Wie Medikamente für ein Jahr verschreiben lassen?? 1 Jahres Studienaufenthalt in Japan

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Liebe Forengemeinde,

zwecks Studentenaustausch werde ich ab September für ein Jahr nach Japan gehen. Ich habe allerdings eine chronische Erkrankung und muss regelmäßig Medikamente nehmen. Da Auslandsreisekrankenversicherungen für Kosten für bereits bestehende Krankheiten keine Leistungen zahlen, muss ich mir die Medikamente bereits in Deutschland verschreiben lassen und mit nach Japan nehmen.

Das Problem: Mein Arzt meint, er könne mir nur die Medikamente für ein Quartal (also drei Monate) verschreiben, da er sonst darüber hinaus für die Kosten aufkommen muss. Er sagt aber, wenn die Krankenkasse ihm eine Bestätigung sendet, dass diese die Kosten für den Medikamentenvorrat von einem Jahr übernimmt, dann könnte er mir die Medikamente auch für ein Jahr verschreiben.
Ich habe mich bei der Krankenkasse (AOK) informiert und diese meinte, dass siedefinitiv keine Genehmigungen/Ablehnungen über Medikamente ausstellen können/dürfen.

Ich habe schon viel rumtelefoniert, habe aber noch keine Lösung für mein Problem gefunden. 😢
Der Arzt und die AOK beharren auf ihrer Meinung. 😢

Ist jemand von euch chronisch krank, oder musste jemand von euch mal Medikamente für den Zeitraum von länger als 3 Monate ins Ausland mitnehmen? Oder kennt ihr jemanden, der vor dem selben Problem stand? :-/

Ich bin auf jeden Fall auf die Medikamente angewiesen und ohne sieht es mit einem Japanaufenthalt eher düster aus. 😢

Antworten

  • einbein
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    Es ist zwar nicht die feine Art, aber ich würde mir einfach von mehreren Ärzten Rezepte ausstellen lassen. Was du hast, das hast du.

    Die zweite Möglichkeit, du lässt es dir privat verschreiben. Ich weiß nicht, was die Medikamente kosten. Vielleicht macht dir dein Apotheker einen Sonderpreis. Bei der Ausreise kannst du dir zumindest die Mehrwertsteuer zurück holen. Die Reise nach Japan ist ja auch nicht ganz kostenlos. Oder du lässt dir die Medikamente quartalsweise nachschicken, wenn sie sehr teuer sind.

    Viel Spass in Japan, du wirst von dem Land begeistert sein!
  • Hallo Matcap,

    sowohl die Krankenkasse als auch dein Hausarzt haben dich da richtig informiert. Das nächste Problem..falls du irgendwie an deinen Jahresbedarf am Medikamenten kommst...legal oder illegal wie es dir Einbein empfohlen hat, bekommst du spätestens am Zoll massive Probleme. Was glaubst du was der japanische Zöllner (falls du überhaupt soweit kommst) denkt, wenn er deinen Medikamenten Vorrat entdeckt bzw. du ihn am Zoll angibst? Vielleicht machst du dich da mal schlau, ob es überhaupt erlaubt ist eine solche Menge Medikamente nach Japan einzuführen.

    LG Thomas
  • Breather hat geschrieben:
    Hallo Matcap,

    sowohl die Krankenkasse als auch dein Hausarzt haben dich da richtig informiert. Das nächste Problem..falls du irgendwie an deinen Jahresbedarf am Medikamenten kommst...legal oder illegal wie es dir Einbein empfohlen hat, bekommst du spätestens am Zoll massive Probleme. Was glaubst du was der japanische Zöllner (falls du überhaupt soweit kommst) denkt, wenn er deinen Medikamenten Vorrat entdeckt bzw. du ihn am Zoll angibst? Vielleicht machst du dich da mal schlau, ob es überhaupt erlaubt ist eine solche Menge Medikamente nach Japan einzuführen.

    LG Thomas


    Hallo Breather,

    wegen der Einfuhr habe ich mich schon gut informiert. Man kann beim japanischen Gesundheitsministerium eine Erlaubnis für die vom Arzt verordnete Menge einholen, auch für ein Jahr. Das ganze ist mit einigem Bürokratiekram zu schaffen, den man vor der Abreise erledigen muss. Das ist also kein Problem.
    Allerdings verschreibungspflichtige Medikamente per Post nach Japan zu schicken ist soweit ich weiß nicht möglich. :-/
    Das Problem liegt also in der Beschaffung der Medikamente...

    Edit: das mit den Medikamenten von verschiedenen Ärzen ausstellen zu lassen wird wohl in der Praxis nicht funktionieren. Für die japanische "Erlaubnis" muss man eine Kopie der Rezepte beilegen. Und wenn die von verschiedenen Ärzten kommen, werden die beim japanischen Gesundheitsministerium stutzig werden...

