MPU bei Antrag auf E-Rolli trotz Führerschein?

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Hallo,

bin froh, dass es solche Foren gibt und hoffe, jemand weiß Rat.

Habe einen E-Rolli beantragt und bekomme nun von der AOK die Aufforderung, mich einer MPU zu stellen, da meine Verkehrstauglichkeit (völlig zu Unrecht) angezweifelt wird. Bin körperlich stark eingeschränkt aber nicht kognitiv.

Habe seit 1997 den Führerschein, sogar bis 7,5 to. Ich fahre jährlich 60.000 km mit einem 140 PS-Auto und frage mich, ob das nicht genug Beweis für meine Verkehrstauglichkeit ist. Kann die AOK trotz Vorliegen eines Führerscheins, wo auch nicht meine Verkehrstauglichkeit angezweifelt wird, eine MPU für ein Gefährt verlangen, das 6 km/h schnell ist?? 😡

Freue mich auf Eure Antworten. VG, M.

Antworten

  • Hallo lumumba,

    zunächst einmal herzlich willkommen in der Community! Schön, dass Du MyHandicap gefunden hast 😀
    Eine Übersicht, wie das bei uns funktioniert, bietet dieses kurze Video (selbstverständlich auch mit Untertiteln): http://www.myhandicap.de/guided-tour.html

    Ich habe Dein Anliegen an unseren entsprechenden Fachexperten weitergeleitet. Bitte hab ein wenig Geduld bis zur Antwort 😉

    Wenn Dein Anliegen dann geklärt ist, sei bitte so lieb und setze die Bewertung oberhalb des Threads auf 100%. 😀
    So hilfst Du uns, eine bessere Übersicht zu behalten, wo noch Unterstützung benötigt wird.

    Bei weiteren Fragen wende Dich gern jederzeit wieder an mich oder meine Kollegen oder die Community! Wir alle hier freuen uns, wenn wir helfen dürfen 😀
  • lumumba hat geschrieben:
    Hallo,

    bin froh, dass es solche Foren gibt und hoffe, jemand weiß Rat.

    Habe einen E-Rolli beantragt und bekomme nun von der AOK die Aufforderung, mich einer MPU zu stellen, da meine Verkehrstauglichkeit (völlig zu Unrecht) angezweifelt wird. Bin körperlich stark eingeschränkt aber nicht kognitiv.

    Habe seit 1997 den Führerschein, sogar bis 7,5 to. Ich fahre jährlich 60.000 km mit einem 140 PS-Auto und frage mich, ob das nicht genug Beweis für meine Verkehrstauglichkeit ist. Kann die AOK trotz Vorliegen eines Führerscheins, wo auch nicht meine Verkehrstauglichkeit angezweifelt wird, eine MPU für ein Gefährt verlangen, das 6 km/h schnell ist?? 😡

    Freue mich auf Eure Antworten. VG, M.


    Guten Tag lumbumba
    eine Frage vorweg. Warst du bei der Führerscheinprüfung bereits körperlich stark eingeschränkt?
    Ich vermute mal nicht, daher ist natürlich die AOK auch berechtigt eine MPU zu verlangen. Ob du nun 140PS bewegst oder 6km/h langsam durch die Gegend rollst, du nimmst am Straßenverkehr teil, das alleine zählt!
    Wenn du dir also so sicher bist dann mach doch die MPU und gut ist!
    Bestehst du sie nicht, ist dein Führerschein auch weg.
    Alles Gute und viel Erfolg
    Holger
  • Hallo lumumba

    Krankenfahrzeuge bis zu einer Geschwindigkeit von 6 Km/h dürfen ohne Führerschein im Straßenverkehr bewegt werden – soweit die Rechtslage – sicherlich darf die Krankenkasse prüfen, ob die körperlichen Einschränkungen (z.B.: Medikamente, Sehstärke etc.) eine aktive Teilnahme am Straßenverkehr beeinträchtigen.

    Das Du einen gültigen Führerschein hast, besagt nur dass Du dürftest, wenn keine verbotenen oder andere Einschränkungen vorliegen.

