Zusätzliche Assistenzkosten im Urlaub

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Guten Abend liebes Forum!

Lang ist's her, dass ich mich hier gemeldet habe.
Heute soll es endlich mal wieder soweit sein 😀

Ich habe mir überlegt, jemanden persönlich zu schreiben aber vielleicht ist die Frage noch für andere hier interessant, ich weiß nicht...

Das Thema hat eigentlich keinen aktuellen Bezug, denn ich war im März 2 Wochenenden verreist und plane demnächst nicht mehr, wegzufahren (hat finanzielle Gründe, nichts außergewöhnliches.)

Es geht um das Verreisen mit Assistenz.
Ich bin dauerbeatmet und habe 24-Stunden-Assistenz.
Wenn ich mehr als 16 oder maximal 24 Stunden das Haus verlasse, benötige ich 2 Assistenten.

Bisher war ich lediglich mal 3-5 Tage im Urlaub mit meinen Assistenten unterwegs... habe dann immer für Unterkunft und Verpflegung gesorgt und die haben sich die Arbeitszeit frei untereinander aufgeteilt.

Neuerdings gibt es leider ein bisschen Ärger, weil verschiedene Assistenten Streit mit meinem Pflegeverein haben, weil sie in dieser Situation volle 24 Stunden am Tag Bezahlung fordern. Beide. Ist auch irgendwie nachvollziehbar, ich weiß... aber ich kann privat einfach nicht noch mehr draufzahlen, mein letztes Wochenende außer Haus war schon sündhaft teuer, wenn ich noch was draufzahlen muss heißt das in der Praxis wohl einfach zuhause bleiben.

Wo gibt es Möglichkeiten, an externe Unterstützung zu kommen?
Sei es für die Unterkunft oder für die zusätzliche Bezahlung der Assistenten... ich bin kein ganz armer Schlucker, aber für einen Tag außer Haus so viel zahlen wie andere es für 2 Wochen All-Inclusive tun, das kann ich einfach nicht.

Verhinderungspflege bekomme ich übrigens nicht, weil sie schon in die Assistenz eingerechnet ist.
Im Arbeitgebermodell bin ich (noch) nicht.

Liebe Grüße,
Tim

Antworten

  • Hallo Tim,

    schön Dich mal wieder hier zu sehen 😀

    Mit dieser Situation bist Du nicht der Einzige. Leider sind meinen Erfahrungen nach die Kostenträger in diesem Zusammenhang ziemlich engstirnig und zahlen keine zusätzlichen Kosten. Mit viel Überzeugung vielleicht noch die Reisekosten (allerdings nicht für Freizeitreisen), aber keinesfalls doppelte Assistenzstunden.

    Üblich ist in Assistenznehmerkreisen, die Stunden auf die jeweiligen Assistenten aufzuteilen. Also jeder kriegt 12 Stunden angerechnet.

    Natürlich sind beide Assistenten den ganzen Tag mit Dir weggefahren. Aber im Endeffekt arbeitet ja tatsächlich immer nur einer. Und der andere kann in seiner Freizeit machen was er will. Er kommt raus, sieht etwas von der Welt (wenn er denn will) und hat keinerlei Reisekosten. Ist doch für ihn auch ein Gewinn.

    Um diese noch Argumentation auch konsequent schlüssig zu halten, sorge ich persönlich immer dafür, dass meine Assistenten auf Reisen ein eigenes Doppelzimmer haben. So dass derjenige, der keinen Dienst hat, sich auch wirklich zurückziehen kann.

    Unter Umständen hat man den einen oder anderen im Team dabei, der sich darauf nicht einlässt. Dann kann dieser jemand eben nicht mit auf Reisen. Man hat ja bei so umfangreicher Assistenz immer mehrere Assistenten.

    Und wenn niemand dazu bereit ist, muss man leider andere Mitarbeiter einstellen.

    Bei jedem Job gibt es leider manchmal Aspekte, die einen nicht 100%ig begeistern. Aber deshalb nennt man es ja auch "Arbeit" und nicht "Freizeit". Außerdem ist es ja eine Ausnahmesituation, die man eben (s.o.) auch entsprechend verpacken kann 😉

    Meine Antwort war hoffentlich ein klein wenig hilfreich für Dich.