  • Breather hat geschrieben:
    Vielleicht hilft dir das weiter
    http://elisabeth-in-japan.blogspot.de/2012/03/mit-medikamenten-nach-japan-das-yakkan.html

    LG Thomas


    Danke, leider kenne ich den Beitrag schon. Da geht es um diese Erlaubnis, von der ich gesprochen habe.

    Ich habe auf Medikamentenpreisvergleichsseiten mal nach den Preisen für Privatrezepte meiner Medis nachgeschaut. Da würde ich für den Zeitraum von 3 Quartalen (1 Quartal kann der Arzt ja über die Kasse abrechnen) im günstigen Fall auf ca 2500€ kommen. Als Student nicht gerade erfreulich :-/
  • Hallo Matcap,

    das ist ja wirklich mal eine sehr interessant Situation. Wenn auch nicht ganz einfach…

    Hast Du schon mal mit dem Patientenbeauftragten der Bundesregierung gesprochen bzw. in seinem Büro angefragt? Dort müsste man Rat wissen. Schließlich wirst Du nicht der erste Deutsche Kassenpatient sein, der längere Zeit im Ausland Medikamente braucht.

    Du erreichst den Patientenbeauftragten und seine Geschäftsstelle wie folgt:
    Wolfgang Zöller, MdB
    Patientenbeauftragter der Bundesregierung
    Friedrichstraße 108
    10117 Berlin

    Fon: +49 (0)30 18 441-3420
    Fax: +49 (0)30 18 441-3422

    Freue mich darauf, zu lesen wie es weitergeht und ggf. auch noch weiter zu helfen 😀
  • Justin_MyHandicap hat geschrieben:
    Hallo Matcap,

    das ist ja wirklich mal eine sehr interessant Situation. Wenn auch nicht ganz einfach…

    Hast Du schon mal mit dem Patientenbeauftragten der Bundesregierung gesprochen bzw. in seinem Büro angefragt? Dort müsste man Rat wissen. Schließlich wirst Du nicht der erste Deutsche Kassenpatient sein, der längere Zeit im Ausland Medikamente braucht.

    Du erreichst den Patientenbeauftragten und seine Geschäftsstelle wie folgt:
    Wolfgang Zöller, MdB
    Patientenbeauftragter der Bundesregierung
    Friedrichstraße 108
    10117 Berlin

    Fon: +49 (0)30 18 441-3420
    Fax: +49 (0)30 18 441-3422

    Freue mich darauf, zu lesen wie es weitergeht und ggf. auch noch weiter zu helfen 😀


    Danke für den Tipp! Ich werde Montag da mal anrufen und hier berichten. 😀
  • Es gibt wieder neues zu berichten.

    Ich habe selbst recherchiert,
    mich bei der Beratungsstelle für chronisch Kranke und Behinderte des Studentenwerks informiert, und beim Sekretariat des Patientenbeauftragten der Bundesregierung angerufen.
    Alle drei Verfahren kamen zum selben Schluss: §18 Abs. 3 SGB V Satz 1, 3 und 4.

    In dem Paragraphen 18, der mit "§ 18 Kostenübernahme bei Behandlung außerhalb des Geltungsbereichs des Vertrages zur Gründung der Europäischen Gemeinschaft und des Abkommens über den Europäischen Wirtschaftsraum" betitelt ist, steht im Absatz 3:

    (3) Ist während eines vorübergehenden Aufenthalts außerhalb des Geltungsbereichs des Vertrages zur Gründung der Europäischen Gemeinschaft und des Abkommens über den Europäischen Wirtschaftsraum eine Behandlung unverzüglich erforderlich, die auch im Inland möglich wäre, hat die Krankenkasse die Kosten der erforderlichen Behandlung insoweit zu übernehmen, als Versicherte sich hierfür wegen einer Vorerkrankung oder ihres Lebensalters nachweislich nicht versichern können und die Krankenkasse dies vor Beginn des Aufenthalts außerhalb des Geltungsbereichs des Vertrages zur Gründung der Europäischen Gemeinschaft und des Abkommens über den Europäischen Wirtschaftsraum festgestellt hat. Die Kosten dürfen nur bis zu der Höhe, in der sie im Inland entstanden wären, und nur für längstens sechs Wochen im Kalenderjahr übernommen werden. Eine Kostenübernahme ist nicht zulässig, wenn Versicherte sich zur Behandlung ins Ausland begeben. Die Sätze 1 und 3 gelten entsprechend für Auslandsaufenthalte, die aus schulischen oder Studiengründen erforderlich sind; die Kosten dürfen nur bis zu der Höhe übernommen werden, in der sie im Inland entstanden wären.