    In Deinem Fall nimmt es die Krankenkasse „sehr“ genau – wenn Du nichts zu verbergen hast, wirst Du die Prüfung beim TÜV sicherlich ohne Beanstandungen schaffen.

    Viel Glück.
  • Hallo lumumbal,
    also mich würde die Begründung interessieren, die die AOK nennt.

    Ich musste nicht zur MPU als ich meinen Zweitrollstuhl mit E-Fix umbauen ließ.

    Natürlich kann man sagen, geh doch einfach hin,du wirst ihn ja eh bestehen, ABER wenn ich das selber bezahlen muss, dann würde ich dagegen angehen.
    Wenn das Straßenverkehrsamt keine MPU fordert und überprüfen lassen will, ob du überhaupt noch nen 7,5 to fahren darfst, dann empfinde ich es als schikane und diskrimierend, wenn die AOK bei 6 kmh so einen Aufstand macht.

    Ich würde mich dagegen wehren und ggf. auch klagen (kost ja nix), dann hat man zumindest die nächsten Jahre Ruhe (allerdings, wie ich gerade lese, dann auch ohne Rolli, da der Antrag ja solange ruht, also keine gute Idee).

    Eine andere Idee: fahre persönlich mit Begleitperson (Zeuge) hin, lege demonstrativ den Autoschlüssel auf den Tisch und frage nach der Rechtslage und ob du das, was er dann von sich gibt so zitieren dürftest... Du hättest da jemanden, der sich für solche Entscheidungen interessieren würde...

    toi toi toi
    Mona
  • monalisa72 hat geschrieben:
    Hallo lumumbal,
    also mich würde die Begründung interessieren, die die AOK nennt.

    Ich musste nicht zur MPU als ich meinen Zweitrollstuhl mit E-Fix umbauen ließ.

    Natürlich kann man sagen, geh doch einfach hin,du wirst ihn ja eh bestehen, ABER wenn ich das selber bezahlen muss, dann würde ich dagegen angehen.
    Wenn das Straßenverkehrsamt keine MPU fordert und überprüfen lassen will, ob du überhaupt noch nen 7,5 to fahren darfst, dann empfinde ich es als schikane und diskrimierend, wenn die AOK bei 6 kmh so einen Aufstand macht.
    Ich würde mich dagegen wehren und ggf. auch klagen (kost ja nix), dann hat man zumindest die nächsten Jahre Ruhe (allerdings, wie ich gerade lese, dann auch ohne Rolli, da der Antrag ja solange ruht, also keine gute Idee).

    Eine andere Idee: fahre persönlich mit Begleitperson (Zeuge) hin, lege demonstrativ den Autoschlüssel auf den Tisch und frage nach der Rechtslage und ob du das, was er dann von sich gibt so zitieren dürftest... Du hättest da jemanden, der sich für solche Entscheidungen interessieren würde...

    toi toi toi
    Mona


    Guten Tag mona
    warum sollte das Strassenverkehrsamt eine MPU fordern? Solange kein Unfall oder Hinweis vom Arzt kommt wird das nicht kommen.
    Ich betrachte es keineswegs als Aufstand der AOK wegen 6km/h eine MPU zu fordern.
    Es ist egal ob du mit 6km/h oder 140km/h über eine rote Ampel fährst, die Folgen sind in beiden Fällen wahrscheinlich schrecklich.
    Die Teilnahme am Strassenverkehr ist kein Wunschkonzert und daher muß sichergestellt sein daß der Probant zur Teilnahme am Strassenverkehr geeignet ist. Dieser Fürsorgepflicht kommt die AOK laut Gesetzgebung nach, nicht mehr und nicht weniger.
    Schöne Tag
    Holger
  • einbein
    Optionen
    Die MPU klärt nur, ob du (alleine) am Straßenverkehr teilnehmen kannst. Wenn nicht, macht auch vielleicht ein E-Rolli keinen Sinn oder es reicht einer für den Innenbereich. Das hat also gar nichts mit dem Führerschein zu tun.

