Probleme Ellbogen und Hand

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Im Januar diesen Jahres stürzte ich insgesamt drei Mal auf den linken Arm. Es war jeweils glatt gewesen (Eis, Schnee) und obwohl ich stets gute Schuhe angehabt hatte, haute es mich eben trotzdem ungespitzt auf den Boden. Jedesmal tat mir nachher Ellbogen und Handgelenk sowie Hand tagelang extrem weh, und ich war deswegen etwas eingeschränkt. Ich war nachher beim Arzt, jeweils. Im Röntgenbild war zum Glück offenbar nichts an Knochenbruch zu sehen. Handgelenk und Radioulnargelenk waren etwas geschwollen und teigig, und taten auch auf Druck zunächst stark weh, was sich aber innert vielleicht auch 1 Woche oder so dann gab und einer allgemeinen Problematik wich, die ich heute noch habe und die mich immer noch stört. An Therapie wurde nichts getan, da ich ja sonst nicht mal aufs WC hätte gehen können und man den Aufwand dann ja gescheut hat, was auch klar ist. Ich bin auf den linken Arm und Hand ganz angewiesen, und so bekam ich keine Schiene oder andere Ruhigstellung verordnet. Immer noch, also 4 Monate später, tut mir Ellbogen und Hand besonders auf Zug sehr stark weh, ich lasse manche Dinge aus Versehen fallen, wenn mir ein Schmerz einschiesst, was immer noch vorkommt, und je nach Stellung und Drehung knacken und krachen sowohl Ellbogenbereich wie Handgelenk nun, was sie vor Januar nie taten. Mein Arzt, wo ich vor kurzem deswegen war, meinte auch, dass man zwar weitere Untersuchungen machen könnte, diese aber in aller Voraussicht keine Konsequenzen für eine Behandlung haben, da es nichts gibt, was man tun kann. Sobald ich etwa 2 Liter Milch über 20 Meter trage, tut mein linker Ellbogen und das Handgelenk stark weh. Sobald ich an einem Tag wirklich mehr unternehme, bin ich am Abend und ev. Folgetag mit sehr starken dumpfen Ziehschmerzen am linken Arm "lahmgelegt". Es ist wirklich unpraktisch.

Überlagernd besteht derzeit eine Strecksehnenscheidenentzündung, die ich durch etwas Reduktion der spezifischen Belastung dafür (Computer, Maus und v.a. Tastatur) langsam am verbessern bin.

Wie gehe ich weiter vor? Was kann man möglicherweise unternehmen? Es dürfte irgendeine Art Bandriss oder Instabilität da sein, die vermutlich nicht gescheit behandelt werden kann, oder wo eine Reparatur nicht viel bringt. Wie kann ich trotzdem schneller gesund werden. Wie heilt das am besten? Oder ist es ohnehin egal, und ich kann unbeachtet der Schmerzen getrost in die Zukunft ackern?

Antworten

  • Lieber swisswuff1,

    Deine Schildungen hören sich recht böse an und ich hoffe, es ist in der Zwischenzeit etwas besser geworden. Weitermachen wie bisher wäre, so meine Meinung als medizinischer Laie, sicherlich nicht die beste Lösung. Ich habe unseren Fachexperten gebeten, für Gesundungstipps hier reinzuschauen. Bitte habe noch etwas Geduld.

    Lieben Gruß,

    Tom
    MyHandicap
  • swisswuff1
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    Inzwischen habe ich festgestellt, dass (auch kurze - wie gesagt, 2 -3 Liter Getränke mehr als 10 Meter und es geht los) Distanzen jeder Art ein sehr konstantes Problem bei Trageeinsätzen sind. Unterlasse ich diese Art Tragen, bleibt es fürs meiste im (eher) grünen Bereich. Und zwar schmerzt das Handgelenk auf der Seite des Radius beugeseitig, der Ellbogen über der Aussenseite genau dort wo es bereits nach dem Hinfallen jeweils am meisten weh tat.