    Gerne können wir uns hier noch weiter zu diesem Thema austauschen.
  • Hallo Justin!

    vielen Dank für die Aufklärung 😀
    Ich habe mir ja schon überlegt, dich direkt zu fragen - aber wer weiß, wer hier noch interessiert mitliest und mit ähnlichen Problemen herumkämpft.

    Weißt Du, gewissermaßen beruhigt mich deine Antwort.
    Ich habe ehrlich gesagt schon verschiedene Leute diesbezüglich gefragt, aber bei niemandem war die Situation wirklich vergleichbar zu meiner.
    Im Grunde sehe ich es nämlich ganz ähnlich wie du. Ich weiß, es ist schwer, sich in andere Menschen komplett hineinzuversetzen... aber ich denke, anstelle der Assistenten wäre ich froh, auf meiner Arbeit auch mal was anderes zu erleben, ein Wochenende unterwegs zu sein.
    Aber gut, ich habe natürlich auch einfacher reden ohne Familie.
    Aber um Familie etc. geht es höchstens 2 oder 3 meiner Assistenten, einigen anderen geht es eben nur ums Geld.

    Genau so wie du habe ich es bisher auch gehandhabt... jeder kriegt grundsätzlich 50% der Zeit bezahlt und ich bin eben immer mit einem der beiden unterwegs.
    Über das Zimmer oder sonstige Arbeitsbedingungen im Urlaub hat sich auch noch nie jemand beschwert, im Gegenteil. Ist mir natürlich auch sehr wichtig, dass meine Assistenten genügend "Ruhe" bekommen, auch mental... es bringt uns doch nichts, mit Menschen unterwegs zu sein, die offensichtlich aus dem letzten Loch pfeifen!

    Als ich Ende März nach Köln gefahren bin habe ich 7 Wochen vorher meine Assistenten gefunden und 3 Tage vor Abfahrt habe ich dann erfahren, dass die mit meinem Pflegeverein um die Bezahlung streiten und dann am Ende zur Teamleiterin gemeint haben, sie würden das Geld dann eben vielleicht von mir oder meinen Eltern einfordern... der der damit angefangen hat übrigens 2 Tage vor Abfahrt noch wegen einer anderen Sache mit Krankschreibung gedroht, überflüssig zu erwähnen dass der nicht mehr hier arbeitet.
    Der andere wollte daraufhin am Tag vor der Abreise auch nicht mehr... er hätte sich wohl mitgequält, aber ich bin ganz froh, dass ich neben der normalen Bereitschaft noch am letzten Abend jemanden gefunden habe. Absoluter Glücksgriff!

    Nur zur Erklärung, das ist jetzt Schnee von gestern, aber ich mache mir einfach ein bisschen Sorgen um die Zukunft. Du musst ja auch öfters beruflich weg und bei mir wird das auch kommen.

    Interessieren würde mich noch Folgendes:
    Kannst du deine Assistenten, wenn sie nicht gerade Urlaub eingereicht oder Familie haben, theoretisch dazu "verdonnern", mit dir auch über Nacht wegzufahren?
    Beziehungsweise musst du oft Assistenten kündigen, weil sie genau dazu nicht bereit sind?

    Ich übe äußerst ungern Druck aus und kündige Leute schon gar nicht gerne, aber ich frage nur um mir sicher zu sein, was ich mir theoretisch erlauben dürfte und was gar nicht geht, sollte es wirklich mal richtig hart auf hart kommen.

    Jetzt habe ich aus zuverlässigen Recherchen gehört, ich wäre gesetzlich verpflichtet, zusätzlich zu Unterkunft und Verpflegung einen so genannten Freizeitausgleich zu zahlen - weiß jemand, was es damit auf sich hat?
    Köln war jetzt finanziell schon absolut an meiner obersten Schmerzgrenze und ich habe es uns wirklich nicht schlecht gehen lassen... mehr zahlen kann ich einfach nicht mehr.