    Demnach muss die gesetzliche Krankenkasse für die Kosten der Behandlung der Vorerkrankung/chronischen Erkrankung im Ausland (welches in diesem Fall außerhalb der EU sein muss) aufkommen, wenn man sich bei keiner Versicherung für die chronische Erkrankung versichern lassen kann.

    Ich habe meine Krankenkasse mit diesem Paragraphen konfrontiert und soll nun eine "Abhlehnung" einer priv. Auslandsreisekrankenversicherung einreichen.

    Ich halte euch auf dem Laufenden 😃


    Edit: wichtig sei natürlich zu erwähnen, dass der Auslandsaufenthalt Teil des Studiums ist, damit die in Satz 2 genannte "6-Wochen-Grenze" aufgehoben ist.


  • Hallo Matcap,

    vielen Dank, dass Du uns hier auf dem Laufenden hältst. Diese Erfahrungen sind sicherlich auch für andere User interessant.

    In jedem Fall ist das ja grundsätzlich eine positive Entwicklung. Es ist halt - wie in unserem Gesundheitssystem inzwischen leider üblich - mit ein wenig Aufwand verbunden.

    Freue mich darauf, zu lesen wie es weitergeht und wünsche erstmal ein schönes Wochenende 😀
  • Hallo zusammen,

    ich habe hier mal eine Weile mitgelesen und kann/möchte mich einfach mal mit einbringen:

    Die eigentliche Frage zu Beginn ist mittlerweile nicht mehr die, die in den letzten Beiträgen geklärt werden soll. Vielleicht könnte der Themenstarter hier noch einmal darlegen, um was es genau geht?!

    Was die Verordnung von Medikamenten bei chronisch Kranken geht, wurde zwischenzeitlich schon klar gesagt, daß eine "Bevorratung" nicht möglich ist. Auch bei längerfristigem Aufenthalt. Letztlich gibt es gute Gründe dafür, diese zumindest quartalsweise Regelung zu schaffen. Einer davon ist natürlich auch, dass für die Zeit eine Mitgliedschaft bestehen muss, in der die Mittel verwendet werden. Bei einer solch langen Zeit ist dies nicht überschaubar. Die Beiträge werden ja auch nicht für ein Jahr im Voraus entrichtet. Aber es gibt auch andere Gründe, über die sicher nicht gestritten werden muss. Fakt bleibt, dass der Bezug im Voraus nicht sinnvoll und auch rechtlich nicht zulässig ist.

    Frage ist: gibt es ein vergleichbares Medikament in Japan nicht? Kann dieses im Zweifel nicht anderweitig bezogen werden? Hierfür wird sich sicher eine Lösung finden.

    Andererseits geht es um die Frage des Kostenträgers. Das ist letztlich im Moment wohl eher Thema. Dabei wäre zu klären:

    Bleibt er Mitglied der gesetzlichen Krankenkasse? Hierfür sind Beiträge zu entrichten oder ein Anspruch auf Familienversicherung zu prüfen. Ggf. könnte dann doch auch ein Verwandter in Deutschland in Vollmacht und Absprache mit dem Arzt sowie den Behörden ein Rezept ausstellen und dies - auf natürlich legalem Weg - ins Ausland versandt werden?! Ansonsten wäre doch - wie in den letzten Threads angedeutet - auch die Verordnung und der Bezug direkt vor Ort möglich und die Kosten bis zur Höhe der in Deutschland (fiktiv) anfallenden Beträge möglich.

    Leider kenne ich den Einzelfall zu wenig um eine konkretere Idee zu haben. Dazu sind einige Aussagen auch zu widersprüchlich. Aber vielleicht wäre es besser, die Sache von vornherein etwas zielstrebiger anzugehen. Also: 1. Klärung der Versicherung für die besagte Zeit (dann hat man den betreffenden Kostenträger und die Regelung, kann er sich für diesen Zeitraum nicht bei der GKV versichern, ist doch logisch, dass diese ihm keinen "Vorrat" für ein Jahr zur Verfügung stellt) 2. Klärung der medizinischen Versorgung (die muss ja auch vor Ort gewährleistet werden, eventuell kann von dort eine Verordung und ein Bezug erfolgen, alternativ: Bezug in Deutschland und Weiterversand/Bestimmungen klären) 3. Absprache mit den Beteiligten, inclusive Kostenträger hierüber - aber: alles SCHRIFTLICH geben lassen! 4. Beruhigt im Ausland studieren 😀

    Viel Erfolg und liebe Grüße,

    Thomas

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