    Somit habe ich in letzter Zeit so oft wie noch nie das Auto direkt vor den Hauseingang gestellt und eingekaufte Sachen so wenig weit wie möglich getragen (statt wie sonst es von der Garage hoch getragen); auch mehrmals laufen und wenig tragen ist sehr viel besser als nur einmal gehen und dafür mehr Gewicht nehmen.

    Da ich auch die Phantomschmerzen unterdrücke (mental) (und nicht Medikamente oder so nehme), dachte ich auch, dass hier unterdrücken hilft (nicht gegen das Grundproblem aber dagegen dass der Schmerz stört). Und das klappt gut - wenn es drum geht, was schwereres umzuladen, muss ich mich einfach sehr gut konzentrieren, damit man nicht aus Versehen wegen dem Wehtun los lässt. Einer unserer Rechner ist recht schwer, etwa 25 Kilogramm, und der musste letzthin zur Reparatur; von selbst schwebt das Ding da auch nicht hin, also da gibts nur eins, Durchbeissen wenn man den transportieren muss und am anderen Morgen nicht wundern wenn man beim Aufstehen dann 1-2 Tage nachher Probleme hat. Aber den Ärger wegdenken klappt schon.

    Das Problem an sich aber, das bleibt ungelöst, besteht weitgehend unvermindert / unverändert weiter.
  • Also wenn ich deine Berichte mir genau überlege, würde ich dir den Rat geben....suche mal nach einem Arzt der mehr drauf hat als zu sagen:"dass man zwar weitere Untersuchungen machen könnte, diese aber in aller Voraussicht keine Konsequenzen für eine Behandlung haben, da es nichts gibt, was man tun kann." woher nimmt er die Gewissheit ohne eine Diagnose zu stellen?? Also ein Orthopäde deiner Wahl kann dir da bestimmt weiter helfen.. zu Spät für eine Therapie ist es noch nicht !
    LG Thomas
  • swisswuff1
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    Guter Tip, danke. Ich denke ich werde es nocheinmal wo (anders) zeigen.
  • Sehr geehrter swisswuff,

    Gerade weil Sie auf Ihre Arm- und Handfunktion angewiesen sind, ist eine genaue Untersuchung bei einem Hand- und Ellbogenspezialisten unbedingt nötig. Man hat im Moment ja nicht einmal eine genaue Diagnose. Eine Diagnose ist aber Voraussetzung für eine korrekte Behandlung. Ob man nach der Diagnosestllung etwas machen kann, ist nicht sicher. Gewisse Verletzungen müssen aber manchmal behandelt werden, auch wenn Sie vorübergehend auf Fremdhilfe angewiesen sind, um langfristig die Arm- und Handfunktion zu sichern.

    Mit freundlichen Grüssen

    Thomas Böni
  • swisswuff1
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    Eine Nachuntersuchung ergab nun den Befund sog. lockerer Bänder. Später gibt es einen Termin für Physiotherapie. Auch hiess es, ich solle keine Haushaltsarbeiten machen. Befürchtungen bestanden auch, dass es als Unfall gemeldet werden solle.

    Insgesamt offenbar ein sehr schwieriges Thema. Nach wie vor nun zunehmend Knacken im Bereich Elle/Ellbogen und Handgelenk ellenseitig, Schmerzen radial beugeseitig. Entlasten betreffs Zugbelastung nützt, aber halt das mal durch... Fazit - Stürze vermeiden. Haus staubsaugt sich selbst 😉
  • Hallo swisswuff1,

    ich kenne deine finanzielle Situation nicht, das vorweg. Kannst Du dir evtl. eine Haushaltshilfe leisten? Wenigstens die groben Arbeiten, die Du nicht machen kannst/darfst? Staubsaugen, Fenster putzen, Fußboden wischen etc..., einkaufen gehen vielleicht sogar mit Dir und dann die Sachen tragen lassen? Oder aber du schaffst Dir einen Einkaufsroller an, wo die Sachen reingepackt werden und den ziehst du dann? Ich habe keine Ahnung wie dein vorhandener Arm/Hand das kann, bin ja ein Laie, weiß nicht ob Du die Kraft hast.