    Gute Nacht!
    Tim
  • Hallo Huckyter,

    wir versorgen einen Beatmungspatienten mit hohem Querschnitt. Wir versorgen ihn auch während seinem Urlaub und sind dann zu dritt unterwegs, da wir immer 7 Tage weg sind. 24 Stunden werden von der BG übernommen. Die 3te Person wird Anteilig vom Klienten übernommen und auch von der BG bezuschusst. Den Rest trägt unser Unternehmen. Im Inland nehmen wir immer eine Ferienwohnung. Im Ausland waren wir in einem speziellen Ferienzentrum für Rollstuhlfahrer (Italien). dort musste unser Klient allerdings 4 Zimmer zahlen, da für uns nur Einzelzimmer in Frage kommen. Es gab bis jetzt auch keine Probleme Mitarbeiter zu finden. Wir wissen wie wichtig eine solche Abwechslung für unseren Klienten ist und machen es deshalb. Und ein wenig Urlaub ist es ja auch für uns. Bisher haben wir noch keine Minute bereut. Nächstes jahr gehen wir mit ihm auf ein barriere freies Bott für 6-8 Personen. Da werden wohl 4 MA dabei sein auch um einen schönen Urlaub zu verbringen. Ich weis es ist nicht üblich was und wie wir es machen. Aber uns liegt das wohlergehen unseres Klienten sehr am Herzen. hier im Forum gibt es auch einen hinweis über unsere Rom Reise. Kannst gerne mal nachlesen. Teil 2 des Reiseberichtes erscheint demnächst. Hilft dir Alles nicht viel weiter aber vielleicht kannst du einen Pflegekräften ja mal zeigen was wir so machen, vielleicht findet dann ein Umdenken statt. Ich drücke dir die Daumen. LG Thomas
  • Hallo Breather!

    Vielen Dank erstmal für deine Schilderung, freut mich sehr dass das bei euch klappt!

    Ich bevorzuge selbstverständlich auch Ferienwohnungen, wenn ich mal länger als 3 Tage weg bin (bisher erst einmal vorgekommen Anfang letzten Jahres), ist auf jeden Fall lukrativer mit Assistenten.

    Sorry, wenn ich jetzt ein paar Nachfragen stellen muss, weil ich glaube ich nicht so ganz verstehe wie das bei euch genau abläuft.
    Nimmt er immer 3 Assistenten mit und alle werden (im Schnitt) für 2/3 der Zeit bezahlt oder habe ich da was falsch verstanden?

    Und ist er nachts alleine oder warum mussten es in Italien gleich 4 Einzelzimmer sein?
    War er bis auf die Assistenten alleine unterwegs?
    Natürlich gönne ich euch allen den Luxus total von Herzen, keine Frage 😀 Macht auf jeden Fall weiter so!
    Aber 4 Einzelzimmer buchen, um alleine Urlaub zu machen, klingt in meinen Ohren ein bisschen gruselig wenn ich ehrlich bin.

    Du sagst, es gibt Zuschüsse von der Berufsgenossenschaft...Erklärung?
    Das wäre wirklich interessant zu hören.

    Wie ist das mit eurer Verpflegung im Urlaub? Wann zahlt der Klient und wann ihr selber euer Essen?

    Und eine Frage muss ich doch stellen, auch wenn ich wahrscheinlich dann eher mit ihm persönlich sprechen sollte... in welcher Größenordnung liegt das, was er pro Tag Urlaub bezahlen muss etwa? Also alles zusammen: Unterkunft, Verpflegung, Transportkosten, zusätzliches Gehalt... muss natürlich niemand preisgeben, aber ohne konkrete Zahlen auf dem Tisch werde ich leider nicht einschätzen können, was davon für mich ansatzweise realistisch ist.

    Wenn ich mal Professor bin werde ich bestimmt großzügig auch gegenüber meinen Assistenten sein keine Frage 😀
    Sie hätten durchaus mehr verdient als es jetzt, gerde im Urlaub, gibt.
    Aber im Moment lebe ich nun mal auch von 400€ im Monat (Mietkosten und Versicherungen übernehmen noch meine Eltern)... es geht mir nicht schlecht, aber ich habe meine Grenzen. Und deswegen komplett auf Wegfahren zu verzichten... vorerst werde ich es tun, aber langfristig ist das sehr unbefriedigend!

    LG Tim
  • Huckyter hat geschrieben:
    Hallo Breather!

    Vielen Dank erstmal für deine Schilderung, freut mich sehr dass das bei euch klappt!

