Wohnung sollte für mögliche Besuche natürlich für den Bruder nutzbar sein, und eine für den Bruder mit Betreuung.

    Gruß, Katrin
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