    Wenn Du nicht weißt, wie ein Einkaufsroller aussieht, das sind diese Einkaufstaschen mit Rädern drunter, schau mal auf der Straße, viele alte Leute benutzen diese Hilfe. Aber mittlerweile nehmen das auch schon jüngere Leute.

    http://www.ebay.de/itm/Robuster-EINKAUFS-TROLLEY-Einkaufsroller-50-Liter-klappbar-wetterfest-NEU-/171050087196?pt=Reiseaccessoires&var=&hash=item27d361331c

    Ich wünsch Dir Gute Besserung und einen schönen sonnigen Sonntag.
    LG Sanne
  • sanne meint `nen hackenporsche 😛

    swisswuff, auch von mir die besten wünsche auf baldige besserung!

    lg rosi
  • swisswuff1
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    delphisanne63 hat geschrieben:
    Hallo swisswuff1,

    ich kenne deine finanzielle Situation nicht, das vorweg. Kannst Du dir evtl. eine Haushaltshilfe leisten? Wenigstens die groben Arbeiten, die Du nicht machen kannst/darfst? Staubsaugen, Fenster putzen, Fußboden wischen etc..., einkaufen gehen vielleicht sogar mit Dir und dann die Sachen tragen lassen? Oder aber du schaffst Dir einen Einkaufsroller an, wo die Sachen reingepackt werden und den ziehst du dann? Ich habe keine Ahnung wie dein vorhandener Arm/Hand das kann, bin ja ein Laie, weiß nicht ob Du die Kraft hast.

    Wenn Du nicht weißt, wie ein Einkaufsroller aussieht, das sind diese Einkaufstaschen mit Rädern drunter, schau mal auf der Straße, viele alte Leute benutzen diese Hilfe. Aber mittlerweile nehmen das auch schon jüngere Leute.

    http://www.ebay.de/itm/Robuster-EINKAUFS-TROLLEY-Einkaufsroller-50-Liter-klappbar-wetterfest-NEU-/171050087196?pt=Reiseaccessoires&var=&hash=item27d361331c

    Ich wünsch Dir Gute Besserung und einen schönen sonnigen Sonntag.
    LG Sanne


    Vielen Dank, ein super Tip.

    Derzeit am besten sind für mich aber diese Schultertragetaschen: ich kann sie einzeln mit den Sachen vollpacken, und dann mit der Schulter in den Riemen rein, und sie dann anheben, ohne damit links Handgelenk und Ellbogen allzusehr zu ziehen. Statt eine Tasche ganz voll packen habe ich dann 2-3 Taschen, und nehme die Zeit, es gescheit anzuheben. Irgendwie so muss es gehen. Natürlich hebt man es dann doch wieder am Arm, aber wenigstens nicht weit oder zu viel. Bei der Arbeit weiss ich jetzt noch nicht, mal sehen; da gibt es einfach Momente, da hat man plötzlich 20-40 kg oder mehr zu Heben, ist einfach so. Ich denke nicht, dass ich die Situationen einfach so "wegzaubern" kann, werde eher mittelfristig etwas gescheites finden als sofort.

    Und dann ist es auch wie mit den Phantomschmerzen - inzwischen merke ich es kaum mehr akut, wenn es mal wieder etwas zu viel Zug war am Arm. Der Kopf blendet das wirksam aus, unterdrückt diese Probleme ganz gut. Ich komme dafür am Morgen seit einigen Wochen am linken Arm etwas schwerer in Gang, das ist nun deutlich merkbar - aber wenn ich dann in Gang bin, ist alles erstmal wieder kein grosses Problem. Ich denke, es ist wohl auch ein Zeichen des Älterwerdens: wenn man in meinem Alter nach drei Stürzen etwas Bandlockerheit am Arm bekommt, ist es ja offenbar weniger Folge der Stürze, sondern eher ein Zeichen, dass man zu Hause bleiben sollte.

    Wichtig für mich war aber die Anmeldung für Stabilisierung und Kraftübungen bzw. Aufbautraining. Die Handärztin meinte ich könne auch schon mal mit diesem Ding anfangen, ernsthaft Aufbau aufzulaufen:

    http://www.gyrotwister.de/

    Zum Glück liegen hier schon zwei von denen herum. Ich habe jetzt damit angefangen.