    Ich bevorzuge selbstverständlich auch Ferienwohnungen, wenn ich mal länger als 3 Tage weg bin (bisher erst einmal vorgekommen Anfang letzten Jahres), ist auf jeden Fall lukrativer mit Assistenten.

    Sorry, wenn ich jetzt ein paar Nachfragen stellen muss, weil ich glaube ich nicht so ganz verstehe wie das bei euch genau abläuft.
    Nimmt er immer 3 Assistenten mit und alle werden (im Schnitt) für 2/3 der Zeit bezahlt oder habe ich da was falsch verstanden?

    Und ist er nachts alleine oder warum mussten es in Italien gleich 4 Einzelzimmer sein?
    War er bis auf die Assistenten alleine unterwegs?
    Natürlich gönne ich euch allen den Luxus total von Herzen, keine Frage 😀 Macht auf jeden Fall weiter so!
    Aber 4 Einzelzimmer buchen, um alleine Urlaub zu machen, klingt in meinen Ohren ein bisschen gruselig wenn ich ehrlich bin.

    Du sagst, es gibt Zuschüsse von der Berufsgenossenschaft...Erklärung?
    Das wäre wirklich interessant zu hören.

    Wie ist das mit eurer Verpflegung im Urlaub? Wann zahlt der Klient und wann ihr selber euer Essen?

    Und eine Frage muss ich doch stellen, auch wenn ich wahrscheinlich dann eher mit ihm persönlich sprechen sollte... in welcher Größenordnung liegt das, was er pro Tag Urlaub bezahlen muss etwa? Also alles zusammen: Unterkunft, Verpflegung, Transportkosten, zusätzliches Gehalt... muss natürlich niemand preisgeben, aber ohne konkrete Zahlen auf dem Tisch werde ich leider nicht einschätzen können, was davon für mich ansatzweise realistisch ist.

    Wenn ich mal Professor bin werde ich bestimmt großzügig auch gegenüber meinen Assistenten sein keine Frage 😀
    Sie hätten durchaus mehr verdient als es jetzt, gerde im Urlaub, gibt.
    Aber im Moment lebe ich nun mal auch von 400€ im Monat (Mietkosten und Versicherungen übernehmen noch meine Eltern)... es geht mir nicht schlecht, aber ich habe meine Grenzen. Und deswegen komplett auf Wegfahren zu verzichten... vorerst werde ich es tun, aber langfristig ist das sehr unbefriedigend!

    LG Tim


    Hallo Tim,

    gerne beantworte ich deine Fragen bzw. das was dir unklar ist.
    1. Im Urlaub sind wir generell zu dritt unterwegs Das bedeutet 1 PP im TD 1 PP im ND da es sich um eine 24 Stunden Versorgung handelt. Die dritte PP unterstützt den Tagdienst wenn Tagesausflüge anstehen. Dieser übernimmt mal eine Schicht denn 7 Tage am Stück arbeiten geht nicht. So konnten wir uns immer abwechseln. Wir fahren mit dem Klienteneigenen Auto (Sprinter in Urlaub. Lediglich nach Italien ist unser Klient und eine Pflegekraft geflogen. Eine Kollegin und ich sind mit dem Klientenauto nach Italien gefahren, damit wir dort auch etwas unternehmen konnten und frei flexibel waren.
    2. Die Kosten für 2 PP werden kompl. von der BG übernommen. Die 3.Pflegekraft wird bezahlt vom Klienten, der BG, und dem Unternehmen wobei die Hauptlast beim Klienten liegt.
    3. In Italien hatten wir 4 Einzelzimmer. 1x für Klient und 3x Für das Pflegeteam und nein..unser Klient ist nie alleine da er beatmungspflichtig und hoch querschnittgelähmt ist.Das bedeutet, das immer jemand beim Klienten ist auch nachts ( also nichts gruselig, so wie du es geschrieben hast )!! In Deutschland nehmen wir Ferienwohnungen die entsprechen groß sind, dass jeder Mitreisende sein eigenes Zimmer hat.
    4. Zuschüsse BG: Die BG hat uns mitgeteilt, dass jedem BG Patienten der eine 24 Stundenversorgung hat auch Urlaub zusteht und dieser in Teilbereichen von der BG subventioniert wird. Die Höhe der Zuschüsse sind recht unterschiedlich und muss in jedem Fall gesondert beantragt werden. Über die Höhe der Subvention möchte ich mich hier nicht äußern auch nicht welchen Betrag unser Unternehmen übernommen hat. Nur soviel. Die Urlaube sind für unseren Klienten sehr kostenintensiv. Gerade deshalb übernehmen wir die kompl. Planung entsprechend seinen Wünschen. Dass er sich damit nicht belasten muss.
    5. In Italien Urlaub hatten wir Vollverpflegung. Somit mussten keine Mahlzeiten gesondert bezahlt werden. Wenn wir in Deutschland unterwegs sind, kochen wir selbst für uns. Unser Klient würde die kompl. Mahlzeiten übernehmen, aber das wollen wir nicht und lehnen es immer ab. Er spendiert schon mal ein Abendessen im Urlaub, mehr lassen wir aber nicht zu.
    6. Was die Frage zu den Ausgaben angeht, kann ich dir sagen, dass ein Deutschland Urlaub für eine Woche komplett ( z.B. Ferienwohnung, Spritkosten, Ausflüge zus. Pflegekraft usw. ca. 3.500 Euro ausmacht. Der Italien Urlaub war etwa doppelt so teuer. Und deshalb können wir solche urlaube auch nicht jedes Jahr machen. in 2013 werden wir z.B. nur einen WE Urlaub machen. Dafür 2014 wird es wieder etwas größer Bootsurlaub wie schon beschrieben.