    Eine MPU und auch eine Fahreignungsprüfung sagt nichts, ob du bis in alle Zeit am Straßenverkehr teilnehmen kannst. Sonder nur, dass es jetzt gerade und in der einen Kombination Hilfsmittel / Fahrzeug klappt. Ob das morgen noch klappt, bleibt in deiner Verantwortung.

    Du bist nicht gezwungen, das MPU-Ergebnis der Straßenverkehrsbehörde vorzulegen. Also ergibt sich daraus nicht zwingend eine Konsequenz für den FS. Stellt sich jedoch heraus, dass du nicht ganz fahrtauglich bist, handelst du vorsätzlich, falls was passiert. Hast du kein Gutachten und gingst davon aus, dass du fahrtauglich bist, ist zumindest kein Vorsatz nachweisbar.

    Trägt denn in dem Zusammenhang auch die AOK die Kosten der MPU? Stehen denn diese Kosten in einem wirtschaftlichen Verhältnis zum Hilfsmittel?
  • Guten Tag einbein
    ich möchte aber hinzufügen daß eine negative MPU dazu führen kann daß das Ergebnis der Straßenverkehrsbehörde mitgeteilt wird wenn dringender Handlungsbedarf besteht. So kürzlich geschehen in meinem Bekanntenkreis.
    Es kommt nicht selten vor daß man sich selbst überschätzt.
    Schönen Abend
    Holger
  • Guten Morgen!!

    Da ich noch nie davon gehört habe, dass eine MPU bei einem Rollstuhl von 6 kmh gefordert wird, habe ich hier lediglich geschrieben, wie ich vorgehen würde.
    Das andere das durchaus anders sehen, aufgrund anderer Erfahrungen, ist klar...

    nun muss lumumbal für sich den richtigen Weg finden.

    Übrigens, laut § 11 FeV muss bei Verschlechterung der Behinderung ein Gutachten bei
    einem Facharzt mit verkehrsmedizinischer Qualifikation durchgeführt werden,
    da ansonsten die Fahrerlaubnis entzogen wird.

    Schönes Wochenende
    Mona
  • Hallo,
    meiner Frau und mir wurden im letzten Jahr E-Rolli verordnet. Die AOK hat eine MPU veranlasst und bezahlt.
    Der Sinn ist ganz klar die Beantwortung der Frage, ob die betroffene Person in der aktuellen Situation mit dem verordneten Fahrzeug sicher und verantwortlich am Straßenverkehr teilnehmen kann. (Wo bewegen wir uns - auf Gehwegen, in Einkaufscentren, in Fußgängerzonen etc. 6 km/h reichen um erheblichen Schaden anzurichten.)
    Vor dieser MPU braucht keiner Angst zu haben. Erst erfolgt ein Gespräch mit einem Arzt, hier geht es um die Medikation, um die Auswirkung der Behinderung auf die Teilhabe am Straßenverkehr. Als zweites wird eine Fahrprobe im Beisein eines Psychologen/in durchgeführt. (Radweg oder Fußweg? Bedienung der Ampel, Wendemanöver, durchfahren einer Engstelle, Überquerung einer Straße etc. - völlig normale Abläufe)
    Im Anschluss daran erfolgt mit diesem Psychologen/in ein lockeres Gespräch in dem Erfahrung und Praxis im Straßenverkehr besprochen werden. Geklärt wird, zu welchem Zweck, in welchem Umfang der E-Rolli eingesetzt wird und wie die Grenzen der Nutzbarkeit aussehen.
    Als letztes wird an einem PC ein Reaktionstest durchgeführt. Hier ist ein Probedurchlauf dringend zu empfehlen! Wer hier zu schnell ist, produziert einen Fehlversuch! (Ich war erst im vierten Versuch so langsam, dass ein Ergebnis zustande kam)
    Das Ergebnis war positiv, wir sind nun Nutzer von zwei Vermeiren Forest Lift. Diese MPU dient als Sicherheit, als Eigenschutz und als Nachweis der Befähigung.
    Hugorollt
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