  • Ich dachte der Begriff Hackenporsche kennt kein Mensch, so kann man sich irren...Irren ist menschlich.

    Übrigens gibts die Hackenporsche auch mit Sitz zum ausklappen...

    LG Sanne, die auch einen Hackenporsche besitzt. Firma Andersen, kugelgelagerte Räder, hat schon 3,5 Jahre auf dem Buckel, aber immer noch intakt, ohne Probleme, spart nicht bei den Dingern, kauft nicht die für 10 Euro, da kauft ihr mehr als einen...

    LG Sanne
  • swisswuff1
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    delphisanne63 hat geschrieben:
    Ich dachte der Begriff Hackenporsche kennt kein Mensch, so kann man sich irren...Irren ist menschlich.

    Übrigens gibts die Hackenporsche auch mit Sitz zum ausklappen...

    LG Sanne, die auch einen Hackenporsche besitzt. Firma Andersen, kugelgelagerte Räder, hat schon 3,5 Jahre auf dem Buckel, aber immer noch intakt, ohne Probleme, spart nicht bei den Dingern, kauft nicht die für 10 Euro, da kauft ihr mehr als einen...

    LG Sanne


    andersen trolleys... sehr edel.

  • delphisanne63 hat geschrieben:Ich dachte der Begriff Hackenporsche kennt kein Mensch, so kann man sich irren...

    Nö, für mich und viele, die ich kenne, ist das seit ewigen zeiten ein gängiger Begriff 😎 😃

    liebe grüße
    rosi
  • swisswuff1 hat geschrieben:....
    Wichtig für mich war aber die Anmeldung für Stabilisierung und Kraftübungen bzw. Aufbautraining. Die Handärztin meinte ich könne auch schon mal mit diesem Ding anfangen, ernsthaft Aufbau aufzulaufen:

    http://www.gyrotwister.de/

    Zum Glück liegen hier schon zwei von denen herum. Ich habe jetzt damit angefangen.

    viel erfolg wünsche ich dir, swisswuff 😀
  • swisswuff1
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    Also, inzwischen ist das recht viel abgeklaert worden.

    Das linke Handgelenk (und das Gelenk des Radiuskopfs) knacken fortwaehrend, sind irgendwie instabil.

    Das SL-Band (Scapholunatum-Band, ein Band der Handwurzel) ist aufgequollen und hat eine Ganglionzyste. Es hatte ein weiteres Band, auch mit so einer Zyste, die hat der Spezialist dann gar nicht mehr in den Bericht hineingeschrieben. Der Rest der ge-ultraschallten Sachen war auch ueberwaessert.

    So dass eine Mischung von Instabilitaet (von den Stuerzen), vermutliche Ueberlastung und Bandschaden da ist.

    Die Handaerztin kann da vermutlich nicht viel bieten. Die Physiotherapie mit vielen guten Ideen brachte genau nichts. Wir haben es dann abgebrochen.

    Folgende Ueberlegungen:

    - 20-80% der Ganglionzysten gehen von selbst weg.
    - Wenn Instabilitaet die Ursache fuers Ganglion ist, kommt es eh wieder.
    - Also bringt es nichts, jetzt das SL-Band weiter kleinzuschneiden.
    - Das Ganglion koennte man raus machen, aber stabilisiert die SL-Beziehung nicht unbedingt.
    - Es droht v.a. der Handwurzelabsturz (SLAC: Scapholunatum advanced collapse).
    - Davon sind wir aber noch weit weg. Hoffentlich.
    - Von den resultierenden Arthrosen langfristig sind 2/3 oder 3/4 praktisch schmerzfrei.
    - Die Greifkraft links ist jetzt schon eher reduziert.

    Also werde ich nun mit massvoller Belastung / Entlastung einer allfaelligen Ganglionrueckbildung bzw. dem natuerlichen Verlauf ruhig entgegenschauen. Das Handgelenk duerfte sich erholen, oder langsam (oder nicht so langsam) etwas vor die Hunde gehen, wobei die Chancen deutlich über 50% sind, dass es nicht arg weh tun wird.