    Mir ist auch klar, dass so wie es bei uns läuft wohl eher die Ausnahme ist. Aber es geht auch günstiger! Das wichtigste ist, dass dein Pflegedienst auch bereit ist, einen gewissen Schritt mehr zu machen als vertraglich geregelt ist. Denn ohne die Zusage des Unternehmens und der Mitarbeiter (deinen Urlaub zu begleiten)wird es sehr schwer. Nicht jeder ist bereit 7 Tage seine Familie alleine zu lassen (in Italien waren es für mich und die eine Kollegin sogar 9 Tage) Hoffentlich hast du jemanden vom Pflegedienst, der auch bereit ist auch mal Tätigkeiten zu machen die nicht zu 100% vergütet werden.
    Hoffe deine Fragen beantwortet zu haben. kannst mir auch gerne eine pers. Nachricht senden. LG Thomas
  • Hallo Thomas!

    vielen Dank für deine Mühe, auf meine sicherlich nicht ganz einfachen Fragen einzugehen.

    Breather hat geschrieben:
    6. Was die Frage zu den Ausgaben angeht, kann ich dir sagen, dass ein Deutschland Urlaub für eine Woche komplett ( z.B. Ferienwohnung, Spritkosten, Ausflüge zus. Pflegekraft usw. ca. 3.500 Euro ausmacht. Der Italien Urlaub war etwa doppelt so teuer. Und deshalb können wir solche urlaube auch nicht jedes Jahr machen. in 2013 werden wir z.B. nur einen WE Urlaub machen. Dafür 2014 wird es wieder etwas größer Bootsurlaub wie schon beschrieben.


    😳 🙁 😳 🙁 😳 🙁 😳 🙁 😳 🙁 😳 🙁 😳

    Ich bin baff... obwohl ich nach deiner Beschreibung schon etwas in dieser Richtung vermutet hatte.

    Zunächst mal freue ich mich für euren Klienten ob seiner finanziellen Möglichkeiten.
    Hat er sich sicherlich redlich verdient!

    Ehrlich gesagt macht es mich fast ein bisschen traurig, zu hören, dass er deshalb dieses Jahr auf Urlaub verzichtet... ich weiß nicht genau, wie man das machen könnte, aber ich finde, mit dem Geld dass er scheinbar zur Verfügung hat MUSS es ihm einfach ermöglicht werden, jedes Jahr mindestens eine Woche Urlaub zu machen. Wie auch immer man das dann abrechnet... vielleicht habe ich auch einfach ein falsches Gerechtigkeitsempfinden und überzogene Vorstellungen, das kann sein.

    Aber ich will mich auch nicht in eure Dinge einmischen, es geht ja auch um den Vergleich zu mir... ich muss sagen, eigentlich erübrigt sich dieser Vergleich auch schon mit dieser einen Zahl.

    Vorneweg denke ich, dass die Probleme mit meinen Assistenten im wesentlichen daher kommen, dass ich eben nicht in diese Dimensionen vorstoßen kann. Bei voller Bezahlung, Arbeitsteilung zu dritt und 4 Einzelzimmern wären meine Assistenten wahrscheinlich auch dabei wie Hunde, denen das Wasser im Munde zusammenläuft.
    Aber das wird es in der Form in den nächsten 20 Jahren nicht geben leider.

    Ich habe mir gefragt, wie viel ich insgesamt für eine Woche zahlen würde.
    Ich bin auf 1.200€ gekommen. Wenn das so gaaar nicht geht, würde ich auch 1.500€ verschmerzen, aber dafür müsste ich mich schon extrem strecken (dieses Jahr sowieso nicht mehr, aber das war ja auch nicht geplant).
    Meint ihr, meine Rechnungen sind, wenn ich einigermaßen zufriede Assistenten haben will, wenigstens ansatzweise realistisch?

    Welche außervertragliche Leistung seitens des Pflegedienstes meinst Du konkret und was ist überhaupt das "Unternehmen"?

    LG Tim
  • Hallo Tim ich habe dir eine PN geschrieben..schau mal nach .
    LG Thomas
  • Hallo Tim,

    sorry, dass ich erst heute wieder antworte. Aber ich war über's Wochenende wieder mal unterwegs und hatte am Freitag nicht mehr ausreichend Zeit, um Dir ausführlich zu antworten.

    Das Beispiel von Thomas zeigt, dass die Lösung/Handhabung dieser Situationen ungefähr genau so unterschiedlich ausfallen, wie die einzelnen Assistenznehmer selbst.

    Was Deine Frage nach einem Ausgleich betrifft, so ist das nicht Deine Sache. Denn wie Du schreibst, bist Du (noch) kein Arbeitgeber, sondern Kunde. Dein Ansprechpartner ist also zunächst einmal Dein Pflegedienst / der Verein, wo Du deine Assistenz buchst.
    Sie wissen auch genau, welche arbeitsrechtlichen Vorgaben sie erfüllen müssen und welchen vertraglichen Spielraum sie haben.

    Danach solltet Ihr gemeinsam mit den Assistenten eine Lösung finden. Es ist, meinen Erfahrungen nach, immer eine Sache der Abstimmung. Hier reicht die Spanne sicherlich von einem Einzelzimmer für jeden (wie bei Thomas' Klienten) bis hin dazu, dass der Assistent, der frei hat, auch mit im Zimmer des Assistenznehmers schlafen muss - wenn ihm das nicht passt muss er sich halt selbst ein Zimmer nehmen (kenne ich von einem anderen Assistenznehmer).

    Der Mittelweg liegt sicherlich irgendwo dazwischen. Ich persönlich finde ein Einzelzimmer für jeden, bei allem Verständnis, überzogen. Insbesondere, wenn eh immer einer im Dienst sein muss.

    Was man den Assistenten an Verpflegung mit zur Verfügung stellt ist wohl auch immer Verhandlungssache.
    Während ich es durchaus in der Verantwortung des Assistenznehmers (in Kooperation mit dem Arbeitgeber, sprich Pflegedienst) finde, eine angemessene Unterkunft zu organisieren, ist es Sache der Mitarbeiter selbst, was sie wann und wo essen. Da müssen sie sich ja schließlich daheim auch selbst drum kümmern.

    Und selbst in der Nähe eines hochpreisigen Hotels (ja hatte ich mir im Urlaub auch mal gegönnt) gibt es in der Regel ausreichend Möglichkeiten für die Assistenten, sich kostengünstig zu versorgen.

    Wie schon einmal gesagt, denke ich auch, dass es auf Reisen (einer Ausnahmesituation) nicht unbedingt eines 3-Schicht-Systems, Einzelzimmer für jeden und Vollpension bedarf, damit es für alle eine Win-Win-Situation ist.
    Denn man darf bei allem ja auch nicht vergessen: Während der Assistenznehmer reist, sind die Assistenten immer noch auf der Arbeit.

    Freue mich auf den weiteren Austausch hier zu diesem Thema 😀